März 3rd, 2010 — 12:42pm
Ob es zwischen gewalttätigen Computer- und Videospielen und Aggressionen einen Zusammenhang gibt, der auch ursächlich ist, gilt seit Langem als umstritten. Eine aktuelle Studie zeigt nun, die Spiele können Kinder tatsächlich aggressiv machen, aber nicht sehr. Ich habe einen Presseartikel der Universität von vorgestern übersetzt, in dem die Wissenschaftler Eltern raten, solche Spiele bei sich zu Hause zu verbieten:
Craig Anderson, der Distinguished Professor für Psychologie an der Iowa State University in den USA ist, hat den größten Teil seiner Forschungskarriere den Auswirkungen gewalttätiger Videospiele auf das Verhalten von Jugendlichen gewidmet. Nun sagt er, dass seine neuste Studie, die Auswertung von 130 wissenschaftlichen Untersuchungen an insgesamt mehr als 130000 Kindern und Jugendlichen aus aller Welt, schlüssig beweist, dass gewalttätige Videospiele junge Menschen aggressiv machen und emotional abstumpfen lassen, und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht und Kulturkreis.
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Comment » | Kinder & Jugendliche, Mensch & Gruppe
Februar 21st, 2010 — 1:46pm
Der Zusammenhang zwischen Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist schon länger bekannt. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass eine „positive Persönlichkeit“ einen entgegengesetzten Effekt hat und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Ich habe eine Pressemitteilung des Herausgebers des Journals vom 18. Februar übersetzt, in der die Forscher praktische Tipps für den Alltag geben:
Menschen, die normalerweise glücklich, begeisterungsfähig und zufrieden sind, werden seltener herzkrank als Menschen, die eher nicht glücklich sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine bedeutende neue Studie, die am 17. Februar veröffentlicht wurde.
Nach Meinung der Autoren zeigt die Studie, die im European Heart Journal, dem führenden europäischen Fachjournal für Kardiologie, veröffentlicht wurde, zum ersten Mal einen Zusammenhang zwischen positiven Emotionen und koronarer Herzkrankheit, der unabhängig von anderen Risikofaktoren ist.
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Comment » | Burnout/Stress, Depression, Glücksforschung, Psychosomatik & Schmerzen
Februar 15th, 2010 — 11:02pm
Viele Frauen leiden nach der Geburt eines Kindes vorübergehend unter Depressionen. In diesem Übersichtsartikel beschreibt James Paulson, der Assistant Professor für Psychiatrie an der Eastern Virginia Medical School in den USA ist, ähnliche Depressionen bei Vätern. Dabei spielt die Beziehung der Eltern eine entscheidende Rolle und eine „depressive Ansteckungsgefahr“, die von Müttern mit postnatalen Depressionen ausgeht. Ich habe diesen längeren Artikel aus der Psychiatric Times vom 6. Februar übersetzt, der auch einen sehr lesenswerten Überblick über Depressionen allgemein und ihre Auswirkungen auf Familien bietet:
Etwa zehn bis 30 Prozent aller Frauen leiden während der Schwangerschaft unter erheblichen Depressionen: auch im ersten Jahr nach der Geburt treten Depressionen weiterhin stärker gehäuft auf. Obwohl ausgesprochen viele Forschungsergebnisse über die Risikofaktoren für und die negativen Auswirkungen von Depressionen bei Müttern vorliegen, wissen wir nur wenig über Depressionen bei Männern, die Vater werden oder Babys und Kleinkinder haben.
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Comment » | Depression, Kinder & Jugendliche, Partnerschaft
Februar 4th, 2010 — 8:05pm
Eine aktuelle Studie von amerikanischen Forschern zeigt, dass sich im Gehirn von Menschen mit einem hohen sozialen Status mehr „Glücksrezeptoren“ feststellen lassen. Wie oft bei Untersuchungen dieser Art, bleibt ungeklärt, ob diese Rezeptoren Menschen glücklicher machen oder aber das Gehirn mehr solche Moleküle bildet, um mit dem Glück des sozialen Zuspruchs fertig zu werden. Ich habe die Pressemitteilung des Herausgebers vom 3. Februar übersetzt:
Normalerweise denken wir bei den Vorteilen, die Menschen von ihrem sozialen Status haben, zuerst an Belohnungen von außerhalb. Nun zeigt eine neue wissenschaftliche Veröffentlichung in der Februarausgabe von Biological Psychiatry, einem Fachjournal von Elsevier, dass es auch innere Belohnungen gibt.
Dr. Martinez und ihre Mitarbeiter stellten einen Zusammenhang zwischen einem hohen sozialen Status, starkem sozialen Rückhalt und der Dichte von Dopamin-D2/D3-Rezeptoren im Striatum fest. Das Striatum ist eine Gehirnregion, die eine zentrale Rolle beim Empfinden von Belohnung und Motivation spielt. Der Neurotransmitter (Botenstoff) Dopamin und die Rezeptoren, an die er bindet, haben eine Schlüsselfunktion bei der Entstehung dieser Verhaltensreaktionen im Striatum.
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Comment » | Glücksforschung, Hirnforschung, Mensch & Gruppe, Sucht/Substanzmissbrauch
Januar 22nd, 2010 — 10:32pm
Eine aktuelle Studie untersucht die Wirkung von Psychotherapie als vorbeugende Maßnahme gegen Depression bei besonders gefährdeten Patienten. Die Forscher zeigen, dass eine relative kurze Gruppentherapie eine lang anhaltende Schutzwirkung haben kann. Ich habe einen Presseartikel von Reuters Health übersetzt, der diese ermutigenden Ergebnisse beschreibt:
(Reuters Health) Eine neue Studie untersuchte die Behandlung von Patienten, die sich von einer Phase mit schwerer Depression erholt haben, für die aber weiterhin ein hohes Risiko einer erneuten Erkrankung besteht. Die Ergebnisse zeigen, dass relativ wenige Gruppensitzungen kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bald nach der Genesung neue Depressionsphasen fünf Jahre oder länger verhindern können.
