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Tag: Einsamkeit

Macht zu viel Smalltalk unglücklich?

7. März 2010

Macht zu viel Smalltalk unglücklich sDer Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden von Menschen und dem Zusammensein mit anderen ist durch viele Studien belegt. In einer aktuellen Untersuchung haben Forscher den Einfluss von Quantität und Qualität menschlicher Kommunikation verglichen und gezeigt, die glücklichsten Menschen reden viel und plappern wenig. Ich habe einen Presseartikel von dieser Woche übersetzt, der die noch nicht veröffentlichte Studie schon kurz beschreibt:

Womit verbringt ein glücklicher Mensch mehr Zeit – mit belanglosem Geschwätz oder mit nachdenklichen und tiefgehenden Gesprächen? Die Psychologen Matthias R. Mehl, Shannon E. Holleran und C. Shelby Clark von der University of Arizona sowie Simine Vazire von der Washington University in St. Louis in den USA untersuchten, ob sich glückliche und unglückliche Menschen darin unterscheiden, wie sie sich mit anderen unterhalten.


Was treibt gewalttätige Teenager an?

1. Januar 2010

teenager violence s sEine aktuelle Studie hat eine indirekte Form des Mobbings unter Schülern untersucht, die sich nicht so sehr durch körperliche oder verbale Aggression äußert, sondern auf die sozialen Beziehungen des Opfers abzielt. Die Autoren zeigen, dass manche Täter ein mangelndes Selbstwertgefühl haben können und den Wunsch ihr soziales Ansehen zu steigern. Ich habe einen Presseartikel vom 22.12. übersetzt, der die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammenfasst:

Eine neue Studie spanischer Wissenschaftler untersuchte Beziehungsaggressionen, ein Verhalten, das darauf abzielt, dem Freundschaftskreis eines Menschen zu schaden oder sein Ansehen bei seinen Freunden zu ruinieren. Experten meinen, dass diese Art der Aggression psychische Schäden verursacht, weil sie das Opfer an den Rand der Gruppe drängt, es isoliert und ihm seelisches Leid zufügt, von dem sich der Mensch manchmal nur schwer wieder erholt.

Die Forscher analysierten die Zusammenhänge zwischen Beziehungsaggression, sozialen Beziehungen unter Teenagern beiderlei Geschlechts sowie Faktoren, die ihre psychosoziale Anpassung beeinflussen wie Einsamkeit, Selbstwertgefühl und Zufriedenheit mit dem Leben. Die Ergebnisse zeigten, dass junge Menschen, die eine größere Beliebtheit und mehr Respekt in ihrer Gruppe anstreben, am ehesten zu dieser Form des Psychoterrors greifen.


Was sind die Risikofaktoren für das Entstehen von Altersdepressionen?

19. Dezember 2009

Eine aktuelle Studie zeigt, dass ältere Menschen mit einer Neigung zu Depression, die sich allein gelassen fühlen, ein besonders hohes Risiko für Depression haben. Ich habe eine Pressemitteilung der Universität von vorgestern übersetzt, in der die Autoren darauf hinweisen, dass eine vorsorgliche Behandlung dieser Menschen auch kosteneffektiv wäre:

Forscher des University of Rochester Medical Center haben die wichtigsten Faktoren identifiziert, mit denen sich vorhersagen lässt, welche älteren Menschen am stärksten depressionsgefährdet sind. Die Forscher unter Leitung von Dr. Jeffrey M. Lyness, Professor für Psychiatry am Medical Center, veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Dezemberausgabe des American Journal of Psychiatry.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, eine vorsorgliche Behandlung von Menschen in der Hochrisiko-Gruppe sei ein vielversprechender Ansatz, um eine größtmögliche gesundheitsfördernde Wirkung mit dem geringsten Kostenaufwand zu erreichen.


Bieten Musik und Kunst Hilfe gegen Depressionen?

