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Was verraten Aussagen über andere über die eigene Befindlichkeit?

22. August 2010

Was verraten Aussagen über andere über die eigene BefindlichkeitWie wir etwas wahrnehmen, hängt sehr von unserer Stimmung ab, zum Beispiel ob wir relaxt oder gestresst sind. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass die Wahrnehmung auch von der Persönlichkeit des Menschen geprägt wird, die positiv oder negativ sein kann. Wir haben die Pressemitteilung der Universität zu der Studie von Anfang des Monats übersetzt, deren Ergebnisse helfen könnten, „negativen“ Menschen positive Denk- und Verhaltensweisen zu erleichtern:

Wie positiv ein Mensch andere sieht, hängt damit zusammen, wie glücklich, warmherzig und emotional stabil er selbst ist. Das zeigt die neuste Untersuchung eines Psychologieprofessors von der Wake Forest University in den USA.

„Wie wir andere wahrnehmen, offenbart so viel über unsere eigene Persönlichkeit”, sagt Dustin Wood, Assistant Professor für Psychologie an der Wake Forest University und erster Autor der Studie, über seine Ergebnisse. Die Forscher baten jeden der Studienteilnehmer, die positiven und negativen Eigenschaften von nur drei Menschen zu bewerten, und konnten so wichtige Informationen über das Wohlbefinden, die psychische Gesundheit und die sozialen Einstellungen des Bewerters herausfinden, und wie er selbst von anderen beurteilt wurde.

Die Studie erscheint in der Juliausgabe des Journals of Personality and Social Psychology. Die anderen Autoren sind Peter Harms von der University of Nebraska und Simine Vazire von der Washington University in St. Louis in den USA.

Die Forscher stellten fest, dass die Tendenz eines Menschen, andere positiv zu beschreiben, ein wichtiger Indikator dafür ist, wie positiv seine eigenen Persönlichkeitseigenschaften sind. Sie fanden einen besonders starken Zusammenhang zwischen der positiven Bewertung anderer, und wie enthusiastisch, glücklich, warmherzig, höflich, emotional stabil und kompetent sich ein Mensch selbst beschreibt und von anderen beschrieben wird.

„Wenn wir andere positiv sehen, offenbart das unsere eigenen positiven Charakterzüge”, sagt Wood.

Weiter stellte die Studie fest, wie positiv jemand andere Menschen sieht, zeigt, wie zufrieden er mit seinem eigenen Leben ist, und wie beliebt er bei anderen ist.

Dagegen besteht ein Zusammenhang zwischen einer negativen Wahrnehmung anderer und einem hohen Grad an Narzissmus (Selbstbezogenheit) und antisozialem Verhalten. „Ausgesprochen viele negative Persönlichkeitsmerkmale sind mit einer negativen Sicht anderer Menschen assoziiert”, sagt Wood. „Schon allein die Tendenz, andere Menschen negativ zu sehen, weist auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Depressionen und verschiedene Persönlichkeitsstörungen hin.” Eine negative Wahrnehmung anderer könnte mehreren Persönlichkeitsstörungen zugrunde liegen. Daher könnte die Entwicklung von Methoden, die Menschen zu einer positiven Sicht anderer verhelfen, es ihnen leichter machen, Verhaltensmuster aufzugeben, die mit mehreren verschiedenen Persönlichkeitsstörungen gleichzeitig assoziiert sind, sagt Wood.

Die Untersuchung zeigt, wenn Sie jemanden um seine Einschätzung von der Persönlichkeit eines bestimmten Mitarbeiters oder Bekannten bitten, können Sie genauso viel über den Menschen erfahren, der die Persönlichkeitsbeschreibung abgibt, wie über den Menschen, den er beschreibt. Wie negativ der Bewertende den anderen Menschen beschreibt, kann tatsächlich zeigen, dass der andere negative Eigenschaften hat. Aber es kann aber auch ein Zeichen dafür sein, dass der Bewertende unglücklich, unsympathisch, neurotisch ist – oder andere negative Persönlichkeitseigenschaften hat.

In dieser Studie kannten sich die Teilnehmer und bewerteten einander gegenseitig. Es waren Studienanfänger an einem College, die Bekannte aus ihrem Studentenwohnheim bewerteten, und Mitglieder studentischer Organisationen, die andere aus ihrer Organisation bewerteten. Für alle Tests bewerteten die Teilnehmer reale Menschen, und wie positiv die Bewertungen ausfielen, hing von den Persönlichkeitseigenschaften der Teilnehmer selbst ab.

Ein Jahr später wertete Wood die gleichen Studienteilnehmer noch einmal aus und ließ sie ihre Kommilitonen ein zweites Mal bewerten. Die Ergebnisse zeigten eindeutig, wie positiv wir andere in unserem sozialen Umfeld wahrnehmen, ist ein hoch stabiles Merkmal, dass sich im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändert.

Quellen:

Wake Forest University, 2.8.10

Wood et al. Journal of Personality & Social Psychology, Juli 2010

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Rubrik: Mensch & Gruppe
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