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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schlankheitskuren und der Entstehung von Essstörungen?

13. Mai 2011

Was hilft gegen Binge-Eating Heisshungeranfälle Fressanfälle sMedienberichte wie über die „Verfettung“ unserer Nation helfen der Diätindustrie, Gewinne in Milliardenhöhe einzufahren. Eine aktuelle Untersuchung englischer Forscher zeigt, wie zu viel und falsches Fasten Menschen krank machen kann. Wir haben die Presseerklärung des Veranstalters der Fachkonferenz von Anfang Mai übersetzt, auf der die Studienergebnisse präsentiert wurden. Darin heißt es, dass übertriebene Schlankheitskuren ein frühes Warnzeichen für psychische Erkrankungen sein können:

Wenn jemand ständig Diäten macht, um besser auszusehen und ein vermeintlich „sozial akzeptierbares” niedriges Gewicht zu erreichen, kann das zu einem Schlankheitswahn und erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Essstörung wie Anorexie oder Bulimie führen.

Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung von Kamilah Tomlinson, Natasha Boxill und ihren Mitarbeitern von Lewisham Counselling and Counsellor Associates, die heute, am Freitag, den 6. Mai, auf der 17. Jahrestagung der British Association for Counselling & Psychotherapy (BACP) präsentiert wird. Die Tagung, die zusammen mit der Society for Psychotherapy Research (SPR) UK veranstaltet wird, findet vom 6. bis 7. Mai 2011 im Liverpool Marriott Hotel City Centre, Liverpool statt.

Die Studie zeigte einen deutlichen Zusammenhang zwischen regelmäßigen Schlankheitskuren und der Entwicklung von Essstörungen. Genauer gesagt zeigen die Ergebnisse, dass Menschen, die oft Schlankheitskuren machen, auf ihr Gewicht fixiert werden können, was ein Hauptmerkmal der drei häufigsten Essstörungen ist: Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Ess-Brechsucht) und Binge Eating (Heißhungeranfälle).

Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen, die eine Beratungsstelle aufsuchen, und die eine Diät machen (oder gemacht haben) nur um schlank zu werden, unter einem niedrigen Selbstwertgefühl leiden. Wenn diese Menschen anfangen Diäten zu machen, wird die Assoziation von psychischen Problemen und körperlicher Erscheinung immer stärker. Der Schwerpunkt verlagert sich dann mehr und mehr auf das Abnehmen und weg von den tiefer liegenden Problemen mit dem Selbstwertgefühl, sodass bei ihnen ein Zusammenhang zwischen niedrigem Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen und Körperbild entsteht, der immer stärker wird. Außerdem scheinen die Schlankheitskuren für viele dieser Menschen in erster Linie ein Versuch zu sein ihr Leben zu kontrollieren und zu verbessern.

Weiter zeigte die Untersuchung, wenn diese Menschen erst einmal ihr Idealgewicht erreichen, nehmen sie plötzlich und oft sehr schnell wieder zu, wodurch viele noch dicker werden als zuvor. Dass Menschen Diäten nur um der äußeren Erscheinung willen machen, stellt ein Phänomen dar, das sozial akzeptiert und für westliche Kulturen typisch ist und von den Medien ebenso angefacht wird wie durch den zunehmenden Prominentenwahn in unserer Kultur.

Kamilah Tomlinson sagt: „Realistisch gesehen kann man aus unserer Untersuchung schließen, dass Menschen, die ständig Diäten machen, viele der Verhaltensmerkmale zeigen, die auch für Patienten mit Essstörungen charakteristisch sind. Daher zeigen unsere Ergebnisse, dass sich Mitarbeiter von Beratungsstellen und Psychotherapeuten des Zusammenhangs zwischen Schlankheitskuren/niedrigem Selbstwertgefühl und Essstörungen bewusst sein müssen. Außerdem zeigt die Untersuchung, dass ständige Schlankheitskuren eine sozial akzeptierte Norm sind und man wegen dieser Akzeptanz leicht übersehen kann, wenn solche Menschen Essstörungen haben.“

Quelle:

BACP, 6. Mai 2011

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Zur Praxis für Psychotherapie in München

Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf

Zur Praxis für Psychotherapie in Berlin-Charlottenburg

Rubrik: Essstörungen
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1 Kommentieren

  1. Simone Happel
    April 25th, 2013

    Ich nenne Diäten die „Einstiegsdroge“ für Essstörungen!

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