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Wie hilft Psychotherapie bei Essstörungen?

Raumansicht Kinder und Jugendliche Psychotherapie, Düsseldorf

Keine Frage – eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von großer Bedeutung. Leider gestaltet sich dies in der Umsetzung nicht immer so einfach. Das Thema Ernährung hat mittlerweile bei vielen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien an Unbeschwertheit eingebüßt. Essen ist heute bei vielen jungen Menschen häufig mit der massiven Angst verbunden, dick zu werden, über die Nahrungsaufnahme werden negative Gefühle (Wut, Trauer, Einsamkeit, Minderwertigkeit etc.) zu regulieren versucht, Autonomiewünsche und Abgrenzung gegenüber den Eltern werden auf Nahrungs-Ebene ausgelebt.

Physiologische Hunger- und Sättigungssignale kommen aufgrund der kognitiven und emotionalen Steuerung der Nahrungsaufnahme immer mehr aus dem Gleichgewicht. Das Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper zeigt sich zunehmend belastet. Das ganze Leben kreist schließlich um das Thema Gewicht und Nahrungsaufnahme. Die physische und psychische Leistungsfähigkeit nimmt kontinuierlich ab. Viele Betroffene sehen sich in einer Abwärtsspirale gefangen und die restliche Familie steht diesem Prozess häufig hilflos gegenüber.

Essstörungen gehören in unserer Gesellschaft zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen. Aktuell geht man davon aus, dass etwa jede dritte Schülerin und mehr als jeder zehnte männliche Schüler in Deutschland davon betroffen sind. Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen, wobei Mischformen häufig und die Übergänge fließend sind. Die Bekanntesten sind die Magersucht (Anorexia Nervosa), die Ess-Brech-Sucht (Bulimia Nervosa), die unspezifische Ess-Sucht und wiederkehrende Essattacken ohne Gegenregulation (Binge-Eating). Die beiden Letzteren führen auch häufig zu Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas).

In der Therapie wenden wir uns zunächst den individuellen Entstehungs- und Auslöse-Bedingungen der Essstörung zu. Wir analysieren das Essverhalten, um Informationen über dessen Funktionalität zu gewinnen. Je nach Ergebnis kommen dann beispielsweise Methoden und Strategien zur Verbesserung des Selbstwert- und Körpergefühls, Selbstkontrollstrategien zum Umgang mit negativen Gefühlen und/oder Training sozialer Kompetenzen (Abgrenzen, Rechte durchsetzen etc.) zum Einsatz. Ein gesundes Essverhalten wird eingeübt und oft wird auch der Umgang der Familie mit dem Essen und der Essstörung ein Thema sein.

Unser Ziel ist es, Ihr Kind an ein »normales« Essverhalten heranzuführen und langfristig Essen insgesamt im Familienalltag wieder zu einem unbeschwerten Thema zu machen.

Literaturempfehlungen: Monika Gerlinghoff & Herbert Backmund (2005). Essen will gelernt sein. Ein Arbeits- und Rezeptbuch. Weinheim: Beltz. Monika Gerlinghoff, Herbert Backmund & Norbert Mai (2004). Magersucht und Bulimie. Verstehen und bewältigen. Weinheim: Beltz. Franz Petermann & Ulrike de Vries (2007). Übergewichtige Kinder. Hilfen für Eltern. Weinheim: Beltz PVU. Janet Treasure (2005). Gemeinsam die Magersucht besiegen. Ein Leitfaden für Betroffene, Freunde und Angehörige. Weinheim: Beltz. Stephan Valentin (2008). Wenn Kinder zu viel wiegen. Ein Elternratgeber. München:dtv

Für folgende Altersgruppen und Bereiche bieten wir Ihnen therapeutische Hilfe an:

Säuglings & Kleinkindalter

Jugendalter

Vorschul & Schulalter

Autorin: Dr. Dipl.-Psych. Rose Shaw; aktualisiert am 08.02. 2012