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	<title>Psychologie aktuell &#187; Genetik &amp; Umwelt</title>
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	<description>Aktuelle Studien aus Psychologie &#38; Psychotherapie</description>
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	<itunes:summary>Aktuelle, internationale Forschungsergebnisse aus der Psychologie- und Psychotherapieforschung. Podcast der Praxis Dr. Shaw</itunes:summary>
	<itunes:author>Psychologie aktuell</itunes:author>
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	<itunes:subtitle>Psychologie &amp; Psychotherapie</itunes:subtitle>
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		<title>Psychologie aktuell &#187; Genetik &amp; Umwelt</title>
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		<title>Welche Vorstellung haben Babys von Raum und Zeit?</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 20:04:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder & Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik & Umwelt]]></category>
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		<description><![CDATA[Zahlworte wie „eins“, „zwei“ und „drei“ gehören zu den ältesten Worten in der Evolution der (indogermanischen) Sprachen und sind damit so alt wie „ich“ oder „wir“. Eine aktuelle Studie an Babys zeigt nun, dass die Wahrnehmung von quantitativen Unterschieden vielleicht nicht einfach erlernt ist, sondern dem Menschen sogar angeboren sein könnte. Wir haben die Presseerklärung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2939" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid #000000;" title="Welche Vorstellung haben Babies von Raum und Zeit" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/Welche-Vorstellung-haben-Babies-von-Raum-und-Zeit.jpg" alt="Welche Vorstellung haben Babies von Raum und Zeit" width="170" height="122" />Zahlworte wie „eins“, „zwei“ und „drei“ gehören zu den ältesten Worten in der Evolution der (indogermanischen) Sprachen und sind damit so alt wie „ich“ oder „wir“. Eine aktuelle Studie an Babys zeigt nun, dass die Wahrnehmung von quantitativen Unterschieden vielleicht nicht einfach erlernt ist, sondern dem Menschen sogar angeboren sein könnte. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie vom Juni übersetzt, die die Faszination von Kindern mit Konzepten wie „groß“ und „klein“ erklären könnte:</p>
<p>Noch bevor sie sprechen lernen, organisieren Babys Informationen über <strong>Zahlen</strong>, <strong>Raum </strong>und <strong>Zeit</strong> auf eine komplexere Art und Weise als man bisher dachte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter Leitung der Psychologin <em>Stella Lourenco</em> von der <em>Emory University</em> in den USA. „Wir haben gezeigt, dass neun Monate alte <strong>Babys </strong>ein Gespür für die <strong>Verhältnisse von Objekten</strong> zueinander haben und „mehr als“ oder „weniger als“ bei Zahl, Größe und Dauer erkennen können. Und das wirklich Bemerkenswerte ist, sie brauchen nur Erfahrung mit einem dieser quantitativen Konzepte, um zu erraten, wie andere Quantitäten aussehen sollten”, sagt <em>Lourenco</em>.</p>
<p><em>Lourenco</em> führte die Studie, die in einer der nächsten Ausgaben von <em>Psychological Science</em> veröffentlicht werden soll, zusammen mit dem Neurowissenschaftler <em>Matthew Longo </em>vom <em>University College London</em> durch.</p>
<p><span id="more-2929"></span>In seinem Meisterwerk „The Principles of Psychology&#8221;  aus dem Jahre 1890 beschreibt William James den Eindruck des Babys von der Welt als ein „einziges großes grelles, hektisches Durcheinander.”</p>
<p>Aber immer mehr Forschungsergebnisse stellen diese lange Zeit gültige Theorie auf den Kopf.</p>
<p>„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen ab den ersten paar Monaten im Leben Informationen über die <strong>Quantität</strong> benutzen, um ihre <strong>Wahrnehmung</strong> von der <strong>Welt</strong> zu <strong>organisieren</strong>”, sagt <em>Lourenco</em>. „Die Quantität scheint überaus nützlich zu sein, um vorherzusagen, wie sich Objekte verhalten sollten.”</p>
<p><em>Lourenco</em> konzentriert sich auf die Entwicklung der <strong>räumlichen Wahrnehmung</strong> und ihre Interaktionen mit anderen kognitiven Dimensionen wie der Verarbeitung von <strong>Zahlen</strong> und der Wahrnehmung der <strong>Zeit</strong>. Frühere Forschungsuntersuchungen haben gezeigt, dass diese verschiedenen kognitiven Bereiche auf neuronaler Ebene eng miteinander <strong>verknüpft</strong> sind. So haben zum Beispiel Tests gezeigt, dass Erwachsene kleinere Zahlen mit der linken Seite des Raumes assoziieren und größere Zahlen mit der rechten.</p>
<p>„Es ist, als ob wir ein Lineal im Kopf hätten”, beschreibt <em>Lourenco </em>das Phänomen.</p>
<p>Andere Tests haben gezeigt, wenn Erwachsene schnell die höhere von zwei Zahlen wählen sollen, wird die Aufgabe viel schwieriger, wenn die höhere Zahl physisch kleiner aussieht als die niedrigere Zahl.</p>
<p><em>Lourenco </em>wollte untersuchen, ob unser Gehirn einfach statistische Regelmäßigkeiten durch wiederholte <strong>Erfahrungen</strong> und sprachliche <strong>Assoziationen</strong> erkennt, <strong>oder</strong> ob ein <strong>allgemeines System</strong> für die Wahrnehmung von Größen schon früh im Leben existiert.</p>
<p>Um das zu untersuchen, zeigte sie in ihrem Labor neun Monate alten Babys Gruppen von Objekten auf einem Computerbildschirm. „Babys starren gerne Dinge an, die sie zum ersten Mal sehen”, erklärt <em>Lourenco</em>, „und wir können messen, wie lange sie diese Dinge anschauen, um zu verstehen, wie sie Informationen verarbeiten.”</p>
<p>Wenn die Forscher den Babys Bilder von größeren Objekten zeigten, die schwarz und gestreift waren, und kleineren Objekten, die weiß und gepunktet waren, erwarteten die Babys die gleiche Kombination von <strong>Farbe</strong> und <strong>Muster</strong> auch für das <strong>Größenverhältnis</strong> „mehr und weniger” bei Zahlen und der Zeitdauer. Wenn zum Beispiel die zahlreicheren Objekte weiß und gepunktet waren, fixierten die Babys das Bild länger, als wenn die Objekte schwarz und gestreift waren.</p>
<p>„Wenn die Babys etwas länger anschauen, zeigt es, dass sie von der fehlenden Übereinstimmung überrascht sind”, sagt <em>Lourenco</em>. „Sie scheinen zu erwarten, dass diese verschiedenen <strong>Dimensionen</strong> in der Welt miteinander <strong>korrelieren</strong>.”</p>
