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Bieten Musik und Kunst Hilfe gegen Depressionen?

17. Dezember 2009

music and dancing smallMusik und Kunst werden schon lange in der Therapie, auch von geistig-seelischen Störungen eingesetzt. Eine neue Studie hat nun gezeigt, dass sich Menschen mit einem regen Interesse an Kunst und Musik allgemein gesünder und wohler fühlen und, im Falle von Männern, weniger häufig unter Depression leiden. Ich habe eine Pressemitteilung über die Studie von vor ein paar Tagen übersetzt, deren Ergebnisse die Autoren auf einer Fachkonferenz vorgestellt haben:

Wenn Sie malen, tanzen gehen oder ein Musikinstrument spielen – oder einfach gerne ins Theater oder Konzert gehen – dann fühlen Sie sich wahrscheinlich gesünder und sind weniger depressiv als Leute, die das nicht tun. Das zeigt eine Studie an fast 50000 Menschen aus dem gleichen Landkreis in Mittelnorwegen aber mit sonst sehr verschiedenen sozialen und ökonomischen Lebensumständen.

Die Ergebnisse beruhen auf der neusten Analyse von Untersuchungen, die für die HUNT-Studie (die Nord-Trøndelag-Gesundheitsstudie der Norwegian University of Science and Technology, NTNU) durchgeführt werden. Die Studie beinhaltet Umfragen, Interviews, ärztliche Untersuchungen sowie das Sammeln von Blut- und Urinproben, mit deren Hilfe detaillierte Gesundheitsprofile der 48289 Teilnehmer zu erstellt werden.

„Wir fanden einen positiven Zusammenhang zwischen der Teilnahme am kulturellen Leben und einem als gut empfundenen Gesundheitszustand, und zwar sowohl bei Frauen wie auch bei Männern”, sagt Professor Jostein Holmen, der Leiter der HUNT-Studie. Holmen stellte die Ergebnisse, die noch nicht veröffentlicht sind, Ende November in einen Vortrag auf einer norwegischen Konferenz über Gesundheit in Stjørdal vor. „Bei Männern gibt es auch einen Zusammenhang zwischen einer Teilnahme am kulturellen Leben und Depression. Kulturell aktive Männer haben seltener Depression. Bei Frauen ist das allerdings nicht der Fall.”

Aber die Forscher waren überrascht, dass die Ergebnisse unabhängig vom sozioökonomischen Status eines Menschen waren. Ob Lasterfahrer oder Bankdirektor–jede Beschäftigung mit Kunst, Theater oder Musik, als Aktiver oder als Zuschauer, hatte eine positive Auswirkung auf das Gefühl eines Menschen von Gesundheit und Wohlbefinden.

Für die Auswertung ihrer neusten Ergebnisse berücksichtigten die Forscher nicht nur den sozioökonomischem Status sondern auch den Einfluss von chronischen Erkrankungen, sozialen Beziehungen, Rauchen und Alkohol. Aber Holmen wies in seinem Vortrag auch darauf hin, dass das Gefühl von Wohlbefinden bei kulturell aktiven Menschen, das vor Depression zu schützen scheint, offenbar nicht den gleichen günstigen Effekt auf Angststörungen hat.

Außerdem warnte Holmen zur Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse. Das Verhältnis von Gesundheit und kulturellen Aktivitäten sei nicht eindeutig genug, dass er wirklich sagen könnte, Kultur macht Menschen gesund. Trotzdem meint der Forscher, Politiker sollten die Ergebnisse als Aufforderung verstehen, über das Thema Gesundheit einmal anders nachzudenken. Eine ähnliche Meinung äußerte auf der Konferenz Steinar Krokstad, der Projektdirektor der HUNT-Studie und Associate Professor an der NTNU.

„Wir im Gesundheitswesen verfügen angesichts der Fülle der Gesundheitsprobleme von heute nicht immer über die kostengünstigsten Mittel zur Vorsorge. Wir müssen uns mehr auf die Möglichkeiten konzentrieren, die sich bieten, und weniger auf die Risiken”, meinte Krokstad.

Quelle:

AlphaGalileo, 14.12.09

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Rubrik: Depression, Mensch & Gruppe
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