3. Februar 2012
Dass man eine wichtige Entscheidung gut informiert und wohl überlegt treffen sollte, versteht sich von selbst. Aber kann man etwas auch zu gründlich überlegen? Eine aktuelle Studie hat Leute untersucht, die zu viel über ihre Entscheidungen nachdenken. Wir haben eine Presseerklärung der Universität zu der Studie vom Dezember übersetzt, die zeigt, dass ewige Zauderei Menschen unzufrieden macht:
Sie sind auf der Suche nach einer neuen Kaffeemaschine und diese simple Aufgabe wird für Sie, nun, zu einer Tortur. Nach ausgiebigen Nachforschungen und Lektüre von ein paar Dutzend Verbraucherratgebern machen Sie endlich Ihren Einkauf. Aber schon fragen Sie sich: „War das wirklich die richtige Wahl? Gibt es nicht doch noch etwas Besseres? Hat das Gerät eigentlich eine Rücknahmegarantie?“ Mal ehrlich, sind Sie das?
Wenn ja, könnte eine neue Untersuchung von Forschern an der Florida State University etwas Licht auf Ihr Unvermögen werfen eine Entscheidung zu fällen und damit zufrieden zu sein.
19. Januar 2012
Stereotypes Denken betont Unterschiede zwischen den Geschlechtern, aber wenn man sie mit psychologischen Tests misst, sind nennenswerte Unterschiede bis auf wenige Ausnahmen nicht feststellbar. Eine neue Studie zeigt nun, dass die Untersuchungsmethode eine entscheidende Rolle spielt. Wir haben einen Presseartikel zu der Studie von Anfang Januar übersetzt, in der Forscher Persönlichkeitsprofile von Männern und Frauen verglichen:
Eine neue Studie, die in der Januarausgabe von PLoS ONE erscheint, zeigt, dass es erhebliche Unterschiede zwischen der Persönlichkeit von Männern und Frauen gibt. Unterschiede zwischen Männern und Frauen, und wie groß sie sind, ist ein Thema, über das schon immer viel diskutiert wurde.
Marco Del Giudice von der Universität Turin in Italien und sein Team haben eine neue Methode entwickelt, mit der man Unterschiede zwischen Persönlichkeiten messen und analysieren kann, die ihrer Meinung nach genauer als frühere Methoden ist.
3. November 2011
Ob Hochzeit oder Beerdigung – auch nach sehr emotionalen Ereignissen kehrt der Mensch immer wieder zu einem emotionalen Ausgangspunkt zurück, der für jeden Menschen typisch ist. Eine aktuelle Studie hat untersucht, ob dieser individuelle Normalzustand angeboren ist oder erworben wird. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie von Anfang Oktober übersetzt, die demnächst in dem Fachjournal Psychological Science erscheinen wird:
Unsere Lebenserfahrungen – die Höhen und Tiefen und alles dazwischen – formen uns, sie begleiten uns und beeinflussen unseren emotionalen Grundzustand als Erwachsene. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie unter Leitung von Forschern der Virginia Commonwealth University (VCU) in den USA.
Die Studie zeigt, dass außer unseren Genen auch unsere Lebenserfahrungen einen wichtigen Einfluss auf unsere Neigung zu Ängsten und Depressionen haben.
29. Oktober 2011
Der Mensch braucht Zeit für sich selbst, um sich von Stress zu erholen und seine Ressourcen zu regenerieren. Doch wie viel Freizeit braucht man eigentlich? Eine aktuelle Studie untersuchte die Bedeutung der Freizeit für das Wohlbefinden von Menschen. Wir haben einen Presseartikel über die Studie von Mitte Oktober übersetzt, die unzufriedene junge Leute untersuchte:
Was ist besser für einen Menschen: nicht genug oder zu viel Freizeit haben? Um glücklich zu sein, irgendetwas in der Mitte, sagen Chris Manolis und James Roberts von der Xavier University in Cincinnati und der Baylor University in Waco in den USA. Ihre Untersuchung zeigt, dass materialistische junge Leute mit einem zwanghaften Konsumverhalten gerade die richtige Menge Freizeit brauchen, um sich glücklicher zu fühlen. Die Studie wurde online in dem Springer-Journal Applied Research in Quality of Life veröffentlicht.
Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der die Zeit immer knapp ist. Wenn Menschen meinen, dass sie zu wenig Zeit haben oder unter Zeitdruck stehen, sind sie weniger zufrieden. Gleichzeitig beeinflusst aber auch unsere Konsumkultur, die von Materialismus und einem zwanghaften Konsumverhalten gekennzeichnet ist, die Zufriedenheit von Menschen: der Wunsch materielle Dinge zu besitzen lässt die Lebenszufriedenheit sinken.
21. September 2011
Immer mehr Menschen leiden heute unter beruflichem Stress bis zum Burn-out. Die Gründe sind sicher vielschichtig, von gesellschaftlichen Veränderungen bis zu technischen Neuerungen wie E-Mail oder Handys. Eine aktuelle Studie hat einen anderen Aspekt untersucht – die Einstellung von Menschen zu ihrer Arbeit. Wir haben die Presseerklärung der Forscher zu ihrer Studie vom Januar übersetzt, die zeigt, inwieweit der Stress auch selbst gemacht ist:
Die wichtigsten Mitarbeiter in einem Betrieb könnten das größte Stressrisiko haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Forschern des Centres for Addiction and Mental Health (CAMH) in Toronto in Kanada. In einer Umfrage unter 2 737 Beschäftigten gaben 18 Prozent an, sie empfänden ihren Job als „sehr stressig“.
Besonders häufig standen Manager und Fachkräfte unter starken Stress. Auch Arbeitnehmer, die meinten, es könnte negative Auswirkungen für andere haben, wenn sie ihren Job nicht gut erledigen, die Überstunden machten oder keine geregelten Arbeitszeiten hatten, waren sehr gestresst. Die Studie wurde diesen Monat im International Journal of Occupational and Environmental Medicine (IJOEM) veröffentlicht.
14. September 2011
Dass Menschen mit manchen Persönlichkeitsmerkmalen eher zu Depressionen neigen als andere, ist bekannt. Eine aktuelle Untersuchung zeigt nun, dass die Persönlichkeit eines Patienten auch seine Wahl der Behandlung bei Depressionen beeinflusst. Wir haben die Pressemitteilung des Journals zu der Studie, die eigentlich für Fachleute geschrieben ist, für den Blog übersetzt und dabei etwas vereinfacht:
Nach einer Studie eines finnischen Forscherteams unter Leitung von Prof. Karlsson von der Universität Helsinki, die in der aktuellen Ausgabe des Journals Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlicht wurde, scheint ein niedriger Grad von Optimismus vorherzusagen, ob jemand eine Psychotherapie für Depressionen beginnt.
Die Persönlichkeit eines Patienten könnte einer der vielen Faktoren sein, die zu der Entscheidung beitragen, mit einer bestimmten Art der Behandlung für Depressionen zu beginnen. Das Ziel dieser Studie war zu untersuchen, ob die Veranlagung zum Optimismus und Pessimismus eine Rolle dabei spielt, ob jemand eine Psychotherapie beginnt, wenn er sich für Depressionen behandeln lässt. Die Studie wurde an Angestellten des öffentlichen Dienstes durchgeführt, die zum ersten Mal an Depressionen erkrankt waren.
