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Haben Kinder, die viel fernsehen, häufiger psychische Probleme?

15. November 2010

Haben Kinder, die viel fernsehen, häufiger psychische ProblemeEin Grundschulkind in Deutschland sieht pro Tag durchschnittlich 90 Minuten fern ? sehr zum Ärger mancher Eltern, obwohl sie es selbst im Schnitt auf 210 Minuten pro Tag bringen. Eine aktuelle Studie hat den Einfluss von Fernsehen und körperlicher Aktivität auf das Wohlbefinden von Kindern untersucht und zeigt, dass der Zusammenhang komplexer ist, als man vielleicht denkt. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie vom Oktober übersetzt, die vor zu viel Fernsehen bei Kindern warnt:

Kinder, die täglich mehr als zwei Stunden vor dem Computerbildschirm oder dem Fernseher verbringen, haben häufiger seelische Probleme, egal wie körperlich aktiv sind. Für das PEACH-Projekt, eine Studie an mehr als tausend Kindern im Alter von zehn bis elf Jahren, maßen Forscher die Zeit, die Kinder vor dem Bildschirm verbrachten, und untersuchten ihr seelisches Wohlbefinden. Außerdem zeichneten die Forscher mit einem Bewegungssensor auf, wie lange die Kinder saßen oder körperlich mäßig aktiv waren. Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder, die in ihrer Freizeit länger als zwei Stunden pro Tag fernsahen oder den Computer nutzten, höhere Messwerte für seelische Schwierigkeiten hatten. Dieser Effekt war unabhängig davon, wie lange sie körperlich aktiv waren.

Die Autoren der Studie, die in der Novemberausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift Pediatrics erscheint, kommen zu dem Schluss, dass es wichtig sein könnte, die Zeit von Kindern vor dem Bildschirm zu begrenzen, um die spätere Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder sicherzustellen.

Die Messwerte für die körperliche Aktivität zeigten, dass die Kinder in der Studie, die mehr Zeit im Sitzen verbrachten, die insgesamt besseren psychologischen Werte hatten. Kinder, die körperlich aktiver waren, erreichten in manchen Bereichen bessere psychologische Testwerte. Zum Beispiel hatten sie weniger emotionale Probleme und kamen besser mit Gleichaltrigen zurecht. Aber in anderen Bereichen des Tests, die Verhaltensprobleme wie Überaktivität maßen, schnitten sie schlechter ab.

Die erste Autorin Dr. Angie Page vom Centre for Exercise, Nutrition and Health Sciences der University of Bristol in England sagt: „Wenn Kinder nur wenig Zeit vor dem Bildschirm verbringen, ist das vielleicht kein Problem. Aber man kann sich nicht darauf verlassen, dass körperliche Aktivität viele Stunden vor dem Bildschirm ,kompensiert’.“

„Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit seelischer Schwierigkeiten bei Kindern und länger als zwei Stunden pro Tag fernsehen oder Computerspiele spielen, der unabhängig davon ist, wie aktiv Kinder sind.“

Das seelische Wohlbefinden der Kinder wurde mithilfe eines „Fragebogens zu Stärken und Schwächen“ untersucht, mit dem sich seelische Probleme bei Kindern (emotionale, mit Gleichaltrigen, dem Verhalten und Überaktivität) quantifizieren lassen.

Die Kinder schätzten die Richtigkeit verschiedener Aussagen über sie selbst auf einer Dreipunkteskala ein (als nicht, teilweise oder eindeutig zutreffend). Aussagen, um ihr emotionales Wohlbefinden zu bewerteten, waren zum Beispiel „Ich bin oft unglücklich oder niedergeschlagen; ich muss häufig weinen.“ Aussagen, um ihre Probleme mit Gleichaltrigen zu bewerteten, waren unter anderem „Ich bin meistens für mich alleine; ich beschäftige mich lieber mit mir selbst.“

Quellen:

University of Bristol News, 11.10.10

Page et al. Pediatrics, Nov 2010

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Rubrik: Kinder & Jugendliche, Medienkonsum
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