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	<title>Psychologie aktuell &#187; Gehirnaktivität</title>
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	<description>Aktuelle Studien aus Psychologie &#38; Psychotherapie</description>
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	<itunes:summary>Aktuelle, internationale Forschungsergebnisse aus der Psychologie- und Psychotherapieforschung. Podcast der Praxis Dr. Shaw</itunes:summary>
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		<title>Psychologie aktuell &#187; Gehirnaktivität</title>
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		<title>Lässt sich Drogenabhängigkeit durch mangelnde Plastizität des Gehirns erklären?</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 16:12:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht/Substanzmissbrauch]]></category>
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		<category><![CDATA[Verhaltensforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur relativ wenige Leute (15 Prozent), die Kokain „benutzen“, werden auch im Wortsinne „süchtig“. Warum das so ist, bleibt unklar. Mit einer aktuellen Studie sind Forscher aus Frankreich der Antwort einen Schritt näher gekommen, denn sie konnten einen Gehirnmechanismus identifizieren, der bei einem kontrollierten Gebrauch von Kokain eine entscheidende Rolle spielt. Wir haben die Presseerklärung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2844" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid #000000;" title="Lässt sich Drogenabhängigkeit durch mangelnde Plastizität des Gehirns erklären" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/Lässt-sich-Drogenabhängigkeit-durch-mangelnde-Plastizität-des-Gehirns-erklären.jpg" alt="Lässt sich Drogenabhängigkeit durch mangelnde Plastizität des Gehirns erklären" width="125" height="167" />Nur relativ wenige Leute (15 Prozent), die Kokain „benutzen“, werden auch im Wortsinne „süchtig“. Warum das so ist, bleibt unklar. Mit einer aktuellen Studie sind Forscher aus Frankreich der Antwort einen Schritt näher gekommen, denn sie konnten einen Gehirnmechanismus identifizieren, der bei einem kontrollierten Gebrauch von Kokain eine entscheidende Rolle spielt. Wir haben die Presseerklärung des Instituts zu der Studie von Ende Juni übersetzt, die einen möglichen neuen Ansatz zur Suchttherapie bietet:</p>
<p>Warum werden <strong>nur manche</strong> Drogenkonsumenten <strong>süchtig</strong>? Diese Frage haben die Teams von <em>Pier Vincenzo Piazza</em> und <em>Olivier Manzoni</em> am <em>Neurocentre Magendie</em> in Bordeaux (Unité INSERM 862) untersucht. Die Forscher entdeckten, dass der <strong>Übergang </strong>zur <strong>Sucht</strong> die Folge einer bleibenden Störung der <strong>synaptischen Plastizität</strong> in einer entscheidenden Struktur des Gehirns sein könnte. Dies ist der erste Nachweis, dass es einen Zusammenhang zwischen synaptischer Plastizität und dem Übergang zur Sucht gibt.</p>
<p>Die Ergebnisse der Teams vom <em>Neurocentre Magendie </em>stellen die bisherige Vorstellung infrage, dass Sucht durch pathologische Veränderungen im Gehirn verursacht wird, die sich beim Drogenkonsums mit der Zeit entwickeln. Die Ergebnisse zeigen stattdessen, dass Sucht von einer Art der „Anaplastizität” herrühren könnte, das heißt von einer Unfähigkeit des Suchtkranken, die pathologischen Veränderungen auszugleichen, die Drogen bei allen hervorrufen, die sie nehmen.</p>
<p>Die Studie wurde in der Juniausgabe des Journals <em>Science</em> veröffentlicht.</p>
<p><span id="more-2838"></span>Der freiwillige Konsum von Drogen ist ein Verhalten, dass bei vielen Spezies des Tierreichs verbreitet ist. Aber man dachte lange, dass <strong>Sucht</strong>, die als ein <strong>zwanghafter </strong>und <strong>pathologischer</strong> Drogenkonsum definiert ist, ein Verhalten ist, das für die Spezies Mensch und ihre Sozialstruktur spezifisch ist. Das Team von <em>Pier Vincenzo Piazza</em> konnte 2004 zeigen, dass das charakteristische Suchtverhalten von Menschen auch bei manchen <strong>Ratten</strong> beobachtet werden kann, die sich <strong>Kokain</strong> freiwillig selbst verabreichen. Die Sucht bei Menschen und Ratten weist erstaunliche Ähnlichkeiten auf, insbesondere die Tatsache, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Konsumenten (Menschen wie Nager) eine Drogensucht entwickelt. Daher eröffnete die Studie drogenabhängigen Verhaltens in diesem Säugetiermodell die Möglichkeit, die Biologie der Sucht zu untersuchen.</p>
<p>Für die aktuelle <strong>Studie </strong>arbeiteten die Teams von <em>Pier Vincenzo Piazza</em> und <em>Olivier Manzoni </em>zusammen und beschreiben nun zum ersten Mal biologische Mechanismen für der <strong>Übergang</strong> von einem regelmäßigen aber <strong>kontrollierten</strong> Drogenkonsum zu einer echten <strong>Kokainsucht</strong>, die sich durch den Verlust der Kontrolle über den Drogenkonsum auszeichnet.</p>
<p>Chronischer Drogenkonsum führt zu zahlreichen Veränderungen in der Physiologie des Gehirns. Aber welche dieser Veränderungen ist für die Entwicklung einer Sucht verantwortlich? Die Forscher suchten nach einer Antwort auf diese Frage, um gezielt potenzielle Therapiemethoden für eine Krankheit zu entwickeln, für die es entsetzlich wenige Behandlungsmöglichkeiten gibt.</p>
<p>Das <strong>Suchtmodell</strong>, das in Bordeaux entwickelt wurde, bietet eine einzigartige Möglichkeit, diese Frage zu beantworten. Denn das Modell erlaubt es, Tiere zu vergleichen, die eine identische Drogendosis erhalten, obwohl nur wenige von ihnen süchtig werden. Die Teams von <em>Pier Vincenzo Piazza</em> und <em>Olivier Manzoni</em> verglichen <strong>süchtige</strong> und <strong>nichtsüchtige Tiere</strong>, während sie über einen längeren Zeitraum Drogen konsumierten.</p>
<p>Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Tiere, die eine Kokainsucht entwickelten, durch einen dauerhaften Verlust einer Art der <strong>neuronalen Plastizität</strong> auszeichneten, die als Langzeit-Depression (oder <strong>LTD</strong>) bezeichnet wird. Darunter versteht man die Fähigkeit der Synapsen (der Teil der Zelle, über den Nervenzellen miteinander kommunizieren), ihre Aktivität unter dem Einfluss bestimmter Reize zu vermindern. Dieser Mechanismus spielt eine entscheidende Rolle bei der Fähigkeit, <strong>neue Gedächtnisinhalte</strong> zu speichern und daher sich <strong>flexibel verhalten</strong> zu können.</p>
<p>Nach kurzzeitigem Gebrauch von Kokain ist die LTD unverändert. Bei <strong>längerem Gebrauch</strong> entwickelt sich jedoch bei allen Konsumenten ein erhebliches <strong>LTD-Defizit</strong>. Ohne diese Art der neuronalen Plastizität, die eine Voraussetzung für das Lernen ist, wird das Verhalten des Drogenkonsumenten immer unflexibler und er beginnt, ein zwanghaftes Konsumverhalten zu entwickeln. Bei der Mehrheit der Konsumenten funktionieren die biologischen Anpassungsmechanismen, mit denen das Gehirn der Wirkung der Droge entgegensteuern und eine normale LTD wiederherstellen kann. Dagegen führt die Anaplastizität (oder <strong>Mangel </strong>an <strong>Plastizität</strong>) bei <strong>Drogensüchtigen </strong>dazu, dass dieser <strong>Schutzmechanismus fehlt</strong>, und das LTD-Defizit, das die Droge hervorgerufen hat, wird chronisch.</p>
<p>Dieser dauerhafte Verlust synaptischer Plastizität könnte erklären, warum der Süchtige bei seinem Verhalten auf der Suche nach der Droge äußere Widerstände (Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Droge, negative Auswirkungen des Drogenkonsums auf die Gesundheit, das Sozialleben etc.) ignoriert und deshalb sein <strong>Verhalten</strong> immer <strong>zwanghafter </strong>wird. So verliert er nach und nach die Kontrolle über den Drogenkonsum und wird <strong>süchtig</strong>.</p>
<p>Nach Meinung von <em>Pier Vincenzo Piazza </em>und seinen Mitarbeitern lassen diese Ergebnisse auch wichtige Schlussfolgerungen für die Entwicklung neuer Methoden der <strong>Suchttherapie</strong> zu. „Wahrscheinlich werden wir keine neuen Therapien finden, indem wir versuchen, die Veränderungen zu verstehen, die Drogen im Gehirn von Süchtigen hervorrufen”, erklären die Forscher, „denn ihr Gehirn ist anaplastisch.” Die Autoren schreiben, „Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass wir den <strong>Schlüssel</strong> zu einer wirklichen Suchttherapie wahrscheinlich im Gehirn der <strong>nichtsüchtigen Konsumenten </strong>finden werden.”</p>
<p>Die Autoren glauben, „Wenn wir die biologischen Mechanismen verstehen, die eine Anpassung an die Droge ermöglichen und dem Konsumenten helfen, ihren Gebrauch weiter zu kontrollieren, könnten wir vielleicht den anaplastischen Zustand behandeln, der zur Sucht führt.”</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.inserm.fr/content/download/12872/97006/file/cp_piazza24juin10(va).pdf" target="_blank">INSERM</a></span>, 24.6.10</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/328/5986/1709" target="_blank">Kasanetz et al</a></span>. <em>Science</em>, Juni 2010</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Macht hoher sozialer Status glücklich?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/macht-hoher-sozialer-status-glucklich/" target="_self">Macht hoher sozialer Status glücklich?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Riskantes Verhalten in der Pubertät: Was sind die biologischen Hintergründe?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/riskantes-verhalten-in-der-pubertat-was-sind-die-biologischen-hintergrunde/" target="_self">Riskantes Verhalten in der Pubertät: Was sind die biologischen Hintergründe?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Was findet bei Magersucht im Kopf statt?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/was-findet-bei-magersucht-im-kopf-statt/" target="_self">Was findet bei Magersucht im Kopf statt?</a></span></p>
<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Wie hilft Psychotherapie bei Suchterkrankungen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-erwachsene/suchterkrankungen.html" target="_self">Wie hilft Psychotherapie bei Suchterkrankungen?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in München" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-muenchen.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in München</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-duesseldorf.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf</a></span></p>
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		<title>Psychologie des Alters &#8211; 5 interessante Studien der letzten 12 Monate</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/psychologie-des-alters-5-interessante-studien-der-letzten-12-monate/</link>
		<comments>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/psychologie-des-alters-5-interessante-studien-der-letzten-12-monate/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 17:52:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cathleen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alter]]></category>
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		<description><![CDATA[In unserer neuen Folge des Podcasts „Psychologie aktuell“ steht das Thema Alter im Mittelpunkt.