10. Juni 2011
Wenn man Engländer fragt, was sie an der Queen besonders bewundern, hört man unter anderem immer wieder, dass sie schon so lange verheiratet ist (bald 64 Jahre). Wie manche Paare das schaffen, bleibt für andere ein Rätsel. Eine neue Studie hat die Harmonie in der Beziehung und ihre Voraussetzungen genauer untersucht. Wir haben einen Bericht der spanischen Wissenschaftsagentur SINC über die Studie von Anfang Juni übersetzt, die zeigt, dass bei der Harmonie von Paaren die Sicherheit der Partner eine entscheidende Rolle spielt:
Wenn sich Menschen in der Beziehung zu ihrem Partner sicher fühlen, sind sie mit ihrem Sexleben zufriedener und können ihre Zuneigung sensibler ausdrücken. Aber unsichere Menschen, die zu Ängsten oder Vermeidung neigen, und deren Zuneigung zwanghaft oder kontrollierend ist, haben ein weniger harmonisches Liebesleben und sind in ihrer Beziehung allgemein weniger glücklich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Universität des Baskenlandes.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass unsichere (ängstlich-ambivalente) Menschen häufig zwanghaft für ihre Partner sorgen, während Menschen, die zu Vermeidung neigen, eher kontrollieren wollen und größere Konflikte mit ihren sexuellen Begierden haben“, sagt der erste Autor der Studie Javier Gómez Zapiain, Professor für Sexualpsychologie an der Universität des Baskenlandes, im Gespräch mit SINC.
22. Oktober 2010
„Wer andern gar zu wenig traut, hat Angst an allen Ecken; wer gar zu viel auf andre baut, erwacht mit Schrecken.“ (Wilhelm Busch, Die Nachbarskinder) Viele würden wohl dieser ausgewogenen Sicht von Vertrauen und Misstrauen zustimmen. In einer aktuellen Studie gingen kanadische Forscher der Sache auf den Grund und kamen zu einem überraschenden Ergebnis. Wir haben einen Presseartikel von Medical News Today zu der Studie übersetzt, die im Juli erschien:
Ein Mensch, der vertrauensselig ist, muss deshalb keineswegs dumm oder ein unverbesserlicher Optimist sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in der neusten Ausgabe des Journals Social Psychological and Personality Science, das von SAGE herausgegeben wird. Es könnte vielmehr ein Zeichen dafür sein, dass er schlau ist.
14. Oktober 2010
Befürworter arrangierter Ehen erklären vorzeigbare Erfolge wie niedrige Scheidungsraten unter anderem mit der sorgsamen Auswahl der jungen Leute füreinander. Eine aktuelle Untersuchung über die Persönlichkeiten von Ehepartnern zeigt, dass manche Paare das offenbar auch ohne Mithilfe sehr gut können. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie von Ende August übersetzt, die überwiegend Paare untersuchte, die zehn Jahre und länger verheiratet waren:
Entgegen landläufiger Meinung werden sich verheiratete Paare mit der Zeit nicht immer ähnlicher. Das zeigt eine Studie eines Teams von Forschern der Michigan State University und der University of Minnesota in den USA.
Stattdessen neigen Menschen dazu, ihren Partner aufgrund von Gemeinsamkeiten mit ihren eigenen Persönlichkeitsmerkmalen zu wählen. Die Ergebnisse erscheinen in der Novemberausgabe des Journals Personality and Individual Differences.
22. August 2010
Wie wir etwas wahrnehmen, hängt sehr von unserer Stimmung ab, zum Beispiel ob wir relaxt oder gestresst sind. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Wahrnehmung auch von der Persönlichkeit des Menschen geprägt wird, die positiv oder negativ sein kann. Wir haben die Pressemitteilung der Universität zu der Studie von Anfang des Monats übersetzt, deren Ergebnisse helfen könnten, „negativen“ Menschen positive Denk- und Verhaltensweisen zu erleichtern:
Wie positiv ein Mensch andere sieht, hängt damit zusammen, wie glücklich, warmherzig und emotional stabil er selbst ist. Das zeigt die neuste Untersuchung eines Psychologieprofessors von der Wake Forest University in den USA.
„Wie wir andere wahrnehmen, offenbart so viel über unsere eigene Persönlichkeit”, sagt Dustin Wood, Assistant Professor für Psychologie an der Wake Forest University und erster Autor der Studie, über seine Ergebnisse. Die Forscher baten jeden der Studienteilnehmer, die positiven und negativen Eigenschaften von nur drei Menschen zu bewerten, und konnten so wichtige Informationen über das Wohlbefinden, die psychische Gesundheit und die sozialen Einstellungen des Bewerters herausfinden, und wie er selbst von anderen beurteilt wurde.