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Wie beeinflusst Musik die geistige Leistungsfähigkeit?

4. Mai 2013

music and dancing smallMusik kann viele positive Wirkungen auf die Gesundheit haben, zum Beispiel die Stimmung heben oder den Blutdruck senken. Über die Mechanismen dieser Effekte ist aber nicht viel bekannt. Eine neue Studie hat die Wirkung schöner Musik auf die Gehirnaktivität von Testpersonen untersucht. Wir haben die Presseerklärung der Universität über die Studie vom März für Sie übersetzt:

Musik aus Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ hebt nicht nur die Stimmung des Zuhörers, sie kann auch seine geistige Wachsamkeit verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie eines Wissenschaftlers der Northumbria University in England.

Die Untersuchung, die diesen Monat in dem Fachjournal Experimental Psychology erscheint, zeigt, dass insbesondere der erste Satz die Stimmung hebt und so Aufmerksamkeit und Gedächtnis eines Menschen verbessern kann.

Für die Studie machte eine Gruppe von vierzehn jungen Erwachsenen einen Test, mit dem ihre geistige Konzentrationsfähigkeit gemessen wurde. Sie sollten die Leertaste eines Computerkeyboards betätigen, wenn auf ihrem Bildschirm ein grünes Quadrat auftauchte, aber andere Signale (andersfarbige, blinkende Kreise und Quadrate) ignorieren. Die Versuchsteilnehmer machten diese Aufgabe entweder im Stillen, oder während sie eines der vier Konzerte der Vier Jahreszeiten hörten. Dabei wurde die Gehirnaktivität der Teilnehmer gemessen, indem ihr EEG aufgezeichnet wurde.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer mehr richtige Antworten in kürzerer Zeit geben konnten, während sie das erhebende Konzert „Der Frühling“ hörten. Wenn sie dieses Konzert während der Aufgabe hörten, war ihre durchschnittliche Reaktionszeit 393,8 Millisekunden verglichen mit 408,1 Millisekunden, wenn sie die Aufgabe im Stillen machten. Die Reaktionszeit verlängerte sich auf 413,3 Millisekunden, wenn sie das langsamere und eher traurige Konzert „Der Herbst“ hörten, was zeigt, dass ihre geistige Leistungsfähigkeit dann abnahm.

Insbesondere zeigten die Daten, dass das Konzert Der Frühling ein Gehirnsignal verstärkte, das etwas mit der emotionalen Ansprechbarkeit eines Menschen zu tun hat.

Der Autor der Studie, der Psychologe Dr. Leigh Riby sagt: „Der Satz Der Frühling verstärkte die Gehirnaktivität insgesamt, hatte aber eine sehr viel stärkere Wirkung auf die Gehirnregion, die wichtig für die Verarbeitung von Emotionen ist. Er schien im Gehirn eine bestimmte Art von Bildern wachzurufen, die positive, zufriedene Gefühle erzeugen, wodurch die geistige Leistungsfähigkeit verbessert wurde.“

Dr. Riby meint, dass der Satz Der Frühling besonders gut funktioniert, und man könnte ihn therapeutisch nutzen. Die meisten Leute kennen diesen Satz sogar recht gut, und die Musik wurde schon mit Erfolg beim Marketing eingesetzt, um Stimmungen zu erzeugen und das Verhalten zu beeinflussen.

Außerdem zeigten die Ergebnisse, dass die Tonart, in der die Musik geschrieben war, keinen Einfluss auf die Gehirnleistung hatte. Das Konzert Der Frühling ist in Dur geschrieben und verbesserte die geistige Leistungsfähigkeit. Aber der Satz Der Herbst, der auch in Dur geschrieben ist, hatte keinen Einfluss.

Er fügt hinzu: „Diese Studie zeigt, dass Musik einen indirekten Einfluss auf geistige Fähigkeiten hat, der durch unsere Stimmung, Wachsamkeit und Gefühle hervorgerufen wird.“

„Dieses Experiment zeigt, dass die geistige Leistungsfähigkeit durch angenehme und stimulierende Reize verstärkt wird.“

Quellen:

Northumbria University, 18. März 2013

Riby. Experimental Psychology, März 2013

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Rubrik: Hirnforschung, Leistungsfähigkeit
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