Dazu haben wir wiederum fünf bemerkenswerte Studien für Sie zusammengestellt, die in den letzten 12 Monaten erschienen sind und die wir alle auch bereits im Blog vorgestellt haben:
Die ersten beiden Studien behandeln das Thema Altersdepression: Welche Wahrnehmungsveränderungen liegen der Altersdepression zugrunde und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In unserer neuen Folge des Podcasts „Psychologie aktuell“ steht das <strong>Thema Alter</strong> im Mittelpunkt.</p>
<p>Dazu haben wir wiederum fünf bemerkenswerte Studien für Sie zusammengestellt, die in den letzten 12 Monaten erschienen sind und die wir alle auch bereits im Blog vorgestellt haben:</p>
<p>Die ersten beiden Studien behandeln das Thema Altersdepression: Welche <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-sind-altersdepressionen-besonders-hartnackig/" target="_blank"><strong>Wahrnehmungsveränderungen</strong> </a></span>liegen der Altersdepression zugrunde und wie kann <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/hilft-verhaltenstherapie-bei-altersdepressionen/" target="_blank"><strong>Verhaltenstherapie</strong> </a></span>Abhilfe schaffen?</p>
<p>Die dritte Studie geht der Frage nach, ob bei <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/sind-bei-gedachtnisverlust-auch-die-emotionen-verloren/" target="_blank"><strong>Gedächtnisverlust auch die Emotionen verloren gehen</strong></a></span>.</p>
<p>Die vierte und fünfte Studien zeigen Faktoren auf, die einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit im Alter haben: die <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/halt-geistige-fitness-menschen-jung/" target="_blank"><strong>subjektive Sichtweise auf das eigene Alter</strong></a></span> und die <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/fordert-arbeit-im-ruhestand-die-gesundheit/"><strong>Arbeit im Ruhestand</strong></a>.</span></p>
<p>Unsere Sprecherin ist Cathleen Henning. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Zuhören!</p>
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		<itunes:summary>In unserer neuen Folge des Podcasts „Psychologie aktuell“ steht das Thema Alter im Mittelpunkt.

Dazu haben wir wiederum fünf bemerkenswerte Studien für Sie zusammengestellt, die in den letzten 12 Monaten erschienen sind und die wir alle auch bereits im Blog vorgestellt haben:

Die ersten beiden Studien behandeln das Thema Altersdepression: Welche Wahrnehmungsveränderungen liegen der Altersdepression zugrunde und wie kann Verhaltenstherapie Abhilfe schaffen?

Die dritte Studie geht der Frage nach, ob bei Gedächtnisverlust auch die Emotionen verloren gehen.

Die vierte und fünfte Studien zeigen Faktoren auf, die einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit im Alter haben: die subjektive Sichtweise auf das eigene Alter und die Arbeit im Ruhestand.

Unsere Sprecherin ist Cathleen Henning. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Zuhören!</itunes:summary>
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	</item>
		<item>
		<title>Riskantes Verhalten in der Pubertät: Was sind die biologischen Hintergründe?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/riskantes-verhalten-in-der-pubertat-was-sind-die-biologischen-hintergrunde/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 20:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
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		<description><![CDATA[Unfälle sind bei Menschen unter vierzig Jahren die häufigste Todesursache und erreichen im Teenageralter einen deutlichen Höchstwert. Eine aktuelle Studie hat einen Gehirnmechanismus untersucht, der zu der Risikobereitschaft von Teens mit beitragen könnte. Wir haben eine Pressemitteilung der Universität zu der Studie von dieser Woche übersetzt, die einen faszinierenden Einblick in die Biologie der Unvernunft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2669" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid #000000;" title="Riskantes Verhalten in der Pubertät - Was sind die biologischen Hintergründe" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2010/06/Riskantes-Verhalten-in-der-Pubertät-Was-sind-die-biologischen-Hintergründe.jpg" alt="Riskantes Verhalten in der Pubertät - Was sind die biologischen Hintergründe" width="125" height="167" />Unfälle sind bei Menschen unter vierzig Jahren die häufigste Todesursache und erreichen im Teenageralter einen deutlichen Höchstwert. Eine aktuelle Studie hat einen Gehirnmechanismus untersucht, der zu der Risikobereitschaft von Teens mit beitragen könnte. Wir haben eine Pressemitteilung der Universität zu der Studie von dieser Woche übersetzt, die einen faszinierenden Einblick in die Biologie der Unvernunft bietet:</p>
<p>Die Fehlurteile und die Risikobereitschaft, die für junge Menschen so typisch sind, haben biologische Ursachen. Das zeigt eine neue Studie von Psychologen der <em>University of Texas at Austin</em>.</p>
<p>Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass <strong>Teenager stärker </strong>auf <strong>Belohnungen</strong> <strong>reagieren</strong> als Kinder oder Erwachsene. Nun haben <em>Russell Poldrack </em>und seine Mitarbeiter einen ersten entscheidenden Schritt gemacht, um die Mechanismen im Gehirn zu identifizieren, die junge Menschen zu diesem Verhalten treiben, und zu verstehen, welche Auswirkungen diese entwicklungsbedingten biologischen Unterschiede auf das unüberlegte Verhalten junger Menschen haben könnten.</p>
<p><span id="more-2608"></span>„Unsere Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass junge Menschen zu riskanten Verhaltensweisen wie mit Drogen experimentieren oder ungeschützten Sex haben in Wirklichkeit von einer Überaktivität des mesolimbischen <strong>Dopaminsystems</strong> in ihrem Gehirn getrieben werden, einem System, das wohl der letzte Schritt bei den Mechanismen ist, die zu allem Suchtverhalten führen”, sagt <em>Poldrack</em>.</p>
<p><em>Poldrack</em> ist Professor für Psychologie und Neurobiologie und leitet das Forschungszentrum für Imaging an der <em>University of Texas</em>. Die Forscher des Zentrums benutzen eine Imagingtechnologie, die funktionelle magnetische Resonanztomographie (<strong>fMRT</strong>), bei der die Gehirnaktivität mit magnetischen Feldern sichtbar gemacht wird. Die Studie wurde gemeinsam mit <em>Jessica Cohen</em> und <em>Robert Asarnow</em> und ihren Mitarbeitern von der <em>University of California Los Angeles </em>durchgeführt.</p>
<p>Für die <strong>Studie </strong>machten Versuchspersonen im Alter von acht bis dreißig Jahren einen <strong>Lerntest</strong>, bei dem sie ein abstraktes Bild in eine von zwei Kategorien einordnen sollten. Nach jeder Antwort wurde auf einem Monitor eingeblendet, ob sie richtig oder falsch war. Als Motivation erhielten die Versuchspersonen für jede richtige Antwort ein paar Cent.</p>
<p>Die Forscher waren vor allem daran interessiert, wie das Gehirn der Teilnehmer auf den sogenannten <strong>Belohungs-Vorhersagefehler</strong> reagierte, während sie lernten, die Bilder in Kategorien einzuordnen. Der Vorhersagefehler ist die Diskrepanz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Ergebnis einer Handlung. Das Ergebnis eines positiven Vorhersagefehlers ist besser als erwartet und das eines negativen Vorhersagefehlers ist schlechter als erwartet.</p>
<p>„<strong>Vorhersagefehler</strong> scheinen beim <strong>Lernen</strong> eine entscheidende Rolle zu spielen, denn wenn die Welt immer so wäre, wie wir es erwarten, gäbe es nichts Neues zu lernen“, sagt <em>Poldrack</em>. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass das <strong>Dopaminsystem</strong> des Gehirns auf Vorhersagefehler reagiert, indem es die Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin verstärkt (bei positivem Fehler) oder vermindert (bei negativem Fehler).</p>
<p>Die Forscher maßen die für positive Vorhersagefehler charakteristischen <strong>Gehirnsignale</strong> der Teilnehmer, wenn sie sahen, ob ihre Antwort richtig war, und wie viel Cent Belohnung sie bekommen würden. Diese Signale waren im Gehirn von <strong>Teenagern</strong> am <strong>stärksten</strong>, d.h. vermutlich bildete es mehr Dopamin als bei Kindern oder Erwachsenen.</p>