<p>Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen mit einem <strong>allgemeinen System</strong> für die <strong>Wahrnehmung von Größen geboren</strong> werden könnten. „Wenn wir nicht mit diesem System geboren werden, dann scheint es sich sehr schnell zu entwickeln”, sagt <em>Lourenco</em>. „Wie dem auch sei, ich finde es erstaunlich, wie wir Informationen über die Quantität benutzen, um uns die Welt zu erklären.”</p>
<p><em>Lourenco</em> hat vor Kurzem 300 000 Dollar Forschungsgelder vom John Merck Fund erhalten. Die Mittel sind für junge Forscher gedacht, die kognitiv-psychologische oder biologische Untersuchungen durchführen, die für Entwicklungsstörungen relevant sind. Sie hat vor, damit näher zu untersuchen, wie sich dieses System zur <strong>Verarbeitung quantitativer Informationen</strong> entwickelt, sowohl bei <strong>gesunden Kindern</strong> als auch bei Kindern mit Entwicklungsstörungen wie der Lernschwäche <strong>Dyskalkulie</strong> (Rechenschwäche) – dem mathematischen Äquivalent der Dyslexie (Lese- und Rechtschreibschwäche).</p>
<p>„In den letzten beiden Jahrzehnten galt die Aufmerksamkeit sehr der Dyslexie”, sagt <em>Lourenco</em>. „Aber weil unsere Welt immer technischer wird und Schüler in den USA denen in anderen Ländern in Mathematik hinterherhinken, findet jetzt die Bedeutung mathematischen, räumlichen und zeitlichen Denkens mehr Beachtung. Ich möchte die tiefer liegenden Ursachen der Dyskalkulie untersuchen und mich mit möglichen Behandlungsmethoden für Kinder befassen, die Schwierigkeiten mit quantitativem Denken haben.”</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://esciencecommons.blogspot.com/2010/06/how-babies-use-number-space-and-time.html" target="_blank">Emory University</a></span>, 11.6.10</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://pss.sagepub.com/content/early/2010/04/27/0956797610370158.abstract" target="_blank">Lourenco &amp; Longo</a></span>. <em>Psychological Science</em>, Juni 2010</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Was erklärt die Lesefähigkeit von Kindern: Genetik oder Umwelt?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/was-erklart-die-lesefahigkeit-von-kindern-genetik-oder-umwelt/" target="_self">Was erklärt die Lesefähigkeit von Kindern: Genetik oder Umwelt?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Wann startet die Sprachentwicklung bei Babys?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wann-startet-die-sprachentwicklung-bei-babys/" target="_self">Wann startet die Sprachentwicklung bei Babys?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Warum wecken Gerüche Kindheitserinnerungen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-wecken-geruche-kindheitserinnerungen/" target="_self">Warum wecken Gerüche Kindheitserinnerungen?</a></span></p>
<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in München" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-muenchen.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in München</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-duesseldorf.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Lässt sich Alkoholabhängigkeit durch Sport bekämpfen?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/lasst-sich-alkoholabhangigkeit-durch-sport-bekampfen/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 08:17:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schlafstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht/Substanzmissbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[begleitende Erkrankung]]></category>
		<category><![CDATA[Drogen]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Sport kann zur Unterstützung bei der Behandlung der verschiedensten psychischen Erkrankungen eingesetzt werden, unter anderem, weil er die Stimmung hebt. Eine neue Untersuchung zeigt, dass Sport auch in der Suchttherapie als eine Art natürliche und gesunde Ersatz-„Droge“ wirken könnte. Wir haben eine Presseerklärung der Nachrichtenagentur EurekAlert zu der Studie vom Juni übersetzt, die die Wechselwirkungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2922" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid #000000;" title="Lässt sich Alkoholabhängigkeit durch Sport bekämpfen" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/Lässt-sich-Alkoholabhängigkeit-durch-Sport-bekämpfen.jpg" alt="Lässt sich Alkoholabhängigkeit durch Sport bekämpfen" width="130" height="173" />Sport kann zur Unterstützung bei der Behandlung der verschiedensten psychischen Erkrankungen eingesetzt werden, unter anderem, weil er die Stimmung hebt. Eine neue Untersuchung zeigt, dass Sport auch in der Suchttherapie als eine Art natürliche und gesunde Ersatz-„Droge“ wirken könnte. Wir haben eine Presseerklärung der Nachrichtenagentur EurekAlert zu der Studie vom Juni übersetzt, die die Wechselwirkungen von Sport, Schlafstörungen und Alkoholmissbrauch untersucht hat:</p>
<p><strong>Alkoholmissbrauch</strong> hat eine sehr störende Wirkung auf den <strong>circadianen Rhythmus</strong> (Tag-Nachtrhythmus), aber Störungen des circadianen Rhythmus’ können auch zu Alkoholmissbrauch und zu einem Rückfall bei abstinenten Alkoholikern führen. Die circadiane zeitliche Anpassung wird bei Säugetieren durch Licht und andere Einflüsse wie Essen, soziale Interaktionen und körperliche Aktivität reguliert. Eine neue Studie über den Zusammenhang von Alkoholkonsum und Radlaufen bei Hamstern hat gezeigt, dass <strong>Sport </strong>eine effektive Methode sein könnte, um den Alkoholkonsum bei Menschen zu reduzieren.</p>
<p>Die Ergebnisse werden in der Septemberausgabe des Journals <em>Alcoholism: Clinical &amp; Experimental Research</em> veröffentlicht, sind aber bereits online zu lesen.</p>
<p><span id="more-2905"></span>„Die <strong>Kennzeichen</strong> von <strong>Alkoholmissbrauch</strong> sind ein Verlangen nach und Konsum von Alkohol, die zur Gewohnheit werden, und dass ein Mensch ohne Alkohol im Alltag nicht mehr normal zurechtkommen kann. Er wirkt sich störend auf die zeitliche Anpassung und Stabilisierung der <strong>circadianen Tagesrhythmen</strong> aus – wann wir schlafen, essen und Sex haben – die von der circadianen Uhr im Gehirn bestimmt werden”, erklärt der Leiter der Studie <em>J. David Glass</em>, Professor für Biowissenschaften an der <em>Kent State University</em> in den USA.</p>
<p>„Wenn sie ständig <strong>Alkohol </strong>zu sich nehmen, können Leute zu früh oder zu spät <strong>ins Bett gehen</strong>, die Nacht nicht durchschlafen und ungewöhnliche <strong>Essgewohnheiten</strong> entwickeln wie tagsüber wenig essen und/oder spät abends zu viel essen. Das kann bei ihrem Trinkverhalten zu einem Teufelskreis führen, weil diese Leute mit erhöhtem Alkoholkonsum reagieren, um besser einzuschlafen, nur um dann über noch schlechteren Nachtsschlaf zu klagen und außerdem ein stärkeres Verlangen nach Alkohol zu haben”, sagt <em>Glass</em>.</p>
