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Tag: klinische Studie

Wie kann das Internet die Behandlung von Depressionen erleichtern?

10. November 2011

Wie hilft Online-Therapie bei DepressionenDie Digitalisierung von Patientenakten und der Gebrauch des Internets nehmen in der Krankenversorgung immer mehr zu, auch wenn manche das vielleicht kritisch sehen. Eine aktuelle Studie amerikanischer Ärzte hat die Aussagekraft eines traditionellen Depressionstests und seiner Internetfassung verglichen. Wir haben die Presseerklärung des Krankenhauses über die Studie von Anfang November übersetzt, die die Vorzüge der Computerversion des Tests beschreibt:

Eine neu veröffentliche Studie von Forschern am Rhode Island Hospital in den USA zeigt, dass die Beurteilung des Behandlungserfolges bei Depressionspatienten mithilfe des Internets glaubhafte und zuverlässige Ergebnisse liefert. Weiter zeigt sie, dass die Internet- und Papierversionen einer Depressionsskala gleichwertig waren, dass aber Patienten die Internetversion bevorzugten. Die Studie erscheint in der Novemberausgabe des Journals of Clinical Psychiatry.

Der erste Autor der Studie Mark Zimmerman, Direktor der psychiatrischen Ambulanz am Rhode Island Hospital, und seine Mitarbeiter untersuchten 53 psychiatrische Patienten, die dort schon länger eine ambulante Behandlung für Depressionen machten. Die Patienten erhielten einen Fragebogen, den sie sowohl in Papierform als auch online ausfüllen konnten. Der Fragebogen, den das Team selbst entwickelt hat, ist ein Kurztest für Depressionen, der sich schnell auswerten lässt. Nach Meinung der Autoren war der Test zuverlässig und in der Klinik nützlich. Daher ließen sie die Patienten beide Versionen des Fragebogens ausfüllen und untersuchten, wie gut vergleichbar die Ergebnisse waren. Außerdem befragten sie die Patienten, welche Version sie bevorzugten.


Kann ein einfacher Labortest vor Burn-out warnen?

4. Oktober 2011

men-doctor-s-sDie Symptome von Burn-out können variabel sein. Eine Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, bei denen Stress eine Rolle spielt, kann daher manchmal schwierig sein. Eine aktuelle Studie hat einen neuen Test für Burn-out untersucht, der eine Diagnose erleichtern könnte. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu dem Verfahren übersetzt, das man auch zur Früherkennung von Burn-out einsetzen könnte:

Ihr Blut und der Spiegel eines Hormons in Ihrem Speichel könnten zeigen, ob Sie kurz vor dem Burn-out stehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Dr. Sonia Lupien und Robert-Paul Juster vom Centre for Studies on Human Stress des Louis-H. Lafontaine Hospitals und der University of Montreal in Kanada. Unter Burn-out leidet nicht nur das Berufs- und Privatleben gestresster Arbeitnehmer. Auch das Risiko für andere körperliche und psychische Probleme steigt, wenn Symptome von Burn-out unbeachtet bleiben. Das ist umso bedeutender als nach Schätzungen der International Labor Organization zehn Prozent der Nordamerikaner und Europäer Burn-out, klinische Depressionen oder Ängste haben, die mit ihrem Arbeitsplatz zusammenhängen.

„Unsere Hypothese war, dass gesunde Arbeitnehmer mit chronischem Stress und milden Symptomen von Burn-out vermehrt physiologische Regulationsstörungen und einen niedrigeren Cortisolspiegel haben würden – ein Profil, das typisch für Burn-out ist“, erklärt Juster, der erste Autor der Studie. Cortisol ist ein Stresshormon, das eine Rolle bei der Stressantwort des Körpers und dem natürlichen Tagesrhythmus des Menschen spielt. Patienten, die unter Depressionen leiden, haben oft einen erhöhten Cortisolspiegel, während er bei Burn-out-Patienten meist niedrig ist. Zu viel Cortisol kann für die psychische und körperliche Gesundheit genauso schlecht sein wie zu wenig.


Wie häufig sind Operationsfehler wegen Burn-out bei Chirurgen?