<p>Man weiß, dass <strong>Dopamin</strong> wichtig für menschliches Verhalten ist, das durch eine <strong>Belohnung</strong> motiviert ist. Daher könnten ihre größeren Gehirnsignale bei Vorhersagefehlern junge Menschen verstärkt zu einem Verhalten motivieren, das <strong>erfolgsorientiert</strong> und deshalb <strong>risikobereit</strong> ist.</p>
<p><em>Poldrack</em> ist zuversichtlich, dass weitere Studien die biologischen Ursachen des typischen Teenagerverhaltens untersuchen werden. Auf die Frage, ob irgendeine wissenschaftliche Studie die Eskapaden von Teens entschuldigen kann, meint er, “Das ist eine Frage für Philosophen.”</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.nature.com/neuro/journal/v13/n6/abs/nn.2558.html" target="_blank">Cohen et al</a></span>. <em>Nature Neuroscience</em>, Mai 2010</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.utexas.edu/news/2010/06/03/adolescent_behavior_research/" target="_blank">University of Texas at Austin</a></span>, 3.6.10</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Macht hoher sozialer Status glücklich?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/macht-hoher-sozialer-status-glucklich/" target="_self">Macht hoher sozialer Status glücklich?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Warum neigen wir dazu, mit der Masse zu gehen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-neigen-wir-dazu-mit-der-masse-zu-gehen/" target="_self">Warum neigen wir dazu, mit der Masse zu gehen?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Ein Ziel von Psychotherapie bei Depressionen: Den positiven Moment verlängern?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/therapieziel-fur-depressionen-den-positiven-moment-verlangern/" target="_self">Ein Ziel von Psychotherapie bei Depressionen: Den positiven Moment verlängern?</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Was findet bei Magersucht im Kopf statt?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/was-findet-bei-magersucht-im-kopf-statt/" target="_self">Was findet bei Magersucht im Kopf statt?</a></span></p>
<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in München" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-muenchen.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in München</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-duesseldorf.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Beziehungsstreit: Lässt sich vorhersagen, wann die Wut verraucht ist?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/beziehungsstreit-lasst-sich-vorhersagen-wann-die-wut-verraucht-ist/</link>
		<comments>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/beziehungsstreit-lasst-sich-vorhersagen-wann-die-wut-verraucht-ist/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 10:01:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft & Paartherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[fMRT]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Manche Leute haben ihre Gefühle besser unter Kontrolle als andere. Eine aktuelle Studie zeigt, dass dabei eine ganz bestimmte Gehirnregion eine entscheidende Rolle spielt. Ich habe die Pressemitteilung der Universität von dieser Woche übersetzt, die auf mögliche diagnostische Anwendungen des Untersuchungsverfahrens hinweist:
Man sagt, in einer guten Beziehung sollten Paare nicht im Groll zu Bett gehen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2116" style="margin-top: 5px; margin-bottom: 5px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid black;" title="Beziehungsstreit -- Lässt sich vorhersagen, wann die Wut verraucht ist s" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/Beziehungsstreit-Lässt-sich-vorhersagen-wann-die-Wut-verraucht-ist-s.jpg" alt="Beziehungsstreit -- Lässt sich vorhersagen, wann die Wut verraucht ist s" width="167" height="125" />Manche Leute haben ihre Gefühle besser unter Kontrolle als andere. Eine aktuelle Studie zeigt, dass dabei eine ganz bestimmte Gehirnregion eine entscheidende Rolle spielt. Ich habe die Pressemitteilung der Universität von dieser Woche übersetzt, die auf mögliche diagnostische Anwendungen des Untersuchungsverfahrens hinweist:</p>
<p>Man sagt, in einer guten Beziehung sollten Paare nicht im Groll zu Bett gehen. Aber die neuste Studie einer Psychologin der <em>Harvard University</em> zeigt, dass man an der <strong>Gehirnaktivität</strong> – und zwar in der LPFC-Region (lateraler präfrontaler Kortex, ein Teil des <strong>Stirnhirns</strong>) – viel besser erkennen kann, wie sich jemand in den Tagen nach einem <strong>Streit</strong> mit seiner oder ihrer besseren Hälfte fühlen wird.</p>
<p><span id="more-2097"></span>Die in der Märzausgabe von <em>Biological Psychiatry</em> veröffentlichte Studie zeigt, dass Menschen mit einer stärkeren Nervenaktivität in der LPFC-Region am Tag nach einem Beziehungsstreit weniger wütend sind. Damit deuten die Ergebnisse auf eine Rolle der LPFC-Region bei der <strong>Regulation</strong> von <strong>Gefühlen</strong> hin und zeigen, dass eine verbesserte Funktion dieser Region auch die Stimmung von Menschen ganz allgemein verbessern könnte.</p>
<p>„Unsere Ergebnisse zeigten wie erwartet, dass sich niemand am Tag nach dem Beziehungsstreit wohlfühlte”, sagt <em>Christine Hooker</em>, die erste Autorin der Studie und Assistant Professor für Psychologie am Fachbereich Künste und Wissenschaften der <em>Harvard University</em>. „Aber am Tag darauf fühlten sich Leute mit einer <strong>hohen Aktivität</strong> in der LPFC-Region <strong>besser</strong>, und Leute mit einer niedrigen Aktivität in dieser Region fühlten sich immer noch schlecht.“</p>
<p><em>Hooker</em> führte die Studie zusammen mit <em>Özlem Ayduk</em>, <em>Anett Gyurak</em>, <em>Sara Verosky</em> und <em>Asako Miyakawa</em> durch, die alle an der <em>University of California</em> in Berkeley sind.</p>
<p>Frühere Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass die LPFC-Region eine Rolle bei der Regulation von Gefühlen spielt. Allerdings wurde noch nie ein Zusammenhang der Region mit alltäglichen Lebenserfahrungen nachgewiesen.</p>
<p>An der <strong>Studie</strong> nahmen Paare von gesunden Erwachsenen teil, die länger als drei Monate zusammen waren. Die Forscher testeten die Reaktion der Teilnehmer auf eine Reihe von Bildern ihres Partners mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken (positiv, negativ oder neutral). Während ihnen die Fotos gezeigt wurden, befanden sich die Testpersonen in einem <strong>fMRT-Scanner</strong>, einem Gerät, das Bildaufnahmen der Nervenaktivität in ihrem Gehirn machte. Außerdem untersuchten die Forscher die <strong>geistige Kontrolle</strong> der Teilnehmer über ihre <strong>Emotionen</strong> in Labortests. Dazu gehörte unter anderem die Fähigkeit, Gefühlsimpulse zu kontrollieren und die Aufmerksamkeit umlenken und auf etwas anderes richten zu können.</p>
<p>Dann führten die Paare drei Wochen lang jeden Tag ein Online-Tagebuch über ihre Gemütsverfassung, und ob sie Streit mit ihrem Partner gehabt hatten.</p>
<p>Die Ergebnisse zeigten, dass manche Versuchsteilnehmer beim Anblick von Fotos ihres Partners mit einem negativen Gesichtsausdruck eine <strong>stärkere Aktivität</strong> in Scans der LPFC-Region hatten. Und diese Leute waren an Tagen nach einem Beziehungsstreit weniger schlecht gelaunt. Das deutet darauf hin, dass sie sich nach der Auseinandersetzung <strong>emotional besser „erholen”</strong> konnten.</p>
<p>Außerdem hatten Menschen mit einer höheren Aktivität in der LPFC-Region und einer besseren emotionalen Regulation nach einem Streit auch mehr geistige Kontrolle über ihre Emotionen in den Labortests, was auf einen Zusammenhang zwischen der emotionalen Regulation und der Fähigkeit zur geistigen Kontrolle im Allgemeinen hindeutet.</p>
<p>„Entscheidend ist, dass wir anhand der Gehirnaktivität im <strong>Scanner</strong> das <strong>Erleben</strong> von Menschen <strong>im Alltag</strong> vorhersagen konnten“, erklärt <em>Hooker</em>. „Wissenschaftler glauben an die Relevanz von Versuchsbeobachtungen in Scannern für das tägliche Leben, aber natürlich verbringt niemand sein Leben in einem Scanner. Wenn wir eine Verbindung herstellen können zwischen Beobachtungen im Scanner und der Fähigkeit von Menschen zur Regulation ihrer Emotionen im Alltag, könnten Psychologen vorhersagen, wie gut Menschen mit belastenden Ereignissen in ihrem Leben zurechtkommen werden.“</p>
