Tag: Erziehung


Treten postnatale bzw. postpartale Depressionen auch bei Vätern auf?

Februar 15th, 2010 — 11:02pm

depression in expectant and new fathers sViele Frauen leiden nach der Geburt eines Kindes vorübergehend unter Depressionen. In diesem Übersichtsartikel beschreibt James Paulson, der Assistant Professor für Psychiatrie an der Eastern Virginia Medical School in den USA ist, ähnliche Depressionen bei Vätern. Dabei spielt die Beziehung der Eltern eine entscheidende Rolle und eine „depressive Ansteckungsgefahr“, die von Müttern mit postnatalen Depressionen ausgeht. Ich habe diesen längeren Artikel aus der Psychiatric Times vom 6. Februar übersetzt, der auch einen sehr lesenswerten Überblick über Depressionen allgemein und ihre Auswirkungen auf Familien bietet:

Etwa zehn bis 30 Prozent aller Frauen leiden während der Schwangerschaft unter erheblichen Depressionen: auch im ersten Jahr nach der Geburt treten Depressionen weiterhin stärker gehäuft auf. Obwohl ausgesprochen viele Forschungsergebnisse über die Risikofaktoren für und die negativen Auswirkungen von Depressionen bei Müttern vorliegen, wissen wir nur wenig über Depressionen bei Männern, die Vater werden oder Babys und Kleinkinder haben.

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Bietet hohe Stress-Empfindlichkeit von Kindern auch Vorteile?

Februar 10th, 2010 — 10:02pm

Bietet hohe Stress-Empfindlichkeit von Kindern auch Vorteile sHochsensible Kinder leiden besonders stark unter einer unglücklichen Kindheit. Eine neue Studie zeigt nun, dass solche Kinder aber bei guter Fürsorge auch besonders gut gedeihen. Ich habe einen Presseartikel der EurekAlert vom 5. Februar übersetzt, der die umfangreiche Untersuchung kurz zusammenfasst:

Kinder, die besonders empfindlich auf Stress reagieren, sind auch anfälliger für die Auswirkungen schwieriger Familienverhältnisse, und sie haben mehr Verhaltens- und Gesundheitsprobleme als gleichaltrige Kinder. Aber eine neue Langzeitstudie zeigt, dass sich hoch empfindsame Kinder auch besonders gut entwickeln, wenn sie in einer Umwelt auswachsen, die sie fördert.

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Was bringt uns weiter: Wettbewerb oder Mitgefühl?

Dezember 30th, 2009 — 2:00pm

compassion s sMehrere neue Studien amerikanischer Psychologen zeigen, dass der Mensch von Mitgefühl und selbstlosen Verhaltensweisen auch Vorteile für sich hat, zum Beispiel bei der Fürsorge für seine Kinder. Ich habe einen Presseartikel der Universität vom 8.12. übersetzt, der ein ganzes Forschungsprogramm beschreibt und etwas länger ist. Er kommt zu dem Schluss, dass Mitgefühl angeboren und der stärkste Instinkt des Menschen ist:

Forscher an der University of California in Berkeley stellen den lange vorherrschenden Glauben infrage, dass der Mensch darauf programmiert ist egoistisch zu sein. In Untersuchungen auf ganz verschiedenen Gebieten tragen Sozialwissenschaftler immer mehr Daten zusammen, die zeigen, dass sich der Mensch in seinem Drang zu überleben und gedeihen zu einer Spezies entwickelt, die immer mitfühlender wird und besser füreinander arbeitet.

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Wo fängt Hänseln und Mobbing in der Schule an?

Dezember 7th, 2009 — 4:09pm

bullying c sEine neue Untersuchung hat festgestellt, dass Hänselei in der Schule und Mobbing unter Geschwistern zu Hause große Ähnlichkeiten haben, auch wenn es dafür bei Jungen und Mädchen recht unterschiedliche Gründe geben kann. In einer Pressemitteilung des Journals, die ich übersetzt habe, meinen die Forscher, dass man Hänselei in der Schule oft schon zu Hause einen Riegel vorschieben könnte:

Kinder, die andere in der Schule hänseln, tyrannisieren wahrscheinlich auch ihre Geschwister zu Hause. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die jetzt im British Journal of Developmental Psychology veröffentlicht wurde.

Dr. Ersilia Menesini und ihre Kollegen an der Universita’ degli Studi di Firenze in Italien untersuchen in ihrer Studie, ob man anhand des Alters und Geschlechts der Geschwister eines Kindes vorhersagen kann, ob es eher zu einem Täter oder zu einem Opfer von Mobbing wird. Außerdem wollten sie wissen, ob es einen Zusammenhang zwischen Mobbing unter Geschwistern und in der Schule gibt.

