<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd"
>

<channel>
	<title>Psychologie aktuell &#187; Lesen</title>
	<atom:link href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/tag/lesen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog</link>
	<description>Aktuelle Studien aus Psychologie &#38; Psychotherapie</description>
	<lastBuildDate>Sat, 31 Jul 2010 21:02:47 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<!-- podcast_generator="Blubrry PowerPress/1.0.6" mode="advanced" entry="normal" -->
	<itunes:summary>Aktuelle, internationale Forschungsergebnisse aus der Psychologie- und Psychotherapieforschung. Podcast der Praxis Dr. Shaw</itunes:summary>
	<itunes:author>Psychologie aktuell</itunes:author>
	<itunes:explicit>no</itunes:explicit>
	<itunes:image href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/powerpress/podcast_psychologie_aktuell.jpg" />
	<itunes:owner>
		<itunes:name>Psychologie aktuell</itunes:name>
		<itunes:email>stefanshaw@praxis-dr-shaw.de</itunes:email>
	</itunes:owner>
	<managingEditor>stefanshaw@praxis-dr-shaw.de (Psychologie aktuell)</managingEditor>
	<copyright>Praxis Dr. Shaw</copyright>
	<itunes:subtitle>Psychologie &amp; Psychotherapie</itunes:subtitle>
	<itunes:keywords>psychologie, psychology, verhaltenstherapie, cognitive behavioral therapy, burn-out, adhs, depressionen, glücksforschung, partnerschaft</itunes:keywords>
	<image>
		<title>Psychologie aktuell &#187; Lesen</title>
		<url>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/plugins/powerpress/rss_default.jpg</url>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog</link>
	</image>
	<itunes:category text="Science &amp; Medicine">
		<itunes:category text="Medicine" />
	</itunes:category>
	<itunes:category text="Health" />
	<itunes:category text="Science &amp; Medicine">
		<itunes:category text="Social Sciences" />
	</itunes:category>
		<item>
		<title>Was erklärt die Lesefähigkeit von Kindern: Genetik oder Umwelt?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/was-erklart-die-lesefahigkeit-von-kindern-genetik-oder-umwelt/</link>
		<comments>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/was-erklart-die-lesefahigkeit-von-kindern-genetik-oder-umwelt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 19:39:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder & Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Zwillinge]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/?p=1154</guid>
		<description><![CDATA[Eine aktuelle Studie hat den Beitrag von Umwelt und Vererbung beim Lesenlernen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Einflüsse wichtig sind, aber recht verschiedene Rollen spielen. Ich habe eine Presseerklärung der Universität vom 11. Januar übersetzt, in der die Autoren meinen, bei Schulanfängern müssen die unterschiedlichen Voraussetzungen und Einflüsse im Unterricht gezielt berücksichtigt werden:
Die genetische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1903" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid #000000;" title="Was erklärt die Lesefähigkeit von Kindern - Genetik oder Umwelt s" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/Was-erklärt-die-Lesefähigkeit-von-Kindern-Genetik-oder-Umwelt-s.jpg" alt="Was erklärt die Lesefähigkeit von Kindern - Genetik oder Umwelt s" width="167" height="125" />Eine aktuelle Studie hat den Beitrag von Umwelt und Vererbung beim Lesenlernen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Einflüsse wichtig sind, aber recht verschiedene Rollen spielen. Ich habe eine Presseerklärung der Universität vom 11. Januar übersetzt, in der die Autoren meinen, bei Schulanfängern müssen die unterschiedlichen Voraussetzungen und Einflüsse im Unterricht gezielt berücksichtigt werden:</p>
<p>Die <strong>genetische Veranlagung</strong> spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie gut Kinder <strong>anfangs lesen lernen</strong>. Nun zeigt eine neue Untersuchung an Zwillingen zum ersten Mal, dass beim Lesenlernen <strong>später Umweltfaktoren</strong> immer <strong>wichtiger</strong> werden. Die Ergebnisse sind ein weiterer Beweis, dass Kinder in den ersten Schuljahren beim Lesen Fortschritte machen können, die über die wichtigen genetischen Faktoren und ihre Einflüsse auf das Lesen hinausgehen, sagt <em>Stephen Petrill</em>, der erste Autor und Leiter der Studie. <em>Petrill</em> ist Professor für Entwicklung des Menschen und Familienwissenschaften an der <em>Ohio State University</em> in den USA.</p>