<p><em>Hooker</em> weiß, dass für die Entwicklung klinischer Anwendungen ihrer Forschung weitere Studien nötig sein werden. Aber die Funktion der LPFC-Region könnte Aufschluss über die <strong>Anfälligkeit</strong> von Menschen für <strong>Störungen</strong> ihrer <strong>Gemütslage</strong> nach belastenden Ereignissen geben. Außerdem stellt sich die Frage, ob eine Verbesserung der LPFC-Funktion auch die Fähigkeit solcher Menschen zur Regulation ihrer Gefühle verbessern würde.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://news.harvard.edu/gazette/story/2010/03/it’s-all-in-the-cortex/" target="_blank">Harvard Gazette</a></span>, 8.3.10</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&amp;_udi=B6T4S-4XWMGRH-1&amp;_user=10&amp;_coverDate=03%2F01%2F2010&amp;_alid=1244766493&amp;_rdoc=1&amp;_fmt=high&amp;_orig=search&amp;_cdi=4982&amp;_sort=r&amp;_docanchor=&amp;view=c&amp;_ct=2&amp;_acct=C000050221&amp;_version=1&amp;_urlVersion=0&amp;_userid=10&amp;md5=35e27bc6d88e31258bb6d3abc1d0ee6c" target="_blank">Hooker et al</a></span>. Biological Psychiatry 2010</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
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<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/paartherapie-muenchen.php">Zur Paartherapie in München</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.praxis-dr-shaw.de/paartherapie-duesseldorf.php">Zur Paartherapie in Düsseldorf</a></span></p>
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		<title>Macht Mittagsschlaf schlau?</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 18:09:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Schlafstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[EEG]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[neuronales Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gut ausgeschlafene Schüler lernen am besten – aber wieso eigentlich? Eine neue Studie von Forschern aus den USA zeigt, dass während des Schlafs ein entscheidender Schritt beim Lernprozess stattfindet. Ich habe eine Pressemitteilung der Universität vom 22. Februar übersetzt, der die Untersuchung vorstellt, von der auch Senioren profitieren könnten:
Wenn Sie das nächste Mal einen Studenten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1995" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid #000000;" title="Macht Mittagsschlaf schlau napping s" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2010/02/Macht-Mittagsschlaf-schlau-napping-s.jpg" alt="Macht Mittagsschlaf schlau napping s" width="167" height="119" />Gut ausgeschlafene Schüler lernen am besten – aber wieso eigentlich? Eine neue Studie von Forschern aus den USA zeigt, dass während des Schlafs ein entscheidender Schritt beim Lernprozess stattfindet. Ich habe eine Pressemitteilung der Universität vom 22. Februar übersetzt, der die Untersuchung vorstellt, von der auch Senioren profitieren könnten:</p>
<p>Wenn Sie das nächste Mal einen Studenten in der Bibliothek wegdösen oder eine Kollegin am Arbeitsplatz bei der Siesta sehen, verdrehen Sie nicht gleich die Augen. Eine neue Studie von der <em>University of California </em>in <em>Berkeley </em>zeigt, dass ein Stündchen Schlaf die <strong>geistige Leistungsfähigkeit</strong> erheblich <strong>steigern</strong> und wiederherstellen kann. Weiter zeigen sie, dass ein <strong>zweiphasiges Schlafmuster</strong> nicht nur den Geist erfrischt, es kann Menschen sogar schlauer machen.</p>
<p><span id="more-1965"></span>Umgekehrt zeigt die Untersuchung, dass der Geist zunehmend träger wird je länger ein Mensch wach ist. Damit bestätigt sie frühere Ergebnisse desselben Forscherteams, dass eine <strong>Nacht durchmachen</strong> – ein unter manchen Jugendlichen verbreitetes Ritual während der kurzen Schulferien und nach großen Prüfungen – die Aufnahmefähigkeit für neuen Lernstoff um fast vierzig Prozent vermindert, weil sich bestimmte <strong>Gehirnregionen</strong> bei Schlafmangel einfach <strong>abschalten</strong>.</p>
<p>„Schlaf gleicht nicht einfach nur die Auswirkungen eines länger andauernden Wachzustandes aus. Sondern, was die geistigen Gehirnfunktionen angeht, macht er Sie noch frischer als vor dem Schlafen”, sagt <em>Matthew Walker</em>, der Leiter der Untersuchungen und ein Assistant Professor für Psychologie an der <em>UC Berkeley</em>.</p>
<p>Für ihre neuste <strong>Schlafstudie</strong> teilten die Forscher der <em>UC Berkeley</em> 39 gesunde junge Erwachsene in zwei Gruppen auf – <strong>Schläfchen</strong> und kein Schläfchen. Zur Mittagszeit machten alle Teilnehmer einen anspruchsvollen <strong>Lerntest</strong>, der ihren Hippocampus strapazieren sollte. Diese Gehirnregion spielt bei der Gedächtnisspeicherung von Faktenwissen eine Rolle. Beide Gruppen lernten ähnlich gut.</p>
<p>Um vierzehn Uhr hielt die Schlaf-Gruppe  eine neunzigminütige Siesta, während die andere Gruppe wach blieb. Alle Teilnehmer machten dann am gleichen Tag um achtzehn Uhr einen zweiten Lerntest. Die Versuchspersonen, die den ganzen Tag wach geblieben waren, lernten jetzt schlechter. Diejenigen, die kurz <strong>geschlafen</strong> hatten, <strong>lernten</strong> dagegen deutlich <strong>besser</strong> als die andere Gruppe und sogar besser als sie selbst bei ihrem ersten Test vor dem Mittagsschlaf.</p>
<p>Damit bestätigten die Ergebnisse die Hypothese der Forscher, dass Schlaf dazu dient, den Speicher für das <strong>Kurzzeitgedächtnis</strong> im Gehirn zu <strong>entleeren</strong> und Platz für neue Informationen zu schaffen, sagt <em>Walker</em>, der seine noch vorläufigen Ergebnisse am 21. Februar auf der Jahrestagung der <em>American Association of the Advancement of Science (AAAS)</em> in San Diego in Kalifornien vorstellte.</p>
<p>Seit 2007 haben <em>Walker </em>und andere Schlafforscher in ihren Untersuchungen wiederholt gezeigt, dass die <strong>Erinnerung </strong>von Tatsachen zunächst im <strong>Hippocampus</strong> gespeichert wird. Von dort wird sie <strong>dann</strong> zur Stirnregion des <strong>Großhirns</strong> gesendet, dessen Speicherkapazität größer sein könnte.</p>
<p>„Das ist etwa so, als wenn der Posteingang der <strong>E-Mail</strong> in Ihrem Hippocampus <strong>voll</strong> ist, und bis Sie schlafen und dabei diese Fakten-E-Mails wegsortieren, können Sie keine neuen Mails mehr empfangen. Sie werden einfach wieder zurückgesendet, bis Sie geschlafen und dabei die Mails in einen anderen Ordner verschoben haben,” sagt <em>Walker</em>.</p>
<p>In ihrer neusten Studie haben <em>Walker</em> und sein Team eine grundlegende Entdeckung gemacht, nämlich dass dieser Prozess der <strong>Gedächtniserneuerung</strong> während einer ganz <strong>bestimmten Schlafphase</strong> stattfindet. <strong>EEG</strong>- (Elektroenzephalogramm-) Tests der elektrischen Aktivität im Gehirn haben gezeigt, dass diese Erneuerung der Gedächtniskapazität etwas mit dem sogenannten Stadium II des Non-REM-Schlafs zu tun hat. In diesem Stadium befindet sich der Schlafende <strong>zwischen Tiefschlaf </strong>(Stadium IV des Non-REM-Schlafs) und <strong>Traumschlaf</strong> (REM-Schlaf; von Rapid Eye Movement, englisch für schnelle Augenbewegungen). Der Zweck dieses Stadiums war bis jetzt nicht klar, aber die neuen Ergebnisse bieten nun eine mögliche Erklärung, warum Menschen mindestens die Hälfte ihres Schlafs im Stadium II des Non-REM-Schlafs verbringen, sagt <em>Walker</em>.</p>
<p>„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mutter Natur uns fünfzig Prozent der Nacht ohne guten Grund von einem Schlafstadium zu einem anderen wechseln lässt“, sagt <em>Walker</em>. „Der Schlaf ist hoch entwickelt. Er gibt uns genau das, was wir brauchen.&#8221;</p>
<p><em>Walker </em>und seine Mitarbeiter wollen nun untersuchen, ob die kürzer werdende <strong>Schlafdauer</strong> in höherem <strong>Alter</strong> etwas mit der bekanntlich abnehmenden Lernfähigkeit älterer Menschen zu tun hat. „Wenn wir solch einen Zusammenhang finden, könnte uns das helfen, den <strong>Abbau der Gehirnfunktion</strong> bei Erkrankungen wie Alzheimer besser zu verstehen,&#8221; sagt <em>Walker</em>.</p>
