16. August 2010
Autismus ist eine schwere Entwicklungsstörung, die bei bis zu einem Prozent aller Kinder auftritt und unheilbar ist. Eine aktuelle Studie hat die Scheidungsraten bei Eltern dieser Kinder untersucht. Wir haben eine Presseerklärung der Universität zu der Studie übersetzt, die bald veröffentlicht werden soll und zeigt, wie enorm die Belastung durch die Erkrankung ist, unter der die Eltern mitleiden:
Eltern von erwachsenen Kindern mit Autismus lassen sich häufiger scheiden als Ehepaare mit Kindern, die sich normal entwickeln. Das ist das neuste Ergebnis einer großen Langzeitstudie über Familien mit jugendlichen und erwachsenen Kindern, die Autismus haben.
Die Studie von Wissenschaftlern des Waisman Centers der University of Wisconsin (UW)-Madison in den USA, die in der Augustausgabe des Journals of Family Psychology erscheinen wird, zeichnet ein neues Bild von den langfristigen Erfolgsaussichten für die Ehe von Eltern, die ein Kind mit Autismus großziehen.
4. August 2010
Tiefschürfende Gespräche auf dem Handy führen muss man theoretisch nicht, aber in Wirklichkeit ist der praktische Quälgeist aus unserer schnelllebigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Wie sich das auf die menschliche Kommunikation auswirken könnte, haben Forscher am Beispiel von Partnerschaftsproblemen durchgedacht. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie vom Juni übersetzt, deren Ergebnisse wohl auch auf andere moderne Kommunikationsmittel wie E-Mail oder Texten übertragbar sind:
Heute wird viel vor der Ablenkungsgefahr bei Leuten gewarnt, die Auto fahren und gleichzeitig auf dem Handy telefonieren. Aber telefonieren und dabei Auto fahren könnte auch eine Gefahr für Familienbeziehungen darstellen, sagt Professor Paul Rosenblatt von der University of Minnesota in den USA.
Die selben Faktoren, die das Telefonieren beim Autofahren zu einer Gefahr machen – verlangsamte Reaktionszeiten und verminderte Aufmerksamkeit – können auch die Kommunikation in der Familie riskanter machen, sagt Rosenblatt in einem Artikel in der neusten Ausgabe der Family Science Reviews. Der Artikel, den Rosenblatt und der Doktorand Xiaohui Li schrieben, ist eine spekulative theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema. Rosenblatt ist Professor für Familien- und Sozialwissenschaften am College of Education and Human Development der Universität.
21. Juni 2010
Wenn jemand im Straßenverkehr etwas „umfährt“, kann das zwei ganz verschiedene Bedeutungen haben, je nach Betonung. Viele Forscher meinen, wie wir etwas sagen, ist oft wichtiger als was wir sagen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass beim Flirten die Stimmlage entscheidend ist. Wir haben die Presseerklärung der Forscher zu ihrer Studie vom Mai übersetzt, die erklärt, warum manche Stimmen so sexy sind:
Flirten scheint vor allem etwas Visuelles zu sein – das Posieren, der kokettierende Blickkontakt – aber auch die Stimme spielt eine Rolle.
Wenn wir die Stimme senken, signalisieren wir jemandem damit vielleicht, dass wir ihn attraktiv finden, schreibt Susan Hughes, Assistant Professor für Psychologie am Albright College in Reading, PA in den USA, in einer Studie mit dem Titel „Stimmliche und physiologische Reaktionen auf die physische Attraktivität fragwürdiger Partner“, die in der Aprilausgabe des Journals of Nonverbal Behavior erschien.
20. Juni 2010
In unserem Podcast „Psychologie aktuell“ stellen wir Ihnen heute wieder einen Gastbeitrag unserer Partnerpraxis in den USA, dem Cognitive-Behavioral Therapy Center of Western North Carolina, vor. (den Originalbeitrag finden Sie hier ).
In dieser Folge führt Dr. John Ludgate ein Interview mit Dr. Frank Dattilio über Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bei Paaren und Familien. Dabei geht es unter anderem um folgende Fragen:
- Wie hat sich KVT für Paare und Familien in den letzten zwei Jahrzehnten entwickelt?
- Wie kann KVT in einen systemischen Ansatz integriert werden?
- Welche Strategien gibt es, um mit Paaren zu arbeiten, deren Partner unterschiedlich stark darum bemüht sind, die Beziehung fortzuführen?
- Wie können Verhaltens- und Kognitive Techniken gleichermaßen in KVT für Paare und Familien einfließen?
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18. Mai 2010
Forensische Genetiker wissen, dass etwa zehn Prozent aller Kinder von Männern großgezogen werden, die glauben, sie sein der Vater, aber sie sind es nicht. Dabei haben es Genetiker mit ihren Labortests noch relativ einfach. Doch wie kann ein Psychologe auf eine ehrliche Antwort von Versuchspersonen zum Thema Treue hoffen? In ihrem Artikel, der letzte Woche in der New York Times erschien, beschreibt Tara Parker-Pope Beispiele aus der Trickkiste der Beziehungsforscher. Wir haben den etwas längeren Artikel übersetzt, in dem es unter anderem um Unterschiede zwischen Männern und Frauen geht:
Warum betrügen manche Männer und Frauen ihre Partner, während andere der Versuchung widerstehen?
Um die Antwort zu finden, konzentriert sich die Forschung immer mehr auf eine wissenschaftliche Untersuchung der Treue. Forscher untersuchen die verschiedensten Aspekte, von biologischen Faktoren, die einen Einfluss auf die Stabilität von Ehen zu haben scheinen, bis zu den psychologischen Reaktionen von Menschen auf einen Flirt mit einem Fremden.
