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Sind Videospiele für Kinder gefährlich?

22. Dezember 2009

video games sBeim Thema Video- und Computerspiele scheiden sich die Geister von Eltern. Kürzlich hat eine Studie den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass solche Spiele durchaus ihr Gutes haben, weil sie die visuelle Wahrnehmung von Spielern schärfen. Vor ein paar Tagen erschien ein Pressebericht über die Untersuchung, den ich übersetzt habe:

Wollen Ihre Kinder dieses Jahr eine Wii, PlayStation oder Xbox 360? Dieses Weihnachten gibt es beliebte Spielsysteme zuhauf, und Spiele zum Adrenalinpumpen und Scharfschießen. Was sollen Eltern also tun? Gibt es etwas, das all die Stunden wettmacht, die Teens wie gelähmt mit diesen Videospielen zubringen?

Eine neue Studie in Current Directions in Psychological Science, einem Journal der Association for Psychological Science, zeigt, dass regelmäßige Spieler Informationen schnell und präzise verarbeiten können. Und das nicht nur beim Spielen, sondern auch in wirklichen Lebenssituationen.

Für ihre Untersuchung sahen Matthew Dye, Shawn Green und Daphne Bavelier, Psychologen von der University of Rochester in den USA, die gesamte wissenschaftliche Literatur durch, die über Videospiele existiert, und kamen dabei zu ein paar überraschenden Ergebnissen. Zum Beispiel fanden sie, dass begeisterte Spieler nicht nur bei ihrem Lieblingsspiel schneller wurden, sondern auch bei einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Labortests für Reaktionszeiten.

Auch viele Skeptiker sind sich darin einig, dass Spieler schnell sind. Aber sie meinen, ihre Genauigkeit lässt nach je schneller sie spielen. Dye und seine Mitarbeiter fanden jedoch das Gegenteil: Die Genauigkeit von Spielern (beim Spiel oder in Labortests) leidet nicht darunter, wenn sie schneller werden. Die Wissenschaftler glauben, das liegt an der verbesserten visuellen Wahrnehmung eines Spielers. Wenn jemand Videospiele spielt, erhöht das die Leistungsfähigkeit seines geistigen Rotationsvermögens, seines visuellen und räumlichen Gedächtnisses und bei Aufgaben, die eine geteilte Aufmerksamkeit erfordern.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass ein Training mit Videospielen möglich sein könnte, dass Geschlechterunterschiede beim Verarbeiten visueller und räumlicher Reize vermindert und manchen geistigen Abbauprozessen des Alterns entgegenwirkt.

Quellen:

ScienceDaily, 18. Dez 2009

Dye et al. Current Directions in Psychological Science, Dez 2009

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Rubrik: Kinder & Jugendliche
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