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Erkranken Menschen mit Migräne häufiger an Depressionen?

14. März 2012

Hängen Depressionen im Jugendalter mit ADHS zusammenIn Deutschland leiden 14 Millionen Menschen unter Migräne, Frauen häufiger als Männer und viele schon seit jungen Jahren. Eine neue Studie hat einen möglichen Zusammenhang von Migräne und Depressionen untersucht. Wir haben einen Presseartikel von Ende Februar zu der Studie übersetzt, die demnächst auf einer Fachtagung präsentiert werden soll:

Eine neue Untersuchung zeigt, dass Frauen, die zu Migräne neigen oder in der Vergangenheit schon einmal Migräne hatten, ein erhöhtes Risiko haben an Depressionen zu erkranken. Die Ergebnisse sollen heute auf der 64. Jahrestagung der American Academy of Neurology präsentiert werden, die vom 21. bis 28. April in New Orleans stattfindet.

Die Studie sammelte Daten über mehr als 36 000 Frauen, die alle zu Beginn der Studie keine Depressionen hatten. Sie nahmen am Women’s Health Study teil, einer amerikanischen Langzeitstudie über die Gesundheit von Frauen, für die sie unter anderem Auskunft über ihre Vorgeschichte von Migräne gaben.

Die Frauen wurden in vier Kategorien eingeteilt:

• Aktive Migräne mit Aura

• Aktive Migräne ohne Aura

• Migräne in der Vergangenheit (aber nicht im Jahr vor der Befragung)

• Keine Vorgeschichte von Migräne.

Außerdem gaben die Frauen Auskunft über Diagnosen von Depressionen.

Von den 36 154 Frauen hatten 6 456 bei der Befragung oder vorher Probleme mit Migräne. In den darauf folgenden 14 Jahren der Studie erkrankten mehr als die Hälfte dieser Frauen an Depressionen.

Frauen mit einer Vorgeschichte von Migräne hatten ein fast doppelt so hohes Risiko an Depressionen zu erkranken wie Frauen ohne Vorgeschichte von Migräne. Die Ergebnisse waren im Wesentlichen die gleichen für beide Typen von Migräne. Für Migräne mit Aura (Sehstörungen, die Patienten als blitzende Lichter, Zickzacklinien oder vorübergehende Blindheit beschreiben) war das Risiko genauso hoch wie für andere Typen von Migräne.

Dr. med. Dr. rer. nat. Tobias Kurth, ein Fellow der American Academy of Neurology, der am Brigham and Women’s Hospital in Boston und bei Inserm in Frankreich arbeitet, sagt:

„Dies ist eine der ersten großen Studien, die den Zusammenhang zwischen Migräne und der Entwicklung von Depressionen über einen längeren Zeitraum untersucht hat… Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse Ärzte ermutigen werden mit ihren Migränepatienten über das Risiko für Depressionen zu sprechen und über Möglichkeiten Depressionen vorzubeugen.“

Dies sind nützliche Informationen, die Patienten kennen sollten und Ärzte, wenn sie Depressionen behandeln.

Quelle:

Medical News Today, 23. Feb 2012

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Rubrik: Depression, Psychosomatik & Schmerzen
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1 Kommentieren

  1. Andreas Wander
    März 21st, 2012

    Ein sehr interessanter Artikel. Wäre es sogar möglich, dass sich eine depressiver Episode dadurch anbahnt, dass die Migräne die gefühlte Lebensqualität mindert?

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