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Rubrik: Depression

Einem Kind das Leben geschenkt zu haben, das Schönste überhaupt?

17. Juli 2015

„Was ist ein Kind? Das, was das Haus glücklicher, die Liebe stärker, die Geduld größer, die Hände geschäftiger, die Nächte kürzer, die Tage länger und die Zukunft heller macht!“, heißt es in einem Spruch aus dem Volksmund. „Nur eine Mutter weiß allein, was Lieben heißt und glücklich sein (Adelbert von Chamisso).“ Diese und viele andere weitere Aussprüche zum Thema Mutter, Kind und Geburt idealisieren und setzten somit einen Maßstab, der jede Mutter schnell dazu bringen kann, sich selbst zu hinterfragen. Denn auch ein glücksbringendes Ereignis wie die Geburt eines Kindes ist wie alles Große im Leben gleichzeitig mit schwierigen Momenten und Erlebnissen verbunden. Wie verzweifelt muss eine Mutter erst sein, wenn sie wahrnimmt, dass ihre Seele komplett anders reagiert, z.B. mit Depression oder Ängsten? Wenn folgender Ausspruch von Manfred Hinrich eher passt: „Die Mutter hält ein weltallschweres Kind im Arm“. Der Druck von außen und die Selbstvorwürfe müssen sehr schwer aushaltbar sein, dann wundert es auch nicht, wenn diese Mütter sich schlecht Hilfe holen können. Demnächst werden wir hier zu diesen Themen eine kleine Reihe an Artikeln anbieten, die für Betroffene zur Information, als Anregung, sich Hilfe zu holen, und zur Erleichterung, weil sie damit nicht alleine sind, dienen soll.


Geht Glücksspielsucht mit Depression einher?

7. Juni 2015

Es ist sehr einfach, ein kleines Vermögen aus dem Kasino heimzubringen: Gehen Sie mit einem großen hin! In diesem Ausspruch von Jack Yelton spiegelt sich die Crux mit dem Glücksspiel: zuerst ist man voller Hoffnung, die im ersten Teil des Spruchs oder im Kasino mit dem ersten Gewinn geweckt wird. Dann kommt die Enttäuschung. Der Spruch weist darauf hin, dass man nur verlieren kann und so erweist es sich beim Spiel. Es folgt eine Phase des Verlierens. Der „Psychologe“ unter den Klassikern der Weltliteratur, der russische Schriftsteller Dostojewski beschreibt in seinem Roman „Der Spieler“ eindrucksvoll wie nicht nur ein Protagonist, sondern gleich eine Gruppe von Personen im Laufe der Handlung von ihrer Spielsucht in den Ruin getrieben werden. Das konnte er unter anderem so gut beschreiben, da ihm nachgesagt wird, selbst dem Glücksspiel verfallen gewesen zu sein. Wenn man den Roman liest, will man dem englischen Sprichwort: „Der beste Wurf der Würfel ist sie wegzuwerfen“ nur beipflichten. In der Folgenden Übersetzung eines Presseberichts finden Sie Informationen zur Entwicklung der Spielsucht und der damit wohl oft einhergehenden Depression bei Männern.


Kann man durch Meditation chronische Nackenschmerzen reduzieren?

14. Mai 2015

Was ist eigentlich mit Meditation gemeint? Man verbindet den Begriff ja eher mit fern-östlich religiösen Praktiken z.B. im Buddhismus. In der westlichen modernen Psychotherapie jedoch werden nicht-religiöse meditative Techniken dazu verwendet, sich in Achtsamkeit zu üben. Was meint nun wieder Achtsamkeit? Während der Meditation versucht man, im Hier und Jetzt zu sein ohne seinen Gedanken nachzugehen, sich frei zu machen für den Moment, was letztlich zu Entspannung und Klarheit führt. Es ist vorstellbar, dass ein solcher Zustand Menschen mit hohem Grad an Belastungen und Nöten helfen kann, Stress abzubauen. Deswegen gibt es z.B. das vor 30 Jahren von einem Prof. für Psychotherapie (Jon Kabat-Zinn) entwickelte Programm MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction/Achtsamkeitsbasierte Reduktion von Stress), das sich in begleitend zu Psychotherapie als hilfreich gezeigt hat. Dort lernt man in einem Kurs über 8 Wochen in täglicher Übung Achtsamkeit durch Meditation, Yoga und Beobachtungsübungen, bewusster mit der Psyche, dem Körper und der Umwelt umzugehen. Die im Folgenden übersetzte Studie widmet sich einem solchen Programm und berichtet die positiven Auswirkungen auf Patienten mit chronischen Nackenschmerzen.


Können Sport und körperliche Bewegung im Kampf gegen Depression helfen?

