31. Januar 2012
Viele sehen in Schulfächern wie Sport und Mathematik einen Gegensatz von Körper und Geist. Dabei braucht man zum Erfolg in beiden Fächern durchaus ähnliche Fähigkeiten wie Ausdauer, Leistungswille und Konzentration. Eine neue Studie hat das Verhältnis von Sport und akademischen Fächern systematisch untersucht. Wir haben die Presseerklärung des Herausgebers der Studie von Anfang Januar übersetzt, die dem Körper-Geist-Gegensatz widerspricht:
Eine systematische Auswertung publizierter Studien zeigt, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen der körperlichen Aktivität und der akademischen Leistung von Kindern geben könnte. Die Übersichtsarbeit wurde in der Januarausgabe der Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine, einem Journal aus der JAMA/Archives-Reihe, veröffentlicht. Dr. Amika Singh vom EMGO Institute und ihre Kollegen von der Vrije Universiteit in Amsterdam analysierten die Daten über das Verhältnis von körperlicher Aktivität und akademischer Leistung, weil manche Fachleute Bedenken haben, dass der Druck bessere Noten zu erzielen häufig mehr Unterrichtszeit für akademische Fächer bedeutet und entsprechend weniger Zeit für Sport.
Für ihre Analyse untersuchten die Autoren zehn Beobachtungs- und vier Interventionsstudien. Zwölf dieser Studien waren in den USA durchgeführt worden, eine in Kanada und eine in Südafrika. An den Studien hatten zwischen 53 und 12 000 Schüler im Alter von 6 bis 18 Jahren teilgenommen. Die Nachbeobachtungszeit dauerte acht Wochen bis mehr als fünf Jahre.
30. November 2011
Etliche Studien haben übereinstimmend gezeigt, dass verschiedene Formen der Meditation sehr effektiv sein können, um Stress abzubauen. Allerdings erfordert Meditation mehr Zeit und Disziplin als viele Menschen aufbringen können. Eine neue Studie hat untersucht, ob Meditation zum Stressabbau bei Oberschülern im normalen Schulalltag machbar ist. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie vom November übersetzt, die demnächst erscheinen soll:
Eine Umfrage der University of California, Los Angeles (UCLA) hat vor Kurzem gezeigt, dass Stress unter Collegestudenten ein Rekordniveau erreicht hat. Aber könnte eine einfache Meditationstechnik eine praktikable Lösung sein, um Stress zu reduzieren?
Eine neue Studie, die im Journal of Instructional Psychology erscheint, zeigt, dass die Technik der Transzendentalen Meditation (TM) psychischen Stress bei Schülern an öffentlichen Schulen deutlich vermindert. Die Studie an Oberschülern, die ethnischen Minderheiten angehörten und ein erhöhtes Risiko hatten, zeigte eine Verminderung der psychischen Belastung um insgesamt 36 Prozent. Depressionssymptome und die Neigung zu Ängsten waren ebenfalls deutlich reduziert.
17. Oktober 2011
Kleine Kinder können einerseits furchtbar süß sein, andererseits aber auch sehr anstrengend. Eine aktuelle Studie hat untersucht, was passiert, wenn die normale Stressantwort von Müttern aus dem Gleichgewicht gerät. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie von Anfang Oktober übersetzt, in der Forscher die Herzfrequenzen gestresster Mütter maßen:
Auch unter idealen Umständen kann es eine starke Belastung sein ein Kleinkind großzuziehen. Aber für Eltern, die auf Dauer unter Stress stehen, ist es oft eine besondere Herausforderung die Geduld, Sensibilität und Energie aufzubringen, die nötig sind, um sich gut um ein Kind zu kümmern.
Nun hilft eine Untersuchung von Forschern der University of Rochester in den USA zu erklären, warum chronischer Stress und Kindeserziehung so ein explosives Gemisch sind. Die Studie zeigt, dass anhaltende Belastungen wie Armut oder Depressionen die natürliche Stressantwort des Körpers stören, sodass Mütter bei der Erziehung zu einer Vielzahl von problematischen Verhaltensweisen neigen können, darunter Vernachlässigung, Ablehnung und mangelnde Sensibilität.
8. Oktober 2011
Kindern gesundes Essen schmackhaft machen ist in jedem Alter nicht ganz einfach, auch bei Teenagern. Eine aktuelle Studie hat regelmäßige Familienmahlzeiten als eine Möglichkeit untersucht junge Leute zu einer vernünftigen Ernährung anzuhalten. Wir haben einen Presseartikel zu der Studie übersetzt, die das Essverhalten von Teenagern auf frühe Warnzeichen für Essstörungen untersuchte:
Wenn Kinder ins Teenageralter kommen, kann es immer schwieriger werden sie regelmäßig bei Familienmahlzeiten mit einzubeziehen. Aber sie sind besonders wichtig, um gegen Probleme wie Essstörungen, Übergewicht und mangelhafte Ernährung im Jugendalter vorzubeugen, sagt Barbara Fiese, eine Professorin für Entwicklung des Menschen und Familienstudien an der University of Illinois, wo sie das Family Resiliency Center leitet.
