März 9th, 2010 — 11:58pm
Schon in der Bibel wird die Beziehung zwischen Mann und Frau bildhaft als „ein Fleisch werden“ beschrieben (1. Mose 2, 24). Eine aktuelle Studie hat das Phänomen wissenschaftlich untersucht und zeigt, dass Menschen die Trennung von ihrem Partner als Verlust eines Teils ihrer selbst erleben können. Ich habe eine Presseerklärung des Journals von gestern übersetzt, in der die Studie kurz darstellt wird:
Wenn eine Liebesbeziehung zu Ende geht, kann sich das „Selbstkonzept” eines Menschen verändern. Das zeigt eine Studie, die jetzt in der Februarausgabe des Personality and Social Psychology Bulletin veröffentlicht wurde.
Das Selbstkonzept ist die Wahrnehmung und Vorstellung eines Menschen von seinem „Selbst”. Die Partner in einer Liebesbeziehung entwickeln einen gemeinsamen Freundeskreis, Aktivitäten und sogar teilweise die gleichen Selbstkonzepte.
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Februar 15th, 2010 — 11:02pm
Viele Frauen leiden nach der Geburt eines Kindes vorübergehend unter Depressionen. In diesem Übersichtsartikel beschreibt James Paulson, der Assistant Professor für Psychiatrie an der Eastern Virginia Medical School in den USA ist, ähnliche Depressionen bei Vätern. Dabei spielt die Beziehung der Eltern eine entscheidende Rolle und eine „depressive Ansteckungsgefahr“, die von Müttern mit postnatalen Depressionen ausgeht. Ich habe diesen längeren Artikel aus der Psychiatric Times vom 6. Februar übersetzt, der auch einen sehr lesenswerten Überblick über Depressionen allgemein und ihre Auswirkungen auf Familien bietet:
Etwa zehn bis 30 Prozent aller Frauen leiden während der Schwangerschaft unter erheblichen Depressionen: auch im ersten Jahr nach der Geburt treten Depressionen weiterhin stärker gehäuft auf. Obwohl ausgesprochen viele Forschungsergebnisse über die Risikofaktoren für und die negativen Auswirkungen von Depressionen bei Müttern vorliegen, wissen wir nur wenig über Depressionen bei Männern, die Vater werden oder Babys und Kleinkinder haben.
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Januar 29th, 2010 — 9:02pm
Männer und Frauen erleben ihre Sexualität unterschiedlich, was sich auch in der Eifersucht äußert, mit der beide Geschlechter auf sexuelle und emotionale Untreue reagieren. Eine aktuelle Studie zeigt, dass dabei nicht nur die biologische Verschiedenheit sondern auch die individuelle Persönlichkeit und Lebenserfahrung von Menschen eine Rolle spielt. Ich habe einen Presseartikel des Journals vom 26. Januar übersetzt, der die Ergebnisse zusammenfasst:
Als der Gouverneur von South Carolina, Mark Sanford letzten Juni auf frischer Tat ertappt wurde, wie er von einem Rendezvous mit seiner argentinischen Geliebten wiederkam, erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press, er hätte sich mit seiner „Seelengefährtin” getroffen. Mit dieser Wortwahl schien er andeuten zu wollen, dass seine tiefe Gefühls- und Gemütsverwandtschaft mit Maria Belen Chapur aus seiner sexuellen Untreue gegenüber seiner Ehefrau Jenny Sanford etwas weniger Niederträchtiges machte.
Dabei verstand der zweimalige Gouverneur nicht, dass die meisten Frauen emotionale Untreue für schlimmer, nicht besser, als sexuellen Betrug halten. Das könnte erklären, warum Hillary Clinton mit Bill Clinton zusammenblieb und sich dem Anschein nach aus seiner sexuellen Affäre mit Monica Lewinsky nicht so viel machte.
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Dezember 9th, 2009 — 4:30pm
Eine aktuelle Studie an Studenten, die gerne Pornofilme sehen, liefert Hinweise , dass ihr Hobby sie nicht an einem normalen Sexualleben hindert. Ich habe einen Artikel der Uni über die Untersuchung mit den (zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings nur 20!) Kommilitonen übersetzt. Eine kleine Stichprobe also, weitere ausführlichere Erhebungen sind abzuwarten. Aber die Ergebnisse dieser Kleinstudie sind schon mal interessant:
Ein Forscher von der Université de Montréal in Kanada, dessen Arbeit vom Interdisziplinären Forschungszentrum für Familiengewalt und Gewalt gegen Frauen finanziert wird, hat mit einer neuen Studie über die Auswirkungen von Pornografie auf Männer begonnen. „Zu Anfang unserer Untersuchung haben wir Männer in ihren Zwanzigern gesucht, die noch nie einen Pornofilm gesehen hatten. Wir konnten aber keine finden”, sagt Simon Louis Lajeunesse, ein Associate Professor an der School of Social Work.
„Meine Arbeit zielt darauf ab, den Einfluss von Pornografie auf die Sexualität von Männern zu betrachten, und wie sie ihre Sichtweise von Männern und Frauen prägt“, sagt Lajeunesse. Dazu hat er bis jetzt zwanzig heterosexuelle Männer in seine Studie aufgenommen und interviewt. Diese Männer sind alle Universitätsstudenten und sehen sich regelmäßig Pornofilme an.