2. März 2015

„Man muss nur immer sorgen, erregt zu werden, um gegen die Depression anzukämpfen. Das ist auch bei jetziger deprimierender Witterung der beste medizinische Rat.“ Dies schrieb Goethe 1828 an Friedrich Müller und ahnt gar nicht, dass er eine These aufstellt, die fast 200 Jahre später vielfach wissenschaftlich belegt sein wird. Eine gute Möglichkeit sich in Wallung zu bringen, ist körperliche Betätigung. Mittlerweile belegen viele Studien, dass Sport und Bewegung hilfreich bei der Behandlung von Depressionen sind. Gut, dass gerade der Frühling vor der Tür steht! Welche Zeit regt mehr dazu an, in die Natur zu stürmen? Im Folgenden findet sich die Übersetzung eines Presseberichts, der dieses Thema etwas vertieft.

 

Depression ist die am häufigsten diagnostizierte psychische Erkrankung. In den westlichen Industrienationen leidet jede zehnte Person wenigstens einmal im Laufe Ihres Lebens unter einer Depression. Ärzte sagen, dass eine Depression die körperliche Gesundheit stärker beeinträchtigt als Diabetes oder Arthritis. Sie wird traditionell mit Antidepressiva und Psychotherapie behandelt. Aber Studien konnten zeigen, dass Sport und körperliche Bewegung teilweise die gleichen neurophysiologischen Veränderungen wie Antidepressiva auslösen. Deswegen kommen eine Vielzahl an Metaanalysen zu dem Ergebnis, dass Sport und körperliche Bewegung einen positiven Einfluss auf Depressionen haben.


Entwickeln frühreife Jugendliche eher Depressionen?

5. Dezember 2014

Die Pubertät ist bekanntlich durch die mit ihr einhergehenden einschneidenden Körperveränderungen eine schwierige wie spannende Zeit, die Jugendliche vor große Herausforderungen stellt. Erschwert wird die Bewältigung dieser Veränderungen für junge Menschen, wenn sie früher als andere in die neue Lebensphase eintreten. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass diese Jugendlichen mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Depression entwickeln. Eine neue Langzeitstudie amerikanischer Forscher hat untersucht, ob man diesen Zusammenhang nachweisen kann. Wir haben einen Pressebericht über die Studie übersetzt, die zeigt, dass frühreife Jugendliche, sowohl Mädchen als auch Jungen, mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Depression entwickeln als andere:

Jugendliche, die eher als andere in die Pubertät kommen, haben ein größeres Risiko, an Depressionen zu erkranken. Das gilt für Jungen und Mädchen gleichermaßen. Allerdings entwickelt sich die Krankheit bei Mädchen anders als bei Jungen, legt eine neue Studie nahe.


Psychisch kranke Arbeitnehmer erhalten zu selten Psychotherapie

21. November 2014

Die psychotherapeutische Versorgung von Personen im erwerbsfähigen Alter ist ungenügend. Nur etwa jede zehnte psychisch kranke Erwerbsperson (9,9 Prozent) erhält innerhalb eines Jahres eine Psychotherapie. Hingegen wird ein Viertel der Betroffenen (25,3 Prozent) mit Psychopharmaka behandelt. Dies ergaben Analysen für das Jahr 2012 im aktuellen Gesundheitsreport der BARMER GEK.

„Es kann nicht sein, dass psychisch kranke Menschen im erwerbsfähigen Alter so selten psychotherapeutisch behandelt werden, obwohl bei vielen psychischen Erkrankungen Psychotherapie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Behandlungsmethode der Wahl ist und helfen kann, die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen“, kritisiert Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK).


Wie viele Frauen haben nach der Entbindung Depressionen?

26. Mai 2013

Sind Mütter eher vor Suizid geschützt sDie Zeit nach der Geburt ihres Kindes sollte für eine Frau eine der schönsten in ihrem Leben sein. Aber manche junge Mütter verfallen gerade dann in Depressionen. Heute weiß man, dass nicht nur „die Hormone“, sondern noch eine Vielzahl anderer Faktoren daran beteiligt sind. Eine neue Studie amerikanischer Forscher hat untersucht, wie häufig diese Form der Depression ist. Wir haben einen Pressebericht über die Studie vom März übersetzt, die zeigt, dass diese Depressionen häufiger vorkommen als bisher angenommen:

Die größte Untersuchung ihrer Art über postpartale Depressionen bei Müttern zeigt, dass überraschend viele Frauen (jede siebte) nach der Geburt eines Kindes unter Depressionen leiden. Die Studie wurde jetzt in dem Fachjournal JAMA Psychiatry veröffentlicht.

Weiter zeigten die Ergebnisse, dass fast zweiundzwanzig Prozent der Mütter, die nach der Geburt ein Jahr lang beobachtet wurden, Depressionen hatten. Die Autoren empfehlen, dass alle werdenden und frisch entbundenen Mütter auf Depressionen untersucht werden sollten.


Kann Mobbing unter Schülern zu Langzeitschäden führen?