28. September 2011

Kann Akkupunktur wirklich Schmerzen lindernDass Burn-out bei Chirurgen besonders häufig vorkommt, dürfte niemanden überraschen. Aber wie oft hat das tatsächlich schädliche Folgen für Patienten? Eine amerikanische Studie hat Chirurgen selbst befragt. Wir haben die Presseerklärung der Forscher zu der Studie übersetzt, die auch zeigt, dass es nicht eine hohe Arbeitsbelastung allein ist, die zum Burn-out führt:

Nach Angaben amerikanischer Chirurgen besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen schweren ärztlichen Behandlungsfehlern und Burn-out und Depressionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die heute in der Online-Ausgabe der Annals of Surgery erscheint. Die Studie wurde von Forschern der Mayo Clinic in Zusammenarbeit mit der Johns Hopkins University und dem American College of Surgeons durchgeführt.

In der vertraulichen Studie sagten fast neun Prozent der amerikanischen Chirurgen, die auf eine Umfrage geantwortet hatten, dass ihnen in den drei Monaten zuvor ein schwerer Fehler unterlaufen war. Mehr als 70 Prozent sahen die Verantwortung für den Fehler bei selbst und nicht dem System oder der Organisation. Die Ergebnisse zeigten einen Zusammenhang zwischen Fehlern und Anzeichen von Burn-out bei Chirurgen (emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und negative Wahrnehmung der persönlichen Leistung) sowie der „psychischen Lebensqualität“ der Chirurgen inklusive Depressionen.


Machen Pessimisten eher eine Psychotherapie?

14. September 2011

Wie hilft Verhaltenstherapie bei schweren DepressionenDass Menschen mit manchen Persönlichkeitsmerkmalen eher zu Depressionen neigen als andere, ist bekannt. Eine aktuelle Untersuchung zeigt nun, dass die Persönlichkeit eines Patienten auch seine Wahl der Behandlung bei Depressionen beeinflusst. Wir haben die Pressemitteilung des Journals zu der Studie, die eigentlich für Fachleute geschrieben ist, für den Blog übersetzt und dabei etwas vereinfacht:

Nach einer Studie eines finnischen Forscherteams unter Leitung von Prof. Karlsson von der Universität Helsinki, die in der aktuellen Ausgabe des Journals Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlicht wurde, scheint ein niedriger Grad von Optimismus vorherzusagen, ob jemand eine Psychotherapie für Depressionen beginnt.

Die Persönlichkeit eines Patienten könnte einer der vielen Faktoren sein, die zu der Entscheidung beitragen, mit einer bestimmten Art der Behandlung für Depressionen zu beginnen. Das Ziel dieser Studie war zu untersuchen, ob die Veranlagung zum Optimismus und Pessimismus eine Rolle dabei spielt, ob jemand eine Psychotherapie beginnt, wenn er sich für Depressionen behandeln lässt. Die Studie wurde an Angestellten des öffentlichen Dienstes durchgeführt, die zum ersten Mal an Depressionen erkrankt waren.


Fördern kulturelle Aktivitäten die Gesundheit?

21. Juni 2011

Machen Computerspiele süchtig wie Drogen sMit Gesundheit assoziieren die meisten Menschen Dinge wie Sport treiben oder cholesterinarme Ernährung. Eine aktuelle Studie hat die Wirkung der Kunst auf das Wohlbefinden untersucht und zeigt, dass Kultur die körperliche und seelische Gesundheit fördert. Wir haben einen Presseartikel über die Studie von Ende Mai übersetzt, deren Autoren meinen, man sollte diese Wirkung im Gesundheitswesen gezielt einsetzen:

Männer, die regelmäßig in Kunstgalerien, Museen und ins Theater gehen, erfreuen sich einer besseren Gesundheit und sind mit ihrem Leben zufriedener. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die online im Journal of Epidemiology and Community Health publiziert wurde. Die Studie zeigt, dass sowohl Männer als auch Frauen, die ein Musikinstrument spielten, malten oder Theater und Museen besuchten, sich gesünder fühlten, mehr Freude am Leben hatten und weniger ängstlich oder depressiv waren als Menschen, die nicht an kulturellen Aktivitäten teilnahmen.


Werden Kinder dick, wenn sie zu wenig Schlaf bekommen?