„Die meisten Leute glauben, dass Teens nicht sehr viel Zeit mit ihren Eltern verbringen möchten, und dass Teens einfach viel zu beschäftigt für regelmäßige Mahlzeiten mit der Familie sind“, sagt sie. „Vielleicht bekommen Eltern ihre Familie nicht mehr sieben Tage die Woche an einem Tisch zusammen. Aber wenn sie drei Familienmahlzeiten pro Woche einplanen können, leisten sie damit einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheit ihrer Teens.“
Sie rät Familien, dass alle ihre Kalender hervorholen und nachschauen, an welchen Abenden sie fest zusagen können. Dann müssen sich alle an diesen Plan halten und Familienmahlzeiten an diesen Abenden zur Priorität machen.
20. Juli 2011
Die Zeiten, wo Kindergärten als Kinderaufbewahranstalten galten, sind lange vorbei. Doch das Angebot ist vielfältig und kann Eltern verunsichern. Eine aktuelle Studie aus den USA hat untersucht, wie sich verschiedene Formen der Kindesbetreuung auf die geistige Entwicklung kleiner Kinder auswirken. Wir haben einen Presseartikel über die Studie vom Juni übersetzt, die zeigt, dass es erhebliche Unterschiede gibt:
Die Betreuung in einer anerkannten Kindertagesstätte ist besser für die geistige Entwicklung von Kindern als eine informelle Betreuung durch Großeltern, Geschwister oder Freunde der Familie. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in der Juliausgabe des Journals of Labor Economics. Die Forscher untersuchten Kinder alleinerziehender Mütter, die unterschiedliche Formen der Betreuung für ihre Kinder gewählt hatten.
Nach der Studie schneiden Kinder, die an einem formellen Vorschulprogramm teilnehmen oder in eine staatlich anerkannte Kindertagesstätte gehen, in Standardtests praktisch genauso gut ab wie Kinder, die zu Hause bei ihren Müttern bleiben. Dagegen verschlechtert sich das Testergebnis um 2,6 Prozent für jedes Jahr, das ein Kind informell betreut wird und nicht zu Hause von seiner Mutter.
9. Juli 2011
Die ersten Schritte und das erste Wort sind für Eltern vielleicht genauso bedeutend wie für das Kind selbst. Da ist es nur natürlich, dass sich manche Eltern Sogen machen, wenn ihr Kind erst später sprechen lernt. Eine aktuelle Studie hat untersucht, ob und wann solche Sorgen tatsächlich begründet sind. Wir haben einen Presseartikel über die Studie von Anfang Juli übersetzt, die sprachliche Spätentwickler bis fast ins Erwachsenenalter beobachtete:
Kleine Kinder mit einer verzögerten Sprachentwicklung haben im Allgemeinen kein höheres Risiko für emotionale und Verhaltensprobleme in der späteren Kindheit oder Jugend als Gleichaltrige, die normal sprechen lernen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Forschern des Telethon Institute for Child Health Research der University of Western Australia in Perth, die in dem Journal Pediatrics veröffentlicht wurde.
Dies ist die erste Studie, schreiben die Autoren, die Kinder mit einer verzögerten Sprachentwicklung vom Alter von zwei Jahren bis ins späte Teenageralter beobachtet hat. Die Untersuchung ist Teil der Raine-Studie (eine Langzeitstudie über die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Australien, die 1989 begann).
1. Mai 2011
Eine Therapie über das Internet bietet eine Reihe von praktischen Vorteilen wie zum Beispiel geringere Kosten, aber das individuelle Feedback kann schwierig sein. Eine aktuelle Studie hat ein Online-Programm für Schlafstörungen bei Kindern getestet und zeigt, dass flexible Verhaltensempfehlungen für Eltern auch online möglich sind. Wir haben die Presseerklärung des Herausgebers der Studie von Ende März übersetzt. Eltern können das Programm (auf Englisch) bereits gratis nutzen:
Eine Studie in der Aprilausgabe des Journals SLEEP zeigt, dass ein Online-Programm effektive Hilfe für Schlafstörungen bei Kleinkindern bietet, wovon indirekt auch der Schlaf, die Stimmung und das Selbstvertrauen der Mütter profitieren. Die Ergebnisse zeigen, dass das Internet Eltern von kleinen Kindern mit Schlafproblemen einen uneingeschränkten Zugang zu individuell angepassten Verhaltensratschlägen ermöglichen kann.