<p>Mit anderen Worten, sagt <em>Alan M. Rosenwasser</em>, Professor für Psychologie an der <em>University of Maine </em>in den USA, chronischer Alkoholmissbrauch und ein gestörter circadianer Rhythmus stehen in einem destruktiven Verhältnis zueinander und haben negative Auswirkungen auf die körperliche und emotionale Gesundheit. „Daher ist es sehr interessant, dass der Zugang zu <strong>Laufrädern</strong> und anderen Arten freiwilliger körperlicher Betätigung bei <strong>Tierexperimenten</strong> zu einem wichtigen Umweltfaktor geworden sind, der die Gesundheit des Gehirns, circadiane Rhythmen und das emotionale Wohlbefinden beeinflusst”, sagt er.</p>
<p><em>Glass</em> stimmt dem zu weist darauf hin, dass <strong>körperliche Betätigung</strong> wichtig für die lichtunabhängige Regulation der circadianen <strong>zeitlichen Anpassung</strong> ist. „Wenn man die körperliche Aktivität von Tieren einschränkt”, sagt er, „zum Beispiel indem man ihnen wie in dieser Studie kein Laufrad gibt, hat das eine eindeutig stimulierende Wirkung auf ihren <strong>Alkoholkonsum</strong>.”</p>
<p>In ihrer <strong>Studie </strong>untersuchten <em>Glass</em> und seine Mitarbeiter drei Faktoren: den Einfluss des <strong>Radlaufens</strong> auf den chronischen freiwilligen Konsum von Trinkwasser mit <strong>Alkohol</strong> (20 Volumenprozent); den Einfluss des Alkoholkonsums auf das Radlaufen bei Hamstern, die vorher noch nie Alkohol getrunken hatten; und den Einfluss von <strong>Dauerlicht</strong> (LL) sowohl auf den Alkoholkonsum als auch auf das Radlaufen.</p>
<p>„In dieser Untersuchung stellten wir fest, je mehr die Hamster liefen, desto geringer war ihr Alkoholkonsum”, sagt <em>Glass</em>. „Die <strong>,fauleren’ Hamster</strong>, die nicht so viel liefen, hatten ein größeres Verlangen nach Alkohol und <strong>tranken mehr</strong>. Das zeigt, dass körperliche Betätigung eine effektive, nützliche und nicht-medikamentöse Behandlungsmethode für Alkoholismus sein könnte.”</p>
<p>„<strong>Alkoholkonsum </strong>und freiwillige <strong>körperliche Betätigung</strong> scheinen zwei Verhaltensweise zu sein, die von Natur aus <strong>belohnend</strong> sind”, fügt <em>Rosenwasser</em> hinzu, „und die belohnenden Effekte dieser beiden Verhaltensweisen könnten teilweise <strong>austauschbar</strong> sein. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die beiden Verhaltensweisen von überlappenden Systemen im Gehirn reguliert werden.”</p>
<p><em>Glass </em>ist auch dieser Meinung und merkt an, dass körperliche Betätigung scheinbar ähnliche Veränderungen der Gehirnchemie wie Alkohol hervorrufen kann. „<strong>Dopamin</strong> ist die wichtigste chemische Substanz, die im Gehirn als Antwort auf jede Art von <strong>Belohnung</strong> wie Sport, Drogen, Essen und Sex freigesetzt wird”, sagt er. „Für Menschen könnte <strong>Sport</strong> ein effektiver, nützlicher und auf natürliche Weise belohnender <strong>Ersatz</strong> für jede Art von <strong>Sucht </strong>sein. Er könnte auch das Suchtrisiko bei Menschen mit einer Familiengeschichte von Sucht vermindern und außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Störungen der Stimmungslage erheblich senken. Aber wie bei allen Belohnungen sollte man Sport in Maßen treiben, sodass er das normale Alltagsleben eines Menschen nicht beeinträchtigt.”</p>
<p>Ein zweites wichtiges Ergebnis war, dass Hamster, die empfindlicher auf den störenden Einfluss von <strong>Dauerlicht</strong> auf circadiane Rhythmen reagierten, auch ein geringeres Verlangen nach Alkohol hatten. „Daher könnte es eine genetische <strong>Veranlagung </strong>geben, die <strong>Alkoholabhängigkeit</strong> und –missbrauch zugrunde liegt und sich unter Bedingungen zeigt, die den circadianen Rhythmus stören”, sagt <em>Glass</em>, „wie Schichtarbeit, Schlafstörungen oder wiederholter Jetlag.”</p>
<p>„Mehrere Forschungsgruppen haben in letzter Zeit ein Interesse für die Zusammenhänge zwischen <strong>circadianen Uhren</strong>, <strong>Sport</strong> und <strong>Alkohol</strong>- und Drogenmissbrauch entwickelt”, sagt <em>Rosenwasser</em>. „Im Allgemeinen haben die Untersuchungen auf diesem Gebiet gezeigt, dass Alkoholmissbrauch einen sehr störenden Einfluss auf biologische Rhythmen haben kann, dass diese Störungen späteren Alkoholmissbrauch begünstigen können, und dass Sport ein wichtiger Umweltfaktor ist, der sowohl circadiane Rhythmen als auch den Alkoholkonsum beeinflusst. Diese Studien haben zu mehreren neuen Richtungen in der Alkoholforschung geführt und geben Anlass zu der Hoffnung, dass <strong>Behandlungsmethoden </strong>entwickelt werden können, die von circadianen Rhythmen und/oder Sport Gebrauch machen, um das Management der ernsten und behindernden Begleiterkrankungen von exzessivem Trinken zu verbessern.”</p>
<p>„Viele in der Öffentlichkeit aber auch viele Ärzte betrachten <strong>Alkoholmissbrauch</strong> und Alkoholsucht immer noch als Charakterschwäche und mangelnde ,Willensstärke’”, sagt <em>Rosenwasser</em>. „Ergebnisse wie diese helfen, Alkoholmissbrauch-Erkrankungen in einen weiteren biologischen Kontext zu stellen, und zeigen, dass sowohl <strong>physiologische</strong> als auch <strong>Umweltfaktoren</strong> zu exzessivem Alkoholkonsum beitragen. Deshalb müssen diese physiologischen und Umweltfaktoren untersucht werden, um Alkoholmissbrauch und andere Formen exzessiven Verhaltens effektiv kontrollieren zu können.”</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.eurekalert.org/pub_releases/2010-06/ace-emb061410.php" target="_blank">EurekAlert</a></span>!, 21.6.10</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www3.interscience.wiley.com/journal/123549368/abstract" target="_blank">Hammer et al</a></span>. <em>Alcoholism: Clinical &amp; Experimental Research</em>, 2010</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Kann Paartherapie alkoholkranken Frauen eher helfen als individuelle Verhaltenstherapie?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/kann-paartherapie-alkoholkranken-frauen-eher-helfen-als-individuelle-verhaltenstherapie/" target="_self">Kann Paartherapie alkoholkranken Frauen eher helfen als individuelle Verhaltenstherapie?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Was kann man gegen Schlafstörungen tun?