2. März 2013

Ist Beliebtheit genetisch sViele Kinder machen in der Schule Erfahrungen mit Mobbing. Die meisten überstehen es unbeschadet, aber nicht jeder. Eine neue Studie hat untersucht, zu welchen gesundheitlichen Schäden Mobbing bei Kindern führen kann und wie hoch das Risiko ist. Wir haben einen Presseartikel über die Studie vom Februar übersetzt, die zeigt, dass bei manchen Schülern die Auswirkungen von Mobbing bis ins Erwachsenenalter reichen können:

Kinder, die in der Schule gemobbt werden, haben ein erhöhtes Risiko Angststörungen und Depressionen zu entwickeln, wenn sie erwachsen werden. Das zeigt eine neue Studie, die jetzt in dem Fachjournal JAMA Psychiatry veröffentlicht wurde.

Nach der Studie ist Mobbing unter Schülern (auch Bullying genannt) nicht einfach ein harmloser Teil des „Erwachsenwerdens“, weil es bei Opfern und Tätern auch zu ernsten gesundheitlichen Schäden führen kann, darunter Depressionen, körperliche Gesundheitsprobleme, Verhaltensstörungen, emotionale Schwierigkeiten, Symptome von Psychosen und Motivationsverlust.


Depressionen – Wie wirksam ist Verhaltenstherapie in Ergänzung zu Antidepressiva?

30. Dezember 2012

Wie hilft Verhaltenstherapie bei schweren DepressionenOft sprechen Patienten mit Depressionen nicht auf das erste Medikament an, das der Arzt verordnet. Die Suche nach einem geeigneten Antidepressivum, meistens ein akzeptabler Kompromiss zwischen Wirksamkeit und Nebenwirkungen, kann dann langwierig sein. Eine aktuelle Studie hat eine Kombination aus Medikamenten und Verhaltenstherapie als Alternative untersucht. Wir haben einen Presseartikel zu der Studie von Anfang Dezember übersetzt, die zeigt, dass Verhaltenstherapie die Wirksamkeit von Medikamenten verstärken kann:

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Stimmung eines Patienten mit Depressionen durch eine Kombination von kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) und Antidepressiva verbessert, ist dreimal so hoch wie bei einer Therapie mit Antidepressiva allein. Diese Ergebnisse, die im Lancet vorab online publiziert wurden, sind ermutigende Nachrichten für die zwei Drittel der Patienten mit Depressionen, bei denen Antidepressiva allein zu keinerlei Besserung geführt haben.

Depressionspatienten, die auf eine gezielte Behandlung mit Medikamenten nicht ansprechen, neigen zu wiederholten Schüben von Depressionen. In einer früheren Studie aus dem Jahre 2008 haben holländische Wissenschaftler gezeigt, dass eine KVT-Behandlung bei Patienten mit wiederkehrenden Depressionen sehr effektiv ist.


Wie wirkt sich die Stimmung eines Menschen auf seinen Geldbeutel aus?

27. November 2012

Was-ist-der-Zusammenhang-zwischen-Geld-und-Glück-sFür die meisten Leute dürfte ein gewisser Wohlstand zur Vorstellung von einem glücklichen Leben gehören. In einer aktuellen Studie haben amerikanische Forscher untersucht, ob umgekehrt die Stimmung eines Menschen auch einen Einfluss auf seine Finanzen hat. Wir haben eine Presseerklärung des Herausgebers der Studie von Mitte November übersetzt, die eine Warnung vor Frustkäufen sein sollte:

Die Entscheidungen eines Menschen werden sicherlich von seinen Emotionen beeinflusst. Aber Sie könnten überrascht sein, wie sehr Ihre Emotionen auch Ihren Geldbeutel beeinflussen. Eine neue Studie der Psychologin Jennifer Lerner von der Harvard Kennedy School of Government der Harvard University und ihren Kollegen Yi Le und Elke U. Weber von der Columbia University untersuchte, wie ein Mensch, der keine Geduld hat, weil er traurig ist, zu erheblichem finanziellen Schaden kommen kann. Die Studie wurde jetzt in Psychological Science, einem Journal der Association for Psychological Science, veröffentlicht.

Die Forscher analysierten Daten aus dem Harvard Decision Science Laboratory und dem Center for Decision Sciences an der Columbia University. Sie ließen Testpersonen ein Video ansehen, das ihre Stimmung drückte, und dann ein Gewinnspiel spielen. Die traurigen Testpersonen wurden ungeduldig und kurzsichtig, was sich in finanziellen Entscheidungen zeigte, die zu einem kurzfristig höheren, aber langfristig geringeren Gewinn führten. Deshalb verdienten die traurigen Testpersonen deutlich weniger Geld als Testpersonen, die in einer neutralen Stimmung waren. Sie zeigten einen sogenannten „Present Bias“, eine Präferenz für kurzfristigen Gewinn, bei dem jemand, der eine Entscheidung zu treffen hat, nach sofortiger Befriedigung strebt und dabei einen größeren Gewinn ignoriert, den er machen könnte, wenn er abwarten würde.


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