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Wie häufig sind Operationsfehler wegen Burn-out bei Chirurgen?

28. September 2011

Kann Akkupunktur wirklich Schmerzen lindernDass Burn-out bei Chirurgen besonders häufig vorkommt, dürfte niemanden überraschen. Aber wie oft hat das tatsächlich schädliche Folgen für Patienten? Eine amerikanische Studie hat Chirurgen selbst befragt. Wir haben die Presseerklärung der Forscher zu der Studie übersetzt, die auch zeigt, dass es nicht eine hohe Arbeitsbelastung allein ist, die zum Burn-out führt:

Nach Angaben amerikanischer Chirurgen besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen schweren ärztlichen Behandlungsfehlern und Burn-out und Depressionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die heute in der Online-Ausgabe der Annals of Surgery erscheint. Die Studie wurde von Forschern der Mayo Clinic in Zusammenarbeit mit der Johns Hopkins University und dem American College of Surgeons durchgeführt.

In der vertraulichen Studie sagten fast neun Prozent der amerikanischen Chirurgen, die auf eine Umfrage geantwortet hatten, dass ihnen in den drei Monaten zuvor ein schwerer Fehler unterlaufen war. Mehr als 70 Prozent sahen die Verantwortung für den Fehler bei selbst und nicht dem System oder der Organisation. Die Ergebnisse zeigten einen Zusammenhang zwischen Fehlern und Anzeichen von Burn-out bei Chirurgen (emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und negative Wahrnehmung der persönlichen Leistung) sowie der „psychischen Lebensqualität“ der Chirurgen inklusive Depressionen.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass die persönliche psychische Gesundheit eines Chirurgen inklusive Burn-out die Qualität der Behandlung beeinflussen kann“, sagt der erste Autor der Studie Dr. Tait Shanafelt von der Mayo Clinic. „Wir wollen mehr Untersuchungen ermutigen, die nach Möglichkeiten suchen, um Stress bei Chirurgen zu reduzieren und bessere Hilfen zu bieten, wenn Fehler passieren.“ Die Autoren schreiben, dass ärztliche Behandlungsfehler Chirurgen manchmal jahrelang nicht mehr loslassen und zu Stress beitragen.

Von den 7 905 Chirurgen, die an der Umfrage teilnahmen, gaben 8,9 Prozent oder 700 an, dass sie vor Kurzem ärztliche Behandlungsfehler gemacht hatten, die sie für schwer hielten. Alle teilnehmenden Chirurgen füllten standardisierte Fragebögen aus, mit denen ihre Lebensqualität sowie Symptome von Burn-out und Depressionen quantifiziert wurden. Außerdem machten sie Angaben zu einer Fülle von persönlichen Eigenschaften und zu ihrem Beruf. Die Forscher schreiben, sie fanden keinen Zusammenhang zwischen Fehlern und der Arbeitssituation, der Art der Bezahlung, Anzahl der Nächte pro Woche mit Bereitschaftsdienst oder geleisteten Arbeitsstunden.

Nach Ansicht der Forscher zeigt dieses Ergebnis, dass eine Reduktion der Arbeitsstunden für praktizierende Chirurgen ohne zusätzliche Maßnahmen gegen Burn-out nur wenig Einfluss auf die Häufigkeit von Fehlern haben könnte. Sie weisen darauf hin, dass die Studie ihre Grenzen hat, denn sie beruht auf der Selbst-Wahrnehmung von Fehlern und ihrer Schwere. Außerdem konnten die Forscher nicht mit Bestimmtheit sagen, ob der Zusammenhang zwischen Stress und Fehlern ursächlich ist.

Quellen:

Mayo Clinic, 23. Nov 2009

Shanafelt et al. Annals of Surgery, Juni 2010

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Rubrik: Burnout/Stress, Depression, Leistungsfähigkeit
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1 Kommentieren

  1. Best of (echte) Wissenschaft... | Alexander Stötefalke
    Oktober 3rd, 2011

    […] Der Link zum Artikel  […]

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