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/was-kann-man-gegen-schlafstorungen-tun/" target="_self">Was kann man gegen Schlafstörungen tun?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Lassen sich Ängste und Depressionen durch körperliche Bewegung therapieren?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/lassen-sich-angste-und-depressionen-durch-korperliche-bewegung-therapieren/" target="_self">Lassen sich Ängste und Depressionen durch körperliche Bewegung therapieren?</a></span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Wie hilft Psychotherapie bei Suchterkrankungen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-erwachsene/suchterkrankungen.html" target="_self">Wie hilft Psychotherapie bei Suchterkrankungen?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Wie hilft Psychotherapie bei Schlafstörungen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-erwachsene/schlafstoerungen.html" target="_self">Wie hilft Psychotherapie bei Schlafstörungen?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in München" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-muenchen.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in München</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-duesseldorf.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kaffee macht munter &#8211; ein Mythos?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/kaffee-macht-munter-ein-mythos/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 18:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angst- & Panikstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht/Substanzmissbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Konzentration]]></category>
		<category><![CDATA[Placebo]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaffee (und nicht Bier) ist das meistgetrunkene flüssige Genussmittel der Deutschen. Eine aktuelle Studie entlarvt nun die Wirkung des beliebten Muntermachers als reines Entzugsphänomen. Wir haben die Pressemitteilung der Universität zu der Studie von letzter Woche übersetzt, die eigentlich Koffein untersuchte, das unter anderem auch in Tee, Schokolade und Cola enthalten ist:
Die stimulierende Wirkung von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2663" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid #000000;" title="Kaffee macht munter - ein Mythos" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/Kaffee-macht-munter-ein-Mythos.jpg" alt="Kaffee macht munter - ein Mythos" width="167" height="171" />Kaffee (und nicht Bier) ist das meistgetrunkene flüssige Genussmittel der Deutschen. Eine aktuelle Studie entlarvt nun die Wirkung des beliebten Muntermachers als reines Entzugsphänomen. Wir haben die Pressemitteilung der Universität zu der Studie von letzter Woche übersetzt, die eigentlich Koffein untersuchte, das unter anderem auch in Tee, Schokolade und Cola enthalten ist:</p>
<p>Die <strong>stimulierende Wirkung</strong> von Koffein könnte nichts weiter als eine <strong>Illusion</strong> sein. Denn eine neue Studie zeigt, dass die gewohnte morgendliche Tasse Kaffe in Wirklichkeit zu nichts Nutze ist.</p>
<p>Für die Studie testete das englisch-deutsche Forscherteam die Wirkung von Koffein oder einem Placebo an 379 Versuchspersonen, nachdem sie sechzehn Stunden lang kein Koffein zu sich genommen hatten. Die Tests zeigten <strong>kaum Unterschiede</strong> bei der <strong>Munterkeit</strong> der Versuchspersonen.</p>
<p><span id="more-2633"></span>Die Studie, die online in <em>Neuropsychopharmacology</em> erschien, zeigt, dass regelmäßige Kaffeetrinker eine <strong>Toleranz</strong> gegenüber den Angst auslösenden und stimulierenden Wirkungen von Koffein entwickeln. Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, haben vielleicht das Gefühl, davon munter zu werden. Doch die Ergebnisse zeigen, dass dieser Eindruck in Wirklichkeit nur auf der Abnahme der <strong>Ermüdungserscheinungen</strong> bei akutem <strong>Koffeinentzug</strong> beruht. Und wenn man die Angst auslösenden und Blutdruck steigernden Effekte von Koffein berücksichtigt, hat der Kaffeetrinker netto gar keinen Nutzen.</p>
<p><em>Peter Rogers </em>von der Abteilung Experimentelle Psychologie der <em>University of Bristol</em> in Großbritannien und erster Autor der Studie, sagt: „Unsere Untersuchung zeigt, dass Menschen vom Koffeinkonsum keinerlei Vorteile haben – obwohl wir das Gefühl haben, davon munter zu werden, stellt das Koffein lediglich den Normalzustand wieder her. Andererseits bedeutet <strong>Toleranz </strong>auch, obwohl Koffein <strong>Angstgefühle</strong> verstärken kann, tritt dieser Effekt bei den meisten Koffeinkonsumenten kaum zutage.”</p>
<p>Etwa die Hälfte der <strong>Versuchspersonen</strong> nahm für gewöhnlich kein oder wenig Koffein zu sich und die andere Hälfte mittel bis viel. Für die Tests erhielten die Versuchspersonen entweder Koffein oder ein Placebo. Vorher und nachher gaben sie an, wie <strong>ängstlich</strong> und <strong>wach</strong> sie sich fühlten, und wie stark ihre <strong>Kopfschmerzen</strong> waren. Außerdem machten sie verschiedene psychologische Tests am Computer, mit denen ihr Gedächtnis, ihre <strong>Aufmerksamkeit</strong> und ihre Wachsamkeit (Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum) gemessen wurden.</p>
<p>Die mittel/starken Koffeinkonsumenten, die das Placebo erhalten hatten, gaben an, sich müder zu fühlen und stärkere Kopfschmerzen zu haben, nicht jedoch die Versuchspersonen, die Koffein erhalten hatten. Aber nach der <strong>Koffeingabe</strong> waren starke Koffeinkonsumenten <strong>nicht wacher als</strong> geringe Koffeinkonsumenten, die <strong>Placebo</strong> erhalten hatten. Das zeigt, dass Koffein bei Kaffeetrinkern lediglich den „Normalzustand” wiederherstellt.</p>
<p>Außerdem stellten die Autoren fest, dass sich Menschen, die eine genetische <strong>Veranlagung</strong> zur <strong>Ängstlichkeit</strong> haben, dadurch nicht vom Kaffeetrinken abhalten lassen. Tatsächlich tranken Menschen mit der Genvariante für erhöhte Ängstlichkeit sogar etwas mehr Kaffee als Menschen ohne diese Genvariante, was darauf hindeutet, dass ein leichtes Angstgefühl mit zu der wohlig anregenden Wirkung von Kaffee gehören könnte.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.bris.ac.uk/news/2010/7051.html" target="_blank">University of Bristol</a></span>, 2.6.10</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.nature.com/npp/journal/vaop/ncurrent/abs/npp201071a.html" target="_blank">Rogers et al</a></span>. <em>Neuropsychopharmacology</em>, Juni 2010</p>
