29. Dezember 2010
Grübeln und Gedankenkreisen sind klassische Symptome von Depression. Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie sich mangelnde Konzentration auf das menschliche Befinden allgemein auswirkt und zeigt, dass Tagträumen (sogar über Angenehmes) auch gesunde Menschen unglücklich macht, egal was sie sonst tun. Wir haben einen Presseartikel vom November aus Medical News Today über die noch laufende Studie übersetzt, an der Besitzer eines Smartphones selbst teilnehmen können:
Menschen sind meistens unglücklich, wenn sie ihre Gedanken schweifen lassen, was wir offenbar 46,9 Prozent der Zeit tun, die wir nicht schlafen. Am glücklichsten sind Menschen, wenn sie Sex haben, Sport treiben oder sich mit anderen unterhalten, schreiben Forscher der Harvard University in einem Artikel, der heute in dem Fachjournal Science erscheint. Am wenigsten glücklich sind wir, wenn wir uns ausruhen, einen Heimcomputer benutzen oder arbeiten. Wir sind die einzigen Tiere auf diesem Planeten, die ausgesprochen viel Zeit damit verbringen, über Dinge nachzudenken, die gar nicht um uns herum passieren. Wir denken über Dinge in der Vergangenheit nach, die in der Zukunft geschehen könnten, oder die wahrscheinlich nie eintreffen werden. Man könnte sagen, Gedankenschweifen ist der Standardmodus unseres Gehirns.
29. November 2010
Manche Menschen empfinden die Pensionierung als eine Labsal, andere kommen damit überhaupt nicht zurecht. Auch die Forschung hat in dieser Frage noch keinen Konsens erreicht. Eine aktuelle Studie zeigt, dass es an der Methodik der Untersuchungen liegen könnte, analysierte allerdings selbst eine ungewöhnlich privilegierte Gruppe von Arbeitnehmern. Wir haben einen Presseartikel von Medical News Today über die Studie von letzter Woche übersetzt, die eine interessante Debatte bereichert:
Die Pensionierung führt bei Menschen zu einer erheblichen Verminderung der psychischen und körperlichen Erschöpfung sowie einer Abnahme von Depressionssymptomen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die heute im British Medical Journal online veröffentlicht wurde. Aber die Untersuchung kommt auch zu dem Schluss, dass sich mit der Pensionierung das Risiko für wichtige chronische Krankheiten wie Atemwegs-, Herzerkrankungen und Diabetes nicht ändert.
Dr. Hugo Westerlund, der erste Autor der Studie von der Universität Stockholm, und seine Mitarbeiter betonen die Bedeutung ihrer Ergebnisse in einer Zeit, in der Menschen länger im Leben arbeiten und später in den Ruhestand gehen werden.
9. November 2010
Junge Menschen sollten Sport treiben. Das bestätigt eine neue Untersuchung und zeigt dabei interessante Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen und bei der Art des Sports auf. Wir haben die Presseerklärung des Herausgebers der Studie vom September übersetzt, deren Autoren die sozialen Aspekte des Sports bei Jugendlichen betonen:
Mit anderen Sport treiben ist für junge Teenager in jeder Hinsicht gut: körperlich, sozial und psychisch. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Dr. Keith Zullig und Rebecca White von der West Virginia University in den USA. Ihre Untersuchung zeigt, dass junge Teenager, die körperlich aktiv sind und zu einer Sportmannschaft gehören, mit ihrem Leben zufriedener sind und sich gesünder fühlen.
6. November 2010
In vielen Lebensbereichen wie in der Schule oder im Beruf gilt das Mittelmaß als kaum erstrebenswert. Aber eine neue Studie zeigt, dass es beim Stress im Leben tatsächlich ein goldenes Mittelmaß gibt. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie von Mitte Oktober übersetzt, nach der ein gewisses Maß an Stress die Lebenszufriedenheit eines Menschen erhöht:
Wir alle kennen das Sprichwort, was uns nicht umbringt, macht uns stärker. Aber bis jetzt konnte das Gros wissenschaftlicher Untersuchungen kaum einen Beweis dafür bieten. Doch nun hat eine neue landesweite, mehrjährige Langzeitstudie über die Auswirkungen negativer Lebensereignisse auf die psychische Gesundheit gezeigt, dass negative Erfahrungen scheinbar tatsächlich die spätere Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit eines Menschen fördern und für seine psychische Gesundheit und sein Wohlbefinden nützlich sind.
10. Oktober 2010
Im Jahre 2008 zogen etwa 175000 Bundesbürger aus Deutschland weg, die meisten aus beruflichen Gründen. Etwa gleich viele kamen aus dem Ausland wieder zurück. Eine aktuelle Studie hat die Lebenszufriedenheit von Migranten untersucht und zeigt, dass Menschen in der Fremde nicht unbedingt glücklicher werden. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie von Ende August übersetzt, deren Autor meint, die Vor- und Nachteile für Auswanderer halten sich ungefähr die Waage:
Die Kirschen in Nachbars Garten schmecken nicht unbedingt besser. Das geht aus einer neuen Studie der University of Leicester in England hervor. Ökonomischen Migranten, die auswandern, um mehr Geld zu verdienen, könnte eine Enttäuschung bevorstehen – denn das Streben nach Wohlstand ist nicht gleichbedeutend mit Glück.