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Oktober 29th, 2009 — 3:10pm
Vor Kurzem erschien eine interessante wissenschaftliche Studie darüber, ob Kinder Eltern glücklich machen. Die wichtigsten Ergebnisse fasse ich hier zusammen:
Wenn Ehepaare Kinder haben, sind sie mit ihrem Leben zufriedener, und je mehr Kinder, desto glücklicher sind sie. Aber bei unverheirateten Menschen haben Kinder kaum oder gar keinen positiven Einfluss auf das Glücksempfinden. Das geht aus einer Studie von Dr. Luis Angeles an der University of Glasgow hervor, die gerade online im Journal of Happiness Studies veröffentlicht wurde.
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April 14th, 2009 — 9:02am
Zunächst wohl keinen wirklich guten. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie, die in der Märzausgabe des Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht wurden. Forscher der University of Denver und Texas A&M haben 8 Jahre lang insgesamt 218 Paare beobachtet, die Kinder bekamen. Bei 90% ging die Zufriedenheit mit ihrer Beziehung deutlich zurück als das erste Kind geboren wurde und zwar – das ist wichtig – deutlicher als der auch ohne Kinder nachweisbare Rückgang der Beziehungszufriedenheit über die Zeit.
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April 3rd, 2009 — 9:27am
Bei einer langjährigen Beziehung muss es nicht zwangsläufig so sein, dass sich die Romantik verflüchtigt und sich in eine eher freundschaftliche Paarbeziehung verwandelt. Das zumindest ist das Ergebnis einer aktuellen Meta-Studie, die in der aktuellen Ausgabe von Review of General Psychology veröffentlicht wurde. Im Gegenteil: Romantische Liebe kann ein Leben lang anhalten und führt zu glücklicheren und gesünderen Beziehungen.
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Februar 19th, 2009 — 9:55am
Vor wenigen Wochen hat die Universität Zürich in einer Pressemitteilung auf ein bemerkenswertes Experiment hingewiesen. Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass das Sozialverhalten von Säugetieren und eben damit auch Menschen unter anderem durch das Hormon Oxytocin mitbestimmt wird. Forscher der Uni Zürich untersuchten nun, wie sich das externe Zuführen einer Dosis Oxytocin (via Nasenspray) auf streitende Paare auswirkt.
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Januar 5th, 2009 — 1:16pm
In einer Veröffentlichung im Journal of Marital and Family Therapy (Vol. 34, No.4, 2008) berichten Forscher aus den Universitäten Nottingham und Belfast von den Ergebnissen einer aktuellen Studie mit Studenten in Nordirland. Untersucht wurde, ob sich die Wahrnehmung emotionaler und sexueller Untreue zwischen Männern und Frauen unterscheidet. Tatsächlich bestätigte die vorliegende Studie, dass für Männer die Vorstellung “sexueller Untreue” ihrer Partnerin belastender ist als “emotionale Untreue” während für Frauen die Vorstellung “emotionaler Untreue” ihres Partners belastender ist als “sexuelle Untreue”.
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Dezember 31st, 2008 — 11:39am
In der Januarausgabe des Journal of Marital and Family Therapy stellen Forscher der Texas A&M University und der University of Denver eine Studie vor, mit sie herausfinden wollten, welche Art von Unterstützung Paare mit Beziehungsprobleme in Anspruch nehmen, um ihre Probleme zu lösen. Auch wenn die Studie auf die Verhältnisse in Deutschland nur mit Einschränkungen übertragbar ist, enthält sie doch einige interessante Befunde. Die Autoren beobachteten 213 Paare über einen Zeitraum von 5 Jahren seit ihrer Hochzeit. Erfasst wurden auftretende Beziehungsprobleme und die Inanspruchnahme externer Unterstützung um sie zu lösen. Als externe Unterstützung wurde gewertet das Konsultieren von Fachbüchern, der Besuch von “Beziehungsworkshops” (in den USA recht verbreitet, in der Regel von Kirchen angeboten) sowie die Inanspruchnahme von Paartherapie. Tatsächlich nahmen ein gutes Drittel (36%) der untersuchten Paare in den ersten 5 Jahren ihrer Beziehung eine oder mehrere der o.a. Unterstützungsleistungen in Anspruch. Das erstaunt nicht, wenn man sich vor Augen führt, dass zu jedem beliebigen Zeitpunkt 20% der Beziehungen in USA als belastet gelten und langfristig 40% aller Ehen mit einer Scheidung enden. Die Scheidungsrate in Deutschland sind etwas niedriger, aber auf ähnlichem Niveau (etwa 35%).
Die Autoren verweisen in ihrem Artikel auf ergänzende Befunde aus anderen Erhebungen: Der Anteil der inzwischen getrennten Paare, die vorher versuchten, ihre Scheidung durch Paartherapie zu verhindern, beträgt in den USA 37%. Oder auf alle verheirateten Paare in den USA bezogen: 19% nehmen zu mindestens einem Zeitpunkt ihrer Beziehung Paartherapie in Anspruch. Dies allerdings sehr spät: Im Durchschnitt (!) entscheiden sich Paare erst nach 6 Jahren gravierender Probleme für eine Paartherapie.
Das entspricht leider auch unseren Erfahrungen in der Praxis: Immer wieder treffen wir auf Paare, die bereits seit vielen Jahren in schwerer See sind. Oftmals ist es dann bereits zu spät für eine wirksame Lösung der Konflikte. Die Partner haben sich emotional bereits zu weit voneinander entfernt, so dass in diesen Fällen die Paartherapie bestenfalls dazu genutzt werden kann, eine einvernehmliche Trennung zu begleiten.
Quelle:
Brian et al. Journal of Marital and Family Therapy, Jan 2009
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