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		<title>Was erklärt die Lesefähigkeit von Kindern: Genetik oder Umwelt?</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 19:39:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder & Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Zwillinge]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine aktuelle Studie hat den Beitrag von Umwelt und Vererbung beim Lesenlernen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Einflüsse wichtig sind, aber recht verschiedene Rollen spielen. Ich habe eine Presseerklärung der Universität vom 11. Januar übersetzt, in der die Autoren meinen, bei Schulanfängern müssen die unterschiedlichen Voraussetzungen und Einflüsse im Unterricht gezielt berücksichtigt werden:
Die genetische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1903" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid #000000;" title="Was erklärt die Lesefähigkeit von Kindern - Genetik oder Umwelt s" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/Was-erklärt-die-Lesefähigkeit-von-Kindern-Genetik-oder-Umwelt-s.jpg" alt="Was erklärt die Lesefähigkeit von Kindern - Genetik oder Umwelt s" width="167" height="125" />Eine aktuelle Studie hat den Beitrag von Umwelt und Vererbung beim Lesenlernen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Einflüsse wichtig sind, aber recht verschiedene Rollen spielen. Ich habe eine Presseerklärung der Universität vom 11. Januar übersetzt, in der die Autoren meinen, bei Schulanfängern müssen die unterschiedlichen Voraussetzungen und Einflüsse im Unterricht gezielt berücksichtigt werden:</p>
<p>Die <strong>genetische Veranlagung</strong> spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie gut Kinder <strong>anfangs lesen lernen</strong>. Nun zeigt eine neue Untersuchung an Zwillingen zum ersten Mal, dass beim Lesenlernen <strong>später Umweltfaktoren</strong> immer <strong>wichtiger</strong> werden. Die Ergebnisse sind ein weiterer Beweis, dass Kinder in den ersten Schuljahren beim Lesen Fortschritte machen können, die über die wichtigen genetischen Faktoren und ihre Einflüsse auf das Lesen hinausgehen, sagt <em>Stephen Petrill</em>, der erste Autor und Leiter der Studie. <em>Petrill</em> ist Professor für Entwicklung des Menschen und Familienwissenschaften an der <em>Ohio State University</em> in den USA.</p>
<p><span id="more-1154"></span>„Wir müssen genetischen Einflüssen auf das Lesenlernen sicherlich mehr Beachtung schenken. Aber Kinder können unter richtiger Anleitung auch dann große Fortschritte machen, wenn sie bei der Einschulung kaum lesen können”, sagt <em>Petrill</em>.</p>
<p>„Die Ergebnisse zeigen, dass wir uns weiter bemühen müssen, die Entwicklung des <strong>Lesens</strong> bei Kindern so zu <strong>fördern</strong>, dass wir sowohl <strong>genetische </strong>als auch <strong>Umwelteinflüsse berücksichtigen</strong>.”</p>
<p>Schon frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Lesekompetenz von Kindern sowohl von der Genetik als auch von der Umwelt beeinflusst wird. Doch diese Studie zeigt als Erste die relative Bedeutung beider Einflüsse auf die Geschwindigkeit, mit der Kinder Fortschritte beim Lesenlernen machen.</p>
<p>Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt online im <em>Journal of Child Psychology and Psychiatry </em>veröffentlicht.</p>
<p>Für ihre Untersuchung wählten die Forscher <strong>Zwillinge</strong>, bei denen sich der Beitrag der <strong>Genetik und Umwelt </strong>gut analysieren lässt. Zum Beispiel sind eineiige Zwillinge genetisch identisch. Wenn diese Kinder unterschiedlich gut lesen können, beweist das einen Einfluss der Umwelt auf die Lesekompetenz der Geschwister.</p>
<p>An der <strong>Studie</strong> nahmen 314 Zwillinge aus dem Western Reserve Reading Project in Ohio teil. Darunter waren 135 eineiige Zwillinge und 179 Zwillingsbrüder.</p>
<p>Die Zwillinge nahmen ab dem Vorschulalter oder der ersten Klasse an der Studie teil. Die Lesekompetenz der Kinder wurde bei ihrer Aufnahme in die Studie und dann jährlich für zwei weitere Jahre zu Hause getestet.</p>
<p>Bei jedem Hausbesuch machten die Zwillinge einen umfangreichen, neunzigminütigen <strong>Test</strong> für verschiedene Teilaspekte ihrer <strong>Lesekompetenz</strong>. Dazu gehörten unter anderem das Erkennen von <strong>Worten</strong>, <strong>Buchstaben </strong>und den für Leseanfänger besonders schwierigen <strong>Phonemen</strong> (Laute, die die Bedeutung zweier ähnlich geschriebener Worte verändern, z.B. <em>K </em>und <em>T</em> in <em>K</em>atze und <em>T</em>atze). Weiter wurde die <strong>Geschwindigkeit</strong> gemessen, mit der die Kinder eine Reihe von Buchstaben benennen konnten.</p>
<p>Die Forscher verglichen die Testwerte der Zwillinge und werteten dann statistisch aus, wie groß der Anteil an der <strong>zunehmenden Lesekompetenz</strong> war, den <strong>genetische</strong> beziehungsweise <strong>Umweltfaktoren</strong> erklären konnten.</p>
<p><strong>Umweltfaktoren </strong>im weiteren Sinne sind <strong>alle</strong> <strong>äußeren Einflüsse</strong> auf das Kind – darunter die Fürsorge der Eltern, wie viel ihnen vorgelesen wird, ihre Wohngegend, Ernährung und der Schulunterricht.</p>
<p>Die Ergebnisse zeigten, wenn Kinder <strong>anfangen zu lesen</strong>, spielen sowohl <strong>Gene </strong>als auch die <strong>Umwelt</strong> eine unterschiedlich große Rolle bei der Lesekompetenz, die von dem jeweils untersuchten Teilaspekt des Lesens abhängt. Beim Erkennen von Worten und Buchstaben erklärte die Genetik etwa ein Drittel der Testergebnisse und die Umwelt zwei Drittel. Beim Wortschatz und dem Erkennen von Phonemen waren Genetik und Umwelt etwa gleich wichtig. Für die <strong>Lesegeschwindigkeit</strong> war zu drei Vierteln die <strong>genetische Veranlagung</strong> verantwortlich.</p>
<p>„Aber als wir analysierten, wie die <strong>Lesekompetenz</strong> der Kinder mit der Zeit <strong>zunimmt</strong>, wurde der Einfluss der <strong>Umwelt </strong>bedeutend <strong>wichtiger </strong>als die genetische Veranlagung&#8221;, sagt <em>Petrill</em>.</p>
<p>Für Verbesserungen bei Teilaspekten der Lesekompetenz, die im <strong>Unterricht</strong> erlernt werden (wie das Erkennen von Worten oder Buchstaben), ist fast ausschließlich die Umwelt verantwortlich. Auch das zunehmend bessere Erkennen von <strong>Phonemen</strong> wird zu achtzig Prozent durch die <strong>Umwelt</strong> bestimmt. Nur bei der <strong>Lesegeschwindigkeit </strong>spielen <strong>genetische</strong> Faktoren weiterhin eine große Rolle.</p>
