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Hängen Depressionen im Jugendalter mit ADHS zusammen?

1. Januar 2011

Hängen Depressionen im Jugendalter mit ADHS zusammenObwohl die Krankheitsmerkmale von ADHS und Depressionen insgesamt eher extrovertiert beziehungsweise introvertiert sind, haben beide Erkrankungen klassische Symptome wie Konzentrationsmangel gemeinsam und können auch mit ähnlichen Medikamenten (Stimmungsaufhellern) behandelt werden. Eine aktuelle Studie hat die Entwicklung von ADHS und Depressionen bei kleinen Kindern bis zum Erwachsenenalter beobachtet. Wir haben einen Presseartikel zu der Studie aus Modern Medicine vom November übersetzt, der die engen Zusammenhänge verdeutlicht:

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) in der frühen Kindheit erhöht die Anfälligkeit für Depressionen und Selbstmordgedanken im Jugendalter. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die in der Oktoberausgabe der Archives of General Psychiatry veröffentlicht wurde. Das Risiko für kleine Kinder mit ADHS, später an Depressionen zu erkranken, ist größer bei Mädchen, bei kleinen Kindern, die gleichzeitig Symptome von Verhaltensstörungen haben, und bei Kindern, deren Mütter Depressionen hatten.

Die Forscher untersuchten 125 Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren, die eine Diagnose von ADHS hatten, und 123 passende Kontrollen ohne ADHS, die sie über einen Zeitraum von bis zu vierzehn Jahren beobachteten. Alle Kinder lebten bei ihren biologischen Müttern, die zu Beginn der Studie auf Depressionen untersucht wurden.

ADHS im Alter von vier bis sechs Jahren erhöhte das Risiko für klinische Depressionen oder Dysthymie (chronische depressive Verstimmung) um mehr als das Fünfzehnfache. Mädchen mit ADHS hatten ein doppelt so hohes Risiko für spätere Depressionen wie Jungen mit ADHS, und bei Depressionen der Mutter war das Risiko der Kinder für spätere Depressionen mehr als siebenmal höher.

Nach Kontrolle für mögliche andere Einflussfaktoren war bei Kindern mit ADHS das Risiko für Selbstmordgedanken fünfmal und für Selbstmordversuche achtmal so hoch wie bei Kindern ohne ADHS. In den Jahren sechs bis vierzehn der Untersuchung berichteten zwölf Prozent der Kinder mit ADHS mindestens einmal von einem konkreten Plan sich umzubringen, verglichen mit 1,6 Prozent der Kinder ohne ADHS. Bis zum Jahr vierzehn der Studie versuchten 18,4 Prozent der Kinder mit ADHS mindestens einmal, sich das Leben zu nehmen, verglichen mit 5,7 Prozent der Kinder ohne ADHS.

Depressionen ihrer Mütter erhöhten das Risiko für Selbstmordgedanken bei Kindern mit ADHS fast um das Neunfache. Auch bei Kindern, die nach Angaben der Mütter im ersten Jahr nach der ADHS-Diagnose Symptome von Verhaltensstörungen zeigten, war das Risiko für spätere Depressionen erhöht. Nach Meinung der Forscher zeigt die Studie, dass es möglich ist, schon in einem frühen Alter Kinder mit ADHS zu identifizieren, die ein stark erhöhtes Risiko für spätere Depressionen und Suizidverhalten haben.

Quellen:

Modern Medicine, 1. Nov 2010

Chronis-Tuscano et al. Arch Gen Psychiatry, Okt 2010

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Weitere Links:

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Rubrik: ADHS, Depression, Kinder & Jugendliche
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1 Kommentieren

  1. Robert Wenzel
    April 1st, 2011

    Ich denke es ist genau andersherum. Kinder die depressiv sind neigen zu aufmerksamkeitsstörungen. In meiner jugend wurde bei mir ads diagnostiziert und medikamentös behandelt. was zwar die symtome bekämpft aber auch schlimme nebenwirkungen mit sich brachte also hab ich es nach meinem schulabschluss komplett abgesetzt ohne äztlichen zuspruch… ich bin jetzt 27 und mache seit ca 3 jahren eine körper-psychotherapie wodurch ich meine depresssion einfach ausgedrückt heilen konnte. im zuge dessen entfallen auch meine ads symtome. Ich denke ads oder adhs ist keine krank heit…

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