<p><strong>Quelle:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.berkeley.edu/news/media/releases/2010/02/22_naps_boost_learning_capacity.shtml" target="_blank">University of California-Berkeley News</a></span>, 22.2.10</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
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		<title>Ein Ziel von Psychotherapie bei Depressionen: Den positiven Moment verlängern?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/therapieziel-fur-depressionen-den-positiven-moment-verlangern/</link>
		<comments>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/therapieziel-fur-depressionen-den-positiven-moment-verlangern/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 22:25:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
		<category><![CDATA[fMRT]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[klinische Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Neurophysiologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine aktuelle Studie hat die Freudlosigkeit bei Menschen mit Depression und ihre neurophysiologischen Grundlagen untersucht. Die Ergebnisse deuten auf eine gestörte Regulation des Empfindens von Freude und nicht ihr Fehlen hin. Ich habe eine Pressemitteilung der Universität vom 28.12.09 übersetzt, in der die Autoren meinen, neue Therapieformen könnten auf diese Fehlregulation der neuralen Mechanismen abzielen:
Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine aktuelle Studie hat die Freudlosigkeit bei Menschen mit Depression und ihre neurophysiologischen Grundlagen untersucht. Die Ergebnisse deuten auf eine gestörte Regulation des Empfindens von Freude und nicht ihr Fehlen hin. Ich habe eine Pressemitteilung der Universität vom 28.12.09 übersetzt, in der die Autoren meinen, neue Therapieformen könnten auf diese Fehlregulation der neuralen Mechanismen abzielen:</p>
<p>Eine neue Studie an der <em>University of Wisconsin-Madison</em> in den USA zeigt, dass Patienten mit <strong>Depression</strong> die Aktivität in Gehirnregionen, die mit <strong>positiven Emotionen </strong>zusammenhängen, <strong>nicht aufrechterhalten</strong> können.</p>
<p>Damit <strong>widerspricht</strong> die Studie der bisher verbreiteten Auffassung, dass Menschen mit Depression eine <strong>generell verminderte Aktivität</strong> in Gehirnregionen haben, die mit positiven Emotionen assoziiert sind. Stattdessen zeigen die neuen Ergebnisse, dass die Aktivität zunächst ein ähnliches Niveau erreicht, dann aber nicht sehr lange aufrechterhalten werden kann. Die Forschungsergebnisse wurden Ende Dezember 2009 in den <em>Proceedings of the National Academy of Sciences</em> veröffentlicht.</p>
<p><span id="more-1080"></span>„<strong>Anhedonie</strong>, d.h. sich über Etwas <strong>nicht freuen können</strong>, was Menschen normalerweise als schön empfinden, ist eines der Hauptsymptome von Depression”, erläutert <em>Aaron Heller</em>, der erste Autor der Studie und Doktorand an der <em>UW-Madison</em>. „Die meisten Wissenschaftler dachten bis jetzt, dass Anhedonie mit einer allgemein verminderten Aktivität in den <strong>Gehirnregionen</strong> zusammenhängt, die für <strong>positive Emotionen</strong> und <strong>Belohnung</strong> wichtig zu sein scheinen. Tatsächlich fanden wir aber bei Patienten mit Depression in der Anfangphase der Experimente ein normales Aktivitätsniveau. Gegen Ende der Experimente fiel das Aktivitätsniveau jedoch sehr stark ab.“</p>
<p>„Nach ihren eigenen Angaben hatten die depressiven Testpersonen, die ihre Aktivität in den mit positiven Emotionen und Belohnung assoziierten Gehirnregionen besser aufrechterhalten konnten, <strong>auch</strong> ein höheres Niveau von positiven Emotionen <strong>im Alltag</strong>“, fährt <em>Heller</em> fort.</p>
<p>„Die Fähigkeit, positive Gefühlserfahrungen aufrechtzuerhalten oder sogar zu verstärken, trägt entscheidend zur Gesundheit und zum Wohlbefinden von Menschen bei“, bemerkt <em>Richard Davidson</em>, der Leiter der Studie. <em>Davidson</em> ist Professor für Psychologie und Psychiatrie an der <em>UW-Madison</em> und Direktor des <em>Centers for Investigating Healthy Minds</em> sowie des <em>Waisman Laboratory for Brain Imaging and Behavior</em> der Universität. „Diese Ergebnisse könnten zu <strong>Therapieformen</strong> führen, die Menschen mit Depression helfen, <strong>positive Emotionen</strong> im Alltagsleben besser <strong>aufrechtzuerhalten</strong>.“</p>
<p>Für ihre <strong>Studie</strong> zeigten die Forscher 27 Patienten mit Depression und 19 gesunden Kontrollpersonen <strong>Fotos</strong>, die bei ihnen positive bzw. negative emotionale Reaktionen auslösen sollten. Während sie diese Bilder betrachteten, versuchten die <strong>Versuchsteilnehmer</strong>, ihre Gefühlsantwort auf die Fotos zu verstärken, zu dämpfen oder aufrechtzuerhalten. Sie <strong>stellten sich vor, selbst in</strong> der jeweils dargestellten <strong>Situation </strong>zu sein, während <em>Heller </em>und seine Mitarbeiter die Aktivität in den für die Wissenschaftler interessanten Gehirnregionen maßen.</p>
<p>Für die Messung verwendeten die Forscher die Methode des funktionellen magnetischen Resonanzimaging (<strong>fMRT</strong>), bei der sich die Testperson in einem magnetischen Feld befindet und <strong>aktive Gehirnbereiche</strong> anhand des dort erhöhten Blutflusses auf Bildaufnahmen sichtbar gemacht werden. So konnten sie untersuchen, wie gut die Testpersonen beim Betrachten der „positiven Bilder” die Aktivierung des Belohnungszentrums des Gehirns für längere Zeit aufrechterhalten konnten.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><a href="http://www.news.wisc.edu/17494" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">University of Wisconsin-Madison</span></a>, 28.12.09</p>
<p><a href="http://www.pnas.org/content/106/52/22445.abstract?sid=17656f00-35e6-4b5c-9cf6-ba88f28ec82c" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Heller et al.</span></a> Proceedings of the National Academy of Sciences 2009</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
<p><a title="Bieten Musik und Kunst Hilfe gegen Depressionen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/bieten-musik-und-kunst hilfe-gegen-depressionen/" target="_self"><span style="text-decoration: underline;">Bieten Musik und Kunst Hilfe gegen Depressionen?</span></a></p>
<p><a title="Kann ehrenamtliche Tätigkeit das kognitive Altern verlangsamen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/kann-ehrenamtliche-tatigkeit das-kognitive-altern verlangsamen/" target="_self"><span style="text-decoration: underline;">Kann ehrenamtliche Tätigkeit das kognitive Altern verlangsamen?</span></a></p>
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<p><a title="Wie hilft Psychotherapie bei Depressionen?" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-erwachsene/depressionen.html" target="_self"><span style="text-decoration: underline;">Wie hilft Psychotherapie bei Depressionen?</span></a></p>
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		<title>Kann ehrenamtliche Tätigkeit das kognitive Altern verlangsamen?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/kann-ehrenamtliche-tatigkeit%c2%a0das-kognitive-altern%c2%a0verlangsamen/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 08:11:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch & Gruppe]]></category>
		<category><![CDATA[fMRT]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine aktuelle Studie untersucht die geistige Fitness von Senioren in einem Projekt, das auf die Förderung von sozial schwachen alten und jungen Menschen abzielt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Arbeit mit Kindern die Senioren geistig reger macht, was sich auch in der Aktivität der entsprechenden Gehirnregionen sehen lässt. Ich habe einen Presseartikel der Universität vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1268" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid #000000;" title="senior voluntary work s" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2009/12/senior-voluntary-work-s.jpg" alt="senior voluntary work s" width="125" height="150" />Eine aktuelle Studie untersucht die geistige Fitness von Senioren in einem Projekt, das auf die Förderung von sozial schwachen alten und jungen Menschen abzielt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Arbeit mit Kindern die Senioren geistig reger macht, was sich auch in der Aktivität der entsprechenden Gehirnregionen sehen lässt. Ich habe einen Presseartikel der Universität vom 15. 12. übersetzt, der die positiven Gesundheitsaspekte dieses auch sozial sinnvollen Programms beschreibt:</p>
