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Können Freunde Kinder vor Depressionen bewahren?

3. Februar 2011

Können Freunde Kinder vor Depressionen bewahrenWenn Menschen an Depressionen erkranken, hat das oft zur Folge, dass sie sozial mehr und mehr isoliert werden. Eine neue Studie zeigt, dass umgekehrt bei Kindern, die allzu schüchtern sind, soziale Isolation auch den Grundstein für Depressionen späterer im Leben legen kann. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie vom Dezember übersetzt, die die Bedeutung von Freundschaften gerade für sehr in sich gekehrte Kinder betont:

Kinder, die keine Freunde haben, können zu sozialen Außenseitern werden und haben ein erhöhtes Risiko, als Jugendliche an Depressionen zu erkranken. Das zeigt eine neue Untersuchung von kanadischen und amerikanischen Wissenschaftlern der Concordia University, der Florida Atlantic University und der University of Vermont, die in der Zeitschrift Development and Psychopathology veröffentlicht wurde. Aber die Studie zeigt auch, dass für die meisten schüchternen und verschlossenen Kinder Freunde zu einer Art Schutz vor der Traurigkeit werden können.

„Wenn ein Kind verschlossen ist, hat das auf lange Sicht Auswirkungen, die bleibend und negativ sind“, sagt der erste Autor der Studie William M. Bukowski, Professor für Psychologie und Direktor des Forschungszentrums für Entwicklung des Menschen an der Concordia University in Kanada. „Wir stellten fest, dass Kinder, die sich zurückziehen, mit der Zeit immer trauriger und depressiver wurden.“

An der dreijährigen Studie nahmen insgesamt 130 Mädchen und 101 Jungen aus der dritten bis fünften Klasse teil. Die Kinder sollten selbst einschätzten, für wie schüchtern sie sich hielten, oder wie oft sie lieber allein waren. Dabei stellte das Forscherteam fest, dass Gleichaltrige dazu neigten, Kinder mit einem schlecht angepassten Sozialverhalten auszuschließen, die sie für allzu aggressiv oder unreif hielten.

Im Vergleich zu Kindern, die keine Freunde hatten, sagten Kinder mit Freunden seltener, dass sie sich depressiv fühlten. „Freundschaft reißt Kinder aus ihrer Verschlossenheit heraus und verhindert ihre negativen Langzeitfolgen“, sagt Dr. Bukowski, der auch einen Lehrstuhl für Psychologie an der Concordia University hat. „Freundschaft fördert die Widerstandsfähigkeit und schützt gefährdete Kinder vor internalisierenden Problemen wie Depressions- und Angstgefühlen.“

Verschlossenheit kann Folgen haben, die nicht nur vorübergehend sind. „Man nimmt an, dass genauso, wie ein Schneeball rasch größer wird, wenn er einen Berg hinunterrollt, auch ein Anpassungsproblem immer größer wird, wenn es sich verschlimmert“, sagt Dr. Bukowski. „Wenn sie isoliert sind und von Gleichaltrigen ausgeschlossen werden, können Depressionsgefühle bei Kindern stärker werden, und diese negativen Gefühle können im Laufe der Pubertät eskalieren.“

Um Ablehnung durch Gleichaltrige zu vermeiden, ist es entscheidend, dass ein Kind mindestens einen Freund hat. „Auch nur einen Freund zu haben, kann verschlossenen und schüchternen Kindern einen Schutz bieten“, sagt Dr. Bukowski. „Unsere Studie zeigt erneut, wie wertvoll Freunde sind, die wie ein Schutzschild gegen negative soziale Erfahrungen wirken.“

Quellen:

Concordia University, 15.12.10

Bukowski et al. Development and Psychopathology, Okt 2010

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Rubrik: Depression, Kinder & Jugendliche, Mensch & Gruppe
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