<p>„Unabhängig davon, welche Fähigkeiten die Kinder zu Beginn des Lesenlernens schon mitbrachten und welchen Einfluss die Genetik und die Umwelt darauf hatten, zeigten unsere Ergebnisse, dass ihre Umwelt beeinflusste, wie schnell oder wie langsam sich die Lesekompetenz der Kinder entwickelte&#8221;, sagt <em>Petrill</em>.</p>
<p><em>Petrill </em>betont, dass die Umwelt eines Kindes viel mehr ist als nur sein Unterricht in der Schule. Dennoch spielt der <strong>Unterricht</strong> wahrscheinlich eine <strong>Schlüsselrolle</strong> dabei, wie sich die Lesekompetenz im Laufe der Zeit verbessert.</p>
<p><em>Petrill</em> sagt, weitere Studien müssten genauer untersuchen, wie Genetik und Umwelt beim Lesenlernen von Kindern zusammenwirken.</p>
<p>„Wir glauben, dass <strong>beide Faktoren</strong> für das Lesen <strong>wichtig</strong> sind. Etwas ganz Ähnliches haben Forscher im Gesundheitsbereich gefunden, zum Beispiel bei Herzerkrankungen und starkem Übergewicht”, sagt <em>Petrill</em>. „Aber wir wissen viel mehr über die relative Bedeutung von Genetik und Umwelt für biologische Systeme und ihren Einfluss auf Herzerkrankungen als auf das Lesen.“</p>
<p>Zum Beispiel können Menschen unabhängig von ihrer genetischen Veranlagung Umwelteinflüsse so verändern, dass sie ihr Risiko für Herzkrankheiten senken, sagt er.</p>
<p><em>Petrill</em> hofft, dass man Kindern genauso helfen kann, besser lesen zu lernen.</p>
<p>„Wenn wir die Ursachen für Unterschiede bei der Lesekompetenz von Kindern verstehen und die Rollen, die <strong>Genetik und Umwelt</strong> dabei spielen, können wir den <strong>Leseunterricht</strong> dementsprechend <strong>besser gestalten</strong>”, sagt er.</p>
<p><strong>Quellen:</strong> <a href="http://researchnews.osu.edu/archive/readingskills.htm" target="_blank"></a></p>
<p><a href="http://researchnews.osu.edu/archive/readingskills.htm" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Ohio State University</span></a>, 11. 1. 10</p>
<p><a href="http://www3.interscience.wiley.com/journal/123232884/abstract" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Petrill et al.</span></a> <em>Journal of Child Psychology and Psychiatry</em>, Jan 2010</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
<p><strong></strong><a title="Warum können Kinder mit Dyslexie dem Unterricht schlechter folgen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-konnen-kinder-mit-dyslexie-dem-unterricht-schlechter-folgen/" target="_self"><span style="text-decoration: underline;">Warum können Kinder mit Dyslexie dem Unterricht schlechter folgen?</span></a></p>
<p><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-konnen-kinder-mit-dyslexie-dem-unterricht-schlechter-folgen/" target="_self"></a><a title="Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Depressionen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/gibt-es-einen-zusammenhang-zwischen-schulerfolg-und-depressionen/" target="_self"><span style="text-decoration: underline;">Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Depressionen?</span></a></p>
<p><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/gibt-es-einen-zusammenhang-zwischen-schulerfolg-und-depressionen/" target="_self"></a><a title="Wann startet die Sprachentwicklung bei Babys?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wann-startet-die-sprachentwicklung-bei-babys/" target="_self"><span style="text-decoration: underline;">Wann startet die Sprachentwicklung bei Babys?</span></a></p>
<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in München" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-muenchen.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in München</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-duesseldorf.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf</a></span></p>
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		<title>Steigert körperliche Fitness die Intelligenz?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/steigert-korperliche-fitness-die-intelligenz/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 13:54:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leistungsfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Berufserfolg Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Zwillinge]]></category>

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		<description><![CDATA[„In einem gesunden Körper ein gesunder Geist“ wusste schon Juvenal. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie gibt nun dem römischen Dichter (um 100 nach Chr.) recht. Ich habe die Pressemitteilung der Forscher übersetzt, in der ein Detail etwas untergeht. Der Zusammenhang ist statistisch eindeutig abgesichert, aber gute Sportler sind gar nicht viel schlauer als schlechte:
Junge Erwachsene, die körperlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-934" style="margin: 0px 10px; border: black 1px solid;" title="fit small" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2009/12/fit-small.jpg" alt="fit small" width="167" height="125" />„In einem gesunden Körper ein gesunder Geist“ wusste schon Juvenal. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie gibt nun dem römischen Dichter (um 100 nach Chr.) recht. Ich habe die Pressemitteilung der Forscher übersetzt, in der ein Detail etwas untergeht. Der Zusammenhang ist statistisch eindeutig abgesichert, aber gute Sportler sind gar nicht viel schlauer als schlechte:</p>
<p>Junge Erwachsene, die <strong>körperlich</strong> fit sind, haben einen <strong>höheren IQ-Wert</strong> und studieren öfter an der Uni. Das zeigt eine große neue Studie von Forschern an der <em>Sahlgrenska-Akademie </em>der <em>Universität Göteborg</em> und dem <em>Sahlgrenska-Universitätsklinikum</em> in Schweden.</p>
<p><span id="more-843"></span>Die Ergebnisse der Untersuchung wurden jetzt in dem renommierten Fachjournal <em>Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)</em> veröffentlicht. Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler die Daten von 1,2 Millionen schwedischen <strong>jungen Männern</strong> aus den Geburtsjahrgängen 1950 bis 1976, die ihren <strong>Militärdienst</strong> leisteten. Das Forscherteam wertete die Ergebnisse von Fitness- und Intelligenztests aus, die die Männer bei der Aufnahme in den Militärdienst gemacht hatten.</p>