<p>Eine ehrenamtliche Tätigkeit wie etwa <strong>Förderunterricht für Schulkinder</strong> kann helfen, das Nachlassen der Gehirnfunktion bei älteren Menschen hinauszuzögern oder umzukehren. Das geht aus einer Studie amerikanischer Forscher an der <em>Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health</em> hervor. Die Forscher benutzten die Methode des funktionellen magnetischen Resonanzimaging (fMRT), um die <strong>Gehirnfunktion bei Senioren</strong> zu untersuchen, die an einem Betreuungsprogramm für Schulkinder teilnahmen. Mit fMRT wird der Blutfluss und damit die Aktivität bestimmter Gehirnregionen mithilfe eines magnetischen Feldes auf Scans (Bildern) sichtbar gemacht. Die Ergebnisse zeigten eine <strong>verbesserte </strong>Funktion der Gehirnregionen, die an der <strong>geistigen Planung und Organisation</strong> des täglichen Lebens beteiligt sind.</p>
<p><span id="more-1019"></span>Die Studie ist die erste ihrer Art, die zeigt, dass soziale Programme wie das <strong>Experience Corps</strong> – ein Programm zur <strong>Förderung von Kindern</strong> und der Gesundheit <strong>älterer Menschen </strong>– den zusätzlichen Nutzen haben können, die geistigen Fähigkeiten und damit die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Dezemberausgabe der <em>Journals of Gerontology: Medical Sciences</em> veröffentlicht. In den Jahren von 1946 bis 1964 wurden 78 Millionen US-Amerikaner geboren. <strong>Menschen im rentenfähigen Alter</strong> sind die am schnellsten <strong>wachsende Bevölkerungsgruppe </strong>der USA. Entsprechend groß ist das öffentliche Interesse an Programmen zur Aufrechterhaltung der geistigen und körperlichen Gesundheit von Senioren, insbesondere angesichts der sozialen Kosten anderer Alternativen.</p>
<p>„Wir stellten fest, dass Menschen, die am Experience Corps teilnahmen, dadurch <strong>geistig reger </strong>wurden. Dieser Effekt war mit deutlich <strong>veränderten Aktivierungsmustern im Gehirn </strong>verbunden”, sagt die Studienleiterin <em>Dr. Michelle C. Carlson</em>, die Associate Professor am Department of Mental Health und Center on Aging and Health der <em>Bloomberg School</em> ist. „Im Grunde ist es wie eine therapeutische Maßnahme, die bei diesen älteren Menschen geistige und Gehirnfunktionen verbessert.“</p>
<p>Dies ist die erste solche Untersuchung über die Auswirkungen des <strong>Experience Corps</strong> auf die geistige Gesundheit älterer Menschen. Das Experience Corps ist ein landesweites Freiwilligenprogramm in den USA, das <strong>Senioren </strong>dafür schult, <strong>Kindern </strong>in städtischen öffentlichen Schulen beim Lesen und auf anderen akademischen Gebieten zu <strong>helfen</strong>. Die Studie untersuchte 17 Frauen, die 65 Jahre oder älter waren. Die Hälfte nahm an laufenden Experience Corps-Programmen an Schulen in der Stadt Baltimore teil. Die andere Hälfte war noch auf einer Warteliste, um an einem anderen Experience Corps-Programm im darauffolgenden Jahr teilzunehmen. Bei ihrer Aufnahme ins Programm und sechs Monate später hatten die Teilnehmerinnen eine Gesundheitsuntersuchung, zu der <strong>fMRT-Scans</strong> für <strong>Gehirnaktivität</strong> und <strong>psychologischen Tests</strong> für <strong>geistige Funktionen</strong> gehörten.</p>
<p>„Die Ergebnisse dieser Studie sind zwar vorläufig aber vielversprechend. Sie zeigen, dass sich die <strong>Reserven des Gehirns</strong> auch <strong>später im Leben</strong> ausbauen und aufrechterhalten lassen, insbesondere bei wenig aktiven Menschen, die am meisten von verhaltensändernden Maßnahmen wie dem Experience Corps profitieren können”, sagt <em>Carlson</em>. Inzwischen leitet die Wissenschaftlerin eine größere fMRT-Studie als Teil einer groß angelegten klinischen Untersuchung über das Experience Corps-Programm in Baltimore, die auch statistisch ausgewertet werden soll.</p>
<p>„Angesichts der <strong>steigenden Lebenserwartung</strong> ist es für die öffentliche Gesundheit wichtig, den Zeitpunkt <strong>hinauszuzögern</strong>, ab dem <strong>altersbedingte Erkrankungen</strong> auftreten“, meint die Autorin <em>Dr. Linda P. Fried</em>, die Dekanin der <em>Mailman School of Public Health </em>an der <em>Columbia University</em> in New York. „Diese Studie zeigt, dass sich <strong>neue Rollen für Senioren</strong> in unserer immer älter werdenden Gesellschaft gestalten lassen, von denen <strong>alle profitieren</strong> – hier die wichtigen gesellschaftlichen Bedürfnisse für den Erfolg von Kindern in der Schule und zugleich die Gesundheit und das Wohlbefinden der älteren ehrenamtlichen Helfer selbst.“</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><a href="http://www.jhsph.edu/publichealthnews/press_releases/2009/carlson_brain_scan.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health</span></a>, 15.12.09</p>
<p><a href="http://biomedgerontology.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/64A/12/1275" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">The Journals of Gerontology</span></a></p>
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		<title>Sind Videospiele für Kinder gefährlich?</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 12:32:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinder & Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Computerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Spielsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Thema Video- und Computerspiele scheiden sich die Geister von Eltern. Kürzlich hat eine Studie den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass solche Spiele durchaus ihr Gutes haben, weil sie die visuelle Wahrnehmung von Spielern schärfen. Vor ein paar Tagen erschien ein Pressebericht über die Untersuchung, den ich übersetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-979" style="margin: 0px 10px;border: black 1px solid" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2009/12/video-games-s.jpg" alt="video games s" width="125" height="167" />Beim Thema Video- und Computerspiele scheiden sich die Geister von Eltern. Kürzlich hat eine Studie den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass solche Spiele durchaus ihr Gutes haben, weil sie die visuelle Wahrnehmung von Spielern schärfen. Vor ein paar Tagen erschien ein Pressebericht über die Untersuchung, den ich übersetzt habe:</p>
<p>Wollen Ihre Kinder dieses Jahr eine Wii, PlayStation oder Xbox 360? Dieses Weihnachten gibt es beliebte Spielsysteme zuhauf, und Spiele zum Adrenalinpumpen und Scharfschießen. Was sollen Eltern also tun? Gibt es etwas, das all die Stunden wettmacht, die Teens wie gelähmt mit diesen Videospielen zubringen?</p>
<p>Eine neue Studie in <em>Current Directions in Psychological Science</em>, einem Journal der Association for Psychological Science, zeigt, dass regelmäßige Spieler <strong>Informationen schnell und präzise verarbeiten</strong> können. Und das nicht nur beim <strong>Spielen</strong>, sondern auch in <strong>wirklichen Lebenssituationen</strong>.</p>
<p><span id="more-972"></span>Für ihre Untersuchung sahen <em>Matthew Dye</em>, <em>Shawn Green</em> und <em>Daphne Bavelier</em>, Psychologen von der <em>University of Rochester</em> in den USA, die gesamte wissenschaftliche <strong>Literatur</strong> durch, die <strong>über Videospiele</strong> existiert, und kamen dabei zu ein paar überraschenden Ergebnissen. Zum Beispiel fanden sie, dass begeisterte Spieler nicht nur bei ihrem Lieblingsspiel <strong>schneller wurden</strong>, sondern auch bei einer Vielzahl ganz unterschiedlicher <strong>Labortests für Reaktionszeiten</strong>.</p>