<p><span id="more-1154"></span>„Wir müssen genetischen Einflüssen auf das Lesenlernen sicherlich mehr Beachtung schenken. Aber Kinder können unter richtiger Anleitung auch dann große Fortschritte machen, wenn sie bei der Einschulung kaum lesen können”, sagt <em>Petrill</em>.</p>
<p>„Die Ergebnisse zeigen, dass wir uns weiter bemühen müssen, die Entwicklung des <strong>Lesens</strong> bei Kindern so zu <strong>fördern</strong>, dass wir sowohl <strong>genetische </strong>als auch <strong>Umwelteinflüsse berücksichtigen</strong>.”</p>
<p>Schon frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Lesekompetenz von Kindern sowohl von der Genetik als auch von der Umwelt beeinflusst wird. Doch diese Studie zeigt als Erste die relative Bedeutung beider Einflüsse auf die Geschwindigkeit, mit der Kinder Fortschritte beim Lesenlernen machen.</p>
<p>Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt online im <em>Journal of Child Psychology and Psychiatry </em>veröffentlicht.</p>
<p>Für ihre Untersuchung wählten die Forscher <strong>Zwillinge</strong>, bei denen sich der Beitrag der <strong>Genetik und Umwelt </strong>gut analysieren lässt. Zum Beispiel sind eineiige Zwillinge genetisch identisch. Wenn diese Kinder unterschiedlich gut lesen können, beweist das einen Einfluss der Umwelt auf die Lesekompetenz der Geschwister.</p>
<p>An der <strong>Studie</strong> nahmen 314 Zwillinge aus dem Western Reserve Reading Project in Ohio teil. Darunter waren 135 eineiige Zwillinge und 179 Zwillingsbrüder.</p>
<p>Die Zwillinge nahmen ab dem Vorschulalter oder der ersten Klasse an der Studie teil. Die Lesekompetenz der Kinder wurde bei ihrer Aufnahme in die Studie und dann jährlich für zwei weitere Jahre zu Hause getestet.</p>
<p>Bei jedem Hausbesuch machten die Zwillinge einen umfangreichen, neunzigminütigen <strong>Test</strong> für verschiedene Teilaspekte ihrer <strong>Lesekompetenz</strong>. Dazu gehörten unter anderem das Erkennen von <strong>Worten</strong>, <strong>Buchstaben </strong>und den für Leseanfänger besonders schwierigen <strong>Phonemen</strong> (Laute, die die Bedeutung zweier ähnlich geschriebener Worte verändern, z.B. <em>K </em>und <em>T</em> in <em>K</em>atze und <em>T</em>atze). Weiter wurde die <strong>Geschwindigkeit</strong> gemessen, mit der die Kinder eine Reihe von Buchstaben benennen konnten.</p>
<p>Die Forscher verglichen die Testwerte der Zwillinge und werteten dann statistisch aus, wie groß der Anteil an der <strong>zunehmenden Lesekompetenz</strong> war, den <strong>genetische</strong> beziehungsweise <strong>Umweltfaktoren</strong> erklären konnten.</p>
<p><strong>Umweltfaktoren </strong>im weiteren Sinne sind <strong>alle</strong> <strong>äußeren Einflüsse</strong> auf das Kind – darunter die Fürsorge der Eltern, wie viel ihnen vorgelesen wird, ihre Wohngegend, Ernährung und der Schulunterricht.</p>
<p>Die Ergebnisse zeigten, wenn Kinder <strong>anfangen zu lesen</strong>, spielen sowohl <strong>Gene </strong>als auch die <strong>Umwelt</strong> eine unterschiedlich große Rolle bei der Lesekompetenz, die von dem jeweils untersuchten Teilaspekt des Lesens abhängt. Beim Erkennen von Worten und Buchstaben erklärte die Genetik etwa ein Drittel der Testergebnisse und die Umwelt zwei Drittel. Beim Wortschatz und dem Erkennen von Phonemen waren Genetik und Umwelt etwa gleich wichtig. Für die <strong>Lesegeschwindigkeit</strong> war zu drei Vierteln die <strong>genetische Veranlagung</strong> verantwortlich.</p>
<p>„Aber als wir analysierten, wie die <strong>Lesekompetenz</strong> der Kinder mit der Zeit <strong>zunimmt</strong>, wurde der Einfluss der <strong>Umwelt </strong>bedeutend <strong>wichtiger </strong>als die genetische Veranlagung&#8221;, sagt <em>Petrill</em>.</p>
<p>Für Verbesserungen bei Teilaspekten der Lesekompetenz, die im <strong>Unterricht</strong> erlernt werden (wie das Erkennen von Worten oder Buchstaben), ist fast ausschließlich die Umwelt verantwortlich. Auch das zunehmend bessere Erkennen von <strong>Phonemen</strong> wird zu achtzig Prozent durch die <strong>Umwelt</strong> bestimmt. Nur bei der <strong>Lesegeschwindigkeit </strong>spielen <strong>genetische</strong> Faktoren weiterhin eine große Rolle.</p>
<p>„Unabhängig davon, welche Fähigkeiten die Kinder zu Beginn des Lesenlernens schon mitbrachten und welchen Einfluss die Genetik und die Umwelt darauf hatten, zeigten unsere Ergebnisse, dass ihre Umwelt beeinflusste, wie schnell oder wie langsam sich die Lesekompetenz der Kinder entwickelte&#8221;, sagt <em>Petrill</em>.</p>
