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Rubrik: ADHS

Wird das Risiko für ADHS bei Kindern durch das Rauchen der Eltern erhöht?

28. November 2009

ADHD c sADHS bei Kindern ist in den letzten Jahren immer mehr zum Thema für Eltern geworden und wird heute zunehmend auch medikamentös behandelt. Eine aktuelle Studie weist nun auf eine andere Möglichkeit hin: schwangere Frauen könnten weniger rauchen. Ich habe einen Presseartikel über die Studie vereinfacht und übersetzt:

Forscher in den USA haben einen Zusammenhang festgestellt zwischen der Einwirkung von Rauchen in der Schwangerschaft, Bleibelastung im Kindesalter und einem stark erhöhten Risiko für ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) bei Kindern. Während wir dazu neigen, uns auf die Behandlung von ADHS zu konzentrieren, könnte nach Meinung der Wissenschaftler die Beseitigung solcher Umwelteinflüsse die Entwicklung der Störung bei vielen hunderttausend Kindern von vornherein verhindern.


Werden Kinder mit ADHS als Erwachsene häufiger straffällig?

30. Oktober 2009

Dass überaktive Kinder in der Schule oft Schwierigkeiten haben, weiß jeder. Ob und welche Folgen das auch für das spätere Leben haben kann, ist weit weniger klar. Ein aktuelle Studie hat die Diskussion über diese Frage unter Fachleuten in den letzten Tagen weiter entfacht. Die wichtigsten Ergebnisse des Artikels habe ich für Sie zusammengefasst:

Schulkinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) werden im späteren Leben viel wahrscheinlicher Straftaten begehen wie zum Beispiel Einbruch, Diebstahl und Drogenhandel. Zum diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Forschern der Yale School of Public Health, die jetzt im Journal of Mental Health Policy and Economics veröffentlich wurde.


Wie hängt Internet-Abhängigkeit mit anderen Störungen zusammen?

14. Oktober 2009

In dem Informationsdienst Science Daily ist vor wenigen Tagen eine Zusammenfassung eines Artikels aus Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine erschienen, die mir interessant erscheint. Hier wird der Zusammenhang zwischen Internetabhängigkeit und anderen klinischen Erkrankungen wie ADHS oder Sozialphobie dargestellt. Im Anschluss meine Übersetzung dieses Beitrages in Auszügen:


Warum sind Kinder mit ADHS häufig hyperaktiv?

11. März 2009

hyperactivity sKinder mit ADHS sind häufig hyperaktiv, um damit möglicherweise ihre Aufmerksamkeit und Konzentration zu erhöhen, die sie zur Lösung von anspruchsvollen Aufgaben benötigen.  Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie der University of Central Florida.


Sehenswerte Video-Einführung in ADHS

24. Februar 2009

Heute bin ich auf der (ausgezeichneten) Website des NHS (National Health Service, Großbritannien) auf eine gute englischsprachige Einführung zum Thema ADHS gestoßen. In dem etwa 5-minütigen Video fasst  Dr. Ann York vom South West London Mental Health Trust Erkenntnisse zu Entstehung und Symptomen von ADHS zusammen.  Außerdem kommen Eltern eines Kindes mit ADHS Erkrankung zu Wort sowie das Kind – Oscar – selbst.  Ohne die Krankheit  zu verharmlosen, macht das Video Eltern Mut, mit ADHS umzugehen, ja sogar es als eine Bereicherung anzunehmen.

Quelle:

NHS Choices

Autorin: Dr. Rose Shaw, München

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Wie hilft Psychotherapie bei ADS/ADHS?

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Welche Auswirkungen hat ADHS auf die Lebensqualität?

30. Januar 2009

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie ist zu dieser Frage ein Artikel erschienen, der den Forschungsstand zusammenfasst und eine eigene Studie zu dem Thema vorstellt.  Ina Schreyer und Petra Hampel von der Universität Bremen stellen zusammenfassend folgendes fest:

– Die Lebensqualität von Jungen mit ADHS (in der vorliegenden Studie wurden nur Jungen untersucht) ist gegenüber Jungen ohne ADHS vermindert, sowohl hinsichtlich Familie, Freunden als auch der Schule.

– Auch die Lebensqualität der Mütter wird durch die Erkrankung eines Kindes mit ADHS beeinträchtigt. Dies ist auf den ersten Blick nicht wirklich überraschend. Bemerkenswert ist jedoch schon, dass die Einschränkungen offensichtlich höher sind als bei Müttern von chronisch kranken Kindern. Dies weist darauf hin, dass die Eltern von ADHS-kranken Kindern in außerordentlich hohem Maße durch die Krankheit belastet werden.

