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Was ist Burn-Out?

24. März 2009

stress burnout s sVor einigen Jahren habe ich für eine Zeitschrift für Rechtsanwälte einen kleinen Artikel verfasst, in dem ich die Symptomatik von Burn-Out zusammengefasst habe. Das gilt alles  natürlich auch heute noch und ist – denke ich – auch für diesen Blog ein nützlicher Beitrag.

Stress – Dauerstress – Burnout: Wege aus dem Teufelskreis

Stress ist ein jedem von uns bekanntes Alltagsphänomen und beschreibt zunächst einmal die einfache Interaktion zwischen einem externen Reiz und einer internen Bewertung und der Reaktion hierauf. Dabei können die externen Reize (z.B. drängende Termine, hohe Erwartungen von Kunden und Kollegen, Bedürfnisse der Familie) so unterschiedlich sein wie die internen Bewertungen des Stress (z.B. Herausforderung vs. Belastung) und die Reaktionen hierauf (z.B. Höchstleistung vs.Verzweiflung). Es gibt sowohl negativen als auch positiven Stress. Selten läßt sich allerdings die Feststellung, ob ein spezifischer Stress nun positiv oder negativ ist, „objektiv“ treffen. Stattdessen liegt es in der Regel an der Bewertung des Einzelnen, ob er eine konkrete Situation als deprimierende Belastung oder als stimulierende Herausforderung erlebt.

Die positive Erfahrung von Stress ist daran gekoppelt, daß Herausforderungen erfolgreich gemeistert werden können, d.h. daß der Stress durch eigenes Handeln reduziert oder eliminiert werden kann. Der Begriff „Dauerstress“ beschreibt eine Wahrnehmung, in der dies nicht mehr gelingt, da sich hinter jeder bewältigten Herausforderung gleich die nächste aufbaut und damit kein regenerativer Zyklus von Spannung und Entspannung mehr gegeben ist.

Der Begriff „Burnout“ wurde entwickelt, um die inneren Reaktionen eines Menschen auf negativ empfundenen Dauerstress zusammenfassen. Menschliche Reaktionen auf subjektiv wahrgenommenen Dauerstress sind so vielfältig wie die Stressoren es sind und die Menschen, die auf Stress reagieren. Gleichwohl lassen sich Häufungen von Symptomen beobachten, die es rechtfertigen, sie zu einer Symptomgruppe, dem sogenannten „Burnout-Syndrom“, zusammenzufassen. Weder läßt sich Burnout auf die Helferberufe eingrenzen (hier nahm die Burnout-Forschung ihren Anfang) noch auf Lehrer (bei denen Burnout eine der häufigsten Ursache für den Vorruhestand ist). Stattdessen betrifft es Manager in Führungspositionen genauso wie Angestellte, Selbständige und Angehörige freier Berufe. Aktuellen Schätzungen zufolge leiden etwa 25% (!) der Berufstätigen in Deutschland unter Burnout. Die Symptome des Burnout sind vielfältig. In der Regel handelt es sich um „Erschöpfungszustände“ sowohl in körperlicher als auch in emotionaler, geistiger und sozialer Hinsicht.

Infobox: Einstellungen, bei denen Burn-out droht

Zusammenfassend läßt sich feststellen: Den Burnouterkrankten ist die Fähigkeit zur natürlichen Regeneration abhanden gekommen. Selbst an Wochenenden und im Urlaub findet keine Erholung mehr statt. Nicht selten leiden sie unter Kopfschmerzen, Verspannungen, Verdauungsstörungen, Magenschmerzen und Herz-/Kreislauf Beschwerden. Von Menschen in ihrer Umgebung werden Burnouterkrankte häufig als wenig belastbar, unwirsch, selbstbezogen und übertrieben selbstmitleidend wahrgenommen. Burnout stellt sich nicht urplötzlich ein, sondern entwickelt sich, meist über mehrere Jahre des zunehmenden Leidensdrucks.

Infobox: Wie Sie Burnout erkennen können

Die gute Nachricht ist: Burnout läßt sich sowohl verhindern als auch behandeln! Im Rahmen der Stressforschung ist inzwischen eine Reihe von erprobten Maßnahmen entwickelt worden, mit denen sich die negativen Auswirkungen von Stress begrenzen lassen. Burnout wird zunehmend von Ärzten als Ursache bislang unerklärlicher Symptome identifiziert und kann von Psychotherapeuten effektiv behandelt werden. Zu den Ansätzen, Burnout wirksam zu behandeln, zählen Entspannungsübungen, mit denen sich körperliche Reaktionen auf Stress kontrollieren lassen, sowie kognitive Methoden, mit denen der subjektiv empfundene Stress nachhaltig reduziert werden kann. Bereits die Erkenntnis, daß es sich bei Burnout nicht um die logische Konsequenz von externen Einflüssen handelt, sondern um eine selbstbestimmt steuerbare subjektive Reaktion, bildet ein wichtiges Fundament, auf dem der Heilungsprozess aufbauen kann.

Was gewinnen Menschen, die sich aus der Burnout-Falle befreit haben? Sie gewinnen neues Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Achtung vor den eigenen Bedürfnissen, einen weniger rebellierenden Körper, neue Lebensbejahung und viele Menschen, die sich darüber freuen, daß man aus dem Tunnel wieder zu ihnen zurückgekehrt ist.

Infobox: Was Sie gegen Burnout unternehmen können

Autorin: Dr. Rose Shaw, München

Quelle:

Partner-Newsletter Dr. Görler

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Rubrik: Burnout/Stress
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