<p>Auch viele Skeptiker sind sich darin einig, dass Spieler schnell sind. Aber sie meinen, ihre Genauigkeit lässt nach je schneller sie spielen. <em>Dye </em>und seine Mitarbeiter fanden jedoch das Gegenteil: Die <strong>Genauigkeit</strong> von Spielern (beim Spiel oder in Labortests) <strong>leidet nicht </strong>darunter, wenn sie schneller werden. Die Wissenschaftler glauben, das liegt an der <strong>verbesserten visuellen Wahrnehmung </strong>eines Spielers. Wenn jemand Videospiele spielt, erhöht das die Leistungsfähigkeit seines geistigen <strong>Rotationsvermögens</strong>, seines visuellen und räumlichen <strong>Gedächtnisses</strong> und bei Aufgaben, die eine <strong>geteilte Aufmerksamkeit </strong>erfordern.</p>
<p>Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass ein <strong>Training</strong> mit Videospielen möglich sein könnte, dass <strong>Geschlechterunterschiede </strong>beim Verarbeiten visueller und räumlicher Reize vermindert und manchen geistigen Abbauprozessen des <strong>Alterns</strong> entgegenwirkt.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><a href="http://www.sciencedaily.com/releases/2009/12/091217183448.htm" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">ScienceDaily</span></a>, 18.12.09</p>
<p><a href="http://www3.interscience.wiley.com/journal/123207287/abstract" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Current Directions in Psychological Science</span></a>, 8.12.09</p>
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		<title>Kann man Angststörungen im Gehirn „sehen”?</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 15:32:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angst- & Panikstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
		<category><![CDATA[fMRT]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[klinische Studie]]></category>
		<category><![CDATA[neuronales Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Neurophysiologie]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer neuen Studie haben Neurowissenschaftler gezeigt, dass bei Patienten mit allgemeinen Angststörungen die Aktivität bestimmter Gehirnregionen verändert ist. Manche dieser Regionen haben Funktionen, die Symptome wie irrationale Ängste oder Herzrasen erklären können. Studien dieser Art machen sichtbar, wie real psychische Probleme sind, die ein Patient nur schildern kann. Ich habe einen Presseartikel von voriger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-910" style="margin: 0px 5px;border: black 1px solid" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2009/12/angststoerungen-im-gehirn-sehen.jpg" alt="angststoerungen im gehirn sehen" width="167" height="125" />In einer neuen Studie haben Neurowissenschaftler gezeigt, dass bei Patienten mit allgemeinen Angststörungen die Aktivität bestimmter Gehirnregionen verändert ist. Manche dieser Regionen haben Funktionen, die Symptome wie irrationale Ängste oder Herzrasen erklären können. Studien dieser Art machen sichtbar, wie real psychische Probleme sind, die ein Patient nur schildern kann. Ich habe einen Presseartikel von voriger Woche übersetzt, der die Ergebnisse der Studie genauer beschreibt:</p>
<p>Eine aktuelle Studie untersuchte die Funktion von <strong>Nervenverbindungen</strong> im Gehirn von Patienten mit <strong>allgemeinen Angststörungen (GAD)</strong> und zeigte eine unnormale Funktion in Teilen der <strong>Amygdala</strong>, einer Gehirnregion. Weiter stellten die Forscher eine unnormale Aktivierung eines Netzwerks von Nerven in Regionen des Großhirns fest, die hinter der Stirn und über den Ohren liegen. Die Aktivierung dieses <strong>Netzwerks </strong>könnte bei Patienten zur <strong>Steuerung</strong> ihres unnormalen <strong>Verhaltens </strong>mit beitragen aber auch die Veränderungen in der Amygdala teilweise ausgleichen. Diese Untersuchungsergebnisse, die in der Dezemberausgabe der <em>Archives of General Psychiatry</em> veröffentlicht sind, bestätigen Theorien der Hirnforschung über die <strong>Wahrnehmung</strong> bei Patienten mit GAD.</p>
<p><span id="more-905"></span><em>Dr. Amit Etkin</em>, der an der <em>Stanford University School of Medicine</em> in Kalifornien eine Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie macht, und seine Kollegen untersuchten in ihrer Studie, ob sich GAD an charakteristischen Mustern von Nervenverbindungen in Teilregionen der Amygdala erkennen lässt. Die <strong>Amygdala</strong> liegt am Boden des Gehirns und besteht aus zwei Nervenbündeln, die die Form von Mandeln haben und paarig angeordnet sind. Die Amygdala ist an der Verarbeitung von <strong>Emotionen</strong> wie <strong>Furcht </strong>und am <strong>Gedächtnis</strong> beteiligt. Bei ihrer Untersuchung konzentrierten sich die Forscher auf die beiden <strong>Teilregionen</strong>, die in der Amygdala „basolateral” (<strong>BLA</strong>, unten) und „zentromedial” (<strong>CMA</strong>, oben) liegen.</p>
<p>Insgesamt 33 Testpersonen nahmen an der <strong>Studie</strong> teil, sechzehn Patienten mit GAD und siebzehn psychologisch gesunde Menschen, die zur Kontrolle untersucht wurden. Die Studienteilnehmer ließen ihre Gedanken schweifen, während sie einen achtminütigen „<strong>funktionellen MRT-Scan</strong>” hatten. Bei diesem Verfahren befindet sich die Testperson in einer Röhre mit einem magnetischen Feld, und Veränderungen der <strong>Aktivität </strong>in verschiedenen <strong>Gehirnregionen</strong> werden auf Bildern (Scans) <strong>sichtbar gemacht</strong>, die Unterschiede des Blutflusses im Gehirn anzeigen.</p>
<p>Die Autoren konzentrierten sich bei der Auswertung der Scans auf die BLA- und CMA-Regionen der Amygdala. Die Scans der Kontrollgruppe zeigten den <strong>Normalzustand</strong> des Gehirns, bei dem die <strong>BLA-Region </strong>in <strong>Verbindung mit</strong> Gehirnregionen steht, die für die anfängliche und weitere Verarbeitung von <strong>Sinneswahrnehmungen</strong>, <strong>emotionalen</strong> und <strong>geistigen Funktionen</strong> zuständig sind. Die <strong>CMA-Region</strong> hat aktive Nervenverbindungen mit dem Mittelhirn, dem Thalamus und dem Kleinhirn. Diese Teile des Gehirns kontrollieren den Informationsfluss, koordinieren Bewegungen und regulieren die <strong>Aufmerksamkeit</strong>, die <strong>Herzfrequenz</strong> und die <strong>Atmung</strong>. Außerdem setzen sie <strong>Neurotransmitter</strong> (Botenstoffe) wie Serotonin und Dopamin frei.</p>
<p>Auf den Scans der Amygdala von GAD-Patienten fanden die Autoren zwei wesentliche <strong>Unterschiede</strong> zu gesunden Testpersonen. Die Amygdalaregionen der <strong>GAD-Patienten</strong> hatten weniger aktive Verbindungen zu der Gehirnregion, die bestimmt, <strong>welche Reize</strong> ein Mensch als <strong>wichtig</strong> oder unwichtig wahrnimmt. Dafür hatten sie aktivere Verbindungen zu einem Netzwerk von Nerven im Großhirn, das für die geistige <strong>Kontrolle über Emotionen</strong> zuständig ist.</p>
<p>„Die basolaterale Amygdala hatte weniger aktive Verbindungen mit all ihren normalen Zielregionen aber dafür mehr mit zentromedialen Zielgebieten”, sagt <em>Etkin</em>. „Und die zentromediale Amygdala hatte weniger aktive Verbindungen mit ihren normalen Zielregionen aber dafür mehr mit basolateralen Zielregionen.”</p>
<p>Damit hatte die Analyse der Nervenverbindungen der Amygdala zu bestimmten Gehirnregionen gezeigt, welche Regionen zusammenarbeiten, und wie sich die Funktion der Amygdala bei GAD-Patienten und gesunden Menschen unterscheidet. Die Autoren meinen, dass die beobachteten <strong>Unterschiede der Nervenverbindungen </strong>erklären könnten, warum Menschen mit <strong>GAD zwanghafte und überwältigende Emotionen und Sorgen</strong> haben.</p>
<p><em>Etkin</em> und seine Kollegen meinen, dass künftige Studien dieser Art mögliche Zusammenhänge zwischen GAD und Depression untersuchen sollten.</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><a href="http://www.healthimaging.com/index.php?option=com_articles&amp;view=article&amp;id=19840:study-functional-mri-studies-could-mark-anxiety-disorders&amp;division=hiit" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">HealthImaging</span></a>, 8.12.09</p>