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Comment » | Depression, Verhaltenstherapie
Dezember 19th, 2009 — 5:18pm
Eine aktuelle Studie zeigt, dass ältere Menschen mit einer Neigung zu Depression, die sich allein gelassen fühlen, ein besonders hohes Risiko für Depression haben. Ich habe eine Pressemitteilung der Universität von vorgestern übersetzt, in der die Autoren darauf hinweisen, dass eine vorsorgliche Behandlung dieser Menschen auch kosteneffektiv wäre:
Forscher des University of Rochester Medical Center haben die wichtigsten Faktoren identifiziert, mit denen sich vorhersagen lässt, welche älteren Menschen am stärksten depressionsgefährdet sind. Die Forscher unter Leitung von Dr. Jeffrey M. Lyness, Professor für Psychiatry am Medical Center, veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Dezemberausgabe des American Journal of Psychiatry.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, eine vorsorgliche Behandlung von Menschen in der Hochrisiko-Gruppe sei ein vielversprechender Ansatz, um eine größtmögliche gesundheitsfördernde Wirkung mit dem geringsten Kostenaufwand zu erreichen.
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Comment » | Alter, Depression
Dezember 11th, 2009 — 4:31pm
Erst vor ein paar Wochen haben wir auf dem Blog über einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Belastung durch Blei und ADHS bei Kindern berichtet. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass Blei in der Umwelt auch mit Depression und Panikstörung bei Erwachsenen zusammenhängen kann. Ich habe eine gekürzte Fassung der Pressemitteilung des Journals übersetzt, in der die Autoren ein Überdenken der Richtwerte für Blei fordern:
Eine neue Studie hat gezeigt, dass ein erhöhter Bleispiegel im Blut, selbst wenn er allgemein als unbedenklich gilt, dass Risiko für Depression und Panikstörung erhöhen kann.
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Comment » | Angst- & Panikstörung, Depression
Dezember 6th, 2009 — 10:29am
Das Krankheitsbild von Angstsensitivität ist vielseitig, sehr subjektiv und daher schwer zu untersuchen. In einer aktuellen Studie haben amerikanische Wissenschaftler detaillierte Selbsteinschätzungen von Patienten ausgewertet und einen Zusammenhang zwischen Angstsensitivität und Depression gezeigt. In ihrer Pressemitteilung, die ich hier übersetzt habe, meinen die Forscher, die Ergebnisse eröffnen Möglichkeiten zu neuen Ansätzen für die Therapie:
Angstsensitivität oder eine Furcht vor Angstgefühlen könnte bei Menschen, die sich ohnehin schon überdurchschnittlich viele und starke Sorgen machen, das Risiko für die Entwicklung einer Depression erhöhen, meinen Forscher der Pennsylvania State University. Wenn wir verstehen, wieso eine unnormal starke Reaktion auf Angst einen Risikofaktor für Depression darstellt, könnte Angstsensitivität vielleicht zu einem künftigen Ziel für die Behandlung von Depression werden.
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Comment » | Angst- & Panikstörung, Depression, Kinder & Jugendliche
November 30th, 2009 — 11:25pm
Eine neue Studie hat nun den Nachweis für etwas erbracht, das Fachleute schon länger vermutet haben: Depressionen sind tatsächlich so schlecht wie Rauchen. Für Betroffene haben die Forscher aber auch eine gute Nachricht. Die erhöhte Sterblichkeit kann vermutlich gesenkt werden, wenn sich Ärzte und Patienten selbst gezielt auch um ihre körperliche Gesundheit kümmern. Ich habe die Pressemitteilung der Wissenschaftler übersetzt:
Eine Untersuchung von Forschern der Universität Bergen in Norwegen und des Institute of Psychiatry am King’s College London zeigt, dass Depression genauso ein Risikofaktor für erhöhte Sterblichkeit ist wie Rauchen.
Die Forscher werteten zum ersten mal eine Untersuchung an mehr als 60000 Menschen gemeinsam mit einer ebenso umfangreichen Datenbank zur Sterblichkeit aus und stellten fest, dass in den vier Jahren seit der Untersuchung das Sterblichkeitsrisiko bei Menschen mit Depression ähnlich stark erhöht war wie bei Rauchern.
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Comment » | Angst- & Panikstörung, Depression
November 28th, 2009 — 2:55pm
ADHS bei Kindern ist in den letzten Jahren immer mehr zum Thema für Eltern geworden und wird heute zunehmend auch medikamentös behandelt. Eine aktuelle Studie weist nun auf eine andere Möglichkeit hin: schwangere Frauen könnten weniger rauchen. Ich habe einen Presseartikel über die Studie vereinfacht und übersetzt:
Forscher in den USA haben einen Zusammenhang festgestellt zwischen der Einwirkung von Rauchen in der Schwangerschaft, Bleibelastung im Kindesalter und einem stark erhöhten Risiko für ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) bei Kindern. Während wir dazu neigen, uns auf die Behandlung von ADHS zu konzentrieren, könnte nach Meinung der Wissenschaftler die Beseitigung solcher Umwelteinflüsse die Entwicklung der Störung bei vielen hunderttausend Kindern von vornherein verhindern.
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Comment » | ADHS, Kinder & Jugendliche, Sucht/Substanzmissbrauch