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Kann man durch Meditation chronische Nackenschmerzen reduzieren?

14. Mai 2015

Was ist eigentlich mit Meditation gemeint? Man verbindet den Begriff ja eher mit fern-östlich religiösen Praktiken z.B. im Buddhismus. In der westlichen modernen Psychotherapie jedoch werden nicht-religiöse meditative Techniken dazu verwendet, sich in Achtsamkeit zu üben. Was meint nun wieder Achtsamkeit? Während der Meditation versucht man, im Hier und Jetzt zu sein ohne seinen Gedanken nachzugehen, sich frei zu machen für den Moment, was letztlich zu Entspannung und Klarheit führt. Es ist vorstellbar, dass ein solcher Zustand Menschen mit hohem Grad an Belastungen und Nöten helfen kann, Stress abzubauen. Deswegen gibt es z.B. das vor 30 Jahren von einem Prof. für Psychotherapie (Jon Kabat-Zinn) entwickelte Programm MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction/Achtsamkeitsbasierte Reduktion von Stress), das sich in begleitend zu Psychotherapie als hilfreich gezeigt hat. Dort lernt man in einem Kurs über 8 Wochen in täglicher Übung Achtsamkeit durch Meditation, Yoga und Beobachtungsübungen, bewusster mit der Psyche, dem Körper und der Umwelt umzugehen. Die im Folgenden übersetzte Studie widmet sich einem solchen Programm und berichtet die positiven Auswirkungen auf Patienten mit chronischen Nackenschmerzen.

Nach einer Studie, die im The Journal of Pain (Zeitschrift für Schmerz) veröffentlicht wurde, kann Meditation eine effektive Behandlung zur Reduktion chronischer Nackenschmerzen sein.
Chronische Nackenschmerzen können zu ernsthaften zusätzlichen Belastungen wie Depressionen führen. Patienten mit chronischen Nackenschmerzen leiden häufig unter Stress. Meditation wurde bei Personen mit chronischen Schmerzen vermehrt als unterstützende Maßnahme eingesetzt.

Forschungsarbeiten zu dem Thema konnten zeigen, dass chronischer Schmerz mit Stress verbunden ist und dass Meditation Stress-reduzierende Auswirkung hat. Deutsche Forscher verglichen die Effekte der Meditation auf Schmerz, das wahrgenommene Ausmaß an Stress und das psychologische Wohlbefinden. Sie stellten die Hypothese auf, dass ein achtwöchiges Meditationsprogramm den Schmerz effektiver reduzieren kann als standardisierte Bewegungsprogramme und dass das Nachlassen des Schmerzes mit einer Stressreduzierung verbunden sei.
Für die Studie wurden 89 Patienten mit chronischen Nackenschmerzen, die erhöhten wahrgenommenen Stress zeigten, zufällig in eine Meditationsgruppe oder eine Bewegungsgruppe eingeteilt. Daten wurden zu Beginn und nach acht Wochen erfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Meditationstraining im Vergleich zur Bewegungsgruppe signifikant die Schmerzen reduzierte und auch die Schmerz-bedingte Belastung nahm in der Meditationsgruppe stärker ab. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zeigten sich in dieser Studie im Bezug auf die Schmerzen während der Bewegung, Einschränkungen durch den Schmerz, psychologische Faktoren und Lebensqualität. In diesen Punkten zeigte frühere Forschung, dass Bewegung einen positiven Einfluss auf Schmerz-bedingtes Erleben hat. Die Autoren schließen, dass Meditation einen eigenständigen Beitrag zur Schmerzreduktion und dem Umgang mit Schmerz bietet.

Übersetzungsquelle:
http://www.sciencedaily.com/releases/2015/02/150225094105.htm

Der Text basiert auf Materialien, die von der American Pain Society zur Verfügung gestellt werden.

Rubrik: Burnout/Stress, Depression, Psychosomatik & Schmerzen, Uncategorized


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