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Wie störend sind Unterbrechungen für die Konzentration wirklich?

18. Februar 2013

Macht zu viel Smalltalk unglücklich sWir leben heute in einer Zeit, in der manchmal die Informationsflut, die uns überschwemmt, nicht mehr abreißen will. Wer hat nicht schon mal sein Handy oder seine E-Mail auf einen anderen Stern gewünscht? Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie schädlich Unterbrechungen für die Konzentration eines arbeitenden Menschen sind. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie von Anfang Januar übersetzt, in der Studienteilnehmer Tests machten, die ein besonders hohes Maß an Aufmerksamkeit erforderten:

Kurze Unterbrechungen – wie die paar Sekunden, die man braucht, um das Klingeln eines Smartphones zum Schweigen zu bringen – haben einen überraschend großen Einfluss darauf, wie viele Fehler ein Mensch bei seiner Arbeit macht. Das zeigt eine neue Studie amerikanischer Forscher unter Leitung der Michigan State University (MSU).

Für die Studie hatten 300 Testpersonen auf einem Computer Aufgaben in einer bestimmten Reihenfolge zu erledigen. Die Ergebnisse zeigten, dass Unterbrechungen von etwa drei Sekunden die Fehlerquote verdoppelten.

In der heutigen Gesellschaft sind kurze Unterbrechungen allgegenwärtig, von der SMS bis zu dem Kollegen, der kurz den Kopf durch die Tür steckt und uns mitten in einer wichtigen Besprechung unterbricht. Aber die Fehler, zu denen das führt, können in Berufen wie Flugzeugingenieur oder Unfallarzt katastrophale Folgen haben, sagt Erik Altmann, der erste Autor der Studie.

„Das bedeutet, dass bis zu einem gewissen Grade unsere Gesundheit und Sicherheit davon abhängen, ob die Leute, die dafür zuständig sind, unterbrochen wurden“, sagt Altmann, Lehrbeauftragter für Psychologie an der MSU.

Die Studie, die vom Office of Naval Research der US-Marine finanziert wurde, ist eine der ersten, die kurze Unterbrechungen bei relativ schwierigen Aufgaben untersucht haben. Die Ergebnisse erscheinen im Journal of Experimental Psychology: General.

Die Studienteilnehmer sollten eine Reihe von Aufgaben in einer bestimmten Reihenfolge erledigen, z.B. auf einer Tastatur eingeben, ob ein Buchstabe eher am Anfang oder am Ende des Alphabets steht. Sogar ohne jede Unterbrechung unterliefen den Testpersonen ein paar Fehler bei der Reihenfolge.

Manchmal wurden die Teilnehmer unterbrochen, damit sie zwei Buchstaben eintippen sollten (was 2, 8 Sekunden dauerte) bevor sie mit ihrer Aufgabe weitermachen konnten. Jedes Mal wenn das passierte, machten sie doppelt so viele Fehler bei der Reihenfolge.

Altmann sagt, er war überrascht, dass solch kurze Unterbrechungen einen so großen Einfluss hatten. Die Unterbrechungen dauerten nicht länger als jeder einzelne Teilschritt der ganzen Aufgabe, betont er, der Zeitfaktor dürfte also nicht der Grund für die Fehler gewesen sein.

„Warum nahm die Fehlerquote also zu?“, sagt Altmann. „Die Antwort ist, dass die Teilnehmer ihre Aufmerksamkeit von einer Aufgabe auf eine andere richten mussten. Sogar sehr kurze Unterbrechungen können furchtbar störend bei einer Tätigkeit sein, bei der man viel denken muss.“

Eine mögliche Lösung, besonders wenn Fehler einen hohen Preis hätten, ist eine Umgebung zu schaffen, die jemanden gegen Unterbrechungen abschirmt. „Also wenn es wirklich darauf ankommt: zumindest vorher alle Handys ausschalten“, sagt Altmann.

Quellen:

MSU Today, 7. Jan 2013

Altmann et al. Journal of Experimental Psychology: General, Jan 2013

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Rubrik: Leistungsfähigkeit
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1 Kommentieren

  1. natuerlich fit
    März 11th, 2013

    Naja ich denke eher das es schädlich ist den ganzen tag informationen ohne ende aufzunehmen. einfach mal handy fernseher und rechner wegschmeißen und ein paar tage wandern gehen, das wäre mal gut für das gehirn.

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