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Hängt das Entstehen von Depressionen und Panikstörungen mit Blei zusammen?

11. Dezember 2009

Erst vor ein paar Wochen haben wir auf dem Blog über einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Belastung durch Blei und ADHS bei Kindern berichtet. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass Blei in der Umwelt auch mit Depression und Panikstörung bei Erwachsenen zusammenhängen kann. Ich habe eine gekürzte Fassung der Pressemitteilung des Journals übersetzt, in der die Autoren ein Überdenken der Richtwerte für Blei fordern:

Eine neue Studie hat gezeigt, dass ein erhöhter Bleispiegel im Blut, selbst wenn er allgemein als unbedenklich gilt, dass Risiko für Depression und Panikstörung erhöhen kann.

Dr. Maryse F. Bouchard von der Université de Montreal in Kanada und der Harvard School of Public Health in Boston, USA untersuchten für ihre Studie 1987 Menschen im Alter von zwanzig bis 39 Jahren. Die Ergebnisse werden in der Dezemberausgabe der Archives of General Psychiatry aus der Reihe der JAMA/Archives-Journale erscheinen.

Die Studienteilnehmer wurden über Symptome von Depression und Panikstörung befragt, und ihre Bleispiegel wurden durch Bluttests gemessen. Die zwanzig Prozent der Studienteilnehmer mit dem höchsten Bleispiegel im Blut hatten 2,3-mal so oft eine Depression und fast fünfmal so oft eine Panikstörung wie die zwanzig Prozent mit den niedrigsten Bleiwerten.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass die Nerven schädigende Wirkung von Blei zu psychischen Gesundheitsschäden mit beitragen kann, sogar bei Bleispiegeln, die als wenig oder gar nicht riskant gelten“, schreiben die Autoren. „Diese Ergebnisse … verdeutlichen, dass wir darüber nachdenken müssen, wie sich die Umweltbelastung durch Blei weiter vermindern lässt.“

Blei ist ein Nervengift und kommt in der Umwelt in Luft, Boden, Staub und Wasser vor. Außerdem kann es von Benzin und Farben sowie durch Industrieprozesse, Keramik und verschmutztes Wasser freigesetzt werden. Die Einführung von bleifreiem Benzin hat Bleispiegel im Blut deutlich gesenkt, aber Experten sagen, die bisher erzielte Verringerung reicht für die Sicherheit der Öffentlichkeit nicht aus.

Quellen:

JAMA/Archives, 7.12.09

Bouchard et al. Archives of General Psychiatry 2009

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Rubrik: Angst- & Panikstörung, Depression
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