17. Juni 2011

behaviour therapy improves sleep sPlenus venter non dormit libenter – Dicke Leute schlafen schlecht. Aber macht Schlafmangel Menschen dick, weil sie die Nacht zum Essen haben, oder können Dicke schlecht schlafen, weil sie der Bauch zu sehr drückt? Eine neue Studie untersuchte die Frage bei Kindern, die dazu mit einem kleinen Messapparat ins Bett geschickt wurden. Wir haben die Presseerklärung des Journals zu der Studie von Ende Mai übersetzt, die zeigt, was zuerst kommt – schlechter Schlaf oder Übergewicht:

Kleine Kinder, die nicht genug Schlaf bekommen, haben ein erhöhtes Risiko Übergewicht zu entwickeln, sogar wenn man andere Lebensstilfaktoren berücksichtigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die heute auf bmj.com veröffentlicht wird.

Mehrere Untersuchungen haben übereinstimmend einen recht deutlichen Zusammenhang zwischen zu wenig Schlaf und einem erhöhten Körpergewicht bei Kindern gefunden. Aber Ärzte wissen noch nicht genau, wie sich Schlaf und Körperzusammensetzung bei kleinen Kindern gegenseitig beeinflussen, und ob ein ursächlicher Zusammenhang besteht.

Deshalb untersuchte ein Team von Forschern der University of Otago in Neuseeland, ob es bei kleinen Kindern einen Zusammenhang zwischen einem Mangel an Schlaf, Unterschieden bei der Körperzusammensetzung und dem Risiko für Übergewicht gibt.


Wie können Partner bei der Behandlung von Depressionen helfen?

8. Mai 2011

Glückliche Beziehungen - Was ist das Erfolgsgeheimnis sMenschen mit chronischen Depressionen vereinsamen oft mehr und mehr, weil sie sich von anderen zurückziehen, aber auch andere von ihnen. Eine neue Studie amerikanischer Forscher hat ein Behandlungsprogramm für Depressionen untersucht, bei dem die Stärkung sozialer Kontakte Teil der Therapie ist. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der noch nicht veröffentlichten Studie von Ende März übersetzt, die auf ähnlichen Programmen für andere chronische Erkrankungen aufbaut:

Ein neues Programm an der University of Michigan (U-M) soll Patienten mit Depressionen helfen, besser mit ihren Beschwerden zurechtzukommen, indem es einen Menschen, der sich um sie kümmert, zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Behandlung macht.

Die Patienten nehmen an dem Programm zusammen mit einem Partner teil, der ihr bester Freund, ein erwachsenes Kind oder irgendeine Vertrauensperson sein kann, die nicht bei ihnen zu Hause leben. Jede Woche beantwortet der Patient am Telefon kurz ein paar Fragen, die automatisch ausgewertet werden. Dann erhält der Partner eine Mitteilung per E-Mail, wie es dem Patienten gerade geht, und konkrete Vorschläge, wie der Partner ihm helfen kann.


Kann ein Online-Programm individuellen Rat bei Schlafproblemen von Kindern bieten?

1. Mai 2011

behaviour therapy improves sleep sEine Therapie über das Internet bietet eine Reihe von praktischen Vorteilen wie zum Beispiel geringere Kosten, aber das individuelle Feedback kann schwierig sein. Eine aktuelle Studie hat ein Online-Programm für Schlafstörungen bei Kindern getestet und zeigt, dass flexible Verhaltensempfehlungen für Eltern auch online möglich sind. Wir haben die Presseerklärung des Herausgebers der Studie von Ende März übersetzt. Eltern können das Programm (auf Englisch) bereits gratis nutzen:

Eine Studie in der Aprilausgabe des Journals SLEEP zeigt, dass ein Online-Programm effektive Hilfe für Schlafstörungen bei Kleinkindern bietet, wovon indirekt auch der Schlaf, die Stimmung und das Selbstvertrauen der Mütter profitieren. Die Ergebnisse zeigen, dass das Internet Eltern von kleinen Kindern mit Schlafproblemen einen uneingeschränkten Zugang zu individuell angepassten Verhaltensratschlägen ermöglichen kann.