<p><em>Petrill </em>betont, dass die Umwelt eines Kindes viel mehr ist als nur sein Unterricht in der Schule. Dennoch spielt der <strong>Unterricht</strong> wahrscheinlich eine <strong>Schlüsselrolle</strong> dabei, wie sich die Lesekompetenz im Laufe der Zeit verbessert.</p>
<p><em>Petrill</em> sagt, weitere Studien müssten genauer untersuchen, wie Genetik und Umwelt beim Lesenlernen von Kindern zusammenwirken.</p>
<p>„Wir glauben, dass <strong>beide Faktoren</strong> für das Lesen <strong>wichtig</strong> sind. Etwas ganz Ähnliches haben Forscher im Gesundheitsbereich gefunden, zum Beispiel bei Herzerkrankungen und starkem Übergewicht”, sagt <em>Petrill</em>. „Aber wir wissen viel mehr über die relative Bedeutung von Genetik und Umwelt für biologische Systeme und ihren Einfluss auf Herzerkrankungen als auf das Lesen.“</p>
<p>Zum Beispiel können Menschen unabhängig von ihrer genetischen Veranlagung Umwelteinflüsse so verändern, dass sie ihr Risiko für Herzkrankheiten senken, sagt er.</p>
<p><em>Petrill</em> hofft, dass man Kindern genauso helfen kann, besser lesen zu lernen.</p>
<p>„Wenn wir die Ursachen für Unterschiede bei der Lesekompetenz von Kindern verstehen und die Rollen, die <strong>Genetik und Umwelt</strong> dabei spielen, können wir den <strong>Leseunterricht</strong> dementsprechend <strong>besser gestalten</strong>”, sagt er.</p>
<p><strong>Quellen:</strong> <a href="http://researchnews.osu.edu/archive/readingskills.htm" target="_blank"></a></p>
<p><a href="http://researchnews.osu.edu/archive/readingskills.htm" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Ohio State University</span></a>, 11. 1. 10</p>
<p><a href="http://www3.interscience.wiley.com/journal/123232884/abstract" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Petrill et al.</span></a> <em>Journal of Child Psychology and Psychiatry</em>, Jan 2010</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
<p><strong></strong><a title="Warum können Kinder mit Dyslexie dem Unterricht schlechter folgen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-konnen-kinder-mit-dyslexie-dem-unterricht-schlechter-folgen/" target="_self"><span style="text-decoration: underline;">Warum können Kinder mit Dyslexie dem Unterricht schlechter folgen?</span></a></p>
<p><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-konnen-kinder-mit-dyslexie-dem-unterricht-schlechter-folgen/" target="_self"></a><a title="Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Depressionen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/gibt-es-einen-zusammenhang-zwischen-schulerfolg-und-depressionen/" target="_self"><span style="text-decoration: underline;">Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Depressionen?</span></a></p>
<p><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/gibt-es-einen-zusammenhang-zwischen-schulerfolg-und-depressionen/" target="_self"></a><a title="Wann startet die Sprachentwicklung bei Babys?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wann-startet-die-sprachentwicklung-bei-babys/" target="_self"><span style="text-decoration: underline;">Wann startet die Sprachentwicklung bei Babys?</span></a></p>
<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in München" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-muenchen.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in München</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-duesseldorf.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf</a></span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/was-erklart-die-lesefahigkeit-von-kindern-genetik-oder-umwelt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Warum können Kinder mit Dyslexie dem Unterricht schlechter folgen?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-konnen-kinder-mit-dyslexie-dem-unterricht-schlechter-folgen/</link>
		<comments>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-konnen-kinder-mit-dyslexie-dem-unterricht-schlechter-folgen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 21:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder & Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Konzentration]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/2009/11/13/warum-konnen-kinder-mit-dyslexie-dem-unterricht-schlechter-folgen/</guid>
		<description><![CDATA[Manchen Kindern fällt es in der Schule besonders schwer, lesen zu lernen. Eine aktuelle Studie hat nun einen Mechanismus im Gehirn identifiziert, der bei diesen Kindern gestört ist, sodass sie sich auf Sprache nur schwer konzentrieren können. Ich habe die Pressemitteilung der Autoren zusammengefasst und übersetzt.