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Werden Aggressionen von Kindern durch die Kritik der Eltern gefördert?

November 29th, 2009 — 11:24pm

Werden Aggressionen von Kindern durch die Kritik der Eltern gefördert sForscher haben gezeigt, dass sich übertriebene Strenge von Eltern bei manchen Kindern besonders nachteilig auswirken kann, zum Beispiel, wenn sie von Natur aus eher in sich gekehrt sind. Ich habe eine Pressemitteilung zu der Studie übersetzt:

In einer aktuellen Studie, die jetzt im The Journal of Child Psychology and Psychiatry veröffentlicht wurde, zeigen Forscher, dass ein überreagierender Erziehungsstil von Eltern, wie zum Beispiel heftige Kritik oder Anbrüllen als Reaktion auf das ungewollte Verhalten eines Kindes, zu noch mehr Aggression oder einem verstärkten Verletzen von Regeln führen kann.

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Machen Kinder glücklich?

Oktober 29th, 2009 — 3:10pm

make children happy c sVor Kurzem erschien eine interessante wissenschaftliche Studie darüber, ob Kinder Eltern glücklich machen. Die wichtigsten Ergebnisse fasse ich hier zusammen:

Wenn Ehepaare Kinder haben, sind sie mit ihrem Leben zufriedener, und je mehr Kinder, desto glücklicher sind sie. Aber bei unverheirateten Menschen haben Kinder kaum oder gar keinen positiven Einfluss auf das Glücksempfinden. Das geht aus einer Studie von Dr. Luis Angeles an der University of Glasgow hervor, die gerade online im Journal of Happiness Studies veröffentlicht wurde.

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Welche Auswirkungen hat ADHS auf die Lebensqualität?

Januar 30th, 2009 — 12:11pm

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie ist zu dieser Frage ein Artikel erschienen, der den Forschungsstand zusammenfasst und eine eigene Studie zu dem Thema vorstellt.  Ina Schreyer und Petra Hampel von der Universität Bremen stellen zusammenfassend folgendes fest:

- Die Lebensqualität von Jungen mit ADHS (in der vorliegenden Studie wurden nur Jungen untersucht) ist gegenüber Jungen ohne ADHS vermindert, sowohl hinsichtlich Familie, Freunden als auch der Schule.

- Auch die Lebensqualität der Mütter wird durch die Erkrankung eines Kindes mit ADHS beeinträchtigt. Dies ist auf den ersten Blick nicht wirklich überraschend. Bemerkenswert ist jedoch schon, dass die Einschränkungen offensichtlich höher sind als bei Müttern von chronisch kranken Kindern. Dies weist darauf hin, dass die Eltern von ADHS-kranken Kindern in außerordentlich hohem Maße durch die Krankheit belastet werden.

- Die Studie zeigte außerdem, dass sich das Erziehungsverhalten von Müttern von Jungen mit ADHS signifikant von dem Erziehungsverhalten von Müttern von gesunden Kindern unterschied.  Im Einklang mit vorangegangenen Studien zu diesem Thema stellen die Autorinnen fest, dass das Erziehungsverhalten der untersuchten Müttern von ADHS-Kindern stärker kontrollierend und negativ war,  zudem weniger positiv verstärkend und außerdem durch ein geringeres Interesse am Kind charakterisiert als bei Müttern mit gesunden Kindern.

Aus vorangegangenen Studien weiß man, dass negatives Erziehungsverhalten an der Aufrechterhaltung von ADHS beteiligt sein kann oder wie es die Autorinnen formulieren: “Das Chronifizierungsrisiko steigt [an], je höher die Rate negativer Eltern-Kind Interaktionen ist.”

Für die Behandlung von ADHS-kranken Kindern bedeutet das, dass die Eltern aktiv miteinbezogen werden sollten. Zum einen, um sie selbst darin zu unterstützen, ihre eigene Lebensqualität wieder zu steigern und zum anderen um ihnen zu helfen ihre Interaktionen mit ihrem Kind zu verbessern und somit einen Risikofaktor für die Aufrechterhaltung von ADHS zu verringern.

Quelle:

Schreyer & Hampel. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 37 (1), 2009, 69-75

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Wovon hängt es ab, dass Kinder gut schlafen?

