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Was sind die Risikofaktoren für das Entstehen von Altersdepressionen?

19. Dezember 2009

Eine aktuelle Studie zeigt, dass ältere Menschen mit einer Neigung zu Depression, die sich allein gelassen fühlen, ein besonders hohes Risiko für Depression haben. Ich habe eine Pressemitteilung der Universität von vorgestern übersetzt, in der die Autoren darauf hinweisen, dass eine vorsorgliche Behandlung dieser Menschen auch kosteneffektiv wäre:

Forscher des University of Rochester Medical Center haben die wichtigsten Faktoren identifiziert, mit denen sich vorhersagen lässt, welche älteren Menschen am stärksten depressionsgefährdet sind. Die Forscher unter Leitung von Dr. Jeffrey M. Lyness, Professor für Psychiatry am Medical Center, veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Dezemberausgabe des American Journal of Psychiatry.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, eine vorsorgliche Behandlung von Menschen in der Hochrisiko-Gruppe sei ein vielversprechender Ansatz, um eine größtmögliche gesundheitsfördernde Wirkung mit dem geringsten Kostenaufwand zu erreichen.

„Menschen ohne stark ausgeprägte Symptome von Depression, die aber meinen, sie hätten unzureichend soziale Unterstützung von anderen Menschen, und die schon in der Vergangenheit unter Depression litten, hatten ein besonders hohes Risiko, in den ein bis vier Jahren der Studie erneut an Depression zu erkranken“, sagt Lyness. „Die gute Nachricht ist, dass wir auf diesem Gebiet immer besser verstehen, wie man bei Gruppen mit einem besonders hohen Risiko gegen Depression vorbeugen kann. In Zukunft werden wir testen können, welche der unterschiedlichen Behandlungen Depression wirksam verhindern können. Menschen mit den Risiken, die wir in dieser Studie identifiziert haben, könnten vielleicht mit Psychotherapie, vielleicht mit Medikamenten oder vielleicht mit anderen Methoden behandelt werden, etwa mit Sport.“

Über 600 Menschen, die 65 Jahre oder älter waren, nahmen an der Studie teil. Sie kamen aus Privatpraxen und mit der Universität verbundenen Kliniken für innere Medizin, Geriatrie und Allgemeinmedizin in Monroe County im amerikanischen Bundesstaat New York. Nur Menschen ohne klinische Depression zu Studienbeginn konnten an der Untersuchung teilnehmen.

Während der Studie, die bis zu vier Jahre dauerte, wurden die Teilnehmer jedes Jahr in persönlichen Interviews befragt. Außerdem wurden Informationen aus Telefonaten mit den Teilnehmern und aus einer jährlichen Durchsicht von Krankenunterlagen ausgewertet. Insgesamt 33 Teilnehmer oder 5,3 Prozent hatten während der Studiendauer eine Phase mit Depression.

Die Forscher werteten die Ergebnisse aus und errechneten einen Wert von fünf für die „Anzahl der notwendigen Behandlungen“. Dieser Wert ist ein Maß, das in Bevölkerungsstudien die Wirksamkeit einer Vorsorgemaßnahme beschreibt. Das heißt, bei einer vorsorglichen Behandlung von fünf Menschen mit Risikofaktoren durch eine optimal wirksame Methode würde sich ein neuer Fall von Depression verhindern lassen.

In einem Leitartikel des Journals vertrat auch Dr. Warren D. Taylor, Associate Professor für Psychiatrie am Duke University Medical Center, die Meinung, dass die Anzahl der notwendigen Behandlungen gering sei, was auf eine Kostenwirksamkeit solcher Vorsorgemaßnahmen hindeutet.

„Angesichts der Komplikationen von Depression bei einer Gruppe älterer Menschen könnten Vorsorgemaßnahmen für diese Hochrisiko-Gruppe ein sehr wichtig Ansatz sein, der nicht nur seelischem Leid vorbeugt, sondern auch die schädlichen Auswirkungen einer Depression auf andere Erkrankungen vermeidet“, schreibt Taylor.

Abschließend schreiben die Autoren, „diese Studie kann zur einer besser informierten klinischen Praxis beitragen, indem sie eine Früherkennung und rechtzeitige ärztliche Maßnahmen erleichtert, die von entscheidender Bedeutung für verbesserte Behandlungsergebnisse bei Depressionspatienten sind.“

Quellen:

University of Rochester Medical Center, 17.12.09

American Journal of Psychiatry, Dez 2009

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Rubrik: Alter, Depression
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