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Die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit – welche Strategie ist die Beste?

5. Mai 2011

Persönlichkeit und politische Einstellung -- Was ist der ZusammenhangViele Menschen klagen heute über Dauerstress in ihrem Leben und immer mehr leiden unter gesundheitlichen Folgen wie Burn-out oder Herzinfarkt. Eine neue Studie hat unterschiedliche Methoden der Stressbewältigung und ihre Vor- und Nachteile bei Studenten untersucht. Wir haben die Presseerklärung der Universität zu der Studie von Ende März übersetzt, deren Autoren meinen, dass die beste Methode wahrscheinlich für jeden Menschen eine andere ist:

Essays werden geschrieben, Abschlussprüfungen stehen vor der Tür und gegen Ende der Kurse ist besonders viel zu tun. Arbeit, Freizeit und Studium stellen widersprüchliche Anforderungen und diese hektische Jahreszeit kann für Studenten voller Stress sein. Aber eine neue Untersuchung von Forschern der University of Toronto Scarborough (UTSC) in Kanada zeigt, dass es uns allen guttun würde, etwas über uns selbst nachzudenken.

„Menschen müssen sich fragen: ,Welche Rollen spiele ich in meinem Leben?’, und: ,Sind diese Rollen gut für mich?’“, sagt Julie McCarthy, Dozentin für Organisationspsychologie an der UTSC. „Und wenn sie es nicht sind, dann müssen wir uns fragen: ,Welche Strategien benutze ich, um es besser zu machen?’“

Für ihre neuste Studie untersuche die UTSC-Dozentin für Organisationspsychologie gemeinsam mit Tracy Hecht von der Concordia University, wie Studenten versuchen, eine Balance in ihrem Leben zu erreichen. Alle Studienteilnehmer waren Studenten an der UTSC, die neben ihrem Studium Geld verdienten. Die Ergebnisse wurden im Journal of Applied Psychology veröffentlicht.

McCarthy und Hecht untersuchten drei Strategien, die Menschen häufig benutzen, um sich widersprechende Anforderungen an Zeit, Aufmerksamkeit und Energie miteinander zu vereinbaren: aktives Engagement, das auf eine Lösung abzielt (problemorientiert), sich bei anderen Luft machen (emotionsorientiert) oder aber die Probleme völlig ignorieren und sich mit anderen Dingen ablenken (vermeidungsorientiert).

Traditionell gilt die problemorientierte Herangehensweise als die Beste der drei. Doch McCarthy und Hecht stellten in ihrer Untersuchung fest, dass diese Strategie in Wirklichkeit noch mehr Probleme verursachen kann, da sie oft mit Stress und übermäßiger Erschöpfung verbundenen ist und zu wenig Zeit für Erholung lässt. „Leute brauchen Zeit, um sich neu zu konzentrieren, damit sie gut lernen oder studieren können“, sagt McCarthy.

Aber das erstaunlichste Ergebnis hatte etwas mit dem dritten Bewältigungsmechanismus zu tun: Vermeidung. Wenn die Studenten ein paar Probleme einfach eine Weile hintenanstellten, nahmen die Rollenkonflikte in ihrem Leben sogar ab. „Diese Methode wird traditionell als eine ,Flucht vor den Problemen’ angesehen“, sagt McCarthy. „Aber vielleicht können Studenten ihre Ressourcen besser regenerieren, wenn sie sich zurückziehen und sich Pausen gönnen.“

Menschen, die sich ausgelaugt fühlen, sind mit ihrem Leben weniger zufrieden, sie erkranken öfter an Burn-out oder Depressionen und sind allgemein weniger gesund. Und obwohl es anregend und interessant sein und zu Erfolgserlebnissen führen kann, wenn ein Mensch mehrere Rollen spielt, sagt McCarthy, müssen wir uns die ernstzunehmenden Risiken dieses Lebensstils bewusst machen. „Menschen müssen sich überlegen, welche Strategien sie benutzen, um ihre Probleme zu bewältigen. Sie müssen sicherstellen, dass sie sich die Zeit nehmen, um ihre Ressourcen zu regenerieren“, sagt sie. „Zu viele Rollen können schlecht für uns sein, wenn wir nicht anfangen uns ehrliche, gezielte Fragen zu stellen.“

Quellen:

University of Toronto, 29.3.11

Hecht & McCarthy. Journal of Applied Psychology, 2010

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Rubrik: Burnout/Stress, Leistungsfähigkeit
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