Januar 3rd, 2009 — 11:47am

In einer aktuellen (vorab online veröffentlichten) Studie des Journal of Sleep Research (01/09) berichtet eine Forschergruppe aus Israel und USA von den Ergebnissen einer umfangreichen Untersuchung zu Schlafverhalten und -gewohnheiten von Kindern in den ersten drei Lebensjahren in USA und Kanada. Über einen internetbasierten Fragebogen wurden die Angaben von über 5.000 Eltern zu ihrem Verhalten sowie dem Schlafverhalten ihrer Kinder erfasst. Hintergrund der Studie ist, dass kaum ein Thema Eltern so beeinträchtigt und belastet wie das Auftreten von Schlafstörungen bei ihren Kindern. Tatsächlich wird geschätzt, dass zwischen 20% und 30% aller Kinder unter drei Jahren unter Schlafstörungen leiden wie z.B.  Schwierigkeiten mit dem Einschlafen und/oder häufiges nächtliches Aufwachen.

Einige Ergebnisse der Studie überraschen kaum, wie zum Beispiel, dass die Schlafdauer der Kinder mit zunehmenden Alter abnimmt. Andere Ergebnisse sind jedoch durchaus bemerkenswert, so zum Beispiel die enorme Schwankungsbreite der täglichen Schlafdauer: Die “unteren” 5% der Kinder unter einem Jahr schliefen zwischen 9 und 10 Stunden pro Tag; die “oberen” 5% schliefen knapp 16 Stunden täglich.

Ebenfalls wenig überraschend, aber dennoch nicht weniger wichtig, ist der Befund, dass die nächtlichen Schlafstörungen der Kinder eng mit dem Verhalten der Eltern zusammen hängen.  Je mehr Gewicht die Eltern darauf legten, dass ihr Kind selbständig und in ihrem eigenen Zimmer einschlief, desto unproblematischer schlief es auch ein. Je aktiver die Eltern auf nächtliches Aufwachen ihres Kindes reagierten (aus der Krippe nehmen, schaukeln, trösten) desto häufiger traten die nächtlichen Schlafstörungen auf. Verhaltenstherapeutisch lässt sich dieser Zusammenhang leicht erklären: In den Arm nehmen, Schnuller geben etc.  wird dem Kind als “Belohnung” für sein nächtliches Aufwachen wahrgenommen und verstärkt daher dieses Verhalten. Tatsächlich haben eine Vielzahl von Studien den eindeutigen Zusammenhang zwischen Veränderungen im Elternverhalten und dem Schlafverhalten ihrer Kinder nachgewiesen.

Was heißt dies für die Arbeit in unserer Praxis? Schlafstörungen bei Kindern sind ein gutes Beispiel dafür, dass es bei der “Kindertherapie” eben oftmals darum geht, auch mit den Eltern über ihr Verhalten zu sprechen als ausschließlich über das Verhalten ihres Kindes.

Quelle:

Sadeh et al. Journal of Sleep Research 2009

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Ist die Aufklärung über das Christkind für Kinder belastend?

Dezember 7th, 2008 — 10:33am

Was passiert, wenn Kinder darüber aufgeklärt werden, dass die Geschenke nicht vom  Christkind bzw. dem Weihnachtsmann gebracht werden? Fühlen sie sich von ihren Eltern angelogen und betrogen? Forscher der University of Ottawa (Kanada) haben hierzu eine neue Analyse von Daten zweier Studien aus den Jahren 1896 (!)  und 1979 vorgelegt. In  beiden Studien wurden jeweils 1.500 Kinder zwischen 7 und 13 Jahren befragt. Interessanterweise sagten zwar eine Reihe von Kindern (22% in 1896 und 39% in 1979) aus, dass sie über die Erkenntnis “enttäuscht” seien, aber nur 2% bzw. 6% fühlten sich von ihren Eltern betrogen. Ganz im Gegenteil: Wenn die Kinder die Wahrheit erfahren, nehmen sie dies als Teil des “nicht mehr klein sein” an, akzeptieren die Spielregeln der Eltern und lassen z.B. jüngere Geschwister weiterhin in dem Glauben, es gebe den Weihnachtsmann.

Grundsätzlich ist der Prozess der Aufklärung wohl meist ähnlich: Die Kinder mutmaßen,  dass der Mythos nicht wahr ist (z.B. durch die Entdeckung, dass der Weihnachtsmann nicht überall zur gleichen Zeit sein kann) und die Eltern bestätigen es. Damit diese rationalen Gedanken aber überhaupt die Kraft haben, sich gegen das magische Denken der Kinder durchzusetzen, müssen die Kinder ein gewisses Alter erreicht haben. In einer Studie von 1980 glaubten 50% der 7-jährigen in Kanada noch an den Weihnachtsmann. Die Forscher Larivée and Sénéchal wollen sich nun einer weitergehenden Frage widmen: Warum verlieren alle Kinder irgendwann den Glauben an den Weihnachtsmann, aber viele behalten weiterhin den Glauben an Gott?

Näheres zu dieser Studie

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