skip to content

Welche Rolle spielt die Stimme beim Verführen?

21. Juni 2010

Welche Rolle spielt die Stimme beim VerführenWenn jemand im Straßenverkehr etwas „umfährt“, kann das zwei ganz verschiedene Bedeutungen haben, je nach Betonung. Viele Forscher meinen, wie wir etwas sagen, ist oft wichtiger als was wir sagen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass beim Flirten die Stimmlage entscheidend ist. Wir haben die Presseerklärung der Forscher zu ihrer Studie vom Mai übersetzt, die erklärt, warum manche Stimmen so sexy sind:

Flirten scheint vor allem etwas Visuelles zu sein – das Posieren, der kokettierende Blickkontakt – aber auch die Stimme spielt eine Rolle.

Wenn wir die Stimme senken, signalisieren wir jemandem damit vielleicht, dass wir ihn attraktiv finden, schreibt Susan Hughes, Assistant Professor für Psychologie am Albright College in Reading, PA in den USA, in einer Studie mit dem Titel „Stimmliche und physiologische Reaktionen auf die physische Attraktivität fragwürdiger Partner“, die in der Aprilausgabe des Journals of Nonverbal Behavior erschien.

„Wir stellten fest, dass Menschen beiderlei Geschlecht ihre Stimme senkten und eine erhöhte physiologische Erregung zeigten, wenn sie mit einem eher attraktiven Gesprächspartner des anderen Geschlechts redeten“, sagt sie.

Die Studie untersuchte achtundvierzig Studenten des Albright Colleges, die Voicemail-Nachrichten mit vorgegebenen Texten auf Skype hinterließen, während sie ein Bild des fiktiven „Empfängers“ der Botschaft vor sich hatten. Die Männer und Frauen, die die Teilnehmer auf den Fotos sahen, waren unterschiedlich attraktiv.

Hughes – die erwartet hatte, dass Frauen ihre Stimme heben würden, um femininer und attraktiver zu klingen – war überrascht.

„In unserer Kultur scheint es einen weitverbreiteten Stereotyp zu geben, nach dem eine sexy weibliche Stimme einen rauchigen, etwas gehauchten und gesenkten Ton hat“, sagt sie. „Das deutet auf einen Konflikt zweier Motivationen hin, einerseits mit einer sexy/verführerischen weiblichen Stimme sprechen und andererseits femininer klingen zu wollen.“

Wie Frauen ihre Stimme verstellen, deutet auf ein erlerntes Verhalten hin, das sich mehr an geschlechtsspezifischen Stereotypen von der Stimme orientiert als an den tatsächlichen Merkmalen einer attraktiven Stimme. „Wenn eine Frau intuitiv ihre Stimme senkt, kann das als ihr Versuch wahrgenommen werden, verführerischer oder attraktiver klingen zu wollen, und damit als ein Signal für ihr romantisches Interesse“, sagt sie.

Außerdem untersuchte die Studie, wie gut Menschen Veränderungen in der Stimme anderer wahrnehmen können.

„Diese Ergebnisse lassen Schlussfolgerungen über die Bedeutung der Stimme beim Verhalten von Menschen zu, die einen Partner wählen und seine Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen“, sagt sie. „Wenn Menschen Veränderungen in der Stimme anderer wahrnehmen können, während sie mit einem attraktiven Gesprächspartner reden, ermöglicht ihnen diese Wahrnehmung zu lernen, wie sie interessierte, potenzielle Partner identifizieren. Andererseits können sie aber so auch ein Interesse ihres eigenen Partners an anderen feststellen und damit potenziell seine Untreue.“

Hughes meint, „Der Klang einer Stimme kann eine Fülle biologisch und sozial wichtiger Informationen vermitteln.“

Quellen:

e! Science News, 20.5.10

Hughes et al. Journal of Nonverbal Behavior, April 2010

Verwandte Artikel:

Lässt sich von einer Berührung auf die dahinterliegende Emotion schließen?

Lässt sich vom Äußeren auf die Persönlichkeit schließen?

Glückliche Beziehungen: Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Warum neigen wir dazu, mit der Masse zu gehen?

Weitere Links:

Was ist unser Angebot für Paare?

Zur Praxis für Psychotherapie in München

Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf

Zur Praxis für Psychotherapie in Berlin-Charlottenburg

Rubrik: Mensch & Gruppe, Partnerschaft & Paartherapie
Tags: , ,


Comments are closed.

Zurück zum Anfang