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Gibt es bei Kindern einen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Depressionen?

2. Februar 2009

In der heutigen Ausgabe des Magazins Sleep ist eine Studie veröffentlicht, in der Forscher des Goldsmiths College, London den Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Depressionen näher beleuchten. Nach eigener Aussage ist dies die erste sogenannte „Zwillingsstudie“ zu dem Thema. Untersuchungen von Zwillingen, die entweder gemeinsam oder getrennt aufgewachsen sind eignen sich sehr gut, um den Einfluss von genetischen vs. Umwelt-Einflüssen auf Verhalten näher zu bestimmen.

Ausgangspunkt der Studie ist der bereits bekannte Befund, dass Schlafstörungen und Depressionen bei Kindern miteinander verknüpft sein können. Die Frage war nun: Liegt es daran, dass beide – Schlafstörungen und Depressionen – gemeinsame Ursachen haben? Oder daran, dass die beiden sich gegenseitig bedingen? Tatsächlich bestätigten die Forscher, dass Schlafstörungen bei Kindern einer (unter mehreren) Risikofaktoren sind, um Depressionen vorherzusagen. Anders herum betrachtet sind Depressionen bei Kindern jedoch kein Prediktor für Schlafstörungen.

Der eigentlich interessante Befund der Studie ist jedoch ein anderer: Mit zunehmendem Alter (die Zwillinge wurden zunächst im Alter von 8 Jahren untersucht und später im Alter von 10) ließ sich der Zusammenhang zwischen Schlafstörung und Depression eher durch Umwelteinflüsse erklären als durch genetische Veranlagung. Mit anderen Worten:  Wenn man  Schlafstörungen bei Kindern erfolgreich behandelt, mindert man ihr Risiko an Depressionen zu erkranken.  Im Umkehrschluss heißt dies aber nicht, dass jedes Kind, das (unbehandelte) Schlafstörungen hat, an Depressionen erkranken wird. Und es heißt schon gar nicht, dass kein Kind ohne Schlafstörungen jemals depressiv werden kann. Dazu gibt es zu viele weitere, stärkere Risikofaktoren für das Entstehen einer Depression. Die Forscher stellen jedoch fest, dass unabhängig davon, dass sowohl die Laune, Aufmerksamkeitsspanne und Schulleistung des Kindes von einer erfolgreichen behandelten Schlafstörung profitiert, dieser einzelne Risikofaktor für das Entstehen von Depressionen so einfach zu adressieren ist, dass es sich lohnt, auch unter diesem Gesichtspunkt das Thema Schlafstörung ernst zu nehmen.

Quelle:

SLEEP, Feb. 2009, zusammengefasst in e!Science News

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Rubrik: Depression, Kinder & Jugendliche, Schlafstörungen
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