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Können Wellness-Programme am Arbeitsplatz der Produktivität schaden?

12. Oktober 2011

Kann Tai Chi Stress, Ängste und Depressionen abbauen helfenBeruflicher Dauerstress bis zum Burn-out kann zu erheblichen Produktivitätseinbußen führen. In Amerika bieten daher immer mehr Arbeitgeber ihren Mitarbeitern betriebliche Wellness-Programme, zu denen auch Sport gehört. Eine aktuelle Studie hat den Einfluss eines dieser Programme auf die Produktivität untersucht. Wir haben einen Presseartikel zu der Studie von Anfang Oktober übersetzt, die zeigt, dass Sport nicht immer die richtige Methode ist, um Stress abzubauen:

Wenn Arbeitnehmer Sport machen, um Stress auf der Arbeit besser bewältigen zu können, kann ihre Arbeitsproduktivität in Wirklichkeit sogar sinken. Das zeigt eine Studie in der Oktoberausgabe des Journals of Occupational and Environmental Medicine, dem offiziellen Journal des American College of Occupational and Environmental Medicine (ACOEM).

Die Studie unter Leitung von Dr. Jeffrey J. VanWormer von der Marshfield Clinic Research Foundation in den USA untersuchte den Zusammenhang zwischen Stressniveau, körperlicher Aktivität und Produktivität an 2 823 Arbeitnehmern in Minnesota. Die Ergebnisse zeigten, dass im Allgemeinen ein Zusammenhang zwischen hohem Stressniveau und größerem Produktivitätsverlust besteht. Außerdem waren Arbeitnehmer mit einem höheren Body Mass Index weniger produktiv. Dieser Effekt war unabhängig von anderen Faktoren.

Nach Korrektur für Unterschiede beim Body Mass Index zeigten die Daten eine signifikante Interaktion zwischen körperlicher Aktivität und Stressniveau. Bei sehr gestressten Arbeitnehmern war ein hoher Grad an körperlicher Aktivität mit einem signifikanten Produktivitätsverlust verbunden. Dagegen war bei Arbeitnehmern mit einem relativ niedrigen Stressniveau der Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Produktivität weniger stark ausgeprägt.

Zum Beispiel war bei Arbeitnehmern mit Übergewicht, die sieben Stunden pro Woche Sport machten, der geschätzte Produktivitätsverlust elf Prozent, wenn sie sehr gestresst waren, aber nur zwei Prozent, wenn sie weniger gestresst waren.

Wellness-Programme am Arbeitsplatz, die die Gesundheit von Arbeitnehmern verbessern, steigern im Allgemeinen die Produktivität. Die Studie bietet neue Erkenntnisse über den Einfluss von Stress auf die Produktivität, besonders in Verbindung mit Sport und anderen Lebensstilfaktoren.

Die Ergebnisse zeigen, dass bei einem hohen Stressniveau ein Zusammenhang zwischen stärkerer körperlicher Aktivität und verminderter Produktivität besteht. Die Forscher schreiben: „Das könnte bedeuten, dass manche Menschen ein höheres Stressniveau im Wesentlichen dadurch bewältigen, dass sie mehr Sport treiben und weniger arbeiten.“ Um die Gesundheit und Produktivität von Arbeitnehmern zu fördern, ist Stressmanagement „ökonomisch mindestens genauso bedeutend“ wie mehr traditionelle Lebensstilfaktoren, fahren Dr. VanWormer und seine Mitarbeiter fort. Sie fordern mehr Untersuchungen, um die besten Methoden zur Stressreduktion am Arbeitsplatz zu identifizieren.

Quellen:

Medical News Today, 5. Okt 2011

VanWormer et al. J. Occupational & Environmental Medicine, Okt 2011

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Rubrik: Burnout/Stress, Leistungsfähigkeit
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