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Wie viel Freizeit braucht der Mensch?

29. Oktober 2011

Lassen sich Ängste und Depressionen durch körperliche Bewegung therapierenDer Mensch braucht Zeit für sich selbst, um sich von Stress zu erholen und seine Ressourcen zu regenerieren. Doch wie viel Freizeit braucht man eigentlich? Eine aktuelle Studie untersuchte die Bedeutung der Freizeit für das Wohlbefinden von Menschen. Wir haben einen Presseartikel über die Studie von Mitte Oktober übersetzt, die unzufriedene junge Leute untersuchte:

Was ist besser für einen Menschen: nicht genug oder zu viel Freizeit haben? Um glücklich zu sein, irgendetwas in der Mitte, sagen Chris Manolis und James Roberts von der Xavier University in Cincinnati und der Baylor University in Waco in den USA. Ihre Untersuchung zeigt, dass materialistische junge Leute mit einem zwanghaften Konsumverhalten gerade die richtige Menge Freizeit brauchen, um sich glücklicher zu fühlen. Die Studie wurde online in dem Springer-Journal Applied Research in Quality of Life veröffentlicht.

Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der die Zeit immer knapp ist. Wenn Menschen meinen, dass sie zu wenig Zeit haben oder unter Zeitdruck stehen, sind sie weniger zufrieden. Gleichzeitig beeinflusst aber auch unsere Konsumkultur, die von Materialismus und einem zwanghaften Konsumverhalten gekennzeichnet ist, die Zufriedenheit von Menschen: der Wunsch materielle Dinge zu besitzen lässt die Lebenszufriedenheit sinken.

Da die Zeit im heutigen Leben eine so wichtige Rolle spielt, haben Manolis und Roberts zum ersten Mal untersucht, welche Auswirkungen die Freizeit auf die Folgen materialistischer Werte und zwanghaften Kaufverhaltens für das Wohlbefinden junger Menschen hat.

An der Studie nahmen insgesamt 1 329 junge Leute teil, die auf eine öffentliche Highschool in einem großen städtischen Wohngebiet im mittleren Westen der USA gingen. Die Forscher quantifizierten, wie viel Freizeit die jungen Leute zu haben glaubten, wie materialistisch ihre Werte waren, wie sehr sie zu einem zwanghaften Konsumverhalten neigten und ihr subjektives Wohlbefinden beziehungsweise ihre Zufriedenheit.

Die Ergebnisse von Manolis und Roberts bestätigen, dass sowohl Materialismus als auch zwanghaftes Konsumverhalten negative Auswirkungen auf die Zufriedenheit von Teenagern haben. Je materialistischer sie sind und je zwanghafter ihr Konsumverhalten ist, desto unzufriedener sind sie.

Die negativen Folgen sowohl der materialistischen Einstellung als auch des zwanghaften Konsumverhaltens in dieser Gruppe von Teenagern hängen aber auch davon ab, wie viel Freizeit sie haben. Denn materialistische Teenager und solche mit einem zwanghaften Konsumverhalten sind zufriedener, wenn sie moderat viel Freizeit haben, d.h. nicht zu beschäftigt sind aber auch nicht zu viel Freizeit haben.

Teenager, die unter Zeitdruck leiden und materialistisch denken und/oder zwanghaft konsumieren, sind weniger zufrieden als Gleichaltrige. Aber auch wenn sie zu viel Freizeit haben, verstärkt das die negativen Auswirkungen materialistischer Werte und zwanghaften Konsumverhaltens auf die Zufriedenheit junger Menschen. Die Autoren kommen zu dem Schluss: „Ein Leben mit einer vernünftigen, ausgewogenen Menge an Freizeit fördert das Wohlbefinden nicht nur direkt, sondern auch indem es manche der negativen Nebenwirkungen abschwächt, die mit dem Leben in unserer konsumorientierten Gesellschaft verbunden sind.“

Quellen:

Medical News Today, 21. Okt 2011

Manolis & Roberts, Applied Research in Quality of Life, Okt 2011

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Rubrik: Burnout/Stress, Glücksforschung
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