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Vermindert eine positive Grundeinstellung die Auswirkungen chronischer Krankheiten?

1. November 2010

Vermindert eine positive Grundeinstellung die Auswirkungen chronischer KrankheitenDie Diagnose einer chronischen Krankheit kommt für viele Patienten als ein Schock, und oft reagieren Menschen darauf vorübergehend mit Verzagtheit und Apathie. Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine aktive Haltung Patienten hilft, ihr Leben umzustellen und mit ihrer Krankheit zurechtzukommen. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der noch unveröffentlichten Studie vom Oktober übersetzt, nach der Patienten mit einer positiven Einstellung auch körperlich weniger krank sind:

Was meinen wir, wenn wir von „gesundem Menschenverstand” im Zusammenhang mit einer Krankheit sprechen? Was beeinflusst die Vorstellungen und Meinungen eines Patienten von seiner Krankheit? Forscher an der Universität von Granada in Spanien haben einen Test entwickelt, mit dem sich die „kognitive Repräsentation“ (geistige Vorstellung) chronisch kranker Patienten von ihrer Krankheit quantifizieren und bewerten lässt. Dieses neue Testverfahren wird die Entwicklung von klinisch-psychologischen Behandlungen ermöglichen, die viel effektiver sein könnten als die Methoden, die gegenwärtig benutzt werden.

Die kognitive Repräsentation einer Krankheit sind die Vorstellungen und Meinungen, die ein Patient zu einem gegebenen Zeitpunkt von seiner Krankheit hat. Die Forscher untersuchten fünf Aspekte: die Vorstellungen des Patienten von den Symptomen, Ursachen und Auswirkungen der Erkrankung auf sein Leben, Möglichkeiten zur Kontrolle der Beschwerden sowie dem zeitlichen Verlauf und Fortschreiten der Krankheit.

Man muss davon ausgehen, dass die kognitive Repräsentation auf dem „gesunden Menschenverstand” beruht, da Patienten keine Experten sind und sich ihre Vorstellungen von der Krankheit und deren Wahrnehmung auf ihre Erfahrungen, ihr eigenes Wissen und Informationen aus anderen Quellen (soziales Umfeld und Familie, Gesundheitszentrum etc.) gründen. Die Forscher stellen fest, dass „die Ansichten eines Patienten von seiner Krankheit einen Einfluss darauf haben, wie er mit ihr zurechtkommt und sein Leben an sie anpasst.“

Macarena De los Santos Roig von der Abteilung Sozialpsychologie und Methodologie der Verhaltenswissenschaften der Universität von Granada führte die Studie unter Leitung von Professor Cristino Pérez Meléndez durch.

155 Patienten

Für ihre Studie untersuchten die Forscher 155 Patienten mit Diabetes Typ 1, die an der Abteilung Endokrinologie des Universitätskrankenhauses San Cecilio in Granada behandelt wurden. Obwohl sich die verschiedenen Tests in dieser Studie auf Patienten mit Diabetes konzentrierten, sollten sie auch bei Patienten mit jeder anderen chronischen Erkrankung anwendbar sein.

Die Ergebnisse zeigten, dass Patienten mit Diabetes, die meinen, viele Symptome zu haben, durch ihre Krankheit im Alltag stark beeinträchtigt zu sein, nur wenig Kontrolle zu haben, und die glauben, dass ihre Krankheit einen chronischen Verlauf nimmt, erheblich schlechter mit ihrem Leben zurechtkommen (körperlich, psychisch und sozial). Patienten mit diesem Profil sind auch psychisch weniger gesund, nicht so vital und insgesamt (körperlich) kränker als Patienten mit einer anderen Wahrnehmung ihrer Krankheit.

Dagegen stellen sich Patienten der Realität ihrer Krankheit aktiver (sie suchen soziale Unterstützung, wenden Bewältigungsstrategien an und äußern ihre Gefühle), wenn sie die Auswirkungen der Krankheit auf ihr Leben zwar als erheblich wahrnehmen, aber meinen, sie kontrollieren zu können. Diese Ergebnisse demonstrieren die Zuverlässigkeit der Messwerte auf der Skala, die in dieser Studie entwickelt wurde, und ihren potenziellen klinischen Nutzen.

Obwohl ähnliche Bewertungsmethoden schon in anderen Ländern existierten, waren ihre Übersetzungen durch spanische Forscher in die Landessprache nicht zufriedenstellend (unzureichende Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten und andere Mängel). Daher ist die Skala, die nun an der Universität von Granada entwickelt wurde, die umfassendste und zuverlässigste spanische Bewertungsskala.

Quelle:

Universität von Granada, 19.10.10

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Rubrik: Psychosomatik & Schmerzen
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  1. Fundgrube (10): Die besten Links der Woche « Alltagsforschung
    November 6th, 2010

    […] Die Diagnose einer chronischen Krankheit trifft viele Menschen völlig unvorbereitet. Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine positive Grundeinstellung Patienten enorm dabei hilft, damit klarzukommen. [Rose Shaw] […]

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