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Was macht Kinder glücklich?

27. April 2011

Sind Mütter eher vor Suizid geschützt sEine neue Studie englischer Forscher hat die Zufriedenheit von Kindern in der Familie untersucht und zeigt, dass Kinder in einer „heilen“ Familie am glücklichsten sind. Was Kinder aus ihrer Sicht darunter verstehen, ist aber zum Teil schon etwas überraschend. Wir haben die Presseerklärung der Forscher von Anfang April übersetzt, die die Rolle der Mutter betont:

Wie zufrieden Kinder und Jugendliche mit ihrer Familiensituation sind, hängt eindeutig mit der Qualität der Beziehung zu ihren Eltern zusammen und insbesondere mit der Zufriedenheit ihrer Mutter. Das zeigen die ersten Ergebnisse von Understanding Society (Die Gesellschaft verstehen), der weltweit größten Untersuchung über Familienhaushalte, die unter Leitung von Forschern des Institute for Social and Economic Research (ISER) an der University of Essex in Großbritannien durchgeführt wird.

Als Teil der Studie, die 40 000 britische Haushalte über einen Zeitraum von mehreren Jahren beobachten soll, haben die Forscher Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren befragt, wie zufrieden sie mit ihrem Leben sind. Die Ergebnisse zeigen, dass für ein Kind die Zufriedenheit der Mutter in ihrer Partnerschaft wichtiger ist als die des Vaters. Die Ergebnisse beruhen auf den Daten von zunächst 6 441 Frauen, 5 384 Männern und 1 268 Kindern und Jugendlichen.

Insgesamt sind 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit ihrer Familiensituation „völlig zufrieden“. Aber in Familien, wo die Mutter des Kindes in ihrer Partnerschaft nicht glücklich ist, sagen nur 55 Prozent der Kinder und Jugendlichen, dass sie mit ihrer Familiensituation „völlig zufrieden“ sind – im Vergleich zu 73 Prozent der Kinder und Jugendlichen, deren Mütter in ihrer Partnerschaft „wunschlos glücklich“ sind.

Die Langzeitstudie Understanding Society untersuchte die Beziehungen von verheirateten oder unverheirateten Paaren und das Verhältnis von Eltern und ihren Kindern. Professor John Ermisch, Dr. Maria Iacovou und Dr. Alexandra Skew vom Institute for Social and Economic Research stellten fest, dass Kinder am glücklichsten sind, wenn sie mit zwei Eltern– biologische oder Stiefeltern – zusammenwohnen, keine kleineren Geschwister haben, sich nicht regelmäßig mit ihren Eltern streiten, mindestens dreimal die Woche abends mit ihrer Familie zusammen essen und ihre Mutter in ihrer Partnerschaft glücklich ist.

Dr. Maria Iacovou meint zu den Ergebnissen: „In einer Zeit, in der sich viele Politiker Sorgen um das ‚kaputte Großbritannien’ machen, zeigen diese Ergebnisse, dass die Beziehungen in der Familie und die Zufriedenheit der Eltern einen entscheidenden Einfluss auf die Zufriedenheit junger Menschen haben. Entgegen der landläufigen Meinung, dass Kinder immer nur Videospiele spielen oder fernsehen möchten, haben wir festgestellt, dass sie am glücklichsten sind, wenn sie mit ihren Eltern oder Geschwistern zusammen sind.“

Die Untersuchung zeigt weiter, dass ältere Geschwister keinen Einfluss auf die Zufriedenheit von Kindern mit ihrer Familie haben. Doch wenn es jüngere Geschwister im Haushalt gibt, sind Kinder weniger zufrieden, und dieser Effekt ist umso größer, je mehr jüngere Geschwister im Haushalt sind. Aber die Beziehungen zu den Eltern sind sogar noch wichtiger als die Beziehungen zu den Geschwistern. Nur 28 Prozent der Kinder, die öfter als einmal in der Woche Streit mit ihren Eltern haben, und die wichtige Dinge nicht mit ihren Eltern besprechen, sind mit ihren Familien völlig zufrieden.

Dr. Iacovou meint: „Zusammen betrachtet zeigen diese Ergebnisse die komplexen Einflüsse verschiedener Beziehungen in der Familie auf die Zufriedenheit eines Kindes. Im Laufe der Jahre, die Understanding Society das Leben von Familien in Großbritannien weiter verfolgt, werden wir ein noch genaueres Bild zeichnen, wie das Leben von Kindern durch alle möglichen Faktoren beeinflusst wird. Understanding Society wird sicher zu einer fantastischen Ressource werden für jeden, der ein Interesse am Wohlergehen von Kindern hat.”

Quellen:

Economic & Social Research Council, 3. April 2011

Understanding Society

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Rubrik: Glücksforschung, Kinder & Jugendliche, Mensch & Gruppe
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