27. August 2010
Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit sind zwei der größten Risikofaktoren für Depression. Eine aktuelle Studie hat das Bedürfnis von Menschen aktiv zu sein und seine Rolle für ihr Wohlbefinden untersucht. Wir haben die Presseerklärung des Herausgebers der Studie von Ende Juli übersetzt, deren Autoren meinen, man könnte das Bedürfnis des Einzelnen nach Beschäftigung befriedigen, indem man es zum Wohle der Allgemeinheit einsetzt:
In der griechischen Mythologie straften die Götter Sisyphos, indem sie ihn verurteilten, für alle Ewigkeit einen Felsbrocken einen steilen Hang hinaufzuwälzen. Aber wahrscheinlich war das besser für ihn, als verurteilt zu sein, bis ans Ende der Zeit dasitzen und in eine gähnende Leere starren zu müssen. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer neuen Studie über den Beschäftigungsdrang des Menschen. Sie stellten fest, dass Menschen mit einer Beschäftigung, sogar einer sinnlosen, glücklicher sind als Menschen, die untätig herumsitzen.
15. Juni 2010
Wenn wir von Menschen in ihren „besten Jahren“ reden, meinen wir das Alter um die Fünfzig. Nun zeigt eine neue Studie, dass gerade in diesem Alter Menschen mit sich und ihrem Leben am wenigsten zufrieden sind. Wir haben einen Artikel aus der New York Times über die Studie von vor zwei Wochen übersetzt, der das Phänomen beschreibt aber nicht richtig erklären kann:
Es kommt unaufhaltsam. Die Muskeln schlaffen ab. Das Gehör und die Augen werden langsam immer schlechter. Wir bekommen Falten und gehen gebückt. Wir können nicht mehr rennen oder noch nicht einmal so schnell laufen, wie wir es gewohnt waren. Körperteile ziepen und schmerzen, die wir vorher nie wahrgenommen hatten. Wir werden alt.
Es klingt zum Bemitleiden, aber scheinbar ist es das nicht. Eine große Gallup-Umfrage hat gezeigt, dass Menschen, egal wie man es betrachtet, mit zunehmendem Alter glücklicher werden, und die Forscher wissen nicht recht warum.
8. Juni 2010
Kinder gelten als besonders anpassungsfähig, zum Beispiel bei einem Schul- oder Ortswechsel. Eine aktuelle Studie hat die Auswirkung von Umzügen in der Kindheit untersucht und zeigt, dass das seelische Wohlbefinden von Menschen, die von Natur aus sensibel sind, darunter leiden kann. Wir haben die Pressemitteilung des Journals zu der Studie von letzter Woche übersetzt, die den erstaunlich nachhaltigen Effekt beschreibt:
In eine andere Stadt zu ziehen oder auch nur in einen Nachbarbezirk, ist für Menschen eine Belastung, egal in welchem Alter. Aber eine neue Studie zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen häufigem Ortswechsel in der Kindheit und einem geringeren Wohlbefinden von Menschen im Erwachsenenalter gibt. Das gilt besonders für Menschen, die eher introvertiert oder neurotisch sind.
1. Mai 2010
In unserer neuen Folge des Podcasts „Psychologie aktuell” präsentieren wir Ihnen einen Gastbeitrag unserer Partnerpraxis in den USA, dem Cognitive-Behavioral Therapy Center of Western North Carolina (Den Originalbeitrag finden Sie hier). In diesem Beitrag interviewt Trent Codd Prof. Scott Lilienfeld über das im November 2009 erschienene Buch „50 Great Myths of Popular Psychology: Shattering Widespread Misconceptions about Human Behavior”.
Scott Lilienfeld sowie Steven Jay Lynn, John Ruscio und Barry L. Beyerstein sind die Autoren des Buches. Lilienfeld ist Professor für Psychologie an der Emory University in Atlanta. Er ist Autor mehrerer Bücher und hat zahlreiche Artikel für Fachzeitschriften, Tages- und Wochenzeitungen wie der New York Times oder Newsweek verfasst.
In unserem Beitrag geht es u.a. um folgende populäre Irrtümer:
- Wir nutzen nur 10% unseres Gehirns
- Das Vorspielen von Mozart während der Schwangerschaft steigert die Intelligenz des Fötus
- Jeder Schüler hat individuelle Lerntechniken, auf die der Unterricht abgestimmt werden sollte
- Glück ist das Resultat äußerer Umstände
Sprecherin unseres Podcasts ist Cathleen Henning. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Zuhören.
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15. April 2010
Lebens- und Jobzufriedenheit hängen so eng miteinander zusammen, dass nicht klar ist, was Ursache und was Wirkung ist. Eine neue Studie hat die Frage statistisch untersucht und zeigt, dass die Lebenszufriedenheit die Grundlage bildet. Wir haben eine Pressemitteilung des Herausgebers von Anfang April übersetzt, die das Wesentliche der Studie kurz beschreibt:
Leute, die mit dem Leben nicht glücklich sind, werden meistens auch auf der Arbeit nicht zufrieden sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die online in der Aprilausgabe des Journal of Occupational and Organizational Psychology veröffentlicht wurde.