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Rubrik: Allgemeines

Welche Risikofaktoren begünstigen die Ausbildung einer posttraumatischen Belastungsstörung?

14. April 2015

angststoerungen im gehirn sehenWie im Artikel zu lesen sein wird, erleiden die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens einmal ein Trauma, von denen 5-10 % eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln. Vorweg wäre die Frage interessant, was eigentlich als Trauma gilt. Historisch gesehen tauchte das Symptommuster in Beschreibungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf als im Zuge der Industrialisierung die ersten öffentlichen Eisenbahnen für die Allgemeinbevölkerung nutzbar waren. Unfälle und die Klärung der Schadensersatzleistungen der mitunter psychischen Folgeerscheinungen rückten die PTBS in die Aufmerksamkeit. Damals wurden lange fachliche Diskussionen geführt, ob die Symptome echt oder gespielt waren, um Geldleistungen zu erhalten. Heute ist die Existenzberechtigung der Diagnose unangefochten, es gibt aber noch Unterschiede in der Definition des Traumabegriffs. Die eine theoretische Vorstellung geht davon aus, dass es eine Bedrohung katastrophalen Ausmaßes sein müsse, die bei fast jedem Verstörung hervorruft, die andere, dass es eine für das jeweilige Individuum spürbare Bedrohung extremen Ausmaßes sei. Der Schwerpunkt liegt bei letzterer auf dem subjektiven Empfinden. Im folgenden Artikel geht es darum, wie Wissenschaftler und Behandler ihre Werkzeuge verbessern, um möglichst individuelle Vorhersagen darüber zu treffen, ob ein Einzelner eine PTBS entwickeln könnte.


Hilft es unseren Kindern, wenn wir ihnen sagen, dass sie besser als andere sind, oder schaden wir ihnen damit sogar?

7. April 2015

„Wer aber leicht werden will und ein Vogel, der muß sich selber lieben: – also lehre ich. Nicht freilich mit der Liebe der Siechen und Süchtigen: denn bei denen stinkt auch die Eigenliebe! Man muß sich selber lieben lernen – also lehre ich – mit einer heilen und gesunden Liebe: daß man es bei sich selber aushalte und nicht umherschweife (Nietzsche, Also sprach Zarathustra).“ Diese Eigenliebe, die man vielleicht mit gesundem Selbstbewusstsein übersetzen kann, das auf der Dimension zwischen Selbstunsicherheit und Narzissmus in der Mitte liegt, ist etwas, das wir nicht nur für uns selbst gerne erreichen wollen, sondern etwas, das wir unseren Kindern gerne mit auf ihren Lebensweg geben würden. Wie macht man es am besten? Im ersten Moment scheint es sinnvoll, Ihnen immer wieder zu sagen, dass man sie für besonders hält. Aber erziehen wir sie damit nicht zu Narzissten, die Begegnungen mit anderen auf Augenhöhe scheuen, um sich vor dem eigenen Minderwert zu schützen und sich in Größenideen über sich selbst flüchten? Dieser Frage gingen amerikanische und holländische Forscher nach, deren Ergebnisse im Folgenden Pressebericht zusammengefasst sind.

Wenn man es vermeiden will, die eigenen Kinder zu Narzissten zu erziehen, sollte man sie nicht überbewerten. Das ist die eingängige Botschaft einer neuen Studie von Wissenschaftlern der Ohio State University in Columbus und der University of Amsterdam in den Niederlanden, die in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde.


Können Sport und körperliche Bewegung im Kampf gegen Depression helfen?

2. März 2015

„Man muss nur immer sorgen, erregt zu werden, um gegen die Depression anzukämpfen. Das ist auch bei jetziger deprimierender Witterung der beste medizinische Rat.“ Dies schrieb Goethe 1828 an Friedrich Müller und ahnt gar nicht, dass er eine These aufstellt, die fast 200 Jahre später vielfach wissenschaftlich belegt sein wird. Eine gute Möglichkeit sich in Wallung zu bringen, ist körperliche Betätigung. Mittlerweile belegen viele Studien, dass Sport und Bewegung hilfreich bei der Behandlung von Depressionen sind. Gut, dass gerade der Frühling vor der Tür steht! Welche Zeit regt mehr dazu an, in die Natur zu stürmen? Im Folgenden findet sich die Übersetzung eines Presseberichts, der dieses Thema etwas vertieft.