– Die Studie zeigte außerdem, dass sich das Erziehungsverhalten von Müttern von Jungen mit ADHS signifikant von dem Erziehungsverhalten von Müttern von gesunden Kindern unterschied.  Im Einklang mit vorangegangenen Studien zu diesem Thema stellen die Autorinnen fest, dass das Erziehungsverhalten der untersuchten Müttern von ADHS-Kindern stärker kontrollierend und negativ war,  zudem weniger positiv verstärkend und außerdem durch ein geringeres Interesse am Kind charakterisiert als bei Müttern mit gesunden Kindern.

Aus vorangegangenen Studien weiß man, dass negatives Erziehungsverhalten an der Aufrechterhaltung von ADHS beteiligt sein kann oder wie es die Autorinnen formulieren: „Das Chronifizierungsrisiko steigt [an], je höher die Rate negativer Eltern-Kind Interaktionen ist.“

Für die Behandlung von ADHS-kranken Kindern bedeutet das, dass die Eltern aktiv miteinbezogen werden sollten. Zum einen, um sie selbst darin zu unterstützen, ihre eigene Lebensqualität wieder zu steigern und zum anderen um ihnen zu helfen ihre Interaktionen mit ihrem Kind zu verbessern und somit einen Risikofaktor für die Aufrechterhaltung von ADHS zu verringern.

Quelle:

Schreyer & Hampel. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 37 (1), 2009, 69-75

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Ist Fernsehen für Kinder unter 2 Jahren schädlich?

19. Januar 2009

tv for babies s sAuf jeden Fall ist es nicht nützlich, stellt Dimitri Christakis vom Seattle Children’s Resarch Institute fest. In der aktuellen Januar-Ausgabe von Acta Paediatrica hat Christakis die Ergebnisse von 78 Studien der letzten 25 Jahre zu dem Thema frühkindlicher Fernsehkonsum zusammen gefasst. Hintergrund ist, dass in den USA 9 von 10 Kindern unter 2 Jahren regelmäßig Fernsehen schauen. Viele Eltern fördern diesen Fernsehkonsum aktiv, da sie glauben, dies sei eine gute Stimulation für die frühkindliche Entwicklung. Dies behaupten auch die Hersteller von „Baby-DVDs“ bzw. die Sender, die entsprechende Formate im Programm haben.  (In Deutschland war es vor einigen Jahren v.a. die Sendung „Teletubbies“, die von  Hersteller und Sender als nützlich für Kleinkinder beworben wurde und zu einer öffentlichen Diskussion über das Für und Wider führte).

Christakis fasst zusammen, dass bislang in keiner Studie positive Effekte von frühkindlichem Fernsehkonsum festgestellt werden konnten. Demgegenüber gäbe es aber eine Fülle von Studien, die nachteilige Effekte belegen, so zum Beispiel verzögerte Sprachentwicklung und spätere Aufmerksamkeitsprobleme. Laut Christakis hängt dies wahrscheinlich zum einen damit zusammen, dass die auch in Kindersendungen raschen Szenenwechsel und Schnitte das frühkindliche Gehirn schlichtweg überfordern und zum anderen – wenig überraschend -, dass der Fernsehkonsum Kleinkinder davon abhält, die eigentlich für ihre Entwicklung entscheidenden Lernerfahrung für ihre (z.B. Spielen oder Interaktion mit anderen Menschen) zu machen.

Christakis  Fazit ist eindeutig und deckt sich auch mit den Empfehlungen von u.a. amerikanischen, französischen und deutschen Gesundheitsministerien: Fernsehen ist nichts für Kleinkinder.

Quelle:

Christakis. Acta Paediatrica, Jan 2009

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Haben heute mehr Kinder ADHS als früher?

2. Januar 2009

ADHD more than before sEric Taylor, Leiter der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie am Londoner Institute of Psychiatry, teilt diese Auffassung nicht.  In einem Review-Artikel (das sind Artikel, in denen die Forschungergebnisse der letzten Jahre/Jahrzehnte zu einem Thema zusammgefasst werden) für das Journal of Child Psychology and Psychiatry (vorab online 01/09) verweist Taylor auf mehrere Studien aus den letzten 20 Jahren, die nachweisen, dass heute zwar sehr viel mehr Kinder mit ADHS diagnostiziert werden als etwa in den 80ern, dies aber in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass die öffentliche Aufmerksamkeit für ADHS sich verändert habe, nicht aber die Häufigkeit der Krankheit selbst.  Damit seien – so Taylor – auch die verbreiteten Erklärungsversuche, ADHS sei mit dem ansteigenden Konsum etwa von Fernsehen oder auch „Junk Food“ zu erklären oder mit der zunehmenden Erziehungsinkompetenz der Eltern, inzwischen obsolet geworden. Auch die häufig angeführten erheblichen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern hinsichtlich der Auftretenshäufigkeit von ADHS seien in erster Linie durch methodische Unzulänglichkeiten zu erklären als durch die vorliegenden Daten.

