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Verbessert aufgeschobener Sex die Ausgangssituation für eine gute Partnerschaft?

24. Januar 2011

Verbessert aufgeschobener Sex die Ausgangssituation für eine gute PartnerschaftIn den letzten Jahren wurde die Abstinenz amerikanischer Teens großzügig staatlich gefördert, ohne dass diese Kampagnen den erhofften Einfluss auf die Zahl der ungewollten Schwangerschaften oder HIV-Infektionen hatten. Das Hauptproblem: mangelnde Beteiligung. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass die wenigen, die doch auf Sex vor der Ehe verzichten, später durchaus Vorteile in ihrer Partnerschaft haben könnten. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie vom Dezember übersetzt, in der die Rolle der Kommunikation betont wird:

Obwohl es immer noch Paare gibt, die mit dem Sex warten, bis sie sich auf eine tiefe Beziehung eingelassen haben, probieren heutzutage die allermeisten Menschen erst aus, wie gut sie sexuell zueinander passen, bevor sie Pläne für ein langfristiges Zusammensein machen.

Damit stellt sich die Frage, ob die eine oder die andere Methode zu einer besseren Ehe führt.

Eine neue Studie im Journal of Family Psychology, das von der American Psychological Association herausgegeben wird, spricht für die abwartende Herangehensweise.

Die Forscher führten ihre Studie an 2 035 Verheirateten durch, die an „RELATE“ teilgenommen hatten, einem beliebten Online-Test für die Qualität einer Ehe. Aus der Datenbank dieser Testergebnisse wählten sie eine Gruppe von Leuten so aus, dass sie für die Struktur der verheirateten amerikanischen Bevölkerung repräsentativ war. Der sehr umfangreiche Online-Test und enthält unter anderem die Frage „Wann hatten Sie in Ihrer Beziehung zum ersten Mal Sex?“

Eine statistische Auswertung zeigte folgende Vorteile für Paare, die bis zur Ehe gewartet hatten, verglichen mit denen, die bereits in einer frühen Phase ihrer Beziehung Sex hatten:

• Die Stabilität der Beziehung war 22 Prozent höher

• Die Zufriedenheit mit der Beziehung war 20 Prozent höher

• Die sexuelle Qualität der Beziehung war 15 Prozent besser

• Die Kommunikation war 12 Prozent besser

Die Vorteile für Paare, die dazwischen lagen ? die erst später in der Beziehung Sex hatten, aber noch vor der Hochzeit ? waren etwa halb so stark.

„Die Forschung auf diesem Gebiet hat sich überwiegend auf die persönlichen Erfahrungen von Menschen konzentriert und weniger auf den Zeitpunkt in einer Beziehung“, sagt der erste Autor der Studie Dean Busby, der Professor an der School of Family Life der Brigham Young University ist.

„In einer Beziehung geht es um mehr als Sex, allerdings stellten wir fest, dass diejenigen, die länger gewartet hatten, auch mit den sexuellen Aspekten ihrer Beziehung zufriedener waren“, fügt Busby an. „Ich glaube, das liegt daran, dass sie gelernt haben miteinander zu reden, und dass sie fähig sind an ihren Problemen zu arbeiten, wo sie sich stellen.“

Mark Regnerus, ein Soziologe von der University of Texas at Austin, der nicht an dieser Untersuchung beteiligt war, äußerte sich nach Lektüre der Studie ganz ähnlich.

„Paare, die zu früh in die Flitterwochen gehen – das heißt, die Sex gleich am Anfang einer Beziehung zur Priorität machen – müssen oft feststellen, dass ihre Beziehungen unterentwickelt sind, wenn es um die Qualitäten geht, die einer Beziehung Stabilität verleihen, und die Ehepartner zuverlässig und vertrauenswürdig machen“, sagt Regnerus, Autor des Buches „Sex vor der Ehe in Amerika“, das demnächst bei Oxford University Press erscheinen wird.

Weil bei Paaren, die sich zum Warten entschließen, oft religiöse Vorstellungen eine Rolle spielen, machten Busby und seine Mitarbeiter bei ihrer Analyse entsprechende Kontrollen für den Einfluss religiöser Überzeugungen.

„Unabhängig von der Religiosität hilft Warten der Beziehung, ein besseres Kommunikationsverhalten zu entwickeln, das langfristig der Stabilität und der Zufriedenheit mit der Beziehung zugute kommt“, sagt Busby.

Quellen:

Brigham Young University, 22.12.10

Busby et al. Journal of Family Psychology, Dez 2010

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Rubrik: Partnerschaft & Paartherapie
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