<p><a href="http://archpsyc.ama-assn.org/cgi/content/abstract/66/12/1361" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Etkin et al.</span></a> Archives of General Psychiatry, 7.12.09</p>
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		<title>Warum wecken Gerüche Kindheitserinnerungen?</title>
		<link>http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/warum-wecken-geruche-kindheitserinnerungen/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 16:33:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Shaw Rose</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
		<category><![CDATA[fMRT]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnaktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Neurophysiologie]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn jemand sich an etwas stört, kann er wegschauen oder weghören, aber wegriechen – das gibt es nicht. Wir haben nicht die gleiche Willenskontrolle über den Geruchssinn wie über andere Sinne. Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt nun warum: Die Wahrnehmung von Gerüchen funktioniert anders. Ich habe die Pressemitteilung der Forscher übersetzt:
Von den Madeleine-Küchlein in Prousts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1040" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 1px solid black;" title="Warum wecken Gerüche Kindheitserinnerungen-1" src="http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wp-content/uploads/2009/11/Warum-wecken-Gerüche-Kindheitserinnerungen-1-300x199.jpg" alt="Warum wecken Gerüche Kindheitserinnerungen-1" width="240" height="159" />Wenn jemand sich an etwas stört, kann er wegschauen oder weghören, aber wegriechen – das gibt es nicht. Wir haben nicht die gleiche Willenskontrolle über den Geruchssinn wie über andere Sinne. Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt nun warum: Die Wahrnehmung von Gerüchen funktioniert anders. Ich habe die Pressemitteilung der Forscher übersetzt:</p>
<p>Von den Madeleine-Küchlein in Prousts Novelle Auf der Suche nach der verlorenen Zeit zu dem anmaßenden Restaurantkritiker im Film Ratatouille, den der Duft von geschmortem Gemüse in seine Kindheit zurück versetzt – Künstler wussten schon lange, dass manche <strong>Gerüche</strong> spontan die <strong>lebhaftesten Erinnerungen wachrufen</strong> können. Wissenschaftler am <em>Weizmann Institute of Science</em> in Israel haben jetzt die wissenschaftliche Basis für diesen Zusammenhang aufgezeigt. Ihre Forschungsergebnisse sind in der letzten Ausgabe von <em>Current Biology</em> veröffentlicht worden.</p>
<p><span id="more-767"></span><em>Yaara Yeshurun</em>, eine Doktorandin, <em>Prof. Noam Sobel </em>und <em>Prof. Yadin Dudai</em> von der Abteilung Neurobiologie des Instituts dachten darüber nach, ob der Schlüssel vielleicht gar nicht unbedingt in der Kindheit selbst liegt, sondern im <strong>Zusammentreffen der allerersten Wahrnehmung</strong> eines <strong>Geruches</strong> mit der eines bestimmten <strong>Gegenstandes oder Ereignisses</strong>. Oder anders ausgedrückt, es könnte die anfängliche Assoziation eines Geruches mit einer Erfahrung sein, die im Gehirn irgendwie einen <strong>einzigartigen und bleibenden</strong> <strong>Eindruck </strong>hinterlässt.</p>
<p>Diese Idee testeten die Wissenschaftler mit dem folgenden <strong>Experiment</strong>: Zuerst schauten sich Testpersonen in einem eigens dafür ausgestatteten Geruchslabor <strong>Bilder</strong> von 60 Gegenständen an, von denen jedes zusammen mit einem <strong>gleichzeitig</strong> ausströmenden angenehmen oder unangenehmen <strong>Geruch</strong> gezeigt wurde, der von einer Maschine, einem sogenannten Olfaktometer erzeugt wurde. Danach wurde das Olfaktometer ausgeschaltet, die Testpersonen betrachteten die Bilder noch einmal und versuchten, sich an die dazu passenden <strong>Gerüche zu erinnern</strong>. Dabei machten die Forscher <strong>Bildaufnahmen</strong> von der <strong>Gehirnaktivität</strong> der Testpersonen mit einem sogenannten <strong>fMRT-Scanner</strong>, einem Gerät, mit dem sich die erhöhte Durchblutung aktiver Gehirnregionen sichtbar machen lässt.</p>
<p>Jetzt hatten die Forscher bei den Testpersonen eine erste Assoziation zwischen Bildern und Gerüchen hergestellt, und sie hatten Aufnahmen der zu jeder Assoziation gehörenden Gehirnaktivität. Nun untersuchten sie einen möglichen Unterschied zwischen der ersten und einer weiteren Assoziation und wiederholten dazu den ganzen Test – diesmal mit Bildern, Gerüchen und fMRT zusammen – mit den <strong>gleichen Bildern</strong>, aber jedes kombiniert mit einem <strong>anderen Geruch</strong>. Schließlich kamen die Testpersonen <strong>eine Woche später</strong> zu einem weiteren fMRT-Scan der Gehirnaktivität. Dabei betrachteten sie die Gegenstände ein letztes Mal und versuchten, sich an die damit assoziierten <strong>Gerüche zu erinnern</strong>.</p>
<p>Die Wissenschaftler stellten fest, dass nach einer Woche, auch wenn sich die Testperson gleich gut an beide Gerüche erinnern konnte, die <strong>erste Assoziation</strong> ein <strong>unverkennbares </strong>Muster der <strong>Gehirnaktivität</strong> zeigte. Dieser Effekt war immer zu sehen und unabhängig davon, ob der Geruch angenehm oder unangenehm war. Diese einzigartige „Repräsentation” (innere Abbildung der Außenwelt im Gehirn) zeigte sich in den Gehirnregionen des Hippocampus, der am <strong>Gedächtnis</strong> beteiligt ist, und der Amygdala, die am <strong>Gefühl </strong>beteiligt ist.</p>
<p>Das <strong>Muster der Gehirnaktivität</strong> was derart <strong>charakteristisch</strong>, dass die Wissenschaftler <strong>vorhersagen</strong> konnten, an <strong>welche Assoziation</strong> eine Testperson sich erinnern würde, indem sie einfach die Gehirnaktivität in diesen beiden Regionen nach der allerersten Wahrnehmung eines Geruches analysierten. Die Wissenschaftler konnten sogar schon beim Betrachten der fMRT-Aufnahmen am ersten Tag des Experiments voraussagen, zu welchen Assoziationen es eine Woche später kommen würde.</p>
<p>Um zu untersuchen, ob die Wahrnehmung anderer Reize diese Tendenz auch zeigt, wiederholten die Forscher das ganze Experiment mit <strong>Geräuschen</strong> anstelle von Gerüchen. Dabei stellten sie fest, dass Geräusche <strong>keineswegs</strong> ein ähnlich unverwechselbares <strong>„Urmuster“</strong> der Gehirnaktivität hervorriefen wie Gerüche. In anderen Worten zeigen diese Ergebnisse eine <strong>Besonderheit des Geruchssinns</strong>. „Aus irgendeinem Grund brennt sich die erste Assoziation mit einem Geruch in das Gedächtnis ein“, sagt <em>Prof.</em> S<em>obel</em>, „und weil es dieses Phänomen gibt, konnten wir voraussagen, welche Erinnerung eine Woche später wiederkommen würde, und das allein aufgrund der Gehirnaktivität.“</p>
<p><em>Yeshurun</em>: „Soweit wir wissen, ist dieses Phänomen einzigartig für Gerüche. Geruchserinnerungen aus der <strong>Kindheit</strong> könnten nicht deshalb besonders sein, weil die Kindheit als solche etwas Besonderes ist, sondern <strong>einfach weil</strong> wir in diesem Lebensalter etwas <strong>zum ersten Mal mit einem Geruch assoziieren</strong>.“</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><a href="http://wis-wander.weizmann.ac.il/site/EN/weizman.asp?pi=371&amp;doc_id=6039" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Weizmann Institute of Science</span></a>, 9.11.09</p>
<p><a href="http://www.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822(09)01857-0" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Current Biology</span></a>, 9.11.09</p>
<p><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>
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<p><strong>Weitere Links:</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in München" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-muenchen.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in München</a></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf" href="http://www.praxis-dr-shaw.de/psychotherapie-duesseldorf.php" target="_self">Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf</a></span></p>
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