Tatsächlich gibt es aber erhebliche  Unterschiede in der Behandlung, etwa zwischen USA und Europa. In den USA gilt die medikamentöse Behandlung von ADHS als erste Wahl. In Europa dagegen ist die weitverbreitende Ansicht, dass man ADHS erst dann mit Medikamenten behandeln sollte, wenn eine psychologische Behandlung nicht den gewünschten Erfolg bringt oder die Symptome so schwer sind, dass sofort gehandelt werden muss.

Obwohl ADHS inzwischen als ein sehr gut erforschtes Krankheitsbild gilt, gibt es laut Taylor noch viele offene Fragen. Unklar ist unter anderem, ob man ADHS überhaupt als einheitliche Diagnose wird aufrecht erhalten können, da inzwischen zunehmend Fälle dokumentiert sind, in denen die Aufmerksamkeitsstörung nicht durch Hyperaktivität begleitet wird. Aufgrund der Heterogenität von ADHS vermutet Taylor daher, dass die Haupt-Diagnose ADHS in Zukunft durch Sub-Diagnosen zumindest ergänzt wenn nicht sogar ersetzt werden könnte.

Während es inzwischen eine Reihe von vielversprechenden therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten für ADHS bei Kindern gäbe,  gelte es zudem ein höheres Augenmerk auf das Erwachsenenalter zu richten, damit auch die Lebensqualität von Erwachsenen mit ADHS dauerhaft verbessert werden kann.

Quelle:

Taylor. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 2009

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Führt Schlafmangel bei Kindern zu Hyperaktivität?

22. Dezember 2008

Ja, das ist offensichtlich der Fall, schlußfolgert Jacques Montplaisir, der Psychiatrie-Professor und Direktor des Schlafstörungs-Center am Sacré-Coeur Hospital in Montreal, Kanada. In einer Studie untersuchte das Forscherteam um Montplaisir 1.138 Kinder und fand heraus, dass 26% der Kinder, die über gut vier Jahre (zwischen 2,5 Jahren und 6 Jahren) durchschnittlich weniger als 10 Stunden geschlafen hatten, übergewichtig wurden. Bei Kindern, die 10 Stunden schliefen, betrug der Anteil Übergewichtiger nur noch 15%. Bei Kindern, die 11 Stunden schliefen, lediglich 10%. Die Forscher führen diesen Zusammenhang u.a. darauf zurück, dass bei weniger Schlaf mehr appetitanregende Hormone ausgeschüttet werden.

Das Team untersuchte außerdem den Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Hyperaktivität und kam zu vergleichbaren Ergebnissen. 22% der Kinder mit Schlaf unter 10 Stunden waren hyperaktiv. Dies ist doppelt so viel wie der Anteil der Hyperaktiven unter den Kindern, die 10 – 11 Stunden schliefen. Nun stellt sich hier – wie auch bei dem Thema Übergewicht – natürlich die Frage: Schlafen Hyperaktive nicht einfach weniger, eben weil sie hyperaktiv sind? Jaques Montplaisir verneint dies: „Während bei Erwachsenen Schlafmangel zur Schläfrigkeit führt, verursacht er bei Kindern eher Aufregung.“ (Viele Eltern werden das bestätigen können…) Gerade weil sich Probleme wie Übergewicht und Hyperaktivität ins Erwachsenenalter fortsetzen können, schlägt Montplaisir vor, dem Thema Schlafstörungen im Kindesalter in Zukunft noch größere Aufmerksamkeit zu widmen.

Quelle:

ScienceDaily, 27. Nov 2008

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Gibt es einen Zusammenhang zwischen zu wenig Schlaf und schlechten Schulleistungen?

2. Dezember 2008

Nicht nur Forscher, sondern vor allem auch Eltern sind häufig besorgt, dass zu wenig Schlaf negative Folgen auf die Schulleistungen haben könnte. In einem Artikel in der Medical News Today vom November 2008 wird eine Studie vorgestellt, in der 882 Schüler untersucht wurden. Tatsächlich ließ sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen unterdurchschnittlicher Schlafdauer und Ergebnissen sowohl in schulischen Leistungstests als auch hinsichtlich der schulischen Motivation sowie klinischer Störungen wie z.B. ADHS nachweisen.

Was bedeutet dies? Nun, die besorgten Eltern haben offensichtlich recht und sollten im Interesse der psychischen Gesundheit ihrer Kinder darauf achten, dass diese ausreichend Schlaf bekommen.

Quelle:

Artikel in Medical News Today (06/2008)

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