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Sind Mütter eher vor Suizid geschützt?

31. März 2010

Sind Mütter eher vor Suizid geschützt sKinder tragen zum Lebensinhalt und sozialen Rückhalt von Eltern mit bei. Eine neue Studie aus Taiwan zeigt, dass sich diese positive Wirkung auch in einer niedrigeren Selbstmordrate von Müttern ausdrückt. Wir haben die Pressemitteilung des Journalherausgebers von voriger Woche übersetzt:

Kinder zu haben, scheint Frauen vor Suizid zu schützen, denn Mütter von mehreren Kindern begehen seltener Selbstmord. Das zeigt eine Studie, die in der Märzausgabe des CMAJ (Canadian Medical Association Journal) erscheint.

Die Studie untersuchte die Daten von fast 1,3 Millionen Frauen in Taiwan, um die Hypothese des Soziologen Emile Durkheim aus dem Jahre 1897 zu testen, dass Kinder Eltern einen Schutz vor Selbstmord bieten. Bei Frauen, die zwei oder mehr Kinder lebend geboren hatten, war Selbstmord um neununddreißig Prozent seltener als bei Frauen mit nur einem Kind. Die Selbstmordrate bei Müttern von drei oder mehr Kindern war sogar um sechzig Prozent niedriger. Für die Untersuchung wurden die Sterbestatistiken bis zum Stichtag 31. 12. 2007 ausgewertet für alle Frauen, die zwischen 1978 und 1987 ein Kind geboren hatten.

Bisher waren nur kleinere Untersuchungen in industrialisierten Ländern durchgeführt worden. Dagegen analysierte diese Studie eine große Anzahl von Selbstmordfällen (2252) und konnte einen statistisch signifikanten Effekt zeigen.

In Taiwan ist Selbstmord die achthäufigste Todesursache bei Männern und die neunthäufigste bei Frauen. Seit 1999 ist die Selbstmordrate stetig gestiegen. Im Vergleich dazu blieb die Selbstmordrate in den meisten westlichen Länder in den Neunzigerjahren gleich oder nahm ab. Das Verhältnis von Männern zu Frauen ist bei der Selbstmordrate vieler westlicher Länder größer als 3:1. Aber durch die hohe Selbstmordrate bei Frauen in Taiwan ist dort das Verhältnis 2:1. Außerdem sinken in westlichen Ländern die Selbstmordraten bei Frauen, während sie bei Männern steigen.

„Die Ergebnisse zeigen eine eindeutige Tendenz zu einer niedrigeren Selbstmordrate bei zunehmender Anzahl der Kinder, auch wenn man Einflüsse wie das Alter der Mutter bei der Geburt des ersten Kindes, den Ehestand, die Länge der schulischen Ausbildung und den Ort der Geburt berücksichtigt”, schreibt der Autor Dr. Chun-Yuh Yang von der Medizinischen Universität Kaoshiung in Taiwan. „Die Schutzwirkung der Geburt von Kindern vor einem Tod durch Selbstmord war viel größer als nach früheren Schätzungen. Das ist umso bemerkenswerter als die Frauen in dieser Studie jung waren (die allermeisten begingen Selbstmord vor dem Eintritt in die Menopause). Damit waren diese Frauen die jüngsten, die bis jetzt in irgendeinem Land untersucht wurden.“

Kinder zu haben, könnte einen Schutz vor Selbstmord bieten, weil Kinder das Selbstwertgefühl einer Mutter erhöhen. Kinder könnten Mütter auch emotional und materiell unterstützen und ihr eine positive gesellschaftliche Rolle geben. Darüber hinaus könnte Mutterschaft die Vernetzung und den Rückhalt von Frauen in der Gesellschaft fördern. Die Ergebnisse der Studie bestätigen die Hypothese Durkheims.

Quellen:

Canadian Medical Association Journal, 22. März 2010

Yang. Canadian Medical Association Journal, März 2010

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Rubrik: Depression, Glücksforschung, Kinder & Jugendliche, Mensch & Gruppe
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