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Rubrik: Depression

Welche Auswirkungen hat chronischer Stress auf das Erziehungsverhalten von Eltern?

17. Oktober 2011

Sind Mütter eher vor Suizid geschützt sKleine Kinder können einerseits furchtbar süß sein, andererseits aber auch sehr anstrengend. Eine aktuelle Studie hat untersucht, was passiert, wenn die normale Stressantwort von Müttern aus dem Gleichgewicht gerät. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie von Anfang Oktober übersetzt, in der Forscher die Herzfrequenzen gestresster Mütter maßen:

Auch unter idealen Umständen kann es eine starke Belastung sein ein Kleinkind großzuziehen. Aber für Eltern, die auf Dauer unter Stress stehen, ist es oft eine besondere Herausforderung die Geduld, Sensibilität und Energie aufzubringen, die nötig sind, um sich gut um ein Kind zu kümmern.

Nun hilft eine Untersuchung von Forschern der University of Rochester in den USA zu erklären, warum chronischer Stress und Kindeserziehung so ein explosives Gemisch sind. Die Studie zeigt, dass anhaltende Belastungen wie Armut oder Depressionen die natürliche Stressantwort des Körpers stören, sodass Mütter bei der Erziehung zu einer Vielzahl von problematischen Verhaltensweisen neigen können, darunter Vernachlässigung, Ablehnung und mangelnde Sensibilität.


Kann ein einfacher Labortest vor Burn-out warnen?

4. Oktober 2011

men-doctor-s-sDie Symptome von Burn-out können variabel sein. Eine Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, bei denen Stress eine Rolle spielt, kann daher manchmal schwierig sein. Eine aktuelle Studie hat einen neuen Test für Burn-out untersucht, der eine Diagnose erleichtern könnte. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu dem Verfahren übersetzt, das man auch zur Früherkennung von Burn-out einsetzen könnte:

Ihr Blut und der Spiegel eines Hormons in Ihrem Speichel könnten zeigen, ob Sie kurz vor dem Burn-out stehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Dr. Sonia Lupien und Robert-Paul Juster vom Centre for Studies on Human Stress des Louis-H. Lafontaine Hospitals und der University of Montreal in Kanada. Unter Burn-out leidet nicht nur das Berufs- und Privatleben gestresster Arbeitnehmer. Auch das Risiko für andere körperliche und psychische Probleme steigt, wenn Symptome von Burn-out unbeachtet bleiben. Das ist umso bedeutender als nach Schätzungen der International Labor Organization zehn Prozent der Nordamerikaner und Europäer Burn-out, klinische Depressionen oder Ängste haben, die mit ihrem Arbeitsplatz zusammenhängen.

„Unsere Hypothese war, dass gesunde Arbeitnehmer mit chronischem Stress und milden Symptomen von Burn-out vermehrt physiologische Regulationsstörungen und einen niedrigeren Cortisolspiegel haben würden – ein Profil, das typisch für Burn-out ist“, erklärt Juster, der erste Autor der Studie. Cortisol ist ein Stresshormon, das eine Rolle bei der Stressantwort des Körpers und dem natürlichen Tagesrhythmus des Menschen spielt. Patienten, die unter Depressionen leiden, haben oft einen erhöhten Cortisolspiegel, während er bei Burn-out-Patienten meist niedrig ist. Zu viel Cortisol kann für die psychische und körperliche Gesundheit genauso schlecht sein wie zu wenig.


Wie häufig sind Operationsfehler wegen Burn-out bei Chirurgen?

28. September 2011

Kann Akkupunktur wirklich Schmerzen lindernDass Burn-out bei Chirurgen besonders häufig vorkommt, dürfte niemanden überraschen. Aber wie oft hat das tatsächlich schädliche Folgen für Patienten? Eine amerikanische Studie hat Chirurgen selbst befragt. Wir haben die Presseerklärung der Forscher zu der Studie übersetzt, die auch zeigt, dass es nicht eine hohe Arbeitsbelastung allein ist, die zum Burn-out führt:

Nach Angaben amerikanischer Chirurgen besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen schweren ärztlichen Behandlungsfehlern und Burn-out und Depressionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die heute in der Online-Ausgabe der Annals of Surgery erscheint. Die Studie wurde von Forschern der Mayo Clinic in Zusammenarbeit mit der Johns Hopkins University und dem American College of Surgeons durchgeführt.

In der vertraulichen Studie sagten fast neun Prozent der amerikanischen Chirurgen, die auf eine Umfrage geantwortet hatten, dass ihnen in den drei Monaten zuvor ein schwerer Fehler unterlaufen war. Mehr als 70 Prozent sahen die Verantwortung für den Fehler bei selbst und nicht dem System oder der Organisation. Die Ergebnisse zeigten einen Zusammenhang zwischen Fehlern und Anzeichen von Burn-out bei Chirurgen (emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und negative Wahrnehmung der persönlichen Leistung) sowie der „psychischen Lebensqualität“ der Chirurgen inklusive Depressionen.