<p>Die Studie zeigte einen klaren <strong>Zusammenhang</strong> zwischen einer guten körperlichen Fitness und besseren Ergebnissen beim <strong>Intelligenztest</strong>. Der Zusammenhang war bei logischem Denken und sprachlichem Verständnis am stärksten ausgeprägt. Allerdings beeinflusste nur <strong>Fitness</strong> (körperliche Ausdauer) die Ergebnisse des Intelligenztests, <strong>nicht</strong> aber die <strong>Muskelkraft</strong>.</p>
<p>„Fit sein heißt, dass Leute auch ein gutes Herz und Lungenvolumen haben, und dass ihr <strong>Gehirn viel Sauerstoff bekommt</strong>”, sagt <em>Michael Nilsson</em>, Professor an der <em>Sahlgrenska-Akademie</em> und Chefarzt am <em>Sahlgrenska-Universitätsklinikum</em>. „Das könnte einer der Gründe sein, warum wir einen klaren Zusammenhang mit Fitness sehen, nicht aber mit Muskelkraft. Wir wissen auch von <strong>Wachstumsfaktoren</strong>, die dabei eine wichtige Rolle spielen.“</p>
<p>Die Forscher werteten die Daten von <strong>Zwillingen</strong> unter den Rekruten aus und konnten dadurch zeigen, dass sich der Zusammenhang von Fitness und höherem IQ-Wert vor allem durch <strong>Umweltfaktoren</strong> erklären lässt und <strong>nicht</strong> durch einen Einfluss der <strong>Gene</strong>.</p>
<p>„Wir haben auch gezeigt, dass die jungen Leute, die im Alter von fünfzehn bis achtzehn Jahren ihre körperliche Fitness verbessern, ihre geistigen Fähigkeiten steigern“, sagt <em>Maria Åberg</em>, die Forscherin an der <em>Sahlgrenska-Akademie</em> und Ärztin am <em>Åby-Gesundheitszentrum</em> ist. „Deshalb ist <strong>Sport ein wichtiges Schulfach</strong> und ein absolutes Muss, wenn wir in Mathematik oder theoretischen Fächern Erfolg haben wollen.“</p>
<p>Die Forscher verglichen auch die Ergebnisse von <strong>Fitnesstests</strong> während des Wehrdienstes mit dem <strong>sozialen und wirtschaftlichen</strong><strong> Status</strong> der Männer im <strong>späteren Leben</strong>. Diejenigen, die mit achtzehn fit waren, besuchten dann häufiger eine Hochschule, und viele von ihnen fanden Arbeit in höher qualifizierten Berufen.</p>
<p>Ein Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und geistiger Leistungsfähigkeit wurde schon vorher in Studien an Tieren, Kindern und Senioren nachgewiesen. Dagegen hatten Untersuchungen an jungen Erwachsenen bis jetzt zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt. Im Alter von etwa zwanzig Jahren könnte sich unser Gehirn durch seine anhaltende geistige und emotionale Entwicklung noch schnell verändern.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><a href="http://www.sahlgrenska.gu.se/english/news_and_events/news/News_Detail//Young_adults_who_exercise_get_higher_IQ.cid907433" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Universität Göteborg</span></a></p>
<p><a href="http://www.pnas.org/content/early/2009/11/25/0905307106.abstract?sid=a65e50c6-177b-49cc-a50e-95060a8058a6" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Proceedings of the National Academy of Sciences</span></a> (PNAS), 8.12.09</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
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<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Lässt das Gedächtnis im Alter zwangsläufig nach?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/lasst-das-gedachtnis-im-alter-zwangslaufig-nach/" target="_self">Lässt das Gedächtnis im Alter zwangsläufig nach?</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Gibt es bei Kindern einen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Depressionen?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/gibt-es-bei-kindern-einen-zusammenhang-zwischen-schlafstorungen-und-depressionen/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 10:09:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder & Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Schlafstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[begleitende Erkrankung]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Risikofaktor]]></category>
		<category><![CDATA[Zwillinge]]></category>

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		<description><![CDATA[In der heutigen Ausgabe des Magazins Sleep ist eine Studie veröffentlicht, in der Forscher des Goldsmiths College, London den Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Depressionen näher beleuchten. Nach eigener Aussage ist dies die erste sogenannte &#8220;Zwillingsstudie&#8221; zu dem Thema. Untersuchungen von Zwillingen, die entweder gemeinsam oder getrennt aufgewachsen sind eignen sich sehr gut, um den Einfluss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Ausgabe des Magazins <em>Sleep </em>ist eine Studie veröffentlicht, in der Forscher des Goldsmiths College, London den Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Depressionen näher beleuchten. Nach eigener Aussage ist dies die erste sogenannte &#8220;<strong>Zwillingsstudie</strong>&#8221; zu dem Thema. Untersuchungen von Zwillingen, die entweder gemeinsam oder getrennt aufgewachsen sind eignen sich sehr gut, um den Einfluss von genetischen vs. Umwelt-Einflüssen auf Verhalten näher zu bestimmen.</p>
<p><span id="more-186"></span>Ausgangspunkt der Studie ist der bereits bekannte Befund, dass Schlafstörungen und Depressionen bei Kindern miteinander verknüpft sein können. Die Frage war nun: Liegt es daran, dass beide &#8211; Schlafstörungen und Depressionen &#8211; gemeinsame Ursachen haben? Oder daran, dass die beiden sich gegenseitig bedingen? Tatsächlich bestätigten die Forscher, dass Schlafstörungen bei Kindern einer (unter mehreren) Risikofaktoren sind, um Depressionen vorherzusagen. Anders herum betrachtet sind Depressionen bei Kindern jedoch kein Prediktor für Schlafstörungen.</p>
<p>Der eigentlich interessante Befund der Studie ist jedoch ein anderer: Mit zunehmendem Alter (die Zwillinge wurden zunächst im Alter von 8 Jahren untersucht und später im Alter von 10) ließ sich der Zusammenhang zwischen Schlafstörung und Depression eher durch <strong>Umwelteinflüsse </strong>erklären als durch genetische Veranlagung. Mit anderen Worten:  Wenn man  <strong>Schlafstörungen </strong>bei Kindern <strong>erfolgreich behandelt</strong>, <strong>mindert man ihr Risiko an Depressionen zu erkranken</strong>.  Im Umkehrschluss heißt dies aber nicht, dass jedes Kind, das (unbehandelte) Schlafstörungen hat, an Depressionen erkranken wird. Und es heißt schon gar nicht, dass kein Kind ohne Schlafstörungen jemals depressiv werden kann. Dazu gibt es zu viele weitere, stärkere Risikofaktoren für das Entstehen einer Depression. Die Forscher stellen jedoch fest, dass unabhängig davon, dass sowohl die Laune, Aufmerksamkeitsspanne und Schulleistung des Kindes von einer erfolgreichen behandelten Schlafstörung profitiert, dieser einzelne Risikofaktor für das Entstehen von Depressionen so einfach zu adressieren ist, dass es sich lohnt, auch unter diesem Gesichtspunkt das Thema Schlafstörung ernst zu nehmen.</p>
