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Was ist der Schlüssel zu einer harmonischen Beziehung?

10. Juni 2011

Wie lange dauert Liebe auf den ersten BlickWenn man Engländer fragt, was sie an der Queen besonders bewundern, hört man unter anderem immer wieder, dass sie schon so lange verheiratet ist (bald 64 Jahre). Wie manche Paare das schaffen, bleibt für andere ein Rätsel. Eine neue Studie hat die Harmonie in der Beziehung und ihre Voraussetzungen genauer untersucht. Wir haben einen Bericht der spanischen Wissenschaftsagentur SINC über die Studie von Anfang Juni übersetzt, die zeigt, dass bei der Harmonie von Paaren die Sicherheit der Partner eine entscheidende Rolle spielt:

Wenn sich Menschen in der Beziehung zu ihrem Partner sicher fühlen, sind sie mit ihrem Sexleben zufriedener und können ihre Zuneigung sensibler ausdrücken. Aber unsichere Menschen, die zu Ängsten oder Vermeidung neigen, und deren Zuneigung zwanghaft oder kontrollierend ist, haben ein weniger harmonisches Liebesleben und sind in ihrer Beziehung allgemein weniger glücklich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Universität des Baskenlandes.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass unsichere (ängstlich-ambivalente) Menschen häufig zwanghaft für ihre Partner sorgen, während Menschen, die zu Vermeidung neigen, eher kontrollieren wollen und größere Konflikte mit ihren sexuellen Begierden haben“, sagt der erste Autor der Studie Javier Gómez Zapiain, Professor für Sexualpsychologie an der Universität des Baskenlandes, im Gespräch mit SINC.

Die Forschungsgruppe von Gómez Zapiain untersuchte, wie stark die Konflikte sind, die Menschen mit ihren erotischen Wünschen haben, wie zufrieden sie mit ihrem Sexleben sind und andere Faktoren, die mit dem Sexualverhalten und der Fürsorge für den Partner zusammenhängen, bei 211 baskischen Paaren mit langjährigen Beziehungen. Dazu verteilten sie individuelle Fragebögen an zufällig ausgewählte Berufstätige aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, öffentliche Dienstleistungen und Privatwirtschaft.

„Das Ziel dieser Studie war zu untersuchen, wie drei entscheidende Aspekte einer menschlichen Beziehung miteinander zusammenhängen – sexuelles, emotionales und fürsorgendes Verhalten. Wir wollten empirische Beweise dafür finden, dass die Harmonie zwischen diesen drei Systemen die Qualität einer partnerschaftlichen Beziehung mitbestimmt“, erläutert Gómez Zapiain.

Die Teilnehmer wurden nach ihrem emotionalen Typ (sicher oder unsicher) in zwei große Gruppen eingeteilt. Die unsicheren Menschen wurden dann noch einmal in ängstliche und ambivalente Typen unterteilt.

Ängstliche Menschen reagieren, indem sie sich an ihren Partner klammern und zwanghaft für ihn sorgen, während der vermeidende Typ reagiert, indem er in der Partnerschaft ausweicht. Ihre Philosophie ist: ‚Lieber gar nichts haben als etwas haben und es dann verlieren.’ Diese Menschen haben auch mehr Probleme mit ihrem Intimleben“, erklärt der Forscher.

Die Teilnehmer waren 116 Frauen und 95 Männer im Alter von 20 bis 65 Jahren (Durchschnittsalter 37,36). Davon waren 44,3% alleinstehend, 46,7% verheiratet, 4,9% in einer Beziehung und 4,1% geschieden. Die meisten (88,7%) gaben an heterosexuell zu sein, 5,6% waren homosexuell und 5,6% bisexuell.

Zum Zeitpunkt der Untersuchung hatten 89,5% aller Teilnehmer einen stabilen Partner, mit dem sie durchschnittlich 13,52 Jahre zusammen waren. „Für uns war es sehr wichtig, dass die Teilnehmer eine emotionale Bindung als Paar hatten, die mindestens eine bestimmte Zeit lang stabil gewesen war“, sagt Gómez Zapiain.

Die Paare mit den größten Konflikten – ängstlich und vermeidend

Die Kombination der verschiedenen Arten von Zuneigung in einer Partnerschaft kann erklären, wie stark die Konflikte des Paares sind. „Beide Partner müssen sich gegenseitig unterstützen können, wenn sie sich niedergeschlagen fühlen und emotionalen Zuspruch brauchen. Aber genauso müssen sie sich auch in eine ‚Position der Abhängigkeit’ begeben können, wie wir es nennen. Mit anderen Worten, sie müssen ihre eigene Hilfsbedürftigkeit anerkennen und in Zeiten der Angst zum Ausdruck bringen können“, erklärt der Experte.

Ein psychisch gesunder Mensch kann flexibel von einer Position in die andere wechseln. Die Forscher nehmen an, dass Menschen, deren Emotionen ihre Sicherheit ausdrücken, dazu in der Lage sind, aber unsichere Menschen (ängstlich-ambivalenter oder vermeidender Typ) können das nicht.

„Es ist sehr interessant aus der Sicht eines Paares zu betrachten, wie verschiedene emotionale Stile in der Beziehung zueinander passen. Die explosivste Kombination tritt auf, wenn einer der Partner ängstlich ist und der andere vermeidend. Bei dieser Kombination wird ein Paar am ehesten Hilfe brauchen oder gar auseinander gehen“, sagt Gómez Zapiain.

Quellen:

SINC, 1. Juni 2011

Zapiain et al. Anales de Psicología, 2011

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Rubrik: Partnerschaft & Paartherapie
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