Machen Pessimisten eher eine Psychotherapie?

14. September 2011

Wie hilft Verhaltenstherapie bei schweren DepressionenDass Menschen mit manchen Persönlichkeitsmerkmalen eher zu Depressionen neigen als andere, ist bekannt. Eine aktuelle Untersuchung zeigt nun, dass die Persönlichkeit eines Patienten auch seine Wahl der Behandlung bei Depressionen beeinflusst. Wir haben die Pressemitteilung des Journals zu der Studie, die eigentlich für Fachleute geschrieben ist, für den Blog übersetzt und dabei etwas vereinfacht:

Nach einer Studie eines finnischen Forscherteams unter Leitung von Prof. Karlsson von der Universität Helsinki, die in der aktuellen Ausgabe des Journals Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlicht wurde, scheint ein niedriger Grad von Optimismus vorherzusagen, ob jemand eine Psychotherapie für Depressionen beginnt.

Die Persönlichkeit eines Patienten könnte einer der vielen Faktoren sein, die zu der Entscheidung beitragen, mit einer bestimmten Art der Behandlung für Depressionen zu beginnen. Das Ziel dieser Studie war zu untersuchen, ob die Veranlagung zum Optimismus und Pessimismus eine Rolle dabei spielt, ob jemand eine Psychotherapie beginnt, wenn er sich für Depressionen behandeln lässt. Die Studie wurde an Angestellten des öffentlichen Dienstes durchgeführt, die zum ersten Mal an Depressionen erkrankt waren.


Hinterlässt die Scheidung der Eltern bei Kindern bleibende Schäden?

6. Juni 2011

Wie wirkt sich Autismus beim Kind auf die Beziehung der Eltern ausWenn es um Scheidung und ihre Folgen für die Kinder geht, hört man oft, dass gerade kleine Kinder so anpassungsfähig sind, dass sie bald darüber hinwegkommen. Doch eine neue Untersuchung aus den USA wirft Zweifel auf diese These. Wir haben die Presseerklärung des Herausgebers der Studie von letzter Woche übersetzt, die die Entwicklung von Scheidungskindern untersucht hat:

Eine neue Studie zeigt, dass für Kinder, deren Eltern sich scheiden lassen, die Zeit vor der Scheidung im Allgemeinen keine schädigenden Auswirkungen hat. Aber wenn ihre Eltern dann die Scheidung vollziehen, bleiben Kinder oft in Mathematik und der Entwicklung zwischenmenschlicher sozialer Fähigkeiten hinter ihren Kameraden zurück ‒ und holen nicht wieder auf.

Außerdem zeigt die Studie, die in der Juniausgabe der Zeitschrift American Sociological Review erscheint, dass Scheidungskinder häufiger Probleme mit Ängsten, Einsamkeit, niedrigem Selbstwertgefühl und Traurigkeit haben. Diese „internalisierenden Verhaltensprobleme“ nehmen ebenfalls erst während der eigentlichen Scheidung zu und bleiben langfristig bestehen.


Wie hängen Stressanfälligkeit und Depressionen zusammen?

24. Mai 2011

Hängen Depressionen im Jugendalter mit ADHS zusammenSeit gut zwanzig Jahren sind keine Antidepressiva auf den Markt gekommen, die nach einem neuen Wirkungsmechanismus funktionieren. Doch die Effektivität und Verträglichkeit der gängigen Medikamente lässt zu wünschen übrig. Nun haben Forscher ein neues Gen entdeckt, das an der Entstehung von Depressionen beteiligt ist. Wir haben die Presseerklärung des Herausgebers der Studie von Ende April übersetzt, die helfen könnte effektivere Antidepressiva zu entwickeln, die über einen neuen Mechanismus wirken:

Eine aktuelle Studie beschreibt ein neues Gen, das mit klinischen Depressionen assoziiert ist. Die Untersuchung, die von Cell Press in der Aprilausgabe des Journals Neuron publiziert wird, zeigt, dass es einen bis jetzt unbekannten Mechanismus für klinische Depressionen gibt, und könnte den Weg für zukünftige Behandlungsstrategien für diese ernste Stimmungsstörung weisen.

Klinische Depressionen sind eine psychische Erkrankung, die zu erheblichen Produktivitätsverlusten im Arbeitsleben führt und manche Patienten bis zum Selbstmord treiben kann. „Die heutigen Medikamente sind für die Behandlung von klinischen Depressionen unverzichtbar, aber ihre klinische Wirksamkeit ist immer noch unbefriedigend, weil viele Patienten nicht auf sie ansprechen und unerwünschte Nebenwirkungen häufig sind“, erklärt der erste Autor der Studie Dr. Martin A. Kohli vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. „Die Identifikation von Mechanismen, die Depressionen verursachen, dient der Entwicklung besserer Antidepressiva.“


Ist Zufriedenheit erblich?

