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Fördert Musik die Gehirnentwicklung?

18. Mai 2011

music and dancing smallVor einigen Jahren erweckte der sogenannte Mozart-Effekt großes Interesse in der Öffentlichkeit. Ob Mozart hören wirklich schlau macht, ist bis heute nicht geklärt. In einer neuen Studie verglichen Forscher die Gehirne und geistigen Fähigkeiten von professionellen und Amateurmusikern. Dabei schnitten die Profis deutlich besser ab. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie von Anfang Mai übersetzt, die Musik als eine effektive Form des Gehirntrainings empfiehlt:

Eine neue Untersuchung zeigt, dass die Gehirne von Musikern hoch entwickelt sind, sodass Musiker aufmerksam sind, gerne lernen und dazu neigen das große Ganze zu sehen, sie sind ruhig und verspielt. Frühere Studien haben gezeigt, dass die gleichen Eigenschaften auch Weltklassesportler, Spitzenmanager und Anhänger der transzendentalen Meditation kennzeichnen.

Die neue Studie wurde von Fred Travis, Maharishi University of Management in den USA, Harald Harung, Fachhochschule Oslo in Norwegen und Yvonne Lagrosen, Fachhochschule West in Schweden durchgeführt. Die beobachteten Merkmale sind charakteristisch für eine hohe geistige und Gehirnentwicklung und scheinbar ein Zeichen dafür, dass ein Mensch grundsätzlich das Potenzial hat bei etwas wirklich, wirklich gut zu werden.

Die Forscher quantifizieren die geistige und Gehirnentwicklung mit verschiedenen Methoden. Im EEG kann man bei der elektrischen Gehirnaktivität von Menschen mit einem hoch entwickelten Geist und Gehirn spezifische Muster beobachten. Sie haben gut koordinierte Stirnlappen, Gehirnregionen, die für höhere geistige Funktionen wie Planung und logisches Denken zuständig sind. Ein anderes Merkmal ist die Dominanz bestimmter EEG-Frequenzen, der sogenannten Alphawellen, in der Gehirnaktivität. Alphawellen treten auf, wenn das Gehirn Details zu einem Ganzen zusammenfügt. Weiter zeigt das EEG, dass Menschen mit einem hoch entwickelten Geist und Gehirn ihre Gehirnressourcen ökonomisch nutzen. Sie sind aufmerksam und bereit zu handeln, wenn die Situation es erfordert, aber wenn nicht, sind sie entspannt und nehmen eine abwartende Haltung ein.

Außerdem benutzen die Forscher zwei Fragebögen, um die geistige und Gehirnentwicklung zu quantifizieren. Der eine testet die Fähigkeit moralisch zu argumentieren. Hier haben Menschen mit einem hoch entwickelten Geist und Gehirn höhere Werte. Für den anderen Test werden Menschen nach sogenannten Gipfelerlebnissen befragt. Diese werden als eine höhere Bewusstseinsebene beschrieben. Der Mensch hat ein intensives Gefühl des Glücks, der Harmonie und des Überschreitens von Grenzen. Menschen mit einem hoch entwickelten Geist und Gehirn haben viele solcher Gipfelerlebnisse.

Fred Travis betont, dass jede Aktivität das Gehirn verändert. Transzendentale Meditation und Musik machen sind Dinge, mit denen sich ein Mensch beschäftigen sollte, der möchte, dass sich sein Geist in die richtige Richtung verändert. Gute Fortschritte kann man aber auch machen, wenn man allgemeine Ratschläge für die Gesundheit befolgt: genug schlafen, Sport treiben, gesund essen und keine Drogen nehmen. Wie ein Mensch denkt, spielt auch eine Rolle.

„Wenn jemand ein sehr neidischer, wütender und gemeiner Mensch ist und so über andere Leute denkt, wird das in seinem Gehirn verstärkt. Aber wenn er sehr großzügig und offen ist und seinen Mitmenschen hilft, wird er andere Verbindungen haben“, sagt Fred Travis.

Quellen:

AlphaGalileo, 5. Mai 2011

Travis et al. Consciousness and Cognition, April 2011

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Rubrik: Hirnforschung, Leistungsfähigkeit
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