<p><strong>Quelle:</strong></p>
<p>Sleep, Feb. 2009, zusammengefasst in <span style="text-decoration: underline;"><a title="Sleep Depression" href="http://esciencenews.com/articles/2009/02/01/study.finds.genetic.link.between.sleep.disorders.and.depression.young.children" target="_blank">e!Science News</a></span></p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Wie verbreitet sind Depression und Angststörungen im Vorschulalter?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wie-verbreitet-sind-depression-und-angststorungen-im-vorschulalter/" target="_self">Wie verbreitet sind Depression und Angststörungen im Vorschulalter?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Führt Schlafmangel bei Kindern zu Hyperaktivität?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/kann-schlafmangel-bei-kindern-zu-ubergewicht-und-hyperaktivitat-fuhren/" target="_self">Führt Schlafmangel bei Kindern zu Hyperaktivität?</a></span></p>
<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Wie hilft Psychotherapie bei Depressionen von Kindern?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-kinder-jugendliche/depressionen-bei-kindern.html" target="_self">Wie hilft Psychotherapie bei Depressionen von Kindern?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Wie hilft Psychotherapie bei (Ein-)Schlafstörungen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-kinder-jugendliche/schlafstoerungen.html" target="_self">Wie hilft Psychotherapie bei (Ein-)Schlafstörungen?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in München" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-muenchen.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in München</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-duesseldorf.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ist Untreue für Frauen etwas anderes als für Männer?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/ist-untreue-fur-frauen-etwas-anderes-als-fur-manner/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 12:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rose Shaw</dc:creator>
				<category><![CDATA[Partnerschaft & Paartherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik & Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterunterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensforschung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dr-rose-shaw.de/2009/01/05/ist-untreue-fur-frauen-etwas-anderes-als-fur-manner/</guid>
		<description><![CDATA[In einer Veröffentlichung im Journal of Marital and Family Therapy (Vol. 34, No.4, 2008) berichten Forscher aus den Universitäten Nottingham und Belfast von den Ergebnissen einer aktuellen Studie mit Studenten in Nordirland. Untersucht wurde, ob sich die Wahrnehmung emotionaler und sexueller Untreue zwischen Männern und Frauen unterscheidet. Tatsächlich bestätigte die vorliegende Studie, dass für Männer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1043" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid black;" title="Ist Untreue für Frauen etwas anderes als für Männer-1" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2009/01/Ist-Untreue-für-Frauen-etwas-anderes-als-für-Männer-12-300x199.jpg" alt="Ist Untreue für Frauen etwas anderes als für Männer-1" width="240" height="159" />In einer Veröffentlichung im <em>Journal of Marital and Family Therapy </em>(Vol. 34, No.4, 2008) berichten Forscher aus den Universitäten Nottingham und Belfast von den Ergebnissen einer aktuellen Studie mit Studenten in Nordirland. Untersucht wurde, ob sich die Wahrnehmung <strong>emotionaler und sexueller Untreue </strong>zwischen Männern und Frauen unterscheidet. Tatsächlich bestätigte die vorliegende Studie, dass für Männer die Vorstellung &#8220;sexueller Untreue&#8221; ihrer Partnerin belastender ist als &#8220;emotionale Untreue&#8221; während für Frauen die Vorstellung &#8220;emotionaler Untreue&#8221; ihres Partners belastender ist als &#8220;sexuelle Untreue&#8221;.</p>
<p><span id="more-35"></span>Für diesen bereits in anderen Studien replizierten Befund gibt es mehrere Theorien. Eine <strong>evolutionsgeschichtlich motivierte Theorie </strong>besagt, dass die Unterschiede aus der Frühgeschichte der Menschheit herrührten als unklare Vaterschaftsverhältnisse für Männer eine immense Bedrohung darstellten während für Frauen die größte Bedrohung, darin bestand, dass ihr Mann seine (insbesonders wirtschaftlichen) Ressourcen einer Rivalin zuteil werden ließ.  Die Autoren der Studie neigen jedoch einer zweiten <strong>sozial-kognitiven Theorie </strong>zu. Nach dieser erklären sich die Unterschiede vor allem dadurch, was die Partner hinter dem Akt der Untreue <em>vermuten</em>.  Männer &#8211; so die Theorie &#8211; gehen davon aus, dass ihre Partnerin, wenn sie eine sexuelle Beziehung zu einem anderen Mann unterhalten würde, notwendigerweise auch in ihn verliebt wäre. Für Frauen besteht dieser Zusammenhang in der Zuschreibung der Motive nicht zwangsläufig. Für sie ist es durchaus vorstellbar, dass ihr Mann sexuell untreu ist, ohne zwangsläufig in die andere Partnerin verliebt zu sein.  Diese geschlechterspezifische Wahrnehmung der (notwendigen) Begleitumstände von sexueller Untreue konnte in der aktuellen Studie ebenfalls bestätigt werden.</p>
<p>Bestandteil der Untersuchung war zudem die Bewertung von &#8220;<strong>Untreue im Internet</strong>&#8220;. Interessanterweise wurde von den Befragten die Vorstellung der Partner habe &#8220;Cybersex&#8221; (z.B. mit einem Chatpartner)  als ähnlich belastend wie ein realer Seitensprung bewertet. Im Unterschied zur realen Welt nahmen die Befragten beider Geschlechter jedoch deutlich seltener an, dass Cybersex auch emotionale Liebe voraussetzt.</p>
<p><strong>Quelle:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www3.interscience.wiley.com/journal/121452268/abstract" target="_blank">Whitty &amp; Quigley</a></span>. Journal of Marital and Family Therapy, Oct 2008</p>
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<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
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<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/paartherapie-duesseldorf.php">Zur Paartherapie in Düsseldorf</a></span></p>
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