 

Depression ist die am häufigsten diagnostizierte psychische Erkrankung. In den westlichen Industrienationen leidet jede zehnte Person wenigstens einmal im Laufe Ihres Lebens unter einer Depression. Ärzte sagen, dass eine Depression die körperliche Gesundheit stärker beeinträchtigt als Diabetes oder Arthritis. Sie wird traditionell mit Antidepressiva und Psychotherapie behandelt. Aber Studien konnten zeigen, dass Sport und körperliche Bewegung teilweise die gleichen neurophysiologischen Veränderungen wie Antidepressiva auslösen. Deswegen kommen eine Vielzahl an Metaanalysen zu dem Ergebnis, dass Sport und körperliche Bewegung einen positiven Einfluss auf Depressionen haben.


Die Macht der Wiedergutmachung

23. Januar 2015

„Ein Wort macht alles ungeschehn. Ich warte darauf. O laßt mich’s nicht zu lang erharren!“ Dieses Zitat Schillers zeigt eindrücklich, welche Sehnsucht ein verletzter Mensch danach hat, dass er um Verzeihung gebeten und damit ein Stück weit von der Verletzung befreit wird. Aber was macht eigentlich eine gute Entschuldigung aus? Und warum wirkt es, wenn andere uns um Verzeihung bitten? In einer aktuellen Studie gingen amerikanische Forscher diesen Fragen nach und fanden heraus, dass es wirksam ist, wenn der Verletzende durch versöhnliche Gesten Verantwortung übernimmt und damit der Beziehung Wert zuerkennt und dem Verletzten Hoffnung gibt, dass so eine Verletzung sich nicht wiederholt. Dass das Erlebnis von Vergebung eine tiefgreifende und berührende menschliche Erfahrung sein kann, beschreibt Jean Paul treffend in folgendem Ausspruch:„Der Mensch ist nie so schön, als wenn er um Verzeihung bittet oder selbst verzeiht“! Es folgt eine Übersetzung des Presseberichts zur oben genannten Studie.

Eine aktuelle Studie deckt auf, dass uns versöhnliche Gesten dabei helfen, zu vergeben. Die Ergebnisse zeigen, dass friedensstiftende Bemühungen wie z.B. Entschuldigungen, Schadensersatzangebote und Verantwortungsübernahme Vergebung erleichtern und Ärger reduzieren, indem sie den Verletzenden als Beziehungspartner wertvoller erscheinen lassen und das Opfer sich weniger bedroht durch erneute Aggression von dem Angreifer fühlt.

Es ist bekannt, dass ein Opfer eher dazu geneigt ist, zu vergeben und vergessen, wenn eine Person versucht, Wiedergutmachung für einen Fehlverhalten zu leisten. Die Gründe dafür sind weniger offensichtlich und noch unzureichend verstanden. In einer aktuellen Studie machten Forscher bedeutende Fortschritte dabei, die psychologischen Prozesse hinter der Vergebung zu erklären.


Besteht ein Zusammenhang zwischen der Stärke des Wohlbefindens und der Lebensdauer?

15. Januar 2015

Im letzten Beitrag ging es darum, für das neue Jahr den Blick besonders auf die psychische Gesundheit zu richten. Es wurden mehrere Bereiche gezeigt, die dabei helfen können, gute Vorsätze fürs neue Jahr zu finden und das eigene Wohlbefinden zu steigern. Der folgende Beitrag unterstreicht, welchen Einfluss das Wohlbefinden auf die Verbesserung von Lebensqualität und hier sogar die Lebensdauer hat. Denn er untersucht die positive Wirkung von Wohlbefinden auf die Lebenszeit älterer Menschen. In beeindruckender Weise finden sich in der beschriebenen Studie englischer und amerikanischer Forscher Hinweise auf eine konkrete Verlängerung der Lebensdauer bei älteren Menschen mit sehr hohem Wohlbefinden. Jeder kann sich in der Übersetzung des Presseberichts zu dieser Studie selbst davon überzeugen, dass es sich lohnt, einen Sinn im Leben zu finden und Kontakte zu Mitmenschen zu pflegen:

Es macht das Leben auf jeden Fall lebenswerter, wenn man einen Sinn darin sieht und eine Aufgabe für sich gefunden hat, aber kann es das Leben auch verlängern? Nach Forschern, die in „The Lancet“ veröffentlichten, ist die Antwort auf diese Frage „Ja“.

Wissenschaftler des University College London (UCL) in Großbritannien arbeiteten mit Kollegen der Princeton University und Stony Brook University in den Vereinigten Staaten zusammen, um diesen Sachverhalt genauer zu erforschen.

Frühere Studien bewiesen schon den positiven Einfluss einer optimistischen Einstellung auf das Altern. Medical News Today berichtete erst kürzlich von einer dieser Studien, die nahe legt, dass unterhalb der Wahrnehmungsgrenze liegende positive Botschaften bei älteren Menschen bessere Körperfunktionen zur Folge haben.


Wie können wir unsere psychische Gesundheit und unser Wohlbefinden 2015 verbessern?

5. Januar 2015

Das alte Jahr ist vorbei, ein neues beginnt. Mit den Gedanken zum Verlauf des alten Jahres entwickeln sich meist auch Ideen, was das neue Jahr an Veränderungen bringen soll. Das Team der online Zeitschrift Medical News Today (MNT) hat zum Jahresstart einen interessanten Artikel veröffentlicht, der für die Vorsätze fürs neue Jahr die psychische Gesundheit in den Mittelpunkt rückt. Es wird darin reflektiert, welchen Einfluss eine gute und ausgewogene Ernährung, Sport, guter Schlaf, Stressbewältigung und das Ausüben eines Hobbys auf die seelische Gesundheit hat. Wir finden, dass die Fokussierung auf die psychischen Aspekte der Gesundheit bei der Überlegung von Vorsätzen für das neue Jahr sehr wertvoll sein kann und übersetzen den Artikel im Folgenden. Vielleicht kann sich ja der ein oder andere von einem der beschriebenen Punkte inspirieren lassen. Wir wünschen allen ein gesundes und lebendiges Jahr 2015!

 

Zum Jahreswechsel beschäftigen sich viele von uns mit ihren Vorsätzen fürs neue Jahr. Während jedoch die meisten unserer Ziele für 2015 auf Verbesserung unserer körperlichen Gesundheit abzielen – wie etwa Besuche im Fitness-Center oder Gewichtsverlust -, fragt sich kaum jemand wie er sein psychisches Wohlbefinden verbessern könnte.

Nach Aussage der World Health Organization (WHO, Welt Gesundheits Organisation), „ist psychische Gesundheit ein wichtiger Teil der Gesundheit; tatsächlich gibt es keine Gesundheit OHNE psychische Gesundheit.“


Mehr Verantwortung für Eltern und Kinder, wenn Hightech Weihnachtsgeschenke auf dem Gabentisch liegen?

29. Dezember 2014

Die schöne neue Welt der modernen Technik bietet uns viele Verbesserungen und Möglichkeiten im alltäglichen Leben. Aber sie birgt auch Gefahren, deren Opfer besonders Kinder und Jugendliche werden können. Jeder hat schon die schockierenden Nachrichten über Selbstmorde Jugendlicher gehört, die den grausamen Beschimpfungen ihrer Mitschüler in sozialen Netzwerken nicht mehr gewachsen waren. Die Abzocke diverser Anbieter, die Kinder mit Gratis-Smartphones, IQ-Tests und vermeintlich kostenlosen Hausaufgabenhilfen zur Kasse bitten, hat die Runde gemacht. Was aber können wir tun, um unsere Kinder zu schützen? Eine amerikanische Psychiaterin und Wissenschaftlerin gibt Auskunft über die Ergebnisse ihrer jahrelangen Forschung zu dem Thema. Sie kommt zu dem Schluss, dass zwei Faktoren besonders wichtig sind: Aufklärung durch offene Diskussionen mit den Kindern und Eingebunden-Sein in das Leben der Kinder. Sie nennt einige Warnsignale, die auf Probleme der Kinder hinweisen und auf die wir achten können. Hier folgt der Pressebericht in Übersetzung:

