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Kann tiergestützte Therapie bei Studenten Ängste und Einsamkeitsgefühle mindern?

7. Dezember 2015

Sind Sie auch schon auf den Hund gekommen? Was Menschen seit Jahrhunderten spüren, belegen nun immer mehr Studien: die Verbindung zu einem Haustier reduziert den Stress und hat im Allgemeinen eine positive Auswirkung auf die Lebensqualität. Es gibt auch Anstrengungen, Tiere – und Hunde eignen sich besonders gut dafür – unterstützend zu therapeutischen Angeboten anzubieten. Erste Studien belegen ebenfalls einen positiven Effekt. Im Folgenden wird eine solche Studie genauer beschrieben.

 

Nach Wissenschaftlern der Georgia State University, die 55 Studenten in einem Gruppensetting an einem kleinen geisteswissenschaftlichen College tiergestützte Therapie anboten, kann diese Therapieform Symptome einer Angstproblematik und Einsamkeit verringern. Es wurde im Zuge dieser Studie durch den Einsatz von tiergestützter Therapie ein 60-prozentiger Rückgang des Angst- und Einsamkeitserlebens, das die Studenten selbst einschätzten, gefunden. Dabei kamen Therapiehunde mit dementsprechender Ausbildung unter der Supervision eines professionellen Therapeuten zum Einsatz.

84 % der Teilnehmer berichteten, dass ihre Interaktion mit dem Therapiehund der ausschlaggebende Faktor des Programms war.

Während des Semesters wurden die Gruppensitzungen zwei Mal monatlich abgehalten. Die Studenten wurden dazu eingeladen, vorbeizukommen und mit dem Therapiehund in den zwei Stunden Dauer so lange sie wollten zu kommunizieren. Sie durften den Hund streicheln, umarmen, füttern, bürsten, zeichnen, fotografieren, nah sein und Ballwerfen spielen.

Die Auftretenswahrscheinlichkeit von Angstproblematiken und Einsamkeitsgefühlen hat unter Studenten stark zugenommen, wodurch die Nachfrage nach Hilfeangeboten bei universitären Beratungseinrichtungen stark gestiegen ist. Finanzielle Einschränkungen führten zu einer Notwendigkeit, diesen Bedürfnissen mit kreativen Lösungen entgegenzutreten. Die hier beschriebene Studie legt nahe, dass tiergestützte Therapie ein effektives Zusatzangebot sein könnte, diesem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. Sie ist eine der ersten, die tiergestützte Therapie in der Gruppe und mit systematischer Methodik untersucht.

Die Studienleiterin gibt zu bedenken, dass universitäre Beratungsstellen in den letzten 10 bis 15 Jahren immer mehr zu therapeutischen Beratungseinrichtungen wurden. Studenten kämen nicht mehr, weil sie mit akademischen Problemen kämpfen, zum Beispiel welches Hauptfach sie nehmen könnten oder wie sie ihr Studium organisieren könnten. Sie suchen Hilfe wegen posttraumatischer Belastungsstörungen, Angststörungen, andauernden Stimmungsproblemen und unterschiedlichsten Umweltbelastungen, wie Armut, Obdachlosigkeit, medizinischen Problemen oder familiären Gesundheitsproblemen.

Um anerkannter Therapiehund zu werden, müssen das Tier und der Halter eine Serie von Prüfungen und Kursen ablegen, in denen sie die richtige Pflege, ein angemessenes Temperament des Tieres, Trainingsstand des Hundes und die Mensch-Hund-Beziehung unter Beweis stellen müssen. Hunde sind ideale Therapietiere, weil sie extrem domestiziert sind und die Fähigkeit, zwischenartliche kommunikative Signale zu verstehen, ist wahrscheinlich zwischen Mensch und Hund am meisten ausgeprägt. Hunde können beispielsweise erkennen, wenn ein Mensch traurig ist.

Die Anwesenheit eines Therapiehundes beschleunigt die Ausbildung der Verbindung zwischen Therapeut/Berater und Hilfesuchendem. Wenn man therapeutisch arbeitet, ist die Herstellung einer therapeutischen Beziehung und Bindung besonders wichtig. Wenn es Möglichkeiten gibt, diese Bindung schneller herzustellen und zu verstärken hilft das dem therapeutischen Prozess immens.

Quelle:

Der Text basiert auf Materialien, die von der Georgia State University zur Verfügung gestellt werden.

http://www.sciencedaily.com/releases/2014/10/141021125655.htm

Rubrik: Angst- & Panikstörung, Mensch & Gruppe, Uncategorized


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