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Lassen sich Ängste und Depressionen durch körperliche Bewegung therapieren?

14. Mai 2010

Lassen sich Ängste und Depressionen durch körperliche Bewegung therapierenSport ist gut für viele der körperlichen Begleiterkrankungen, die Menschen mit psychischen Störungen haben können. Eine aktuelle Übersichtsstudie zeigt nun, dass Sport ebenso gut für die Psyche selbst sein kann. Wir haben eine Pressemeldung von UPI.com zu der Studie vom April übersetzt, in der die Forscher auf eine mögliche Rolle von Sport bei der Behandlung von Patienten mit Ängsten und Depressionen hinweisen:

Sport hat für viele Patienten mit Depressionen und Angststörungen geradezu die Wirkung einer Wunderpille, sagen Forscher aus den USA und raten Ärzten, sie häufiger zu verschreiben.

„Untersuchungen haben gezeigt, dass Sport der psychischen Gesundheit ungeheuer gut tut”, sagt Jasper Smits, der Leiter des Programms für Forschung und Therapie von Angststörungen an der Southern Methodist University in Dallas, in einer Erklärung. „Je mehr Therapeuten es gibt, die in Sporttherapie geschult sind, desto besser für Patienten.“

Smits und Michael Otto, ein Psychologieprofessor an der Boston University, analysierten Dutzende von Bevölkerungsumfragen und klinischen Studien über Sport und psychische Gesundheit in einer Metaanalyse (eine Übersichtsstudie, die die Ergebnisse von Einzelstudien zusammen statistisch neu auswertet). Die Analyse zeigte, dass Sportprogramme Depressionen und Ängste reduzieren können.

„Sport kann eine Versorgungslücke für Menschen schließen, denen eine der traditionellen Therapien aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist. Das kann an den Kosten liegen, an einem mangelnden regionalen Angebot, oder die Patienten wollen es nicht wegen des sozialen Stigmas, das diesen Behandlungen anhaftet“, sagt Smits. „Außerdem kann Sport die traditionellen Behandlungen ergänzen und Patienten helfen, mehr zielorientiert und aktiv zu werden.“

Die Forscher stellten ihre Ergebnisse im März auf der Jahreskonferenz der Anxiety Disorders Association of America in Baltimore vor. Die Autoren beschreiben ihre Analyse auch in ihrem Handbuch für Therapeuten „Exercise for Mood and Anxiety Disorders“ (Sport bei Stimmungs- und Angststörungen von Smits und Otto, nur auf Englisch erhältlich).

Quellen:

UPI.com Health News, 6.4.10

Otto & Smits. Exercise for Mood and Anxiety Disorders. 2009

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Rubrik: Angst- & Panikstörung, Depression
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