Essstörungen (von Anorexie bis Fettsucht) sind ein häufiges Symptom bei Patienten mit Depressionen. Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt nun, dass Essstörungen der Entwicklung von Depressionen auch vorausgehen können. Wir haben eine Presseerklärung der Universität von vor drei Wochen zu der Studie übersetzt, die wichtige Konsequenzen für die Prävention und Behandlung von Depressionen bei manchen Patienten haben könnte:
Eine Studie unter Leitung von Dr. Kerri Boutelle, Associate Professor für Pädiatrie und Psychiatrie an der School of Medicine der University of California in San Diego, hat gezeigt, dass Adipositas (krankhaftes Übergewicht) das Risiko für die Entwicklung von Depressionssymptomen erhöht, nicht jedoch das Risiko für klinische Depressionen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Adipositas bei manchen jungen Mädchen zur Entwicklung von Depressionen beitragen könnte.
„Das ist insofern von Bedeutung als Depressionssymptome als ein Vorläufer von klinischen Depressionen gelten”, sagt Boutelle.
Patienten mit Binge-Eating-Störung haben immer wieder „Fressanfälle“, die manchmal, aber nicht immer durch Heißhunger ausgelöst werden. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass ein simples Programm diesen Patienten anhaltende Hilfe bieten kann. Wir haben einen Presseartikel des Forschungsinstituts von Anfang April übersetzt, der die noch nicht veröffentlichten Ergebnisse zusammenfasst:
Eine neue Studie zeigt, dass ein zwölfwöchiges Programm Patienten mit Binge-Eating-Störung helfen kann, ihre Heißhungeranfälle zu kontrollieren. Die Wirkung hält mindestens ein Jahr lang an, und die Behandlung spart Patienten sogar Geld. Periodisch auftretendes Binge-Eating ist die häufigste Essstörung in den USA, wo mehr als drei Prozent der Bevölkerung, d.h. neun Millionen Menschen darunter leiden. Doch die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten sind begrenzt.
Menschen mit Essstörungen haben ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper. Eine neue Studie befasst sich mit der Frage, ob dies mit einer veränderten Wahrnehmung oder anderen geistigen Funktionen bei den Patienten zusammenhängen könnte. Solche Veränderungen wurden tatsächlich beobachtet, was aber nicht beweist, ob das eine das andere verursacht. Ich habe eine Presseerklärung des Journals vom Julie 2009 übersetzt, das die Studie vorab online publiziert hat:
Menschen, die unter Essstörungen leiden, schneiden in psychologischen Tests bei bestimmten kognitiven Aufgaben schlechter ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Literaturstudie, die den Zusammenhang zwischen Essstörungen und kognitiven Defiziten untersuchte und im Journal of Neuropsychology veröffentlicht wurde.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein bedenklich unnormales Essverhalten unter Frauen sehr weit verbreitet ist. Die Zahl der Betroffenen ist deutlich höher als in manchen anderen Studien, was wohl auch daran liegt, dass die Forscher nicht nur Essstörungen im klinischen Sinne untersuchten. Ich habe die Pressemitteilung der Universität von vor drei Tagen übersetzt, die auch einen kurzen Überblick über verschiedene Essstörungen gibt:
Wenn das Verhalten eines Menschen seinen körperlichen oder seelischen Bedürfnissen zuwiderläuft und ihm schaden kann, bezeichnet man das als ein „maladaptives“ (schlecht angepasstes) Verhalten. Frauen können verschiedene maladaptive Verhaltensweisen beim Essen entwickeln, von denen Anorexie (Magersucht) nur eine Form ist. Tatsächlich haben etwa zehn bis fünfzehn Prozent aller Frauen ein maladaptives Essverhalten und eine gestörte Einstellung zum Essen.
In einer aktuellen Studie haben Forscher untersucht, wie man sich gegen Hungerattacken helfen kann und gezeigt, man muss sich seine langfristigen Ziele vor Augen halten und kann dabei ruhig etwas übertreiben. Die Methode funktioniert aber nicht nur bei kulinarischen Versuchungen. Ich habe eine Pressemitteilung des Journals vom 14. 12. 09 übersetzt:
Wie gut ein Mensch einer Verlockung wie zum Beispiel einem großen, süßen Plätzchen widerstehen kann, hängt davon ab, für wie stark er die Bedrohung durch die Versuchung hält. Das zeigt eine neue Studie, deren Ergebnisse im Journal of Consumer Research veröffentlicht wurden. Die Autoren Ying Zhang, Szu-Chi Huang und Susan M. Broniarczyk (alle von der University of Texas in Austin) untersuchten Methoden, mit denen Menschen Essen und anderen Versuchungen widerstehen.
Heute eine interessante Studie, in der gezeigt wird, dass das Betrachten von Models, z.B. in Zeitschriften Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl von Frauen hat. Damit lässt sich Bezug nehmen, u.a. auch auf die zunehmende Kritik an dem Einsatz von offensichtlich unterernährte Frauen auf den Laufstegen der Modeindustrie. Nachfolgend eine Zusammenfassung in meiner Übersetzung:
In dem Informationsdienst Reuters Health ist letzte Woche die Zusammenfassung eines “Review-Artikels” erschienen. In Review-Artikeln werden eine Reihe von Studien zu einem Thema zusammengefasst. Dies ist insofern wichtig, als dass einzelne Studien immer nur Teilaskpekte eines Themas untersuchen, so dass es diese Zusammenfassungen bedarf, um sozusagen die Summe zu ziehen. Nachfolgend der Beitrag in meiner Übersetzung:
In einem Pressearchiv bin ich auf einen Artikel vom vergangenen Sommer gestoßen, den ich sehr interessant finde. In diesem geht es unter anderem darum, welchen Beitrag die Hirnforschung dazu leistet, die (Hinter-)Gründe für Magersucht – einem weiterhin schwer zu therapierenden Krankheitsbild – zu verstehen. Ich fasse den englischen Beitrag in Auszügen zusammen. Ist dieses Mal ein bißchen länger als sonst, aber es braucht die Länge, sonst versteht man nicht, worum es geht:
Auf der exzellenten Seite des National Health Institute in England -- der Quelle einiger Videos, die wir bereits in diesem Blog veröffentlicht haben, bin ich heute auf einen weiteren sehenswerten Film gestoßen. Darin berichtet die 38-jährige Liselle Terret über ihre Bulimie-Erkrankung im Alter von 14 bis 23 Jahren. Sie schildert die Gründe und Motive, die ihrer Ansicht nach zur Erkrankung führten, die Aspekte, die ihre Krankheit für sie “attraktiv” machten und dann den Weg in die Abhängigkeit mit den bekannten gefährlichen körperlichen Folgen. Sie beschreibt ihre bewußte Auseinandersetzung mit der Bulimie und schließlich den Weg aus ihrer Krankheit hinaus zurück in ein gesundes Leben.
Wer den Film lieber mit Untertiteln schauen möchte kann dies hiertun.
Im Rahmen des ausgezeichneten britischen NHS Videoangebots fasst Janet Treasure, Professorin für Psychiatrie am Kings College, London die Symptome zusammen, an denen man eine Anorexia nervosa erkennen kann und schildert die Belastungen, die eine Anorexie-Erkrankung in der Familie auslösen kann. Außerdem äußert sie sich zum Einfluss der heutigen Gesellschaft auf Anorexie und fasst den Forschungstand hinsichtlich möglicher Spätfolgen von Anorexie zusammen. Das Video dauert knapp 4 Minuten.
Wenn man das Video lieber mit Untertiteln ansehen möchte, ist das hier möglich