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Macht guter Schlaf so glücklich wie ein Lottogewinn?

10. Mai 2017

Vor kurzem veröffentlichte die Krankenkasse DAK die Ergebnisse einer deutschlandweiten Untersuchung unter Erwerbstätigen zwischen 18 und 65 Jahren, die aufhorchen lässt. Seit 2010 ist das Auftreten von Schlafstörungen um über 60 % angestiegen. Jeder zehnte Arbeitnehmer leidet sogar unter schweren Schlafstörungen und insgesamt berichten 80 % der Befragten von Schlafproblemen. Das ist ein überwältigender Befund, vor allem wenn man bedenkt, dass Schlafstörungen enorme Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben. Vielleicht kann der folgende übersetzte Artikel für die Bedeutsamkeit des Schlafes weiterhin sensibilisieren. Als Einleitung passt folgendes Zitat Goethes aus einem Brief an Charlotte von Stein: „Ich habe nur zwei Götter, dich und den Schlaf. Ihr heilet alles an mir, was zu heilen ist, und seid die wechselweisen Mittel gegen die bösen Geister.“

Englische Wissenschaftler fanden heraus, dass es mit der Zeit zu optimalem körperlichen und psychischen Wohlbefinden führen kann, wenn man sich um einen verbesserten Nachtschlaf bemüht, und dass die Schlafqualität wichtiger ist als die Anzahl der geschlafenen Stunden.

Es wurden die Schlafmuster von mehr als 30 500 Personen in britischen Haushalten über vier Jahre lang analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass die Verbesserung der Schlafqualität zu einem körperlichen und psychischen Wohlfühlniveau führt, das mit Personen vergleichbar ist, die im Lotto mindestens 200 000 Euro gewonnen hatten.

Die Studie zeigt, dass positive Veränderungen am Schlaf über die Zeit hinweg – verbesserte Schlafqualität wie -quantität und ein verringerter Gebrauch von Schlafmitteln – mit verbesserten Werten im Fragebogen zur allgemeinen Gesundheit (General Health Questionnaire, GHQ) einhergeht, der im Gesundheitsbereich und in der wissenschaftlichen Fachwelt dazu verwendet wird, das psychologische Wohlbefinden von Patienten zu erfassen.

Befragte Personen, die Schlafverbesserungen angaben, erreichten einen Anstieg um 2 Punkte im GHQ, was einem Ergebnis entspricht, das Patienten nach einem Absolvieren eines achtwöchigen Programms achtsamkeitsbasierter kognitiver Psychotherapie, das zur Verbesserung des Wohlbefindens konstruiert wurde, angeben.

Weiterhin zeigten die gleichen Personen verbesserte Werte im anerkannten Short-Form-Gesundheitsfragebogen zur Einschätzung der allgemeinen Gesundheit und alltäglichen Funktionsfähigkeit.

Andersherum war aus den Daten ersichtlich, dass Schlafmangel, schlechte Schlafqualität und ein erhöhter Schlafmittelgebrauch zu verschlechtertem medizinischen und emotionalen Befinden führen kann.

Diese Ergebnisse beweisen, dass ein Verbessern der Qualität und Quantität des Schlafs in der Bevölkerung und ein Ermutigen auf Schlafmittel zu verzichten, eine effektive, einfache und kostengünstige Methode ist, Gesundheit und Wohlbefinden in der Gesellschaft insgesamt zu erhöhen.

Daraus resultiert, dass ein Bemühen um guten und ausreichenden Schlaf ebenso wie der Verzicht auf Schlafmittel als allgemeiner Wert in der Öffentlichkeit vermittelt werden sollte, was für jeden umsetzbar ist, um körperliches und psychisches Wohlbefinden zu erhalten.

Dieser Zusammenhang gilt eben nicht nur für Personen mit extrem schlechtem Schlaf, die intensive Behandlung benötigen, sondern für jedermann.

Ein wichtiger nächster Schritt ist es, sich die Unterschiede zwischen denen, die positive und negative Änderungen im Schlafverhalten über die Zeit hinweg berichten, genau anzusehen und zu identifizieren, welche Faktoren des Lebensstils und der alltäglichen Aktivitäten zu einem verbesserten Schlaf führen.

 

Quelle:

https://www.sciencedaily.com/releases/2017/03/170316112136.htm

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/schlafstoerungen-immer-mehr-deutsche-schlafen-schlecht-a-1139002.html

Rubrik: Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen


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