21. Mai 2011

Ist Aspirin auch bei Migräne wirksamMancher wird scheinbar als Frohnatur geboren, ein anderer eher als Neurotiker. Eine aktuelle Studie hat ein Gen untersucht, das zu einer solchen Veranlagung beitragen könnte. Es kodiert für ein Protein, das eine wichtige Rolle im Belohnungssystem des menschlichen Gehirns und bei der Entstehung von Krankheiten wie Depressionen spielt. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie von Anfang Mai übersetzt, die auch auf die Bedeutung von Umwelteinflüssen hinweist:

Eine neue Studie zeigt, dass ein Mensch glücklicher ist, wenn er eine aktivere Variante eines Gens hat, das im Gehirn den Transport des Botenstoffs Serotonin (oder auch 5-HT) reguliert.

Die Ergebnisse der Studie, die heute im Journal of Human Genetics erscheint, zeigen zum ersten Mal einen direkten Zusammenhang zwischen dem genetischen Make-up und dem Glücksempfinden eines Menschen, wie es sich in seiner Zufriedenheit mit dem Leben ausdrückt.

Die Studie von Jan-Emmanuel De Neve, einem Verhaltensökonom an der London School of Economics and Political Science (LSE), analysierte genetische Daten von mehr als 2 500 Menschen, die am National Longitudinal Study of Adolescent Health (eine Langzeitstudie) teilnehmen und für die US-Bevölkerung repräsentativ sind. Er untersuchte insbesondere, welche funktionellen Varianten des 5-HTT-Gens die Teilnehmer hatten.


Wie können Partner bei der Behandlung von Depressionen helfen?

8. Mai 2011

Glückliche Beziehungen - Was ist das Erfolgsgeheimnis sMenschen mit chronischen Depressionen vereinsamen oft mehr und mehr, weil sie sich von anderen zurückziehen, aber auch andere von ihnen. Eine neue Studie amerikanischer Forscher hat ein Behandlungsprogramm für Depressionen untersucht, bei dem die Stärkung sozialer Kontakte Teil der Therapie ist. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der noch nicht veröffentlichten Studie von Ende März übersetzt, die auf ähnlichen Programmen für andere chronische Erkrankungen aufbaut:

Ein neues Programm an der University of Michigan (U-M) soll Patienten mit Depressionen helfen, besser mit ihren Beschwerden zurechtzukommen, indem es einen Menschen, der sich um sie kümmert, zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Behandlung macht.

Die Patienten nehmen an dem Programm zusammen mit einem Partner teil, der ihr bester Freund, ein erwachsenes Kind oder irgendeine Vertrauensperson sein kann, die nicht bei ihnen zu Hause leben. Jede Woche beantwortet der Patient am Telefon kurz ein paar Fragen, die automatisch ausgewertet werden. Dann erhält der Partner eine Mitteilung per E-Mail, wie es dem Patienten gerade geht, und konkrete Vorschläge, wie der Partner ihm helfen kann.


Helfen soziale Aktivitäten bei Altersdepressionen?

11. Februar 2011

Helfen soziale Aktivitäten bei AltersdepressionenViele Faktoren, von einer Veranlagung bis zu den sozialen Umständen eines Menschen, können zur Entstehung von Depressionen beitragen, und entsprechend vielfältig sind die Ansätze zur Prävention und Therapie dieser Erkrankung. Eine aktuelle Studie hat verschiedene Möglichkeiten zur Prävention von Depressionen bei älteren Menschen verglichen. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie vom November übersetzt:

Maßnahmen, die ihren Schwerpunkt auf sozialen Aktivitäten haben, können die Häufigkeit von Depressionssymptomen bei älteren Menschen deutlich reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

„Sinnvolle soziale Aktivitäten, die auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten älterer Menschen abgestimmt sind, sollten bei der Planung der Altenbetreuung berücksichtigt werden“, sagt Anna Forsman, eine Doktorandin an der Nordic School of Public Health in Göteborg, Schweden.


Können Freunde Kinder vor Depressionen bewahren?

3. Februar 2011

Können Freunde Kinder vor Depressionen bewahrenWenn Menschen an Depressionen erkranken, hat das oft zur Folge, dass sie sozial mehr und mehr isoliert werden. Eine neue Studie zeigt, dass umgekehrt bei Kindern, die allzu schüchtern sind, soziale Isolation auch den Grundstein für Depressionen späterer im Leben legen kann. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie vom Dezember übersetzt, die die Bedeutung von Freundschaften gerade für sehr in sich gekehrte Kinder betont:

Kinder, die keine Freunde haben, können zu sozialen Außenseitern werden und haben ein erhöhtes Risiko, als Jugendliche an Depressionen zu erkranken. Das zeigt eine neue Untersuchung von kanadischen und amerikanischen Wissenschaftlern der Concordia University, der Florida Atlantic University und der University of Vermont, die in der Zeitschrift Development and Psychopathology veröffentlicht wurde. Aber die Studie zeigt auch, dass für die meisten schüchternen und verschlossenen Kinder Freunde zu einer Art Schutz vor der Traurigkeit werden können.


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