skip to content

Gibt es einen Zusammenhang zwischen ADHS und rauchenden Eltern?

17. November 2010

Gibt es einen Zusammenhang zwischen ADHS und rauchenden ElternMehr als acht Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland rauchen schon – passiv. Das erhöht nicht nur das Risiko für Atemwegserkrankungen. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Kinder von Rauchern auch häufiger unter Entwicklungsstörungen leiden. Wir haben einen Presseartikel zu der noch nicht veröffentlichten Studie vom Oktober übersetzt, deren Ergebnisse jetzt bekannt gegeben wurden:

Eine wissenschaftliche Untersuchung, die heute (8. Oktober) auf einer internationalen Tagung (Asia Pacific Conference on Tobacco or Health) in Sydney vorgestellt wird, zeigt, dass Kinder, die passiv rauchen, deutlich häufiger an Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden, Kopfschmerzen haben und stottern als Kinder, die nicht passiv rauchen.

Die Forscher aus den USA befragten Kinder im Alter von vier bis elf Jahren und Jugendliche im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren, ob sie zu Hause passiv rauchen. Außerdem bestimmten sie ihren Cotininspiegel im Blut (ein Maß für Tabakexposition). Nach Berücksichtigung von sozioökonomischen Faktoren und Tabakexposition vor der Geburt zeigten die Ergebnisse, dass Kinder, die passiv rauchten, doppelt so häufig ADHS hatten (10,6% verglichen mit 4,6%), fast doppelt so oft stotterten (6,3% verglichen mit 3,5%) und mehr unter Kopfschmerzen litten (14,2% verglichen mit 10,0%). Auch bei Jugendlichen war die Häufigkeit von Kopfschmerzen deutlich erhöht (26,5% verglichen mit 20,0%).

Nach Wendy Max, Professorin für Gesundheitsökonomie an der University of California San Francisco, zeigen die Ergebnisse, dass Passivrauchen einen schädlichen Einfluss auf die Bildung und Erziehung von Kindern haben könnte, genauso wie auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden insgesamt.

„Unsere Untersuchung zeigt, dass Passivrauchen negative Auswirkungen auf drei unterschiedliche Bereiche der Entwicklung von Kindern hat. Diese körperlichen und psychischen Probleme benachteiligen Kinder in ihrer geistigen und sozialen Entwicklung“, sagt Prof. Max.

„Kinder in Ländern, in denen viel geraucht wird, sind am meisten gefährdet. In dem Maße, wie der Bevölkerungsanteil der Raucher in industrialisierten Ländern weiter zurückgeht, werden die Kosten des Passivrauchens in der Kindheit für die Gesellschaft unverhältnismäßig stark die Länder belasten, die schon jetzt ökonomisch benachteiligt sind.“

Professor Ian Olver, geschäftsführender Direktor des Cancer Council Australia, sagt, die Untersuchung ist ein weiterer Beweis, dass Rauchen nicht nur aktiven Rauchern schadet, sondern auch den Menschen in ihrer Umgebung, wobei Kinder oft am stärksten gefährdet sind.

„Das Recht auf eine rauchfreie Kindheit ist ein fundamentales Menschenrecht„, sagt Professor Olver. „Regierungen müssen zusammenarbeiten, um Menschen überall aufzuklären, was Rauchen ist – eine Sucht, die mehr als die Hälfte der Süchtigen umbringt und auch andere schädigt, insbesondere dort, wo das Rauchen ohne Einschränkungen erlaubt ist.“

Quelle:

Cancer Council Australia, 8.10.10

Verwandte Artikel:

Wird das Risiko für ADHS bei Kindern durch das Rauchen der Eltern erhöht?

Besteht ein Zusammenhang zwischen ADHS und Pestiziden?

Gibt es einen Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und Migräne?

Weitere Links:

Wie hilft Psychotherapie bei ADS/ADHS?

Zur Praxis für Psychotherapie in München

Zur Praxis für Psychotherapie in Düsseldorf

Zur Praxis für Psychotherapie in Berlin

Rubrik: ADHS, Kinder & Jugendliche, Psychosomatik & Schmerzen, Sucht/Substanzmissbrauch
Tags: , , ,


Antwort erstellen



Zurück zum Anfang