Die Daten zeigen, dass kleine Kinder von Eltern, die an dem Online-Programm teilnahmen, deutlich besser schliefen. Die Kinder wachten nachts nur noch höchstens halb so oft auf, sie blieben höchstens halb so lange wach, und die längste durchgehende Schlafphase war mindestens zwei Stunden länger. Außerdem schliefen die Kinder schneller ein und bekamen nachts insgesamt mehr Schlaf. Die Mütter in der Behandlungsgruppe schliefen ebenfalls besser und fühlten sich weniger angespannt, depressiv, übermüdet und unkonzentriert. Dagegen waren der Schlaf und die Stimmung der Mütter in der Kontrollgruppe kaum verbessert.
27. April 2011
Eine neue Studie englischer Forscher hat die Zufriedenheit von Kindern in der Familie untersucht und zeigt, dass Kinder in einer „heilen“ Familie am glücklichsten sind. Was Kinder aus ihrer Sicht darunter verstehen, ist aber zum Teil schon etwas überraschend. Wir haben die Presseerklärung der Forscher von Anfang April übersetzt, die die Rolle der Mutter betont:
Wie zufrieden Kinder und Jugendliche mit ihrer Familiensituation sind, hängt eindeutig mit der Qualität der Beziehung zu ihren Eltern zusammen und insbesondere mit der Zufriedenheit ihrer Mutter. Das zeigen die ersten Ergebnisse von Understanding Society (Die Gesellschaft verstehen), der weltweit größten Untersuchung über Familienhaushalte, die unter Leitung von Forschern des Institute for Social and Economic Research (ISER) an der University of Essex in Großbritannien durchgeführt wird.
Als Teil der Studie, die 40 000 britische Haushalte über einen Zeitraum von mehreren Jahren beobachten soll, haben die Forscher Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren befragt, wie zufrieden sie mit ihrem Leben sind. Die Ergebnisse zeigen, dass für ein Kind die Zufriedenheit der Mutter in ihrer Partnerschaft wichtiger ist als die des Vaters. Die Ergebnisse beruhen auf den Daten von zunächst 6 441 Frauen, 5 384 Männern und 1 268 Kindern und Jugendlichen.
15. November 2010
Ein Grundschulkind in Deutschland sieht pro Tag durchschnittlich 90 Minuten fern ‒ sehr zum Ärger mancher Eltern, obwohl sie es selbst im Schnitt auf 210 Minuten pro Tag bringen. Eine aktuelle Studie hat den Einfluss von Fernsehen und körperlicher Aktivität auf das Wohlbefinden von Kindern untersucht und zeigt, dass der Zusammenhang komplexer ist, als man vielleicht denkt. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie vom Oktober übersetzt, die vor zu viel Fernsehen bei Kindern warnt:
Kinder, die täglich mehr als zwei Stunden vor dem Computerbildschirm oder dem Fernseher verbringen, haben häufiger seelische Probleme, egal wie körperlich aktiv sind. Für das PEACH-Projekt, eine Studie an mehr als tausend Kindern im Alter von zehn bis elf Jahren, maßen Forscher die Zeit, die Kinder vor dem Bildschirm verbrachten, und untersuchten ihr seelisches Wohlbefinden. Außerdem zeichneten die Forscher mit einem Bewegungssensor auf, wie lange die Kinder saßen oder körperlich mäßig aktiv waren. Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder, die in ihrer Freizeit länger als zwei Stunden pro Tag fernsahen oder den Computer nutzten, höhere Messwerte für seelische Schwierigkeiten hatten. Dieser Effekt war unabhängig davon, wie lange sie körperlich aktiv waren.
13. November 2010
Die lang anhaltende Debatte, ob es Geschlechterunterschiede bei bestimmten Aspekten der Intelligenz gibt, zeigt bereits, dass sie sehr gering sein müssen, wenn sie überhaupt existieren. Eine aktuelle Studie veranschaulicht das anhand der bisherigen Forschung zur mathematischen Begabung der Geschlechter und diskutiert mögliche Gründe für die Zählebigkeit von Vorurteilen. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie vom Oktober übersetzt, die Eltern und Lehrer zum Umdenken aufruft:
Jungen und Mädchen haben, genauso wie Männer und Frauen, im Wesentlichen die gleichen mathematischen Fähigkeiten. Das geht aus einer neuen Untersuchung früherer Studien hervor, die in der aktuellen Onlineausgabe des Psychological Bulletins erscheint.
Ein Teil der neuen Studie war die systematische Analyse von 242 Artikeln, in denen die mathematischen Fähigkeiten von insgesamt 1 286 350 Menschen untersucht worden waren, sagt die Hauptautorin Janet Hyde, Professorin für Psychologie und Frauenstudien an der University of Wisconsin-Madison in den USA.