Die Ergebnisse zeigen, dass manche Menschen einer Versuchung von Natur aus besser widerstehen könnten als andere. Aber Männer und Frauen können auch lernen, ihre Beziehung zu schützen und ihr Gefühl von Loyalität zu ihrem Partner zu stärken.
5. Mai 2010
Angesichts der Scheidungsraten ist der Bedarf für effektive Methoden der Paartherapie kaum zu bezweifeln. Aber ab wann lohnt sich der Aufwand nicht mehr? Eine aktuelle Studie zeigt, es lohnt sich so lange, wie beide Partner es wirklich wollen. Wir haben die Pressemitteilung der Universität vom April übersetzt. Der etwas längere Artikel bietet einen guten Überblick und macht auf eine neue Entwicklung aufmerksam, die Online-Therapie für Paare:
Die bisher größte und umfangreichste klinische Untersuchung zur Wirksamkeit von Paartherapie hat gezeigt, dass sie sogar völlig verzweifelten Ehepaaren helfen kann, wenn beide Partner ihre Ehe verbessern wollen. Die Studie schloss die längste und umfangreichste Nachuntersuchung zur Langzeitwirkung von Paartherapie ein, die je gemacht wurde. „Ein Ehe kann Einer beenden. Aber funktionieren kann sie nur zu zweit“, sagt Andrew Christensen, ein Professor für Psychologie an der University of California at Los Angeles (UCLA) und erster Autor der Studie. Die Ergebnisse der Untersuchung erscheinen in der Aprilausgabe des Journals of Consulting and Clinical Psychology, das von der American Psychological Association herausgegeben wird.
2. Mai 2010
Von Alkoholproblemen loszukommen, fällt vielen Betroffenen nicht zuletzt auch wegen des sozialen Stigmas der Erkrankung schwer. Eine neue Studie hat die Wirksamkeit von Paartherapie für alkoholabhängige Frauen untersucht und zeigt, dass die Unterstützung durch den Partner zum Therapieerfolg beitragen kann. Wir haben eine Pressemitteilung der Universität von April übersetzt, der diesen neuen Ansatz der Suchttherapie beschreibt:
Barbara McCrady und Elizabeth Epstein untersuchten, ob kognitive Verhaltenstherapie für alkoholabhängige Frauen effektiver ist, wenn sie als Paartherapie oder als Einzeltherapie durchgeführt wird. Die Studie zeigte, dass beide Behandlungsmethoden gut wirksam waren. Aber der Therapieerfolg hielt bei Frauen nach einer Paartherapie etwas länger an als nach einer Einzeltherapie. Außerdem war Paartherapie effektiver bei alkoholabhängigen Frauen, die zusätzlich auch unter Depressionen litten. Die Ergebnisse der Untersuchung sind im Journal of Consulting and Clinical Psychology erschienen.
17. April 2010
Die Stimmung eines Menschen beeinflusst bekanntlich, wie er Dinge wahrnimmt. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass die Stimmung nicht nur das Wie, sondern sogar das Was unserer Wahrnehmung bestimmen kann. Wir haben eine Pressemitteilung der Universität von dieser Woche übersetzt, die das etwas gemeine Experiment der Forscher näher beschreibt:
Eifersucht kann tatsächlich „blind“ machen. Das zeigt eine neue Studie von zwei Psychologieprofessoren der University of Delaware in den USA. Sie stellten fest, wenn man Frauen eifersüchtig macht, lassen sie sich besonders leicht ablenken. In einem Wahrnehmungstest störten dann Bilder, die negative Emotionen auslösen, die Frauen so sehr, dass sie andere Bilder übersahen, auf die sie sich konzentrieren sollten.
23. März 2010
Seit wenigen Wochen bieten wir Ihnen in regelmäßigen Abständen den „Podcast Psychologie aktuell” an, den Sie entweder direkt hier im Blog anhören oder bequem u.a. über iTunes herunterladen können, um ihn so jederzeit, egal ob zu Hause oder unterwegs, zu verfolgen.
In unserem Podcast stellen wir Ihnen unter anderen die fünf interessantesten Studien zu jeweils einem Thema vor, auf die wir in den letzten 12 Monaten gestoßen sind und auch bereits auf unserem Blog veröffentlicht haben.
Unser Thema heute: Beziehung und Partnerschaft.
In den einzelnen Studien, die wir Ihnen heute zusammenfassen, wurden unter anderem folgende Fragestellungen untersucht:
Sprecherin unseres Podcasts ist Cathleen Henning.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Zuhören!
Weitere Links:
Zur Paartherapie in München
Zur Paartherapie in Düsseldorf
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13. März 2010
Manche Leute haben ihre Gefühle besser unter Kontrolle als andere. Eine aktuelle Studie zeigt, dass dabei eine ganz bestimmte Gehirnregion eine entscheidende Rolle spielt. Ich habe die Pressemitteilung der Universität von dieser Woche übersetzt, die auf mögliche diagnostische Anwendungen des Untersuchungsverfahrens hinweist:
Man sagt, in einer guten Beziehung sollten Paare nicht im Groll zu Bett gehen. Aber die neuste Studie einer Psychologin der Harvard University zeigt, dass man an der Gehirnaktivität – und zwar in der LPFC-Region (lateraler präfrontaler Kortex, ein Teil des Stirnhirns) – viel besser erkennen kann, wie sich jemand in den Tagen nach einem Streit mit seiner oder ihrer besseren Hälfte fühlen wird.