Die Daten zeigen, dass kleine Kinder von Eltern, die an dem Online-Programm teilnahmen, deutlich besser schliefen. Die Kinder wachten nachts nur noch höchstens halb so oft auf, sie blieben höchstens halb so lange wach, und die längste durchgehende Schlafphase war mindestens zwei Stunden länger. Außerdem schliefen die Kinder schneller ein und bekamen nachts insgesamt mehr Schlaf. Die Mütter in der Behandlungsgruppe schliefen ebenfalls besser und fühlten sich weniger angespannt, depressiv, übermüdet und unkonzentriert. Dagegen waren der Schlaf und die Stimmung der Mütter in der Kontrollgruppe kaum verbessert.


Gibt es einen Zusammenhang zwischen Partner kontrollierendem Verhalten und Gewalt in der Beziehung?

22. April 2011

Hängt die Dauer einer Partnerschaft vom Diskussionsverhalten abOpfer häuslicher Gewalt verschweigen oft ihr Leiden, weil sie resigniert haben, aus falscher Scham oder einer Vielzahl von anderen Gründen. Eine neue Untersuchung zeigt, wie erschreckend häufig Gewalt in der Beziehung ist. Wir haben die Presseerklärung des Herausgebers der Studie von Anfang April übersetzt, für die betroffene Frauen in größtmöglicher Anonymität befragt wurden:

Eine aktuelle Untersuchung zeigt einen Zusammenhang zwischen kontrollierendem Verhalten eines Partners und vermehrter physischer und sexueller Gewalt in einer Beziehung. Die Studie wurde in der Aprilausgabe der Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine, einem Journal aus der JAMA/Archives-Reihe, veröffentlicht. Aber junge Frauen, die Opfer dieses Verhaltens werden, zögern oft, Fragen über Gewalt in ihrer Partnerschaft zu beantworten.

„Es ist bekannt, dass Gewalt in der Beziehung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen weit verbreitet ist“, schreiben Dr. Marina Catallozzi von der Mailman School of Public Health der Columbia University, New York, und ihre Kollegen in der Einleitung ihres Artikels. Um den Zusammenhang zwischen kontrollierendem Verhalten und Gewalt in der Beziehung zu untersuchen, führten die Autoren eine anonyme Umfrage bei Patientinnen einer fortpflanzungsmedizinischen Klinik durch, die von den Frauen selbstständig am Computer beantwortet wurde. Insgesamt nahmen 603 Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren an der Studie teil.


Ist Online-Therapie bei sozialen Ängsten wirksam?

26. März 2011

Wie hilft Online-Therapie bei DepressionenEine Online-Psychotherapie bietet eine Reihe von potenziellen praktischen Vorteilen und kann bei vielen psychischen Erkrankungen wirksam sein. Bei sozialen Angststörungen etwa könnte sie Patienten helfen, die sonst vielleicht keinen Therapeuten aufsuchen würden. Eine aktuelle Studie des Psychologen Thomas Berger von der Universität Bern in Zusammenarbeit mit dem Karolinska-Institut in Schweden hat verschiedene Formen der Online-Kommunikation zwischen Patient und Therapeut untersucht und zeigt, dass in diesem Fall alle sehr effektiv waren. Wir haben diesmal die Zusammenfassung der wissenschaftlichen Veröffentlichung übersetzt, sie aber für den Blog etwas vereinfacht:

Mehrere Forschungsgruppen haben in kontrollierten Studien unabhängig voneinander die Wirksamkeit von Selbsthilfeprogrammen für soziale Angststörungen nachgewiesen, die über das Internet angeboten werden und nur minimale Unterstützung durch einen Therapeuten per E-Mail erfordern. Aber die Rolle und Notwendigkeit der Anleitung durch einen Therapeuten ist immer noch weitgehend unklar.

Diese Studie verglich den Nutzen eines zehnwöchigen Selbsthilfeprogramms für soziale Angststörungen, das online und ohne Anleitung durch einen Therapeuten angeboten wurde, mit derselben Behandlung, die durch eine minimale, aber wöchentliche Unterstützung durch einen Therapeuten per E-Mail ergänzt wurde. Außerdem wurde noch eine dritte Behandlungsmethode untersucht, bei der die Unterstützung flexibel gehandhabt wurde und je nach Wunsch und Bedarf des Patienten von gar keiner Unterstützung, über Kontakt per E-Mail bis zu Telefonaten reichen konnte.


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