Eine neue Forschungsuntersuchung zeigt, dass Kinder mit Entwicklungsdyslexie (Leseleistungsschwäche) einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchen Kindern fällt es in der Schule besonders schwer, lesen zu lernen. Eine aktuelle Studie hat nun einen Mechanismus im Gehirn identifiziert, der bei diesen Kindern gestört ist, sodass sie sich auf Sprache nur schwer konzentrieren können. Ich habe die Pressemitteilung der Autoren zusammengefasst und übersetzt.</p>
<p>Eine neue Forschungsuntersuchung zeigt, dass Kinder mit Entwicklungsdyslexie (Leseleistungsschwäche) einen <strong>Defekt</strong> in einem Mechanismus im Gehirn haben, der eine Rolle bei der <strong>Wahrnehmung von Sprache</strong> in einer <strong>geräuschvollen Umgebung</strong> spielt. Die Studie, die <em>Cell Press</em> in der Novemberausgabe von <em>Neuron</em> veröffentlichte, liefert den ersten direkten Beweis, dass sich das auditorische (für das Hören zuständige) Stammhirn des Menschen bemerkenswert schnell umformen und eine Feineinstellung vornehmen kann, die für das <strong>Herausfiltern von störenden Geräuschen</strong> wichtig ist.</p>
<p><span id="more-755"></span>Die meisten Menschen haben kaum Schwierigkeiten, sich mit einem Freund in einem lauten Restaurant zu unterhalten. Das liegt an der hohen <strong>Anpassungsfähigkeit</strong> unseres <strong>auditorischen Systems</strong>. Es kann sich auf den <strong>gewohnten</strong>, immer gleichen <strong>Klang der Stimme</strong> des Freundes konzentrieren und so die zufälligen, ständig wechselnden Geräusche im Hintergrund wirksam ausblenden. Obwohl das ein ganz normaler Vorgang ist, weiß niemand genau, wie das Nervensystem dieses Kunststück zustande bringt.</p>
<p>„Wenn wir den Zusammenhang zwischen der Anpassungsfähigkeit des auditorischen Systems und der Wahrnehmung von Sprache in einer geräuschvollen Umgebung verstehen, ist das von klinischer Bedeutung. Denn aktuelle Studien haben gezeigt, dass die <strong>fünf Prozent aller Schulkinder</strong>, bei denen eine Entwicklungsdyslexie festgestellt wird, für die <strong>störenden</strong> Auswirkungen einer <strong>Geräuschkulisse</strong><strong> besonders anfällig </strong>sein können“, erklärt die Autorin und Studienleiterin <em>Prof. Nina Kraus</em>, Direktorin des <em>Auditory Neuroscience Laboratory</em> an der <em>Northwestern University</em> in Chicago.</p>
<p>Für ihre Untersuchung zeigten <em>Prof. Kraus</em> und ihre Mitarbeiter Kindern mit oder ohne Entwicklungsdyslexie ein Video und maßen dabei die Gehirnaktivität im auditorischen <strong>Stammhirn</strong>. In diesem Teil des Gehirns wird die <strong>auditorische Information zuerst aufgenommen</strong>, bearbeitet und dann an höhere Zentren im Gehirn weitergeleitet. Während die Kinder das Video sahen, wurde die <strong>Sprachsilbe</strong> „da” immer wieder entweder alleine (<strong>repetitiv</strong>) <strong>oder</strong> zufällig unter andere Silben gemischt (<strong>variabel</strong>) eingespielt.</p>
<p>Die Forscher zeichneten im Stammhirn die <strong>Nervenaktivität</strong> auf, die charakteristisch für die Wahrnehmung des <strong>Klangs einer Stimme</strong> ist. Dabei stellten sie fest, dass diese Aktivität <strong>bei normalen Kindern</strong> durch das Hören der repetitiven Silben im Vergleich zu den variablen <strong>erhöht</strong> wird. Dagegen veränderte sich die Aktivität <strong>bei dyslexischen Kindern</strong> kaum, d.h. in ihrem Stammhirn ist das „<strong>Kodieren</strong>” der Silbe (ein erster Schritt bei der Wahrnehmung) <strong>gestört</strong>.</p>
