Im Laufe seiner Karriere verwandelte Roberto Baggio zwei Elfmeter mit „Doppelbande“ (Latte, rückwärts an den Keeper, ins Tor). Eine neue Studie zeigt nun, dass es auch simpler geht und ganz ohne Torwart. Man(n) darf nur keine Angst haben. Ich habe die Pressemitteilung der Forscher aus dem Mutterland des Fußballs übersetzt, in der so etwas wie Hoffnung mitschwingt:
Eine neue Studie könnte eine Erklärung liefern, warum die englische Nationalmannschaft beim Elfmeterschießen immer verliert – und könnte dem Team helfen, dass Problem noch rechtzeitig zum Worldcup 2010 anzupacken. Die Untersuchung von Forschern der University of Exeter in England hat zum ersten Mal die Auswirkungen von Furcht auf die Augenbewegungen eines Fußballspielers sichtbar gemacht, während er einen Elfmeter schießt.
Die Studie zeigt, wenn ein Elfmeterschütze Angst hat, blickt er den Torhüter in der Mitte des Tores an und fixiert ihn. Wegen der engen Abstimmung von Blick- und motorischer Kontrolle landet der Schuss eher in der Mitte und ist damit einfacher zu halten. Die Ergebnisse wurden jetzt unter dem Titel „Angst, Konzentration und Versagen beim Elfmeterschuss“ in der Dezemberausgabe des Journal of Sport and Exercise Psychology veröffentlicht.
Das Krankheitsbild von Angstsensitivität ist vielseitig, sehr subjektiv und daher schwer zu untersuchen. In einer aktuellen Studie haben amerikanische Wissenschaftler detaillierte Selbsteinschätzungen von Patienten ausgewertet und einen Zusammenhang zwischen Angstsensitivität und Depression gezeigt. In ihrer Pressemitteilung, die ich hier übersetzt habe, meinen die Forscher, die Ergebnisse eröffnen Möglichkeiten zu neuen Ansätzen für die Therapie:
Angstsensitivität oder eine Furcht vor Angstgefühlenkönnte bei Menschen, die sich ohnehin schon überdurchschnittlich viele und starke Sorgen machen, das Risiko für die Entwicklung einer Depression erhöhen, meinen Forscher der Pennsylvania State University. Wenn wir verstehen, wieso eine unnormal starke Reaktion auf Angst einen Risikofaktor für Depression darstellt, könnte Angstsensitivität vielleicht zu einem künftigen Ziel für die Behandlung von Depression werden.
Hat Sie Ihre Arbeit heute wieder so richtig gestresst? Vielleicht sollten Sie dankbar sein. Offenbar kann Stress Menschen glücklich machen. Allerdings muss man bei der Arbeit etwas Neues gelernt haben. Das haben amerikanischer Glücksforscher in einer Untersuchung gezeigt. Ich habe ihre Pressemitteilung übersetzt.
„Ohne Fleiß kein Preis” gilt auch für das Empfinden von Glück. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die jetzt online im Journal of Happiness Studies veröffentlicht wurde. Menschen, die sich ernsthaft um die Verbesserung einer praktischen oder geistigen Fähigkeit bemühen, etwa wenn sie eine Mathematikaufgabe lösen oder den Führerschein machen, können das als momentanen Stress empfinden, sind dabei aber abends nach getaner Arbeit und auch langfristig glücklicher, so das Ergebnis der Studie.
… das hängt wohl unter anderem davon ab, ob man selbst glaubt, dass es schlechter wird. Dies sind die Ergebnisse einer interessanten Studie zu dem Thema Gedächtnisleistung im Alter, die im April online in Experimental Aging Research veröffentlicht wurde. Nachfolgend übersetze ich auszugsweise die Pressemitteilung der North Carolina State University, in der die Studie zusammengefasst wurde:
Wenn Sie glauben, dass Ihr Gedächtnis mit zunehmendem Alter schlechter wird, kann das eine sich selbst erfüllende Prophezeiung sein. Forscher an der North Carolina State University stellten fest, dass Senioren, die glauben, ältere Menschen sollten bei Gedächtnistests schlechter abschneiden, tatsächlich eine viel schlechtere Leistung zeigen als Senioren, die auf diese negativen Stereotypen vom Altern und dem abnehmenden Gedächtnis nichts geben.
Eine neue Untersuchung der Universität Kansas (University of Kansas and Gallup) kommt zu dem Schluss, dass Optimismus eine grenzübergreifende und universelle menschliche Eigenschaft ist – auch in Zeiten bzw. Ländern, die von wirtschaftlicher Rezession, Kriegen oder Pandemien wie der “Schweinegrippe” geprägt sind.
Bei einer langjährigen Beziehung muss es nicht zwangsläufig so sein, dass sich die Romantik verflüchtigt und sich in eine eher freundschaftliche Paarbeziehung verwandelt. Das zumindest ist das Ergebnis einer aktuellen Meta-Studie, die in der aktuellen Ausgabe von Review of General Psychology veröffentlicht wurde. Im Gegenteil: Romantische Liebe kann ein Leben lang anhalten und führt zu glücklicheren und gesünderen Beziehungen.
Paul Salkovskis, Professor für Klinische Psychologie im Kings College Hospital, UK beschreibt in diesem kurzen (ca. 3 Minuten) und anschaulichen Video Merkmale und typischen Verlauf einer Panikattacke. Er gibt Hinweise wie man als Außenstehender auf eine Panikattacke eines Mitmenschen reagieren sollte. Schließlich stellt Salkovskis vor, welche Therapieansätze für die Behandlung von Panikattacken erfolgreich sind. Insgesamt ein sehr nützliches und kompaktes Interview, das ich sehr empfehlen kann.
In einem kurzen (weniger als 3-minütigen) englischsprachigen Video beschreibt Paul Salkovskis, Professor für Klinische Psychologie im Kings College Hospital, UK die Unterschiede zwischen spezifischer und generalisierter Angststörung und stellt kurz dar, wie die unterschiedlichen Angststörungen erfolgreich zu behandeln sind. Eine sehr übersichtliche Einführung in das Thema -- aufgrund des hohen Sprechtempos von Salkovskis viel Inhalt in kurzer Zeit …
Wer englische Untertitel mitlesen möchte, schaut sich das Video am besten auf der NHS Website an, auf der es ursprünglich veröffentlicht wurde (hier).
Auf der sehr informativen Website des NHS (National Health Service, UK) ist ein kurzes, etwa dreimütiges englischsprachiges Video veröffentlicht, in dem Colin Hammond von seinen Panikattacken berichtet und darüber wie er wieder gesund wurde und daraufhin eine Hotline für Panikpatienten eingerichtete.
Auf der NHS Website kann man das Video auch mit (englischen) Untertiteln ansehen.
Auf dem amerikanischen Gesundheitsportal Health.com ist ein kurzweiliges Video veröffentlicht, in dem der Schlafforscher David Schulman (Emory University, Atlanta) zusammenfasst, was man gegen Schlafstörungen tun kann.