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Wann startet man am besten mit der Behandlung einer Lese- Rechtschreibschwäche?

26. Februar 2017

Die Lese- Rechtschreibschwäche (LRS) ist eine Teilleistungsstörung, das heißt, dass die Beeinträchtigung der Betroffenen sich nur auf den Leistungsbereich des Lesens und Schreibens bezieht und ein Auftreten nichts z. B. mit der Intelligenz einer Person zu tun hat. Betroffene haben Schwierigkeiten mit dem Umsetzen von gesprochener Sprache in Schrift und umgekehrt. Doch mit Hilfe spezieller Therapieangebote können die Leistungsunterschiede kompensiert werden. Dies ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass Kinder mit LRS oft unter Sekundärproblemen leiden, was bedeutet, dass sie emotional und sozial oft durch Unverständnis anderer – z. B. Verwechslung mit Dummheit oder Faulheit – unnötig beeinträchtigt und in ihrer gesamten Entwicklung negativ beeinflusst werden.

Es kann Leistungsunterschiede zu normalen Lesern verringern oder sogar aufheben, wenn man Kinder mit Legasthenie (Lese- Rechtschreibschwäche) schon in der ersten Klasse richtig diagnostiziert, findet eine aktuelle amerikanische Studie heraus.

Die Ergebnisse dieser Studie weisen darauf hin, dass es nicht länger tragbar ist, mit der Legastheniediagnose bzw. -behandlung bis zur dritten Klasse oder länger zu warten.

Wenn die Leistungsunterschiede zwischen Legasthenikern und normalen Lesern verringert werden sollen, müssen Behandlungen früh einsetzen, am besten wenn die Kinder noch dabei sind, die Basisfertigkeiten zum Leseerwerb auszubilden.

Die Studie, auf die sich hier bezogen wird, war eine Längsschnittstudie zum Lesen von der ersten bis zur 12. Klasse und darüber hinaus – sprich es wurden dieselben Schüler über 12 Jahre und länger begleitet. Verglichen mit normalen Lesern wiesen Legastheniker geringere Lesefertigkeiten schon in der ersten Klasse auf und ihre Entwicklungen über die Zeit hinweg überschnitten sich nie mit denen von normalen Lesern. Diese Daten zeigen, dass sich solche Unterschiede nicht erst im Laufe der Zeit aufgrund der wachsenden Ungleichheit herauskristallisieren, sondern es zwischen normalen Lesern und Legasthenikern schon auffällige Unterschiede in der ersten Klasse gibt.

Die Forscher schließen ebenfalls, dass die Umsetzung effektiver Leseprogramme schon in Kindergarten und Vorschule die Möglichkeit bietet, die Leistungsunterschiede aufzuheben. Sie weisen darauf hin, dass frühe Behandlungsprogramme existieren und sich schon als effektiv erwiesen.

 

Hier zur Orientierung die Hinweise auf eine Legasthenie nach dem Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V.:

  • Wortbilder können nicht gut abgespeichert werden.
  • Gehörte Reize werden nur schwer unterschieden (z.B. klingen „g” und „k” für das Kind ähnlich oder auch „b” und „p”, „ö” und „ü”).
  • Gesehene Reize werden nur schwer unterschieden (Ihr Kind tut sich bei der Unterscheidung von „o” und „c” oder „n” und „m” schwer).
  • Die Richtung der Buchstaben kann nur schwer unterschieden werden (ob der Bauch von einem „b” nach links oder rechts zeigt wird nur schwer erkannt).
  • Einzelne Laute können nicht „zusammengeschliffen” werden (die Laute „h-u-n-d” werden buchstabiert anstatt flüssig als „Hund” gelesen zu werden).
  • Schlechtes Leseverständnis: langsames, fehlerhaftes, stockendes Lesen – ohne den Inhalt richtig erfassen zu können.
  • Die seriellen Abläufe von Worten können nur schwer erfasst werden (Ihr Kind schreibt „Gräten” statt „Gärten” oder „Beine” anstatt „Biene”.
  • Das Leistungs- und Aufmerksamkeitsniveau schwankt stark.
  • Große Lese- und Schreibunlust.
  • Rechtschreibregeln werden immer wieder vergessen und können nicht angewendet werden.
  • Feinmotorische Schwierigkeiten, eine unruhige und verkrampfte Schrift.
  • Unter Stress kann Ihr Kind noch schlechter lesen und schreiben.
  • In Diktaten und Nachschriften finden sich unzählige Fehler, auch immer wieder gleiche

Quelle:

https://www.sciencedaily.com/releases/2015/11/151102184216.htm

http://www.akl-bayern.de/index.php?id=7&no_cache=1

Rubrik: Kinder & Jugendliche, Leistungsfähigkeit


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