<p>Die Forscher zeigten weiter, je besser im auditorischen <strong>Stammhirn</strong> das <strong>Kodieren</strong> der vertrauten repetitiven Sprachelemente funktionierte, desto besser war auch die Wahrnehmung von Sprache vor einem Geräuschhintergrund. „Die Fähigkeit des Gehirns, sich wiederholende Sprachelemente mit <strong>erhöhtem Kontrast </strong>abzubilden, ist von entscheidender Bedeutung für die Wahrnehmung von Sprache vor einem Geräuschhintergrund. Denn sie ermöglicht eine besondere <strong>Markierung des Klangs der Stimme</strong> und bietet einen wichtigen Anhaltspunkt, um verschiedene Klangfolgen vor einem Geräuschhintergrund voneinander zu unterscheiden“, erklärt <em>Prof. Kraus</em>. „Eine <strong>Störung in diesem Mechanismus</strong> trägt dazu bei, dass etwas Entscheidendes beim <strong>Herausfiltern von Geräuschen fehlt</strong>, was häufig ein Symptom für Entwicklungsdyslexie ist.“</p>
<p>Interessanterweise beobachtete das Team von <em>Prof. Kraus </em>auch, dass dyslexische Kinder im Vergleich zu nicht dyslexischen während der Experimente mit variablen Silben eine erhöhte Gehirnaktivität hatten. „Das könnte <strong>dyslexischen Kindern</strong> eine Fähigkeit verleihen, Reize in ihrer Umwelt vielfältiger und <strong>vielleicht kreativer</strong> wahrzunehmen, allerdings um den <strong>Preis</strong>, dass sie <strong>bedeutungslose Signale weniger gut ausblenden können</strong>“, vermutet <em>Prof. Kraus</em>.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><a href="http://www.eurekalert.org/pub_releases/2009-11/cp-nmr110609.php#" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">EurekAlert!</span></a>, 11.11.09</p>
<p><a href="http://www.cell.com/neuron/abstract/S0896-6273(09)00807-1" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Neuron</span></a>, 12.11.09</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
<p><a title="Was erklärt die Lesefähigkeit von Kindern: Genetik oder Umwelt?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/tag/genetik-umwelt/" target="_self"><span style="text-decoration: underline;">Was erklärt die Lesefähigkeit von Kindern: Genetik oder Umwelt?</span></a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Depressionen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/gibt-es-einen-zusammenhang-zwischen-schulerfolg-und-depressionen/" target="_self">Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Depressionen?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Sind für ADHS Verbindungsfehler im Gehirn verantwortlich?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/sind-fur-adhs-verbindungsfehler-im-gehirn-verantwortlich /" target="_self">Sind für ADHS Verbindungsfehler im Gehirn verantwortlich?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Lässt sich die Therapie von ADHS mit Computerspielen für Kinder unterstützen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/lasst-sich-die-therapie-von-adhs-mit-computerspielen-fur-kinder-unterstutzen/" target="_self">Lässt sich die Therapie von ADHS mit Computerspielen für Kinder unterstützen?</a></span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-konnen-kinder-mit-dyslexie-dem-unterricht-schlechter-folgen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