Smartphones, Laptops, Tablets und Videospiele wurden oft und gerne auf Weihnachts-Wunschlisten vieler Kinder und Jugendlicher aufgelistet. Für Eltern allerdings bedeutet diese Art von Geschenk mehr als nur Weihnachten zu retten. Sie müssen dafür sorgen, dass ihre Kinder geschützt sind, wenn sie online gehen.

„Eine Schwierigkeit dabei, Kindern den Umgang mit Hightech Geräten beizubringen, ist, ihnen die damit einhergehende Verantwortung klar zu machen. Eltern müssen sich selbst fragen, ob ihr Kind wirklich schon bereit dazu ist. Sie müssen sich mit ihren Kindern zusammen setzen, um eine offene Diskussion über Grenzen zu führen und sogar bereit sein die Bedienung des Geschenks zusammen zu erlernen.“, sagte Dr. med. Theodote Pontikes, Kinderpsychiaterin an der Loyola University Health System und Privatdozentin am Lehrstuhl Psychiatrie und Verhaltensneurowissenschaften an der Loyola University Chicago Stritch School of Medicine.


Zu viel ausgegeben dieses Weihnachten? Schuld ist das Vogel-Strauß-Problem!

19. Dezember 2014

Kennen Sie das: Beim Weihnachtsgeschenkkauf für Ihre Liebsten finden Sie immer noch was anderes Tolles, das auch noch passen würde? Eigentlich haben Sie ja schon genug gekauft, aber Sie sind in Schenk-Laune und versuchen nicht daran zu denken wie sehr der Kontostand schon gesunken ist. Die zwei oder auch mehr Kleinigkeiten machen „das Fett auch nicht weg“….? Wenn ja, eine gute Nachricht: Sie sind damit nicht allein. Eine psychologische Studie britischer Forscher gab dem Phänomen einen Namen: Das Vogel-Strauß-Problem. Wir haben einen Pressebericht zu dieser Studie übersetzt, die zeigt, dass Menschen bewusst in manchen Lebensmomenten ihre Kontrolle über eigentlich erstrebenswerte Ziele wie Sparsamkeit oder auch Gewichtsverlust schleifen lassen, indem sie die Informationen, die sie zum Erreichen ihrer Ziele brauchen, vermeiden. Hier folgt der Pressebericht:

 

Es ist Weihnachtszeit, die Zeit für gutes Essen, Trinken und festlich beisammen Sein. Ziele wie Abnehmen, oder den Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten, werden über Bord geworfen.

Ein Team von Psychologen der Universität von Sheffield fand im Rahmen einer Studie heraus, dass es völlig nachvollziehbar ist, dass wir unseren Kopf in diesem Monat in den Sand stecken anstelle unsere gesetzten Ziele zu verfolgen – wir sind sogar motiviert dazu, uns so zu verhalten.


Psychisch kranke Arbeitnehmer erhalten zu selten Psychotherapie

21. November 2014

Die psychotherapeutische Versorgung von Personen im erwerbsfähigen Alter ist ungenügend. Nur etwa jede zehnte psychisch kranke Erwerbsperson (9,9 Prozent) erhält innerhalb eines Jahres eine Psychotherapie. Hingegen wird ein Viertel der Betroffenen (25,3 Prozent) mit Psychopharmaka behandelt. Dies ergaben Analysen für das Jahr 2012 im aktuellen Gesundheitsreport der BARMER GEK.

„Es kann nicht sein, dass psychisch kranke Menschen im erwerbsfähigen Alter so selten psychotherapeutisch behandelt werden, obwohl bei vielen psychischen Erkrankungen Psychotherapie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Behandlungsmethode der Wahl ist und helfen kann, die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen“, kritisiert Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK).


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