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Wie lässt sich zu wenig Schlaf „nachholen”?

6. November 2009

Viele Menschen bekommen auch bei einem vernünftigen Lebensstil nicht genügend oder unregelmäßig Schlaf, zum Beispiel weil es ihr Beruf gar nicht anders zulässt. In einer aktuellen Studie machen Forscher nun einen neuen Vorschlag: Man kann Schlaf ansparen. Ich habe das Wesentliche zusammengefasst.

Chronischer Schlafentzug gehört für die meisten Amerikaner zum normalen Alltag. Aber Schlafmangel lässt sich nicht einfach ausgleichen, indem man samstags lange ausschläft. Seit Jahren wissen Schlafforscher aus ihren Untersuchungen, dass es eine Woche oder noch länger dauern kann, bis die Spuren verblassen, die Schlafmangel an der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit hinterlässt – sogar dann noch, wenn man wieder mehr geschlafen hat.

Eine Studie von Belenky und Mitarbeitern vom Walter Reed Army Institute of Research in den USA aus dem Jahre 2003 hat zum Beispiel die Wirkung untersucht, die eine Woche Schlafmangel auf die Geistesgegenwart hat. Nach dem Schlafentzug konnten die Versuchsteilnehmer zur Erholung drei Tage lang jede Nacht mindestens acht Stunden schlafen. Die Ergebnisse zeigten, dass der „Erholungs”-Schlaf den Leistungsabfall in einem Test für Reaktionszeiten und bei anderen psychomotorischen Aufgaben nicht wieder vollständig rückgängig machte. Besonders sichtbar war dieser Effekt bei Testpersonen, die während der Woche Schlafmangel nur drei oder fünf Stunden pro Nacht schlafen durften.

In einer ähnlichen Studie von 2008 gönnten Axelsson und Mitarbeiter am Karolinska-Institut in Stockholm Testpersonen fünf Tage lang jede Nacht nur vier Stunden Schlaf. Dann konnten sich die Versuchsteilnehmer eine Woche lang bei acht Stunden Nachtschlaf „erholen”. In Tests, die für länger Wachsamkeit erfordern, waren ihre Reaktionszeiten auch am Ende der Woche noch nicht wieder normal, sondern schwankten erheblich, obwohl sie sich selbst für nicht mehr schläfrig hielten.

Nun fanden Rupp und Mitarbeiter in einer aktuellen Studie, auch am Walter Reed Army Institute of Research, dass Menschen sich viel schneller von einer Woche Schlafmangel erholten, wenn sie zuvor eine Woche lang Schlaf „angespart“ hatten. Testpersonen, die zur Vorbereitung eine Woche lang nachts zehn Stunden Bettruhe hatten, erholten sich deutlich besser vom Schlafmangel als eine Vergleichsgruppe mit ihrer gewohnten Bettruhe von durchschnittlich sieben Stunden.

Wenn Sie also wissen, dass Ihnen eine Woche mit wenig Schaf bevor steht, versuchen Sie auf Vorrat zu schlafen und nicht erst danach. Denn um chronischen Schlafmangel auszugleichen, reicht einmal länger ausschlafen nicht.

Quellen:

Belenky et al. Sleep, 2003

Axelsson et al. Chronobiol Int, 2008

Rupp et al. J Sleep Res, 2009

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Rubrik: Burnout/Stress, Schlafstörungen
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