17. Dezember 2009

music and dancing smallMusik und Kunst werden schon lange in der Therapie, auch von geistig-seelischen Störungen eingesetzt. Eine neue Studie hat nun gezeigt, dass sich Menschen mit einem regen Interesse an Kunst und Musik allgemein gesünder und wohler fühlen und, im Falle von Männern, weniger häufig unter Depression leiden. Ich habe eine Pressemitteilung über die Studie von vor ein paar Tagen übersetzt, deren Ergebnisse die Autoren auf einer Fachkonferenz vorgestellt haben:

Wenn Sie malen, tanzen gehen oder ein Musikinstrument spielen – oder einfach gerne ins Theater oder Konzert gehen – dann fühlen Sie sich wahrscheinlich gesünder und sind weniger depressiv als Leute, die das nicht tun. Das zeigt eine Studie an fast 50000 Menschen aus dem gleichen Landkreis in Mittelnorwegen aber mit sonst sehr verschiedenen sozialen und ökonomischen Lebensumständen.


Hilft Verhaltenstherapie bei Altersdepressionen?

13. Dezember 2009

behavior therapy for the elderly s sDie Behandlung von älteren Patienten mit Depression kann schwierig sein, zum Beispiel wegen Nebenwirkungen von Antidepressiva bei Menschen, die oft sowieso schon körperliche Beschwerden haben. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass kognitive Verhaltenstherapie älteren Depressionspatienten helfen kann. Ich habe einen Pressebericht über die Studie übersetzt, der die Vorteile von Psychotherapie für diese Menschen kurz beschreibt:

Ältere Patienten mit Depression sprechen gut auf kognitive Verhaltenstherapie (KVT) an, und die Behandlung hilft besser als Gespräche mit jemandem, der warmherzig und Anteil nehmend zuhört. Das ist das Ergebnis einer Studie, die in der Dezemberausgabe der Archives of General Psychiatry erscheint.


Ist Einsamkeit ansteckend?

4. Dezember 2009

lonliness s sDie meisten Menschen haben Angst vor Ansteckung. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass auch Einsamkeit ansteckend sein kann. Da hilft nur eins – schnell die Flucht ergreifen, was dem einsamen Menschen dann aber weniger hilft. Ich habe die Pressemitteilung der Forscher übersetzt, die eine ebenso interessante wie nachdenklich stimmende gesellschaftliche Erscheinung beschreibt:

Einsamkeit kann sich, wie eine schlimme Erkältung, von einer Gruppe von Menschen auf andere ausbreiten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Forschern an der University of Chicago, der University of California in San Diego und Harvard.

Das Team von Wissenschaftlern analysierte die Daten einer großen Langzeitstudie, die seit über 60 Jahren den Gesundheitszustand von Menschen verfolgt, und stellte fest, dass einsame Menschen ihre Einsamkeit oft an andere weitergeben. So entsteht im Laufe der Zeit eine Gruppe von einsamen Menschen, die von anderen abgesondert sind, und diese Gruppe rückt dann immer weiter in die Randbereiche sozialer Netze.


Was ist eine Depression und wie kann man sie behandeln?

15. April 2009

Ich möchte heute auf ein ausgezeichnetes Angebot im Internet hinweisen.  In dem sogenannten „Kompetenznetzwerk Depression„, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird,  sind eine Reihe hilfreicher und fundierter Informationen zum Thema Depression gebündelt.

Unter anderem sind dies:  Selbsttest „Bin ich depressiv?“, Erfahrungsberichte depressiver Menschen in Text und Film, eine Ãœbersicht über Fakten zur Depression, Antworten auf die Fragen „Wie kann man Depression erkennen“ und „Wie lässt sie sich behandeln?“ Und nicht zuletzt sehr nützliche Ratschläge für Angehörige depressiver Menschen.

Sehr zu empfehlen!

München, 15.04.09

Quellen:

Kompetenznetzwerk Depression

Selbsttest „Bin ich depressiv?“

Verwandte Artikel:

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Wie lassen sich Depressionen mit Psychotherapie behandeln?

Warum wirkt medikamentöse Therapie bei Depressionen häufig nicht?

