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Kann Spielen kreatives Denken fördern?

1. März 2012

Warum-wecken-Gerüche-Kindheitserinnerungen-1-300x199Die Künstler der Antike glaubten, dass ihre Inspiration von den Musen, den Schutzgöttinnen der Künste kam. Dass noch heute der Begriff „Muse“ wie selbstverständlich zur Kunst gehört, zeigt, dass jeder kreative Mensch irgendeine Inspiration, eine Muse eben braucht. Eine neue Studie hat untersucht, ob das Nachspielen von Redewendungen über Kreativität Leute inspirieren kann. Wir haben die Presseerklärung des Herausgebers der Studie übersetzt, die demnächst erscheinen soll:

Wünschen Sie sich über Ihren Tellerrand hinausschauen zu können? Vielleicht sollten Sie es einmal mit einem wirklichen Teller probieren. In einer Studie, die in einer der nächsten Ausgaben von Psychological Science, einem Journal der Association for Psychological Science, erscheinen wird, ließen Forscher Studenten über Lösungen für diverse Probleme nachdenken, während sie verschiedene bildliche Ausdrücke für kreatives Denken nachspielten. Die Ergebnisse zeigten, dass sie dadurch tatsächlich kreativer denken konnten.

Die Autoren der neuen Studie ließen sich durch Metaphern inspirieren, die aus Chefetagen, Filmstudios und Forschungslabors aus der ganzen Welt stammten und kreatives Denken bildlich ausdrücken, sowie durch frühere Untersuchungen, die ähnliche Verbindungen zwischen Körper und Geist gezeigt hatten. Angela Leung von der Singapore Management University und ihre Kollegen von der University of Michigan und der Cornell University wollten wissen, ob für Metaphern über Kreativität das Gleiche gilt. „Kreativität ist eine sehr begehrte Fähigkeit“, schreiben sie. „Es gibt ausgesprochen viele Metaphern für kreatives Denken, die wir im Alltag verwenden.“ Ihre Experimente testeten nicht nur Metaphern, die einfach schon vorhandenes Wissen aktivieren. Sie zeigten auch zum ersten Mal, dass manche Metaphern „funktionieren“, indem sie psychologische Prozesse aktivieren, die Menschen helfen neue und damit kreative Ideen zu entwickeln.

Leute reden davon beim Nachdenken „über den Tellerrand hinauszuschauen” oder Probleme „von einer Seite und von der anderen“ zu betrachten. Also dachten sich Leung und ihre Kollegen Experimente aus, bei denen Leute diese Metaphern nachspielten. Bei einem Experiment saßen Versuchspersonen entweder in oder außerhalb einer 1,50 mal 1,50 Meter großen Umzugskiste. [Die englische Redewendung „think outside the box“, wörtlich: „nicht wie in einer Kiste denken“ entspricht dem deutschen „über den Tellerrand hinausschauen“.] Davon abgesehen war der Versuchsaufbau identisch und die Leute fühlten sich in ihrer Kiste nicht klaustrophobisch. Den Teilnehmern wurde erklärt in der Studie ginge es um unterschiedliche Arbeitsbedingungen. Die Versuchspersonen machten einen Test, der häufig benutzt wird, um die Kreativität von Leuten zu testen. Dabei schnitten die Personen außerhalb der Kiste besser ab als die in der Kiste.

Bei einem anderen Experiment sollten ein paar Testpersonen die zwei Hälften von zerschnittenen Bierdeckeln zusammensetzen, bevor sie einen psychologischen Test machten – ein physisches Nachspielen der Redewendung „zwei und zwei zusammenzählen“. Wenn Personen die Metapher nachgespielt hatten, konnten sie besser „konvergent denken“, ein Teil der Kreativität, bei der viele mögliche Lösungen zusammengefügt werden müssen, bis schließlich eine funktioniert. Ein anderes Experiment zeigte, dass Leute mehr originelle Ideen hatten, wenn sie nicht geradeaus laufen mussten, sondern frei herumlaufen („aus der Reihe tanzen“) konnten. Auch wenn sie die Metapher „auf der einen Seite, auf der anderen Seite“ nachspielten, konnten Leute kreativer denken.

All das zeigt, dass an den Redewendungen, die wir benutzen, wenn wir von Kreativität sprechen, etwas Wahres dran ist. „Draußen einen kleinen Spaziergang machen oder auf und ab gehen kann uns helfen aus festgefahrenen Gedanken auszubrechen“, sagt Leung. „Außerdem sollte man darüber nachdenken, ob man nicht von Dilberts Boxen wegkommt und dafür offene Büroflächen schafft, die Menschen geistig befreien.“

Quelle:

Association for Psychological Science, 18. Jan 2012

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Rubrik: Leistungsfähigkeit, Mensch & Gruppe
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