Weitere Links:

Wie hilft Psychotherapie bei Depressionen?

Zur Praxis für Psychotherapie in München

Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf

Zur Praxis für Psychotherapie in Berlin-Charlottenburg

Zur Praxis für Psychotherapie in Frankfurt


Sind Singles tatsächlich so wie wir denken, dass sie sind?

15. Dezember 2008

SinglesIn der aktuellen Ausgabe des European Journal of Social Psychology (12/2008) fasst Dr. Tobias Greitemeyer von der University of Sussex, UK mehrer mehrere eigene Studien zusammen. In diesen ist er im wesentlichen zwei Fragen nachgegangen. Stimmt es tatsächlich, dass Menschen, die in Partnerschaft leben negative Stereotypen gegenüber Singles haben? Und entsprechen diese Sterotypen der Wahrheit? Die Antworten sind statistisch so eindeutig wie sonst selten in vergleichbaren Studien. Ja, die Sterotypen gegenüber Singles sind umfangreich, eindeutig und negativ: Singles werden von Menschen, die in Partnerschaft leben, als weniger extravertiert, weniger liebenswürdig, weniger gewissenhaft, weniger körperlich attraktiv, weniger zufrieden,  dafür aber eher neurotisch, unzufrieden mit ihrem Single-Dasein und insgesamt als einsamer beschrieben. Außerdem hätten Singles – so das Klischee – grundsätzlich ein geringeres Selbstwertgefühl und seien eben nicht so sozial. Dies betrifft Männer wie Frauen, Junge wie Alte. Die Sterotypen gegenüber Singles sind statistisch so robust, dass der Autor sie als „gesicherte Fakten“ beschreibt.

Aber unterscheiden sich Singles und Menschen in Partnerschaft tatsächlich so wie die Stereotypen es nahelegen? Die Antwort ist ebenso eindeutig. Nein, sie tun es nicht. Lediglich in einer Dimension lässt sich eine Ãœbereinstimmung zwischen Klischee und Wirklichkeit aufzeigen. Singles wünschen sich tatsächlich eine Liebesbeziehung und sind unzufrieden damit, dass sie Single sind.  Auf ihre tatsächliche Lebenszufriedenheit und die vielen weiteren oben beschriebenen Attribute hat dieser Wunsch jedoch keinen negativen Einfluss. Die Tatsache, dass sich Singles einen Partner wünschen ist nicht weiter überraschend, denn auch dieses – der Wunsch nach einem Partner, den man liebt und von dem man geliebt wird – ist ein „gesichertes Faktum“ menschlicher Existenz. Warum sind die Singles dann nicht unglücklicher als Menschen in Partnerschaft? Nun, die Antwort hat wahrscheinlich damit zu tun, dass sich zum einen Zufriedenheit nicht nur aus einer Liebenbeziehung speist, sondern ebenso aus der Nähe etwa zu Freunden und/oder Geschwistern. Zum anderen sind die Menschen in Partnerschaft vielleicht auch nicht so zufrieden, wie sie es zunächst vermuten.

Hierzu passt etwa eine weitere Studie (die der Autor in seinem Artikel zitiert), in der Menschen in Partnerschaft befragt wurden, was am vergangenen Tag ihr schönstes Erlebnis war: Überzufällig häufig hatte dieses Erlebnis mit ihrer Familie zu tun. Befragt danach, was am vergangenen Tag das belastendste Ereignis war, äußerten die Personen überzufällig häufig, dass dieses ebenfalls mit der Familie zu tun hatte.

Wie lässt sich dies alles zusammenfassen? Singles bedauern, dass sie Single sind. Aber es macht sie nicht unglücklicher oder neurotischer als Menschen in Partnerschaft, die zwar glauben, das grundsätzlich bessere (Lebens-)Los gezogen zu haben, aber hiermit nachweislich einem Irrtum unterliegen.

Quelle:

Greitemeyer. European Journal of Social Psychology, 2009

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Weitere Links:

Was ist unser Angebot für Paare?

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